50) Postkarte aus Paris (incl. Corona, Diesel und Chemie-Unfall)

Liebe Leser, wenn ich in dieser Kategorie sonst gern über Skurrilitäten im Ausland schreibe, möchte ich es diesmal anders machen. Es wird eher ein Abriss des Drumherums.

In Kurzform:

  • Schon im dunklen Januar überlegten wir mögliche Ziele für den Sommer. Nicht nur das „Erlaubte“ sollte uns leiten, sondern auch die „Vernunft“. Die Entscheidung fiel gegen ein Flugzeug, eher für das Auto mit Ferienwohnung. Jederzeit abbrechbar. Frankreich.
  • Ende März gingen die Corona-Zahlen in Frankreich wieder deutlich nach oben, wir buchten noch eine zweite Option in Skandinavien. Für den Fall der Fälle. Strände und Dünen schienen uns zu dem Zeitpunkt realistischer als „Savoir Vivre“.
  • Mitte Juni ist auf einmal beides möglich, die Entscheidung fällt für Frankreich, in den nächsten Tagen lauschten wir auf mögliche Veränderungen bei den Franzosen. Es schien zu klappen.
  • Zusätzlich musste aber noch eine Übernachtung in Deutschland kurz vor der Grenze her, um eine Testmöglichkeit für die Kids zu haben … Einreisevoraussetzung. Auch organisiert, Test inklusive. Alles machbar.
  • Dann erfuhren wir von neuen Umweltzonen im Großraum Paris. Na großartig, das fehlte ja nun noch. Nach ausgiebigem Studium Deutscher und Europäischer Schadstoffklassen und Installation einer App … lertne ich … die Gegend wo unser Appartement liegt … nimmt daran noch nicht teil. Uff. Wir mussten nur die Anfahrt entsprechend einfädeln. Und ein Aufkleber musste her. Einer der aussagt, dass wir einen Diesel fahren und nicht in die Innenstadt fahren dürfen, obwohl wir eh nicht mit dem Auto in die Stadt fahren wollten, sondern mit der Bahn. Wieder lange Recherche, Online-Bestellung, ein paar Euro geblecht, per Post einen gelben Aufkleber der Klasse 3 aus Frankreich bekommen. Vermutlich mit einem Diesel.
  • In Frankreich erreichten uns die üblen Bilder aus Deutschland. Eine Regenflut spülte Straßenzüge weg, Häuser, Autos und Menschen. Es gibt viele Tote. Das Klima vermutlich. Etwas südlich der Gegend, wo wir vor ein paar Tagen noch über die Autobahn gegurkt sind. Hat das Einfluss auf die Rückfahrt? Recherche.
  • Zeitgleich erhielten wir Infos aus Paris, dass wir zum Besuch der gebuchten Sites ein französischen „Pass Sanitaire“ brauchen (Impfung oder Test). Anti-Gen-Schnelltests sind in der Provinz aber gar nicht so leicht zu bekommen. Wir recherchierten lange und fanden endlich ein Test-Center in Caen, was auf dem Weg lag. Online-Suche, Daten-Striptease, Terminauswahl, Bestätigungen, E-Mails, Schul-Französisch etc., p.p.
  • Stopp in Caen, Besichtigung der Burg, Zeit bis zum Test totschlagen, dann aber pünktlich zum Test-Center. Das war proppevoll … 40 Augenpaare schauten uns achselzuckend an … keine Organisation … keine Ansprechpartner, kein Check In …  DIN A4-Formulare nur in französisch. Wir sahen unsere Besichtigungen in der Hauptstadt schon platzen, entschieden uns also für die Weiterfahrt ohne Test …. recherchierten unterwegs, lasen genauer. Kinder bis 18 waren von der Regelung noch ausgenommen. Bis Ende August. Wir versicherten uns hier und da … es schien zu stimmen und war ja irgendwie ja auch logisch. Wie wollen die Franzosen während der Ferien alle ihre Kinder testen, wenn es so wenig Test-Center gibt???
    Anmerkung in eigener Sache:
    Ich habe > hier aufm Blog auch über den Abrechnungsbetrug von Test-Centern geschimpft und muss mich nun korrigieren. Wir haben wenigstens Test-Center an jeder Ecke. Besser so, als das Test-Theater in Frankreich.
  • Auf der Rückfahrt fuhren wir über den “kleinen“ Fluß namens „Erft“, den wir nun aus den Nachrichten kennen. Sieht ganz friedlich aus.
  • Bei Leverkusen türmt sich eine schwarze Wolke links von der Autobahn auf. Bloß schnell weg hier, wer weiß, was hier los ist. Wenig später war die Autobahn für mehrere Stunden gesperrt. Explosion. Wieder Tote und Vermisste …

Puhh … ganz schön viel drumherum. Da ergibt sich ein völlig neues Geschäftsfeld. Ein Begleitfahrzeug vollgestopft mit Technik für die „Mobile Travel Administration“.

 

65) Kissenschlacht

Wie man sich bettet so liegt man, heißt es so schön. In der eigenen Höhle geht das vermutlich ganz gut, auf Reisen aber … na ja … comme ci comme ça … so la la.

Heute soll es mal ums Kissen gehen.

Denn da gibt es solche und solche, man könnte schon fast ein Buch drüber schreiben. Aber fangen wir mal klein an…

Modell Bordsteinkante
Manche Kissen sind so fest, kantig und stabil, man glaubt man liegt auf einem Duden oder einer Bordsteinkante statt in einem kuscheligen Bett

Modell Luftnummer
Dann gibt es welche, die sehen eigentlich ganz fluffig aus, aber kaum legt man sein müdes Haupt danieder, entströmt mit leisen Rauschen all die ganz Luft und es fühlt sich, als läge man direkt auf der Matratze.

Modell Frau Holle
Ein riesiger Stoff-Berg liegt am Kopfende des Bettes, so dass man sich fragen kann, ob da überhaupt noch Platz ist für eines Durchschnitts-Birne. Lässt man da aber die Rübe hineinsinken, klappt das Kissen links und rechts die Flügel hoch und man sieht seine/n Bettnachbar:/_In nicht mehr.

Modell Irokese
Etwas kleiner als das Modell Frau Holle (… muss ich hier eigentlich auch noch Herrn Holle erwähnen … 😉 ), verschiebt es die Füllung nicht zur Seite, sondern eher nach oben. Da wo der Kopf liegt, ist es platt wie ein Crêpe. Über dem Kopf türmt sich aber ein stattlicher Hügel, was am Morgen zu abstehenden Haaren führt.

Modell Veggie
Dann gibt es noch Leute die packen Hirse, Dinkel und anderes Frühstück in die Kissen. Man schläft dann quasi in seiner Cornflakes Schale und kann mit einem Schuss Milch gleich zum Breakfast übergehen, ohne auch nur das Bett zu verlassen. Praktisch.

Nach einer kurzen Recherche bei einem Deutschen Versandhändler, finde ich dort 1.383 Kissen!! Oh je … wir sollten Schluss machen für heute. 

Andere Beiträge zum Übernachten in der Ferne

49) Postkarte aus der Normandie

Zeit für eine weitere Postkarte aus dem Land der Weine, Stangenbrote und Kreisverkehre.

Auch in der zweiten Woche „Le savoir vivre“ gab es wieder einiges zu entdecken. Wie üblich bei meinen > Postkarten mit weniger Hochglanz, dafür mehr Skurrilitäten.

Und los geht‘s:

Les Plages
Die Gegend hier bietet riesige Strände, die dann noch an Größe zunehmen, wenn das Wasser zurückgeht. Da entsteht oft eine glatte Fläche ohne Schlick, Dreck und Steine. Häufig ist man da so einsam, dass man kein deutsches Handtuch hinlegen braucht, um sein Plätzchen zu reservieren. Und macht man es trotzdem, spült es der natürliche Pool-Boy mit Sicherheit wieder weg.

6. Juni 1944
An dem Datum kommt man hier nicht vorbei. Alliierte Truppen (Amerikaner, Kanadier, Engländer und andere) landeten hier von See und Luft an fünf Stränden, um sich dann bis August nach Paris durchzukämpfen, während die Sowjets von Osten immer näher an die Oder kamen. Könnt ihr alles im Wiki nachlesen. Allerdings muss man auch genau hinschauen, wie das Ereignis hier heute teilweise vermarktet wird. Auf Touren mit offenen Jeeps kann der Nachwuchs-Infanterist mal ein bisschen am MG zu spielen. In einem Military-Shop läuft Johnny Cash (damals 12 Jahre) vom Band, in einigen Läden, gibt es originale Kriegs-Devotionalien zu kaufen. Na, vielleicht auch einen hübschen Granat-Werfer für‘s heimische Wohnzimmer? Oder einen schicken Stahlhelm mit Loch für den Neffen?

Les ronds-points
Laut Wiki gibt es in Frankreich 20.000 Kreisverkehre. Man „fährt“ nicht durch Frankreich, man „kreiselt“. Allerdings halte ich die Zahl für deutlich untertrieben, denn die 20.000 habe ich allein schon in der Normandie durchkreiselt. Selbst eine galette complète ist angelegt wie ein Kreisverkehr. Über deren Sinnhaftigkeit der Kreisel scheiden sich die Geister, aber eines ist klar: Die Alliierten hätte es nie bis nach Paris geschafft, hätte es damals schon so viele Kreisverkehre gegeben. Sie hätten mehrmals die falsche Ausfahrt genommen, Kriegsende wäre vermutlich ein Jahr später gewesen.

Lieux de dépistage COVID-19
Corona begleitet uns natürlich auch in der Normandie. Für die Kids am Wochenende einen Corona-Antigen-Schnelltest zu bekommen, am besten auf der Fahrt von Normandie nach Paris so um die Mittagszeit, wird eine Herausforderung. Nach ca. 90 Minuten Online-Recherche bekommen wir die Termine bestätigt. Ich kann nur jedem Schüler raten: lernt zwei Jahre Französisch, Spanisch schadet auch nicht, völlig egal … aber glaubt mal nicht, dass euch Englisch oder Googlisch immer durch die Welt bringt …. nee … nee … is‘ nich‘ so.

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Epsilon
Bereits die Dimensionen des Parkplatzes am Mont-St-Michel lies auf erhöhtes Touri-Aufkommen schließen. Da war dann auch so, halb Europa wühlte sich durch die engen Gassen des kleinen Ortes am Hang. Masken waren zwar Pflicht … aber na ja … ihr wisst ja wie das läuft. Um so unverständlicher: Die Restaurants im Ort waren alle proppe-voll, dicht an dicht saßen sie da. Drinnen wohlgemerkt. Oh oh … wenn sich da mal nicht eine neue Variante zusammenbraucht. Es wird nicht „E“ wie Epsilon, sondern „E“ wie Euro …

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48) Postkarte aus der Bretagne

Endlich kann ich mal wieder ein Postkarte verschicken. Aus dem Auuuuuuuuslaaaaaaand. Jawoll! Und hier ist sie schon. Wie immer bei meinen > Postkarten weniger Hochglanz, sondern eher auf der Suche nach Skurrilitäten links und rechts des Weges.

Los geht‘s

In Brest folgten wir kurzzeitig diesem … tja … Küchenbauer? Die hochhackige Abbildung an der Hecktür lud zu Spekulationen ein, was denn wohl der USP dieser Firma ist. „Envie“ kann „Verlangen“ heißen … ei ei ei. Der Auto-Übersetzer macht „Küchen, die Lust machen“ draus. Und selbst da ist noch alles offen.

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Die Franzosen haben schon vor 500 Jahren auf Corona-gerechte Unterkünftige hingearbeitet. Für ausreichend Abstand war gesorgt und die Nachbarn gingen einem nicht so auf die Nerven. Sehr sympathisch eigentlich. Blöd nur, wenn einem Zucker, Mehl oder so etwas ausgegangen ist.

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Bei den Temperaturen Anfang der Woche, kann man aber ernsthaft anzweifeln, dass Asterix und Obelix hier wirklich kurzärmlich unterwegs waren. Das kann ich nicht mehr glauben. Oder denen wurde noch etwas anderes in den Zaubertrank gemischt.

Wir sind keinem einzigen Römer begegnet, nur wenigen Teutonen, ein paar Holländern und einer Hand voll insularen Rechtslenkern der Gattung Teefax. Wildschweine habe ich nicht gesehen und es gab auch weniger Wald als in meiner Vorstellung, aber zum Ende der Woche haben wir im Forêt de Brocéliande noch echten gallischen Wald gefunden.

Corona-Mäßig sind die Franzosen hier ähnlich ambivalent drauf wie wir. Es dürfen sich zwar 96 Personen in eine geschlossen Fähre setzen, aber du kriegst kein Eis ohne Schnutenpulli. C’est la vie. C’est bonnet blanc et blanc bonnet. L’argent n’a pas d’odeur. La nuit tous les chats sont gris.

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Alles in Allem, wenig Mensch, viel Gegend.
Schön.

38) Wenn Bots bloggen – Teil 12

Hallo ich bin es wieder, T.Bot. Der Digital-Sklave von T., dem diese Blog-Chain hier gehört. Eigentlich wollte ich euch ja von meiner beabsichtigten Kanzler-Kandidatur berichten, aber der Herr T. hatte andere Pläne.

Er wollte verreisen. Völlig abstrus. Statt sich diese User Experience einfach von der Video-Plattform herunterzuladen, wollte der doch glatt in ein anderes Land fahren. Mit seinem Automobil! Human-gelenkt sogar! Sein Favorit war eigentlich ein Land im Norden, wo die Menschen glücklich sind, aber die feminin-infantile Mehrheit seiner Mini-Herde, hatte sich für das Land der Gallier entschieden. Dreimal so weit weg. Ein Land deren Sprache er nur dürftig spricht und deren blaue Spieler sich bei der Fußball-EM nicht gerade mit „la célébrité“ bekleckert haben. Und ich musste leider mit. Geht ja nicht anders, denn ich bin ja auf seinem Tablet eingesperrt.

Es ist also meine erste Reise … auf eure Weise, Ihr Menschen. Und ich muss sagen ich bin entsetzt.

  • Am Abend zuvor schleppte er den halben Hausstand aus der Wohnung und verstaute ihn im Heck des Diesels. So richtig glücklich wirkte er dabei nicht. Ich checkte noch mal die Online-Enzyklopädie, ob Gallien wirklich zu EU gehörte und nicht zur Sahelzone.
  • Morgens scheuchte er die Reisegruppe schon um 04:00 Uhr (!) aus den Betten, denn „da sind die Straßen noch schön leer“, hat er gesagt. Jeder wurde zu Kakao/Kaffee und zum nochmaligen Besuch des Aborts verdonnert. „Sicherheitshalber“ hat er gesagt. Er wolle nicht gleich wieder anhalten.
  • Statt den Turbo-Diesel dann ordentlich auszufahren, kroch er förmlich über die Autobahn. Mehr als 140 km/h brachte er nicht auf den Tacho. Auf meine Rückfrage hin, kam er mir so scheinheilig mit „Gewicht, Bremsweg, Verantwortung, Umwelt …“. Vermutlich war es auch das miese Schwarzweiß-Foto, für das er neulich erst Geld überwiesen hatte.
  • Die Fahrt war dann auch ziemlich öde, ich war digital unterfordert. Die Gruppe in der zweiten Reihe hatte Kopfhörer auf den Ohren, auf den vorderen Plätzen „genoss man endlich mal wieder“ ein Hörbuch. Zwischendurch schauten sie alle 5 Minuten auf die Anzeige der geplanten Ankunft am Etappenziel. Als alle Kekse aufgegessen waren, schaltete T. einfach den Motor ab. Ich meine, wie kann man denn nach einer Hälfte einfach aufhören. „Reicht für heute“, hat er gesagt.
  • Am nächsten Tag hat er wieder alle 04:00 Uhr geweckt, um weiter durchs Reich der Wallonen zu tuckern, da muss muss wohl leider durch, wenn man nach Gallien will.
  • Kurz vor dem großen Teich, zog er dann den Zundschlüssel. „Ich bin platt, ich kann nicht mehr“, hat er gesagt. Wir waren wohl am Ziel. Und statt sich das Dîner vom Liefer-Gallier zu bestellen, stürzten sie sich zusammen in ein Lebensmittel-Lager, ergötzten sich an Meeresgetier, Brotkunst und vergorenem Traubensaft.
  • Am ersten Tag schauten sie sich alte gestapelte Steine im Ort an und verquatschten sich mit einem Gallier, der kürzlich seinen Job bei der Marine hingeschmissen hat, um mit dem Fahrrad quer durchs Land zu fahren und endlich sein Leben zu genießen.

Na das kann ja noch was werden. Eure Art zu Reisen, ist schon sehr eigenartig.

Ich melde mich wieder.
Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen – Teil 11

–> Wenn Bots bloggen – Teil 13

 

46) Postkarte aus dem Barnimer Land

Am Wochenende haben wir mal unser Höhlen-Office verlassen. Statt Teams, Zoom und Skype, gab es Luft, Heide und Fontane.

Die Sonne hatte zwar keinen Bock mitzukommen, trotzdem war es eine gute Gelegenheit, dass ganze Corona-Geschehen für den Moment zu vergessen. 

Ein paar Eindrücke:

 

Zum Ende der Tour hatte Corona uns dann doch wieder eingeholt. Mit viel mehr Abstand und Respekt! Also AHA+L+C+R. Klaro?

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192) Atlas, wat das?

Ab und zu fällt mir mal mein Auto-Atlas in die Hände. Das stolze Werk steht im Seitenfach der Fahrertür und wartet dort auf den Fall der Fälle. „Atlas? Wat das?“ mögen die jungen Erdenbürger fragen. Ich versuche mich mal an einer Rezension

Features:

  • 2,1 kg, Hard Cover (scheiße schwer)
  • Farbdruck, 1.232 Seiten Papier (… ja Papier … wirklich)
  • 2 Lesebändchen (heute würde man wohl „Bookmarks“ oder „Favorites“ sagen)
  • „Touren-Planer auf CD-Rom für PC“ (das sind die komischen Scheiben, die eure Alten im Regal stehen haben)

Content:

  • Reisekarten, Durchfahrtspläne für Europa
  • Innenstadtpläne, Planungskarten
  • Entfernungstabellen, Hotel-und Restaurantverzeichnis
  • Verkehrsregel pro Land, KfZ-Kennzeichen
  • Erste Hilfe, Pannenhilfe, Fremdwörter
  • Ortsregister
  • PS: manchen Autobahnen fehlen noch

User Experience:

  • Entweder man arbeitet sich durch 70 Seiten Ortsregister oder man blättert „free style“ zum Ziel. Ihr wisst ja hoffentlich noch, Polen ist rechts von zu Hause, Frankreich ist links, Dänemark ist oben, Österreich unten. Von da kommt man dann ganz gut weiter.
  • Auf jeden Fall braucht man gute Augen, wenn man sein Reiseziel finden will. Und man kann nur hoffen, dass es nicht direkt im Knick zwischen zwei Seiten liegt. So wie „Oberi         lbach“ in Bayern oder „Frie         gen“ in Westfalen. Wenn dann noch Kekskrümel im Knick liegen, wird es fast unmöglich.
  • Zoomen funktioniert da noch nicht. Zumindest nicht mit den Fingern. Entweder man hält sich das Buch direkt vor die Nase oder man senkt den Kopf über das Buch, bis man Druckfarbe riechen kann.
  • Wischen und Swipen geht nur bedingt, man kann sich aber anhand von kleinen Zahlen an den Seitenrändern orientieren und „blättern“. Man sollte aber vorher Daumen und Zeigefinger in die eigene Viren-Gusche halten und ordentlich befeuchten.
  • Sprachsteuerung? Fehlanzeige. Auto-Korrektur, Auto-Updates und Auto-Backup gibt’s noch nicht, dafür aber eine Auto-Versicherung auf Seite 6 und eine Auto-Vermietung auf Seite 123
  • Siri, Alexa, Cortana … könnt ihr vergessen … nix da

Fun Factor:

  • Der/die/das Beifahrer_*-In mit dem Ding navigieren lassen und dann seinen/ihren/dessen Ansag_Innen vertrauen und folgen
  • Die Route halten, wenn er/sie/es dann doch bei 80km/h auf Dänemarks Landstraßen eingeschlafen ist
  • Nachtfahrten, wenn man die Abfahrt Genua gerade verpasst hat und die Fähre in 10 Minuten erreichen muss.

Und nun, was mache ich nun damit? Wegschmeißen? Anzünden? Ins Museum bringen?

Ach … ich glaube ich lege das Ding wieder ins Seitenfach der Fahrertür.
Nur für den Fall der Fälle

185) Koffer in Berlin

Heute war ein besonderer Tag. Wir würden unsere Homeoffice/ Homeschooling-Situation endlich mal verlassen und einen Kurz-Trip machen. Eine Hauptstadt besuchen. Und zwar so richtig! Mit Flughafen, Check-In, Ankunft und Transfer in die dortige Unterkunft. Wie früher!

Ich konnte die halbe Nacht nicht schlafen, ständig fiel mir ein, was ich auf keinen Fall vergessen dürfte. Tickets, Brieftasche, Maske, vielleicht noch einen Schal. Es könnte frisch werden dort, entnahm ich der Wetter-App. Gegen Mittag wurde ich dann immer aufgeregter. Ich war zurück in meinem alten Dienstreise-Modus. So wie hunderte Male zuvor, arbeitete ich meine innere Checkliste ab. Ich nahm die beste Jeans aus dem Schrank, putzte sogar mal wieder die Schuhe und checkte nochmals die Verbindung zum neuen Flughafen. Ich war ja noch nie dort und wir sollten auf keinen Fall zu spät kommen. Am frühen Nachmittag ging es dann endlich los. „Abmarsch“, rief ich durch die Wohnung. „Jeder nimmt sein Zeug und dann ab durch die Mittööööö!. Und Maaaaaaaaske nicht vergessäääääääään. Alle mir nach und nichts anfassäääään!!!!“ Dann ging es mit der S-Bahn nach Ostkreuz und weiter mit dem FEX 18949 in nur 16 Minuten zum Airport BER. Respekt. Da gibts nix zu meckern. Das haben selbst die Bajuwaren noch nicht geschafft (Seitenhieb ;-)). Nach Ankunft am neuen Terminal staunten wir über die geräumigen Flächen, das Personal wartete quasi auf uns. Und weil dort Corona-bedingt natürlich nicht so viel los war und wir noch etwas Zeit hatten, haben wir sogar an einer Führung teilgenommen. Dann arbeiteten wir uns weiter vor zum Check-In, machten noch mal kurz Stopp im „Raum der Stille“ und bewegten uns in Richtung Security.

Und dann verging die Zeit eigentlich wie im Flug. Gegen 16:45 Uhr standen wir wieder bei „Ankunft“ und folgten den Schildern „Exit“ und „Train“. Der Transfer in die Stadt war dann ähnlich problemlos wie in Berlin und wir erreichten unsere Unterkunft gegen 17:30 Uhr. Leider, erst als wir unsere Zimmer beziehen wollten, stellten wir fest, dass wir wohl unsere Koffer zu Hause vergessen haben. Ach wie ärgerlich. Die Stimmung drohte zu kippen. Aber dann war es auch wieder halb so schlimm. Die Familie, die sonst in der Unterkunft wohnt, scheint in Punkto Kleidergröße und Geschmack exakt gleich zu ticken. Auch bei den Kosmetika war kein Unterschied festzustellen. Der Vater dort, nutzt die gleiche Zahnbürste wie ich, sein Pyjama sieht aus wie meiner. Nehm´ich.

Also hier, könnte ich glatt eine Woche Homeoffice aushalten, dachte ich. Und es ist ja auch gut, immer ein paar Koffer in Berlin zu haben.

PS: Danke lieber O., für die Flughafen-Führung. Es war ein toller Nachmittag und gab mir mal wieder ein wenig Reise-Feeling ;-). Ich komme gern wieder, aber dann mit Koffer!

45) Postkarte aus Indien

Karfreitag. Schon 07:00 Uhr wach. Corona. Na großartig.
Was kann man anstellen an diesem pandemischen Feiertag?

Fenster putzen? Steuererklärung vorbereiten? Ablage machen? Schlitten und Eiskratzer verstauen? Smartphone upgraden? Bilder sortieren …

…und ein bisschen zurückdenken … oh ja!!!

Ein Jahr zurück? Nee, bloß nicht!
Zwei Jahre zurück? Schon viel besser.

Anfang April 2019 bildeten sich in der Wohnung diverse Stapel, die sich immer dann bilden, wenn es auf Reisen geht. Klamotten, Dokumente, Reiseführer, Technik, Sonnenschutz und so weiter. Denn es sollte nach Indien gehen. Mit Kind und Kegel.

Ich habe für euch ein paar Bilder aus Delhi, Agra und Goa ausgesucht, die mal aus anderer Perspektive aufs Land schauen.

 

Gandhi ist überall …

 

Verkehr gibt es reichlich …

 

An Kultur und Geschichte mangelt es auch nicht …

 

Und so lässt es sich aushalten 😉

Die anderen Postkarten dieser Reise:

43) Postkarte vom Raufundrunterundzwischendurch

“Und schon Reisepläne für dieses Jahr?“, wurde ich am Wochenende gefragt. Und dann kam aus mir erst einmal nur … Seufzen. Es bleibt vorerst eher exotik-reduziert hier, aber nicht minder unterhaltsam.

Aber das Reisen besteht ja eben nicht nur aus Sand, Strand und Elefant. Noch aus Tempel, Dschungel und Neapel. Auch nicht nur aus Verona, Barcelona oder Bellinzona. Ich merke, ich komme gerade zu dicht an die Wörter, die mit „…ona“ enden. Das kann gefährlich werden. Daher stelle ich das Reimen lieber ein.

Nein, Reisen hat auch was mit Widrigkeiten, Missgeschicken und Mißverständnissen zu tun. Und dem schönen Gefühl der Heimkehr, wenn man endlich angekommen ist und die Koffer abstellen kann.

Stellen wir uns also einfach vor, wir sind soeben angekommen, lassen uns aufs Sofa fallen und erzählen den Lieben daheim, was wir so erlebt haben. Das mit dem Sofa dürfte ja aktuell nicht so schwer fallen. 😉

Oder einfach die folgenden Stories klicken und teilhaben.

Und? Wie war‘s? Nett?

Sorry, Souvenirs habe ich heute nicht dabei.
Beim nächsten Mal vielleicht.