176) Corona-Lektionen 71

Es fällt mir schwer dieser Tage, die Corona-Lage zu verfolgen und dabei besonnen zu bleiben. Ich versuche es aber weiterhin.

Ein paar Gedanken aus den letzten Tagen:

Fliegerei
Vor ein paar Tagen schickte mir die Lusthansa einen Brief. Er enthielt eine neue Vielflieger-Karte. Die wurde aus Kulanz verlängert. Und was mache ich jetzt damit? Soll ich die beim Drehtor zum Stadtpark vorzeigen? Und überhaupt …. ein Vielflieger-Programm … das ist auch so ein Ding wie aus einer anderen Zeit. Abschaffen.

Taskforce
Wenn man sich so ins Gedächtnis ruft, welches Image die Deutschen so gern von sich pflegen, da treibt es mir gerade die Schamesröte ins Gesicht. Wir sind Qualitätsstandort, Logistik-Meister, Export-Weltmeister und Pünktlichkeitsfanatiker. Und wie gern schauen wir herab auf die Länder Ost-Europas, weil das da immer noch so marode aussieht. Oder die im Süden, die mit ihrer „Kommst‘ heut‘ nich‘, kommst‘ morgen“-Mentalität auch nichts auf die Straße bringen. Aber jetzt kommt der Super-Andi aus dem Mauthäuschen dazu und soll mit dem Gesundheits-Jens die Karre aus dem Dreck ziehen. König Markus hat letzte Woche nochmals bekräftigt, dass der Andi sogar Erfahrungen in der Logistik hat. Beruhigt mich das? Vielleicht sollte man Logistik doch lieber Amazon überlassen. Ach, nee. Da wollten wir ja eigentlich nicht mehr so viel bestellen. Eigentlich.

Eigentlich
Das Wort „eigentlich“ kommt mir in der Corona-Zeit recht häufig in den Köpf. Nicht nur weil ich jetzt „eigentlich“ ganz gern woanders wäre, sondern weil uns der Virus in vielen Bereichen weit nach hinten wirft. Und zwar ganz uneigentlich.

Eigentlich wollten wir weniger amazonieren, sondern die Geschäfte in den Innenstädten stärken.
Eigentlich wollten wir weniger liefern lassen, wegen der miesen Arbeitsverträge der Liefer-Helden. 
Eigentlich wollten wir weniger „to go“ essen, wegen der Esskultur und Kunststoff-Verpackungen.
Eigentlich wollten wir mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, statt mit dem eigenen Auto.
Eigentlich wollten wir uns doch wieder mehr mit Menschen abgeben und all die Technik mal bei Seite legen.
Eigentlich …

Hoffentlich haben wir das alles nicht vergessen, wenn der Corona-Spuk mal vorbei sein sollte.

Schönen Sonntag noch!

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10 Kommentare zu „176) Corona-Lektionen 71

    1. Ja, die gibt hier auch zur Genüge. Von mir aus, können die ja denken, was sie wollen, aber dann bitte auch kein Intensiv-Bett blockieren, falls sie doch mal ernsthaft erkranken sollten

  1. Und ganz uneigentlich hast Du mit allem sooo recht.
    Es ist alles recht widersprüchlich. Immerhin ist einer der Impfstoffe in Deutschland mitentwickelt worden. Und das mit der Logistik? Ich vermute, dass wir uns da wieder mal selbst auf den Füßen stehen, weil wir einfach erst dann loslegen, wenn alles perfekt ist. Naja, mal von der „Führungsspitze“ abgesehen…
    Was das Soziale angeht, denke ich, hatte Corona doch einen nicht zu verachtenden „Lerneffekt“. Uns ist bewusst geworden, wie wichtig und die realen Kontakte sind. Also nix mit Handy oder so. Ich finde das schon eine wichtige Erkenntnis.
    Also mal wieder, wie so oft in den letzten Tagen: Ooohmmm. Ich drücke Dir die Daumen.

    1. Danke Belana Hermine fürs Lesen nebst Kommentar. Ich drücke auch die Daumen und Zehen und hoffe, dass wir uns dann mal wieder den anderen großen Hausaufgaben widmen können

  2. Dass wir all die „eigentlich“ nicht vergessen, die du aufzählst, das hoffe ich auch! Es gibt aber auch positive Nebenwirkungen der Pandemie, die wir danach hoffentlich beibehalten. Ich zähle unbedingt den „Tourismus vor der Haustür“ dazu. Umweltfreundlich, kurze Wege, und die Gastgeber haben ihre Besucher, ob die nun aus dem Ausland oder von um die Ecke kommen.

    1. Danke Anke, ich verstehe was du meinst, natürlich. Aber der Tourismus vor meiner Haustür macht mich nicht gerade an und ist weniger exotisch. Also so ein bisschen Toskana oder Sandstrand fänd ich schon nett … irgendwann mal wieder

  3. Klar, auf jeden Fall! Aber am Wochenende tuts auch mal einer der Berliner Seen … oder, mein persönlicher Tipp: Warst du schon mal am Straussee? Eine Postkartenkulisse! Eine Jugendfreundin versorgt mich regelmäßig mit aktuellen Bildern. Mit der S-Bahn das Rad mitnehmen und umradeln. Wandern geht natürlich auch. 😊
    Schönen Abend und guten Start in die neue Homeoffice-Woche! Ciao Anke

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