Reisen 6.0 – Teil 6

Fortsetzung…

Noah saß vor dem schwarzen Kunststoffkasten, den er vor wenigen Minuten ausgepackt und mit den ersten Einstellungen versorgt hatte. Hunderte Reiseziele warteten nun darauf, entdeckt zu werden. 

Er beschloss, nicht auf Yumi zu warten, sondern sich in dieser neuen Welt schon einmal etwas umzusehen. Er tippte auf „Entdecken“ und unmittelbar vor ihm entstand eine Weltkugel in seinem Zimmer. Mit einfachsten Gesten rollte er die blaue Kugel und überflog Länder, Inseln oder Gebirge. Er hielt kurz in Australien. Mit einem gut gelaunten „G`Day“ baut sich ein Australier vor ihm auf und beginnt, den Kontinent für eine Reise anzupreisen. Aber er rollte wieder zurück in Richtung Südostasien. Thailand … Sri Lanka … Indien. Ja warum nicht noch einmal Indien, war doch die letzte VTS-Reise mit Yumi in guter Erinnerung. Anstelle des Australiers erschien nun ein Inder, mit stolzem Bart und rotem Turban in seinem Zimmer. Auch er bewarb verschiedenste Trips und versprach höchste Individualität. Gleichzeitig nahmen Feuchtigkeit und Temperatur merklich zu. Gerüche von Gewürzen, Blüten und Sandelholz strömten aus dem Kasten. Noah gestikuliert ein OK, aber gleichzeitig zweifelt er, ob sich hinter der neuen VT@Home-Box nicht einfach die Heimvariante der bisherigen VTC verbarg. Aber nein, da schien mehr möglich zu sei. Die Konfiguration der VT@Home-Box ermöglichte neue „Experiences“, die so im Virtual Travel Center technisch unmöglich waren. Eine lange Liste von grünen Schiebereglern ließ die Reise nach Belieben „customizen“. Auf der linken Seite das europäisch vertraute, rechts dann das andere Extrem. 

Ein Auszug:

Reichtum—————Bittere Armut
Sauberkeit——-——Übelster Dreck
Sicherheit——-——Kriminalität
Rücksicht—————Egoismus
Null Bettler—-——Überall Bettler
Mücken———-——Kakerlaken,Schlangen

Warm——————Superheiß
Würzig———-——Mega-Scharf
Schön still————Immer laut
Fix-Preis—————Handeln

H&M——————Market
Aldi————-——-Market
DM———————Market

Noah flog über all die „Settings“. „Der Slogan Incredible India scheint durch Customizable India abgelöst worden zu sein“, brummelt er vor sich hin. Also, dass man sich seine Reise modular zusammenstellt, das gab’s ja auch schon früher bei den „alten“ Reisen, aber sich selbst das Land nach Belieben zu konfigurieren wie einen Frozen Yogurt oder Hamburger, das war nun neu.

Was soll er nun machen, fragt er sich. Alle Schieber auf links? Das wäre zu öde und dann könnte er auch gleich zum Asia-Imbiss um die Ecke gehen. All die Schieber nach rechts? Das wäre für Yumi zu viel und für VTS-Reisen wohl geschäftsschädigend. Sollte er überhaupt auch nur einen einzigen Parameter verändern? Dann hätte das kommende Reiseerlebnis ja gar nichts mehr mit der „Realität“ zu tun. Also entschied er sich für den „Standard“. Schließlich wolle er Indien so erleben, wie es wirklich ist. Aber es gab auf den ersten Blick auch keinen Button der „Standard“, „Default“ oder „Normal“ hieß. Nicht einmal „Varianten“ oder „Favoriten“ anderer User. 

Fortsetzung folgt

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Reisen 6.0 – Teil 5

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Noah schaut unschlüssig auf das Display seines Smart Phones. Links der Button „Abbrechen“, rechts der Button „Reise buchen“. Darüber die Worte des CEO von VTS, der eine Neuorientierung im Reisegeschäft verkündet. 

Die klimabewussten Fernreisen über die Virtual Travel Center taten zwar der Umwelt gut, waren aber mit den neuen Hygiene-Vorschriften nicht mehr vereinbar. VT@Home heisst das neue Format nun.

Noah drückt auf „Reise buchen“, denn das Format „Abbrechen“ kommt für ihn nun gar nicht in Frage.

Er entscheidet sich für den Tarif „VTS Weekend“. Die App bestätigt die Lieferung der VT@Home-Box für die nächsten 60 Minuten. Und siehe da, bald klingelt es unten an der Haustür, der Fahrrad-Kurier schlägt vor, die Lieferung in den Fahrstuhl zu stellen. Natürlich. Noah überlegt kurz, ob es nicht mal langsam Zeit wäre, ein Regal im Fahrstuhl zu installieren. Bei all den LHD-Paketen und Pizza-Kartons, die wortlos auf den verdreckten Steinplatten abgelegt und die 82 Stockwerke hinauf zu ihm befördert wurden.

Die Kabinen-Tür öffnet sich und gibt den Blick auf die Lieferung frei. Ein großer Aufkleber prangt auf der Oberseite des Kartons. „Frisch desinfiziert und abflugbereit“. Während Noah die Kiste anhebt und in seine Micro-Flat trägt, wird ihm vollends klar, wie wichtig ihm das Reisen doch geworden ist. Reisefreiheit war schließlich ein Gut, was die Generation seiner Eltern auf die Straßen getrieben hat. Doch Klima und Virus verwandelten diese Freiheit nun in einen schwarzen Kunststoff-Würfel, kaum größer als ein Tissue-Spender. Mehr war außer 3rd-Hand-Pappe, Bio-Knallfolie und Tofu-Styropor nicht übrig geblieben. Und natürlich solch eine VR-Brille, die er schon von der gemeinsame Indien-Reise mit Yumi kannte und sofort aufsetzte. Yumi, ja wo bleibt sie eigentlich? Aber so konnte er sich noch etwas mit dem Setup des Würfels beschäftigen. Zunächst wurde das VTS-Profil zur Bestätigung angezeigt, dann folgten ein paar weitere Abfragen zu Präferenzen, Unverträglichkeiten und Risikoübernahmen, die im Januar nicht abgefragt wurden. Zum Ende wurde die Schrift immer kleiner und es folgte der übliche „Alles akzeptieren“-Button. Nach ein paar weiteren Einstellungen öffnete sich vor ihm eine gigantische Auswahl von Reise-Angeboten. Alle vorstellbaren Strecken, alle erdenklichen Klimazonen und Sehenswürdigkeiten. Manche Destinationen waren mit einem „Gesperrt-Symbol“ markiert und dem Zusatz „Einreise aus ihrem PLZ-Gebiet nicht erlaubt“. Bayern, Meck Pom, USA und noch ein paar andere. Immernoch. Aber egal, bleiben noch genug andere Ziele. Sollte er nun noch auf Yumi warten oder vielleicht schon einmal anfangen?

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144) Corona-Lektionen 49

„Und, dürfen wir fahren?“, fragt der Sohnemann nach dem Aufstehen. „Ja es sieht so aus“, sage ich. Er ist hellauf begeistert.

Wer denkt, es ginge nun nach Mauritius, Thailand oder Yucatan der irrt. Nee, wir fahren nach Sachsen. Und warum zum Geier nun nach Sachsen? Na weil da unsere Postleitzahl noch nicht auf der schwarzen Liste steht.

What? Also, ich lass mir ja fast alles gefallen, was dieser dämlichen Seuche den Saft abdreht, aber die neuen innerdeutschen Beherbungsverbote, halte ich für einen großen Blödsinn und das ist nur noch schwer nachzuvollziehen. 

Im Frühjahr waren Länder-Grenzen geschlossen, Flieger blieben am Boden, Hotels machten dicht, Reisen auf lange Zeit unmöglich.

Im Sommer wurden die Grenzen in der EU wieder geöffnet, bestimmte Länder aber zu Risikogebieten erklärt. Deutschland wurde als sehenswert definiert und wir genossen Fischbrötchen und Ostseestrand bei 19° Celsius. In Meck Pom durfte man nicht privat übernachten, sondern musste eine Buchungsbestätigung für ein Hotel oder Apartment mitführen!

Mit Befolgen der A-H-A-Regeln schienen wir auf dem Corona-Pfad gut unterwegs zu sein. Seit ein paar Tagen, hängt man uns gern noch ein „L“ für Lüften hinten dran und warnt vor Parties. Von mir aus. Kein Problem.

Statt die Kinder einfach weiter zu unterrichten und diese blöden Oktober-Ferien abzublasen, schickt man sie nun wieder nach Hause. Aber nun darf ich mit meiner abstandswahrenden und Maskentragenden A-H-A-Familie nicht einmal im Cabrio nach Meck Pom, Bayern oder Baden Württemberg fahren und dort übernachten!

Man könnte die Besucher wohlkontrolliert in den leerstehenden Hotels unterbringen, aber nein, man fördert nun das Couchsurfing im aerosolen Dunstkreis von Freunden und Familie. Mal davon abgesehen, dass man der Hotellerie ( … und deren Angestellten) nun das zweite Messer in den Rücken rammt. 

Da ist es dieser Tage einfacher, ins Ausland zu fliegen.

Kapier ich nicht.

<— Corona-Lektionen 48

—> Corona-Lektionen 50

142) Corona-Lektionen 47

Verfolgt man die Nachrichten der letzten Tage, könnte man meinen, es ist Anfang März und wir gehen auf den Corona-Frühling zu.

Aber nein, es ist Oktober, Herbst und Winter liegen also vor uns. Die düstere, kalte Jahreszeit. Das an sich reicht ja schon, um anfälligen Gemütern die Stimmung zu vermiesen.

Aber die dicke Packung wird gerade noch zusammengestellt:

Weil Corona-Maßnahmen auf Staaten-Ebene zu weit greifen, bezieht man sie seit einiger Zeit eher auf Bundesländer, Landkreise und Gemeinden. Dies führt nun aktuell dazu, dass bestimmte Berliner Stadtbezirke auf der Liste der Risiko-Gebiete stehen. Dabei zählt der Wohnsitz wohlgemerkt, nicht der Ort wo man arbeitet, wo man lebt, liebt oder anderen Interessen nachgeht. Ein paar Meter Asphalt entscheiden nun über „Glück“ oder „Pech“. Prenzlauer Berg gehört verwaltungstechnisch zu Pankow und das wiederum reicht bis an die  Stadtgrenze. Glück gehabt. Pankow ist nicht so dicht besiedelt, hat weniger Eventflächen und viel Grün. Menschen in Friedrichshain, Mitte und Neuköln dagegen leben in einem Kessel und sind nun in bestimmten anderen Bundesländern nicht mehr erwünscht. Und eigentlich, dürfte man da eigentlich aus Prenzlauer Berg auch nicht mehr hinfahren. Denn vernünftigerweise würde man rückwärts von Tram oder Fahrrad direkt auf Quarantäne umsteigen. Haben wir vor ein paar Tagen noch 30 Tage Wiedervereinigung gefeiert, gibt es hier nun wieder solche und solche … Zonen.

Aber nun is’ Schluss mit lustig! Sperrstunde von 23:00 bis 06:00 Uhr, keine Clubs, keine Kneipen oder Restaurants. Kein Alkohol vor den Späti’s. Oaaaaaahhh, wie schade!!! Ein Berliner Kulturgut geht kaputt. Nicht mehr feiern bis kein Arzt kommt. Kein Lagerfeuer, kein Grillfest im Stadtpark.

Familien, die in den kommenden Herbstferien vielleicht noch mal etwas durch Deutschland gurken wollten, können ihre Pläne vermutlich schon wieder abblasen. Oder werden abgelehnt. Selber Schuld oder? Da haben die wohl zu viel gefeiert, die „Berliner“ da.

<— Corona-Lektionen 46

—> Corona-Lektionen 48

141) Corona-Lektionen 46

Morgen beginnt meine 29. Woche im Home Office. Zeit, mal wieder ein paar Worte zur Pandemie zur verlieren.

  • POTUS und FLOTUS sind am Virus erkrankt. Das musste ja irgendwann sein. Und schon lässt sich herrlich drüber spekulieren. Ist er überhaupt erkrankt? Und wenn ja, wird er danach ein anderer Mensch sein, seine Corona-Politik gar überdenken? Oder wollte er nur die Wahl hinauszögern? Oder vielleicht Joe Biden ausschalten? Mit einem Brüllosol-Angrif im Fernsehstudio? Und wenn es wirklich ernst um ihn stünde, würde er sich eigentlich von Putin eine Dosis „Sputnik V“ verpassen lassen? Oder dann doch lieber von Mr. Gates. Mhm.
  • Auf jeden Fall bringt Corona nicht nur Husten, Atemnot und Geschmacksverlust, sondern auch Müdigkeit. Man sieht sie den Menschen an, wenn sie mit Stoff im Gesicht in der Bahn sitzen. Sie haben es satt. Keine freche Nase, kein sinnlicher Mund. Nur Augen, die erschöpft und ausdruckslos über den Stoffrand schauen. Und Corona verleiht hellseherische Kräfte. Ich zum Beispiel, weiß schon ganz genau, wie die Sendung „Highlights 2020“ abläuft und werde daher nicht zuschauen.
  • Die Reiseplanung für die Oktober-Ferien ist schon lange nicht mehr vom „Wo wollen wir denn gern mal hin?“ oder „Wo ist es nun noch ein bisschen warm?“ bestimmt. Nee. Sie wird dadurch definiert, ob das Ziel in einem Risiko-Gebiet liegt oder ob man aus einem solchen anreist. Nach 30 Jahren Einheit, wird die Herkunft wieder entscheidend für das Reiseziel. Die wichtigsten Instrumente für die Reise werden nicht Navi und Reiseführer sein, nein nein. Es wird der Corona-News-Ticker. Ist es eigentlich verantwortlich hierzu sein? Sollten wir besser einen Bogen drum machen, um keinen Stress bei der Rückkehr zu haben? Die Fahrt gen Süden und zurück, wird eine einzige Fluchtroute.

Oh, das klingt alles düster an einem Sonntag, oder? Soll es aber nicht. Wir können froh sein, hier zu leben, denn es gibt da so ein paar Flecken auf dieser Erde, wo ich gerade nicht sein will.

In diesem Sinne, einen schönen Sonntag
T.

<— Corona-Lektionen 45

—> Corona-Lektionen 47

 

40) Postkarte aus Weitwegeigentlich

Irgendwo habe ich gelesen, dass „Can you see my screen“ oder „Könnt ihr mich noch hören“ wohl zu den meistgesagten Sätzen im Deutschen Berufsleben des Jahres 2020 gehören werden. Glaube ich gern. Im Privatleben war es mit Sicherheit eher „Eigentlich wären wir jetzt in … gewesen“. 

Wir waren in London, Lissabon und auf Korsika. Eigentlich. Aus Korsika wurde dann Santorin, aber wieder nur eigentlich. Aber in Bukarest, da war ich wirklich. Und an der Ostsee. Aber geht es um die Ferne, bleibt wohl nichts anderes übrig, als in Erinnerungen zu schwelgen.

Aber wenn ich so durch meine Bilder von Goa, São Paulo und Melbourne blättere, frage ich mich auch, ob ich da jetzt wirklich hinreisen wollte. Will ich aktuell in Indien sein? Ist São Paulo dieser Tage wirklich „The place to be“. Will ich jetzt über 24h in einer Metall-Röhre sitzen und nach Down Under fliegen?? Mhm … ich glaube nicht. 

Also wischt man sich so durch seine Fotos und schmiedet den ein oder anderen Reiseplan für 2021.

Lust auf ein paar Eindrücke aus Goa? Vielleicht etwas coole Street Art aus São Paulo? Oder eine Portion von Multi-Kulti in Melbourne?

Bitte schön!

  1. Postkarte aus Goa 1 2019
  2. Postkarte aus Goa 2 2019
  3. Postkarte aus Goa 3 2019
  4. Postkarte aus São Paulo 2019
  5. Postkarte aus Melbourne 1 2019
  6. Postkarte aus Melbourne 2 2019
  7. Postkarten aus Delhi, Singapore, Mexico?

<— Weitere Postkarten gibt‘s hier

136) Corona-Lektionen 44

So, die Ferien sind überall beendet, die Kids gehen wieder in die Schule, selbst ins Kino kann man wieder gehen und die Bundesliga öffnet schrittweise die Stadien.

Die Infektionszahlen gehen leicht nach oben, es sind aber eher jüngere Menschen betroffen, die feiern das locker weg.

Prima, dann ist ja „allet jut“, oder? Nun können wir uns der Afrikanischen Schweinepest widmen und unsere Erfahrung weitergeben. Sollen die Schweine erst einmal Masken tragen. Dürfen die halt ihre Schweine-Oma ein halbes Jahr nicht besuchen. Und sie müssen mal häufiger ihre Hufe waschen und Abstand halten. A-H-A heißt das Rezept, mein liebes Schwein!

Aber zurück zu uns Menschen:

  • Ich habe seit 10. März kein Büro betreten, ich muss das auch nicht haben. Aber es zeigt, wieviel Respekt manche Unternehmen davor haben, wieder unkontrolliert Tür und Tor zu öffnen. 
  • Andere Firmen kommandieren ihre Leute zurück, als wäre nichts gewesen. Hoffend, dass die Homeoffice-„Phase“ endlich überstanden ist und sie nun wieder volle Kontrolle über ihre Human-Ressourcen haben. Na wenn ihr euch da mal nicht irrt.
  • Wieder andere verkleinern ihre Offices, weil sie die nicht mehr finanzieren können oder gelernt haben, dass die Mitarbeiter zu Hause eben doch nicht nur Netflix schauen. Krankmeldungen sind zurückgegangen, die üblichen Gängeleien am Arbeitsplatz auch und so manch überflüssiger Kaffee-Klatsch ebenso.
  • Bin ich als Fußgänger unterwegs und ein Jogger überrennt mich fast von hinten, dampft mir seinen Atem ins Ohr, zucke ich jedes Mal zusammen.
  • Zudem tingeln naive oder dumme Menschen infiziert von Club zu Club und bringen Kneipiers und Hoteliers an den Rand der Verzweiflung.

Also. hier ist noch lange nicht „allet jut“

Und nun wieder zu den Schweinen:

Tja, macht euch mal schnell noch ein Schnitzel oder eine Frikadelle, Boulette oder Pflanzerl! Asien nimmt das Schweinefleisch nicht mehr ab, es wird schnell billiger, aber eben auch enger in den Ställen. Was den Tierschutz wieder lauter auf den Plan ruft. Und irgendwann zu größeren Tier-Tötungen führen könnte. Was wiederum die Fleischwirtschaft schon wieder in die Nachrichten bringt. Diesmal geht es dann aber nicht um den prekär beschäftigten Schlachtarbeiter dort, sondern um das arme Schwein selbst.

Knack macht‘s! … Was war das?

Möhre …

… mit Quark.

<— Corona-Lektionen 43

—> Corona-Lektionen 45

39) Postkarte aus der Schönower Heide

Tja, wenn man dieser Tage also „weniger weit weg“ kann, dann muss man halt „mehr nahe hin“. Klingt doof, ist aber so. „Naherholung“ hieß das früher mal, bevor die ersten begannen, für 30 EUR nach London zu jetten.

Also machten wir am Wochenende einen Abstecher in die Schönower Heide im Berliner Norden. Knapp 100 Jahre als Militär-Übungsgelände genutzt, kann es sich nun wieder etwas erholen und ermöglicht tolle Bilder im Frühherbst. Wälle, Gruben und Gräben sind vereinzelt noch sichtbar und man sollte auf den Wegen bleiben. Bloß gut, dass diese Zeit vorbei ist.

Aber seht selbst:

Weitere Postkarten, auch von weiter weg, gibts hier

38) Postkarte aus Berlinbestimmtnich

Es wird mal wieder Zeit für eine knackige Postkarte hier. Doch von wo soll ich denn eine Karte schreiben, wenn ich doch kaum reisen kann? Von Berlin etwa? Die Bilder vom Samstagabend waren weniger ansehnlich, eher erschreckend, verstörend, inakzeptabel!

In der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung fand ich einen Artikel, der auf die 150-jährige Geschichte der Postkarte einging.
Zitat: „147 Millionen Postkarten beförderte die Deutsche Post 2019, 2007 waren es noch 210 Millionen.“
WhatsApp, Facebook und der Selfie-Sticks sind Schuld. Und nun kommt auch noch Corona dazu und lässt die Postkarten im Drehständer stehen und ausbleichen.

Aber ich habe auch gelernt, dass man sich elektronisch Postkarten schicken kann und man muss noch nicht einmal vor Ort gewesen sein. Wie „praktisch“. Die Umwelt wird’s gut finden. Die Reiseindustrie wohl weniger.

Aber jetzt mal angenommen, ich schicke Postkarten von Orten, an denen ich noch niemals war. Woher kriege ich dann die kitschigen Kühlschrankmagneten? Aber Ihr ahnt es schon, die Antwort liegt auf der Hand. Die gibt’s bei Herrn Bezos im Hochregal. Aus aller Herren Länder. Egal ob Zuckerhut, Taj Mahal oder Golden Gate Bridge. Ich will gar nicht drüber nachdenken, wo die hergestellt werden und welche Wege die zurücklegen.

Wenn ich mir ein paar meiner Magnete aus 2019 so anschaue, kriege ich schon Fernweh.

Hier noch mal zum Nachlesen

  1. Postkarte aus Dubai 2019
  2. Postkarte aus Mexico-City 2019
  3. Postkarte vom Taj Mahal 2019
  4. Postkarte aus Delhi 2019

 

Und wer es voll virtuell mag, der kann gern mit mir über die Zukunft des Reisens nachdenken. > Travel 6.0 

Reisen 6.0 – Teil 4

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Noah spielt seit ein paar Tagen den Gedanken, Yumi mit einer Reise zu überraschen. Die letzten Wochen waren für sie beide anstrengend, etwas Auslands-Urlaub wäre genau das richtige.

Da Fernreisen seit 2022 nur noch über VTS-Reisen möglich sind, erspart man sich langes Suchen im Internet oder den Weg ins Reisebüro. Die gemeinsame  >Indien-Reise im Januar war ein voller Erfolg. Das Klima, die Sehenswürdigkeiten, das Essen. Großartig. Sie denken oft daran zurück. Also öffnet Noah die VTS-App, tippt im Menü auf „Reise buchen“ und erwartet jeden Moment den virtuellen Reiseberater. Wie beim letzten Mal. Aber Fehlanzeige, stattdessen erscheint eine Information des CEO von VTS. Noah beginnt zu lesen.

Liebe VTS-Reisende,

Ursprünglich als Konsequenz aus der Klima-Krise entwickelt, hat sich VTS zum Marktführer entwickelt. Wir danken Ihnen für ihr Vertrauen und ihre zahlreichen Buchungen. Aber die Corona-Pandemie geht auch an VTS nicht spurlos vorbei. Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertretung haben beschlossen, dass Geschäftskonzept an die aktuelle Lage anzupassen. Wie sie wissen, sind die Virtual Travel Center in den deutschen Städten ein wesentlicher Bestandteil der VTS-Reisen. Diese lassen sich aber aufgrund der gebotenen Hygiene-Regeln nicht mehr nutzen. Neue Ideen müssen her. Wir freuen uns, ihnen heute unser neues Programm VT@Home vorstellen zu können. Informieren Sie sich, nutzen Sie die Eröffnungsangebote, wir würden uns freuen, Sie an Board von VTS-Reisen begrüßen zu dürfen!

Herzlichst, Ihr
Hans-Jürgen Oberheiner
CEO VTS Reisen

Noah ist etwas verwundert. Soll ihm diese Nachricht nun echt einen Strich durch seine Pläne machen? Er hatte sich doch so gefreut. Unterhalb der Nachricht des CEO folgt eine Anzeige von VTS-Reisen. Er liest weiter.

Join VT@Home

Bestellen Sie Ihre VT@Home-Box noch heute und genießen sie die Vorzüge des neues Reisens! Wir bringen ihr Traumland nach Hause zu ihnen aufs Sofa.

  • Nie wieder Visum, Impfung, Jetlag und Magenverstimmung!
  • Ganz ohne Pass-Kontrolle und Wartezeit am Kofferband!
  • Nahezu frei von Masken und mit sehr geringem CO2-Verbrauch!

Freuen Sie sich auf individuelles Reisen, bummeln sie über Bangkoks Märkte, wandern sie entlang des Grand Canyon, besuchen Sie Machu Picchu oder erleben sie Delhi oder Peking bei bester Luftqualität!

Durch unsere Tarife „VTS Now“, „VTS Weekend“ und „VTS Flat“ ist für jedes Reiseverhalten und Budget etwas dabei.

Wählen Sie aus einer Vielzahl von Zusatz-Angeboten, die von lokalen Anbietern in den eigenen vier Wänden erbracht werden.

Auszug:

  • Thai-Massage, Nagelpflege
  • Meditation, Yoga, Tai Chi
  • Ü18-Angebote je nach geltender Corona-Regelung
  • Kochabend mit beurlaubtem Kreuzfahrt-Koch
  • 1:1 mit ehemaligen 747-Piloten (im Sonderangebot)
  • Auswahl an Souvenirs (abhängig Verfügbarkeit)

Natürlich reichen wir die Mehrwertsteuerreduzierung an sie weiter!

Unter der Anzeige findet Noah zwei Buttons.

Links „Abbrechen“. Rechts „Traumreise buchen“

Er zögert…

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