45) Und was TAN?

Ich habe mich schon einmal drüber aufgeregt (früherer Beitrag hier), ich muss aber schon wieder …

Diesmal brauche ich gar nicht viel selber schreiben, ich zitiere im ersten Teil einfach mal (in diesem Falle die Degussa-Bank, könnte aber bestimmt auch jede andere sein).
Aber die Auflösung kommt erst ganz am Ende! Also Durchhalten!!!

Auszug 1:

„…Zum 14. September 2019 tritt die zweite Stufe des neuen europäischen Zahlungsrechts (PSD2) in Kraft. Ziel der PSD2 ist insbesondere, das Online Banking noch sicherer zu machen. So wird für den Login ins Online Banking zukünftig zur Autorisierung neben der PIN-Eingabe alle 90 Tage eine TAN-Freigabe erforderlich sein.

Zudem ist ab dem 14. September 2019 das papierhafte iTAN-Verfahren nicht mehr für die Freigabe von Transaktionen (Überweisungen, Daueraufträgen) zulässig. Da das mTAN-Verfahren aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nicht über mobile Apps zugelassen ist, bieten wir Ihnen als passende Alternative das neue appTAN-Verfahren an.

Kunden, die nach dem 14. September noch ausschließlich mit einer iTAN-Liste ausgestattet sind, bleiben bei uns weiterhin handlungsfähig. Sie können die iTAN-Nummern ihrer Papierliste für den Login ins Online Banking sowie zur Anmeldung/Aktivierung eines alternativen TAN-Verfahrens (appTAN oder mTAN) nutzen. Für die Anmeldung zum chipTAN-Verfahren wird hingegen eine Girocard (Maestro-Karte) der Degussa Bank und ein TAN-Generator benötigt, der im Elektro-Fachhandel erhältlich ist…“

Auszug 2:

“ … Das innovative appTAN-Verfahren bietet Ihnen zahlreiche Vorteile gegenüber dem mTAN- und chipTAN-Verfahren. Laden Sie sich einfach die Mobilgerät-Variante (für Smartphones und Tablets, integriert in unsere „Degussa Bank Banking+Brokerage App“) oder die Desktop appTAN-Variante herunter und schon können Sie bequem von unterwegs oder zuhause aus Ihr InternetBanking tätigen und damit Aufträge freigeben.

Bei einer TAN-pflichtigen Aktion wird die TAN-Freigabe innerhalb der App angezeigt und Sie müssen die angezeigte Transaktion lediglich per Klick bestätigen. Anschließend wird die TAN-Freigabe automatisch übertragen, so dass keine händische Erfassung einer Nummer mehr notwendig ist. Gleichzeitig wird die Einhaltung der höchsten Sicherheitsstandards garantiert. Das Verfahren ist durch mehrere unabhängige Institute, wie etwa das Fraunhofer SIT, getestet und zertifiziert…“

 

What???? Ich meine, ich bin ja selber beruflich nahe der IT unterwegs und habe auch so manch Irrsinn zu verantworten. Aber ich habe immer darauf geachtet, dass man mich immernoch versteht…

Jetzt habe ich den Überblick verloren…

  • Wann und wie soll ich das TAN bitte noch umstellen?
  • Warum machen die das auch so sponTAN und immer mit der BrechsTANge?
  • Ist das nur hier so konsTANt komplex oder auch in PakisTAN und MonTANa?
  • Ich bin doch kein Banking-DebuTANt oder gar Computer-DiliTANt!
  • Oder gebe ich hier nur mal wieder die Mecker-TANte?
  • Machen andere das etwa aus dem STANd oder haben sie ´nen Digital AssisTANt?
  • Brauche ich auch bald solch einen AdjuTANten für mein Online-Banking?
  • Hilft alles nichts. Ich muss diesen EierTANz mitmachen. Sonst kriege ich nicht mal mehr einen KontosTANd angezeigt oder ich sitze noch zu Weihnachten mit dem Laptop unterm TANnenbaum. 
  • TANach geht hoffentlich alles wieder und wir können wieder auf DisTANz, AbsTANd zu diesem Thema und in STANdby gehen. 

Prost, und schönen Feiertag morgen! 

39) IBAN der Schreckliche

Vor ein paar Jahren hat uns das internationale Finanzwesen den IBAN geschenkt. Wer kennt ihn nicht. Man versprach uns, alles bleibe beim Alten. Im Prinzip. Man nehme nur eine neue Länderkennung, eine zweistellige Prüfzahl und klebe diese mit der alten Bankleitzahl und der Konto-Nummer zusammen. So wie Formfleisch auf einer schlechten Schinken-Pizza. Aber auch im fünften Jahr seit Einführung, werde ich mit dem IBAN einfach nicht warm. Meine alte Bankleitzahl konnte ich in-und auswendig. Am besten lies sie sich merken, wenn ich die ersten 6 Ziffern in zwei dreier-Gruppen packte. Also zum Beispiel 100 500 00. Auch meine Konto-Nummer konnte ich im Schlaf aufsagen. Meine Merkstrategie war da eine andere. Erst ein Dreier, dann zwei Doppel, dann wieder ein Dreier. Also ungefähr so hier: 123 45 67 890

Jahrelang war ich damit bestens unterwegs. Nun kam der Länder-Code hinzu, aber den kann man sich ja einfach merken. Man muss nur aus dem Fenster schauen. Die neue Prüfzahl aber, die sagt mir gar nichts. Sie lässt mich emotional total kalt. Ich kann keine Geschichte, keinen Songtext, keine Jugendliebe mit dieser blöden Zahl verbinden. Also steht sie auf einem Klebezettel geschrieben, der an meinem Monitor hängt. Damit der niemals verloren geht, ist er zusätzlich mit einem Klebestreifen gesichert. Sieht total doof aus.

Und nun ?

  • Fliegt eine Rechnung ins Haus, steht der IBAN meistens ganz klein unten in der Fußzeile. In Schriftgröße 6. Sofort beginnen all die kleinen Nullen vor meinen Augen zu tanzen. Ich versuche sie mit Daumen und Fingern in irgendein System zu bringen
  • Manchmal ordnen die Rechnungssteller ihren IBAN bereits in Vierer-Gruppen. Anscheinend hat da jemand das Problem erkannt und passte sein Brief-Design dahingehend an. Das finde ich großartig. Kann man eigentlich wunderbar abtippen
  • Tippt man aber diese IBAN ins entsprechende Feld, zerbröselt die blöde Software diese schöne Vierer-Kolonne wieder in eine eigene Logik und meckert herum, dass beim IBAN irgendetwas nicht stimmt. Nun sitze ich genervt vor dem Computer und zähle die einzelnen Stellen nach. Eigentlich wollte ich nur schnell meinen Strafzettel bezahlen
  • Habe ich dann endlich alles ausgefüllt und es gibt nichts mehr zu meckern, klicke ich auf „Senden“ … und ärgere mich in dem Moment, dass ich schon wieder den Haken bei „als Vorlage speichern“ vergessen habe…

Aber schon versammeln sich neue Spieler an der Seitenlinie, die auf ihren Einsatz warten. Sie nennen sich PushTan, TanApp, TAN2Go und so weiter. Aber die sind einen eigenen Beitrag wert.