34) Postkarte aus Thailand

Es regnet leicht draußen und windig ist es auch. Zeit für Papierkram, Fotos und etwas Ordnung. Und da fällt mir doch glatt diese digitale Postkarte aus Thailand in die Hand.

Die Bilder haben wir im Januar 2003 schon digital gemacht, allerdings war der Apparat ein echter Kasten. Er wurde angetrieben mit 4 (!) R6 Batterien und war nichts für die Hosentasche. Zunächst ging es für ein paar Tage nach Bangkok und dann weiter nach Phuket und Ko Phi Phi. Traumhaft. Knapp zwei Jahre später rollte ein Tsunami heran und … den Rest kennen wir.

Meine fünf Highlights und Take Aways:

  1. Man sollte sein Essen niemals „spicy“ bestellen
  2. Sonnenbrand kann richtig weh tun
  3. Bangkok erlebt man am besten zu Fuß
  4. Mekhong Thai Whisky ist gut gegen alles
  5. Sonnenuntergänge gibt es jeden Tag
Bangkoks Sehenswürdigkeiten links und rechts vom Chao Phraya River
Deutschen Elektrikern und Hoteliers würde es die Zehennägel aufrollen
Strand und Bucht sind eine Wucht
Und was für Sonnenuntergänge

Ach … also da könnte ich auch mal wieder hin ….

Schönes Fernweh allerseits!
T.

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30) Postkarte aus Bukarest

Die 30. Postkarte meiner Serie kommt aus Bukarest. Die Tage waren gut bepackt mit Arbeit, aber es gab auch wieder Skurriles und Nachdenkliches zu entdecken.

Bei Ankunft im Dunklen war aus dem Hotel-Fenster nicht viel zu sehen. Im Morgengrauen dann erschien immerhin eine Silhouette der Umgebung. Bei Tageslicht verwandelt sich die dunkle Masse in die „Kathedrale der Erlösung des rumänischen Volkes“ und dahinter zeigt sich der „Parlaments-Palast.

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Letzterer wurde in den 80-er Jahre aus der Erde gestampft, gehört flächenmäßig mit zu den größten Gebäuden der Welt. Diktator Ceausescu erlebte nicht mal den Ablauf der Gewährleistungsfrist für diesen Protzbau, denn sein Volk schickt ihn Ende ´89 in die Hölle. Trotzdem ist das schon ein beeindruckendes Bauwerk. Der Bau reicht fast genauso tief in die Erde, wie er oben herausschaut. Mehr kann man bei Wikipedia nachlesen.

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Rund um die Inner-City stehen viele Plattenbauten. Sie scheinen alle zur gleichen Zeit gebaut worden zu sein. Ein Haus sieht aus wie das andere und alle Gebäude bräuchten dringend Spachtel und Farbe. Im Stadtteil Lapinska gab es aber auch ein paar prächtige Altbauten zu entdecken.

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Mein Erlebnis der Woche? Ein Auto vor uns kracht mit dem Vorderrad in einen Gulli. Der Gulli-Deckel ist nirgends zu sehen. Vier Männer steigen aus dem Auto, machen ein paar Photos und Selfies. Dann heben sie das Auto aus dem Loch und steigen wieder ein. Ein Mitfahrer ist noch so hell, geht über die Straße zu einer Baustelle, schleppt eine Bake heran und stellt sie vor das Loch. Sehr verantwortungsvoll.

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Irgendwer hat mir erzählt, dass Obdachlose und Straßen-Kinder die Gullis öffnen, um darin die kalten Nächte zu überstehen. Irgend etwas wird schon dran sein.

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29) Postkarte aus Berlin: Denk mal

Berlin hat einiges an Denkmälern zu bieten. Die neueren sind zwar schwer an Material und  Schuld, aber in ihrer Bauweise, für meinen Geschmack, etwas zu schlicht. Metall-Stehlen, Beton-Klötze, Loch in der Erde mit Glasplatte drüber. Mhm, ich finde die vom Design eher langweilig und mir fehlt irgendwie der Mensch darin. Da hatte man doch früher noch etwas mehr zu bieten.

Ein kleiner Auszug, sortiert nach Größe

Etwas zurückgezogen im Park erinnert der Friedhof der Märzgefallenen an die Märzrevolution von 1848. Nach der November-Revolution von 1918 bekam der Friedhof gleich noch einen zweiten Zweck. Kann man nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedhof_der_Märzgefallenen. Wer nicht drauf eingestellt ist, erschrickt am Denkmal des „Roten Matrosen“, weil dieser Matrose aus dem Busch schaut.

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Nicht viel größer, aber viel höher, wurde der Kopf von Friedrich II auf eine Säule gestellt. Laut Wikipedia handelt es sich um einen Nachguss der 1848 entstandenen Büste. Gut, dass sie so weit oben steht, sonst wäre sie schon geklaut worden.

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Deutlich dramatischer zeigt sich das Denkmal für die Spanienkämpfer ein paar Meter weiter. Auch wenn das Halten des Schwertes uns heute einen Tennisarm oder Mausarm bescheren würde, macht das schon etwas her.

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Mit deutlich mehr Material, wurde in den 80-er Jahren ein Denkmal für Ernst-Thälmann errichtet. Ein stark polarisierende Figur, aber ein imposantes Bauwerk. Leider zu viel Graffiti, im April hat er wieder Geburtstag und dann wird er wieder geputzt. —> Graffiti-Teddy

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Dann das „Denkmal der polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten“. Das ist noch mal wuchtiger und erscheint im 70-er Jahre Monumental-Chic. An der Seite sind Soldaten abgebildet und auf der Rückseite trägt es sogar noch ein DDR-Wappen. Erstaunlich eigentlich.

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Mit militärischem Gerät russischer Bauart lädt das „Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten“ zum Nachdenken ein. Fährt man mal etwas verträumt den 17. Juni hinunter kann man schon mal zusammenzucken, wenn man im Augenwinkel Panzer sieht.

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Wer es mal richtig „dicke“ sehen will, sollte mal nach Treptow fahren. Zu unserem anderen Sowjetischen Ehrenmal. Ein riesiger russischer Soldat hält ein Kind auf dem Arm und zu seinen Füßen zerbröselt er mit dem Schwert das Hakenkreuz. Zwei weitere russische Soldaten verneigen sich vor den Opfern der Sowjets. All die Zitate Stalins ringsherum lassen sich zwar nur schwer verdauen, aber beeindruckend ist die Anlage trotzdem.

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Der große Lenin aus ukrainischem Granit hat die politische Wende nicht überstanden. An ihm biss man sich Anfang der 90-er Jahre die diamantenen Säge-Zähne aus und verscharrte die Steine in im Märkischen Sand. Immerhin hatte er es in den Spielfilm Good Bye Lenin geschafft.

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28) Postkarte aus dem Riesengebirge

Und die erste Postkarte des Jahres 2020 kommt aus … na … eine Idee? Dem Riesengebirge! Richtig.

Wer als Berliner dieser Tage mal etwas Schnee sehen will, muss schon etwas Strecke zurücklegen. Also ging‘s ab nach Süd-Ost, dem Winter entgegen.

Und auch hier gab’s, neben Schnee, wieder skurriles zu entdecken:

Die letzte Stunde der Anreise kurvten wir über Tschechische Dörfer und bekamen einen duftenden und feinstaubenden Eindruck, wie wir in den 80-er Jahren noch geheizt haben. Mit Kohle. Am nächsten Morgen erwartete uns aber blauer Himmel, Sonne und Schnee. Die Quelle der Elbe liegt nur einen Steinwurf von hier und man kann diesem „Bach“ gern etwas folgen. Auf Ski, Schlitten oder auf den Füßen.

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Kulinarisch findet man hier bestimmt irgendwo gute böhmische Hausmannskost, vieles ist aber auf den kleinsten Europäischen Nenner standardisiert, dafür aber recht preiswert und man kann mit Rübezahl ein Selfie machen. Wenn man will.

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Hinter unserem Haus stehen einige Wohnwagen. Zunächst dachte ich, die wären dort nur bis zum Sommer abgestellt. Aber gegen Abend herrschte dort reger Betrieb. Der Platz „Autokempink“, ist zwar kein „Kempinski“, dafür aber voll in Betrieb und liegt direkt an der Elbe. Lauschiges Plätzchen.

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Viele Tschechen fahren hier Ski, aber auch Deutsche, Polen, Russen. Auch Belgier, Luxemburger, Dänen und Schweden haben wir gesehen. Und selbst wenn man kein begnadeter Ski-Athlet ist, lässt sich am Rande der Pisten doch viel Schönes entdecken.

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Schön war‘s beim Rübezahl.

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58) In die Provinz

Sonntag 12:55 Uhr soll es von Hannover in die Provinz gehen. Mit der S-Bahn. Knapp zwei Stunden wird das Vergnügen wohl dauern. Ich sehe das erst einmal ganz positiv.

Am Sonntag wird nicht viel los sein und so stelle ich mir die Fahrt eigentlich recht chillig vor. Etwas lesen, vielleicht was schreiben oder einfach nur aus dem Fenster glotzen. Ein Kurzurlaub quasi.

Kaum im Bahnhofsgebäude angekommen, ist es dort aber gar nicht chillig. Unzählige Leute rennen von Gleis zu Gleis, wuchten ihr Gepäck die Treppen hinauf, weil die Rolltreppen außer Betrieb sind. Andere stehen vor Imbissbuden und stopfen sich irgendetwas in den Hals. Pizza-Ecke, Asia-Nudel-Box oder Fisch mit Fritten. Tauben fliegen über Köpfe und Döner hinweg, an den Seitenausgängen lungern verwahrloste Gestalten und suchen Wärme. Ich besorge noch schnell Wasser und Sandwich, dann quäle mich mit zwei Koffern durch die Drehkreuze des Sanifair-Wohlfühl-Centers. Nach diesem Boxenstopp schlurfe ich mit abnehmender Motivation zur S5. Auf dem Bahnsteig warten bereits viele Menschen und ich stelle mich darauf ein, in der Bahn stehen zu müssen. Aber meine Position ist günstig, die Türen öffnen vor meiner Nase und ich kann einen Sitzplatz ergattern.

Zwei Mädels mit viel Gepäck setzen sich mir gegenüber und verteilen ihr Zeug um meine Füße herum. Der Zug fährt ab und bereits 5 Minuten später frage ich mich, wie ich nur so lange aufrecht sitzen soll. Die Beine angewinkelt, kribbeln schon bald meine Fußsolen. Irgendwann wird der Zug geteilt, ein sicheres Zeichen dafür, dass Städte nun Orte werden. Einem nach dem anderen klappern wir ab, während wie durchs neblige Niedersachsen rollen. Viele von ihnen habe ich noch nie gehört. Entlang der Hot Spots Emmerthal, Bad Pyrmont, Lügde, Schieder und Steinheim verlassen immer mehr Menschen die Bahn. Die Distanzen zwischen den Stopps werden länger, die Phasen ohne Mobil-Funk auch. Bei Altenbeken sehe ich ersten Raureif auf den Bäumen. Etwas später erwachen die Fahrgäste um mich herum, checken ihre Telefone und ziehen sich ihre warmen Jacken an.

Sehr geehrte Fahrgäste. Dieser Zug endet hier. Bitte alle aussteigen.

 

26) Postkarte aus Berlin: Nachthimmel

Was habe ich nicht schon alles über unseren Flughafen geschimpft. Hier auf dem Blog, aber auch in älteren Publikationen auf Papier. Wenn man aber von ihm abhebt oder auf ihn zufliegt, ist das allerdings schon ein Erlebnis, was sonst kaum noch Städte zu bieten haben.

Trotz der Klima-und Flugzeug-Diskussion möchte ich ein paar Eindrücke teilen:

Am schönsten finde ich den Abflug nach Ost. Die Maschine hebt zunächst steil ab, dreht dann bald nach rechts weg und schraubt sich stetig in die Höhe. Dem Uhrzeigersinn fliegt man dann über die östlichen Außenbezirke und sieht viel von der Innenstadt. Mit etwas Sucherei kann man sogar sein eigenes Wohnhaus entdecken. Üblicherweise sitze ich eher am Gang und kriege davon nicht viel mit, letzte Woche aber wurde ich auf einen Fensterplatz gebucht und hatte damit die Gelegenheit, am frühen Morgen ein Bild der Stadt zu machen.

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Aber auch bei Rückkehr am Abend finde ich den Anflug von Süden über Ost nach Nord am besten. Man sollte aber links sitzen. Nach dem die Crew die Kabine abgedunkelt hat, wird’s immer ruhiger in der Kabine und wegen der deutlich abnehmenden Höhe, fühlt man sich immer etwas leichter. Im Süden kann man die Seen und den neuen Flughafen erahnen, dann dreht der Flieger entgegengesetzt des Uhrzeigers über Marzahn, Ahrensfelde, Malchow, Weißensee, Pankow, Reinickendorf bis runter nach Tegel rein. Über dem Kurt-Schuhmacher Platz ist man so tief, dass man in die Wohnzimmer der Anwohner schauen kann.

Na, wat‘ jibs‘n bei euch zu’n Aben’brot?

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Schon cool irgendwie 😉

25) Postkarte vom Darß

Selbst wenn man zu Hause gar keine Tapete hat, ist der Dars an der Ostsee eine gute Möglichkeit, mal eine Andere zu sehen. Auch wenn es eine weiße Raufaser ist.

Man kann auf dem Dars bestens Radfahren oder stundenlang am Strand entlanglaufen und mit ihm die großen Fragen des Lebens diskutieren. Antworten hat er auch nicht parat, aber wenigstens dient er mit viel frischer Luft und Wind, der mal wohltuend durchs Obergeschoss pfeift.

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Und natürlich gab es hier oben auch wieder ein paar Skurrilitäten zu entdecken. Auch an der See halten die urbanen Trends ihren Einzug. Da hier aber nun mal nicht unzählige epochale Bauwerke herumstehen, werden die beliebten Liebesschlösser halt am Fußtritt des Fernglases festgemacht. Sicherheit wird groß geschrieben in diesen Tagen. Auch hier.

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Der Souvenirladen um die Ecke konfrontiert uns mit dem Schild „Eisfreie Zone“. Hmmm. Was das wohl bedeuten mag…?

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  • Gibt‘s kein Eis mehr in der „Zone“. Wie vor 30 Jahren? Nicht mal Vanille oder Schoko? Auch kein Soft-Eis?
  • Ist es das schriftliche Versprechen, im kommenden Winter vor dem Geschäft immer ordentlich Salz zu streuen?
  • Dürfen die Eltern zwar ihr hart verdientes Geld dort ausgeben, aber die Kids sollen gefälligst nicht mit ihren verklebten Eisfingern die Postkarten anfassen?
  • Oder ist das alles viel zu kleinteilig gedacht und hier werden die großen Themen der Zeit angekündigt. Gibt’s auch hier nun nie wieder Frost? Von nun  an Palme, Sangria und Ballermann statt Einsamkeit, Wind und Wetter. Ich hoffe doch nicht …

Schönstes Photo der Woche by JR:

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Schön war‘s, … aufm Darß … 😉

Aber bitte nicht weiter sagen.

 

23) Postkarte aus Melbourne 1

Im September hatte ich Gelegenheit die Stadt Melbourne zu besuchen. Da war aber zunächst der lange Flug. Erst 1,5 Stunden nach Brüssel, dann 6 Stunden nach Abu Dhabi und dann noch mal 13 Stunden nach Melbourne! Da merkt man erst einmal wie groß die Kugel ist, auf der wir leben.

Und die Australier hatten weitere Hürden für mich eingeplant:

  1. Die hinter (!) der Security in Abu Dhabi gekaufte Flasche Wasser, durfte ich am Gate des Fliegers nach Australien gleich wieder in den Müll werfen. „Liquids not allowed, sorry“. Und jetzt 13 Stunden auf die Gnade der Flugbegleiter angewiesen sein?
  2. Auch mein Duty-Free-Einkauf durfte nicht im Handgepäck nach Australien. fliegen. Nein, er wurde noch vor Besteigen des Fliegers in einen Papp-Karton verpackt und im Bauch des Flugzeugs verstaut. Abzuholen bei der Sonder-Gepäck-Ausgabe in Melbourne. Ach du meine Güte.
  3. Bei der Einreise musste ich deklarieren, ob ich etwas „fremdes“  in die Australische Flora und Fauna einführen würde. Partout hätte ich „nö“ gesagt, aber da fiel mir doch noch die Tüte gesalzene Erdnüsse in meinem Koffer ein. Die meldete ich dann gewissenhaft an, denn das im Anflug ausgestrahlte Video der australischen Behörden drohte mit drakonischen Strafen. „There is no sorry“.
  4. Dann interviewte mich noch ein Emigration-Officer, anfänglich war ich etwas unsicher, aber dann entwickelte sich ein netter Plausch. Bezüglich der Erdnüsse winkte er aber ab. Ich denke, der hatte kein Interesse an Erdnüssen der REWE-Hausmarke 😉

Ein paar Eindrücke aus der Stadt:

Ein Walk führte uns durch die City. Von Flinders Street, über Federation Square, Birrarung Marr, Hosier Lane, Viertel um Elizabeth Street, Centre Place. Dann rüber auf die andere Seite des Yarra River nach Southbank, über einen Asiatischen Food-Market, weiter westwärts zu älteren Hafenanlagen und wieder rüber über Docklands zurück zur Flinders Street.

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Den berühmten Söhnen Australiens hat man hier sogar eine Straße gewidmet.

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Am Sonntag verschlug es uns in den Zoo von Melbourne. Australische Tiere in Australien anschauen. So der Plan. Die Anlage war ganz nett, aber nur Tiere gab es wenig. Und daran war nicht nur das schlechte Wetter Schuld. Im Robben-Becken sahen wir EINE Robbe. Im Eukolyptus-Baum EINEN Koala. Im Tiger-Areal und im Hippo-Becken … na ja, den Rest kann man sich denken. Bei einem Eintritt von stolzen 38 Australien-Dollar (ca. 23 EUR) bleibt ein fader Nachgeschmack.

Trotzdem hier ein Foto vom Mini-Hippo. Dreht man es auf die Seite, glaubt man, zwei Hippos klettern einen Baum hoch.

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Auch der einzige Koala bekommt hier eine Bühne. Er schlief. So wie die anderen 20 Stunden am Tag. Aber das ist halt so. Der kann ja nichts dafür.

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Zum Abschuss noch coole Street Art aus der Hosier Lane:

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Fazit: Melbourne ist viel größer, als ich vorher so annahm. Im Sommer ist es bestimmt ganz nett hier, jetzt im gerade beginnenden Frühling noch recht kühl.

Und der Jetlag, hat mir ganz schön zu schaffen gemacht…

Die Arbeit ist nun getan, jetzt folgt noch ein wenig Freizeit und vielleicht noch eine weitere Postkarte … Grüße von Down Under

 

 

22) Postkarte aus Amsterdam

Kürzlich waren wir seit Längerem mal wieder in Amsterdam. Hochglanz-Fotos gibt es im Netz schon zu Hauf, also will ich mich auf ein paar Kuriositäten und persönliche Eindrücke beschränken.

Der erste Tag bescherte uns zunächst Regen, also entschieden wir uns für eine Tram-Fahrt zum Rijks-Museum. Und schon beim Betreten der Tram wurden wir überrascht. Im mittleren Teil fanden wir einen Info-Tresen und eine mehrsprachige Dame, die als Ticket-Verkäuferin und rollendes Tourist-Office agierte. Was für eine coole Idee. Wenn man das Konzept auf die Berliner Tram-Linie M10 übertragen wollte, könnte man da noch Bier verkaufen.

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Im Rijks-Museum selber, liefen wir die großen Klassiker der Niederländischen Kunst ab. Van Gogh, Rembrandt und viele andere Künstler. Das folgende Bild fand ich am besten. Über was beklagt sich der Typ in der Mitte da eigentlich? War der Gockel nicht durchgebraten, bereits kalt oder was macht ihn da so unzufrieden? Die anderen um ihn herum singen oder tuscheln. Vermutlich oute ich mich hier jetzt als absoluter Kunst-Banause. Sei es drum.

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Im weiteren Verlauf der großen Bilderausstellung kam das Museum auch auf den übermäßigen Alkohol-Konsum im früheren Holland zu sprechen. Der war auf den alten Gemälden auch mehrfach abgebildet und musste zur Ehrenrettung mal kommentiert werden.

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Am nächsten Tag flossen die Getränke aber in noch größeren Mengen. Es war Canal Parade bzw. Pride-Demo in Amsterdam. Menschen aller Altersklassen, Herkünfte und sexueller Orientierung feierten ausgelassen, während die anderen tanzend auf geschmückten Boten durch die Grachten demonstrierten.

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In Amsterdam gibt es angeblich 3.000 Hausboote. Ausgediente Fischerbote, umgebaute Fähren oder Flöße. Wir hatten selber die Gelegenheit, in einem zu wohnen, das war mal etwas anderes und gar nicht so wackelig wie man vielleicht denkt. Vielleicht auch eine Idee für Deutsche Metropolen, der zunehmenden Wohnungsknappheit zu begegnen?

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In den Geschäften und auch auf den Märkten staunten wir über all den Käse dort. Jung, alt, sehr alt. Mild und würzig. Hunderte Sorten. Da mag man sagen, „ist doch logisch, ist halt Holland“. Ja stimmt. Aber so viel Käse, in solchen Größen und auch noch als „Partyklette“ zum mitbringen, hat mich schon überrascht

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Wie jede andere Metropole hat auch Amsterdam seine Herausforderungen. Die Amsterdamer  wirken dabei aber entspannter und sind an bestimmten Stellen auch konsequenter. In manchen Ecken gilt Alkohol-Verbot auf der Straße, Pi-Pi in der Öffentlichkeit wird saftig bestraft und obwohl Amsterdam ja „die“ Zweirad-Stadt ist, hat sich der E-Scooter-Wahn da noch nicht durchgesetzt. Gut so!

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Müsste ich für Amsterdam ein Wort finden wäre es vermutlich:

Entspannte-Menschen-Und-Sonst-Viele-Tulpen-Fahrräder-Museen-Grachten-Sowie-Hasch-Bier-Und-Rotlicht-Das-Alles-Zusammen-Sehr-Charmant.

Lust auf mehr Postkarten? Dann schaut doch mal bei Sovely auf https://murmelmeister.com vorbei

 

21) Postkarte aus Kopenhagen

Die Hauptstadt Dänemarks stand schon länger auf der Liste der Kurzreisen. Nun gab es mal Gelegenheit für einen Wochenend-Tripp. Wie so üblich bei meinen Postkarten, geht es hier weniger um die bekannten Touristen-Attraktionen (die findet ihr bei der gängigen Suchmaschine), sondern eher um Skurrilitäten und Beobachtungen.

Taler du dansk?

Als Deutschsprachiger hat man es in Kopenhagen sehr einfach. Auch wenn man hier überall Englisch spricht, ist das meistens gar nicht nötig. Insbesondere bei den geschriebenen Wörtern, macht es echt Freude sie zu entziffern. Noch irgendwelche Frægen?

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Kunst, Architektur und Egon Olsen

Kopenhagen bietet viel Kunst und Kultur. Da wären Oper, Theater und Street-Art in Christiana. Aber auch Aktionskunst, wie diese Debattier-Sauna hier. Moderne Architektur wechselt sich mit nordisch-rotem Klinker-Bau ab. Bei manchen Häusern glaubt man, jeden Moment auf die Olsen-Bande zu treffen. Aber das passiert nur bei uns im Kopf. In Kopenhagen konnte ich nicht mal im Souvenir-Laden irgendwelche Spuren von den drei sympathischen Kleinkriminellen finden. Auch das Wort „Politi“ war nur selten im Stadtbild zu sehen. Sehr angenehm.

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Fahrrad und Verkehr

Kopenhagen zählt sich zu den fahrradfreundlichsten Städten der Welt. Das kann ich nur bestätigen, am ersten Tag waren wir noch zu Fuß unterwegs, am zweiten Tag größtenteils per Rad. Da kann unsere Hauptstadt noch eine Menge lernen. Der Fahrrad-Verkehr läuft in einem eigenen System ab, breite und glatte Radwege stehen zur Verfügung, die meistens sind vom Straßenverkehr und Fußverkehr entkoppelt . Und die Radler halten sich sogar an Ampeln! Berlin? Mal sehen, wie sich die vielen Räder gegen die neue Konkurrenz der vielen E-Roller behauptet.

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Kreuzfahrt

Im Norden der Innenstadt legen die dicken Pötte an. Schwimmende Luxus-Hotels bringen täglich neues Gäste in die Stadt. Viele aus Fernost, aber auch unsere Landsleute sind kaum zu überhören. Bereitgestellte Busse bringen die Besucher zur kleinen Meerjungfrau in der Nähe und dann später in die Altstadt. Währenddessen kommen Versorgungs-LKW, die den Gästen neues Bier, Klo-Papier, Handtücher und braunen Zucker für den Caipi bringen. Prost.

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Altstadt, Hafen und Schlösser

Kopenhagen hat eine schöne Altstadt, einen alten Hafen, aber auch Parks, Burgen, Brunnen und Schlösser. Und die Stadt wächst weiterhin. Es werden neue Gebiete am Hafen geschaffen und sogar neue Schlösser kommen täglich dazu. Und nur weil hier mehr Schlösser verkauft werden, heißt es noch lange nicht, dass man sich dort unsicher fühlt. Dänen zählen zu den glücklichsten Menschen der Welt!

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War wirklich nett hier.

Alle de bedste fra København!

Frühere Postkarten gibt es hier: Postkarten