51) Bake Bake Radspur

Backe Backe Kuchen, habe ich selber im Sandkasten gesungen. Meine Kinder auch.

Liebe Städte, oder ihr Orte, die ihr mal Städte werden wollt, der neueste Scheiß kommt aus Berlin! Total heiß. Der letzte Schrei aus dem Mobilitätskonzept unseres Senats.

  • Ganze Auto-Spuren wegnehmen für die Fahrräder? Schnee von gestern.
  • Auch wenn im Winter keine Sau drauf fährt? Schreit kein Hahn mehr nach.
  • Die neu gewonnen Radspuren grün anmalen? Auch schon wieder ein alter Hut.
  • Die Stadt mit Fahrrad-Müll zustellen?  Is‘ auch schon Retro.
  • Mit rollenden Batterien durch die City brettern? Schon völlig normal.

Nee, Leute. Der neueste Trend nennt sich Protected Bike Lane.
Zitat http://www.morgenpost.de vom 23-05-2019:

Die Anlage von sogenannten „protected bike lane“ (kurz: PBL) ist ein aus Nordamerika importiertes Konzept, mit dem Kommunen schnell und kostengünstig Platz für komfortablen Radverkehr schaffen können. Dabei wird in der Regel dem Autoverkehr eine Spur weggenommen – und darauf ein mindestens zwei Meter breiter geschützter Radfahrstreifen angelegt. Durch bauliche Barrieren (zum Beispiel durch Poller) wird die Radspur vor dem Überfahren und Zuparken durch Autos geschützt.

Aha.

Wir hier, in der Hauptstadt, wir nageln jetzt also tausende kleine Baken auf die Straße und die Radler sind damit sofort „protected“. So einfach ist das. Sieht Scheiße aus, erinnert irgendwie an Playmobil, aber wer das nicht hat, ist eben auch keine richtige Metropole. PBL.

 

PS: Nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen Rad-Verkehr, mir gehts nur ums „Wie“

49) Berlin wird grün

Eine weitere Posse aus der Umsetzung des Berliner Mobilitätsgesetzes.

Dass man Fahrradstreifen an kritischen Stellen rot färbt, das kann ich ja noch verstehen. Aber da wir ja die Hauptstadt sind und anscheinend für das Mobilitätskonzept noch viel Geld übrig ist, malen wir den Rest der Radstreifen jetzt grün an. Nein, wir verändern die Radstreifen nicht baulich, um die Radfahrer vom übrigen Verkehr zu trennen. Nö, wir nehmen einfach eine Auto-Spur weg und malen die grün an. In sogenanntem verkehrsgrün, RAL 6024 um genau zu sein.

  • Glaubt man www.berlin.de, kann „…. die Grünbeschichtung zudem dazu beitragen, das subjektive Sicherheitsempfinden der Radfahrenden durch die gut sichtbare Radspur zu stärken….“. Das fühlt man sich als Radler gleich viel sicherer, wenn man auf grünem Radweg fährt und links ein LKW vorbei donnert
  • Die Grünflächen in der Stadt verwildern, die Parks verdrecken, da ist zu wenig Budget vorhanden. Will man irgendwo links abbiegen, kann man kaum dem Gegenverkehr einsehen, weil die Brennnesseln auf dem Mittelstreifen wuchern. Am besten wir fackeln das alles ab und malen die Flächen auch grün an. Geht schneller, können Maschinen reinigen, brauch man kein Personal mehr
  • Die Testphase ist angeblich auf 5 Jahre ausgelegt, zum Einsatz kommen wohl zwei verschiedene Materialien. Kaltplastik und Epoxidharz. What? Erzeugt das nicht auch Abrieb, wenn da Autos, Fahrräder und die Bürsten der Stadtreinigung drüberrauschen? Fließen da keine Kleinst-Partikel in die Kanalisation? Muss ich mal echt drauf achten, ob mein Berliner Mineral-Wasser demnächst einen Hinweis aufgedruckt hat. „Kann Spuren von RAL 6024 enthalten“
  • Wenn jetzt die Farben grün und rot den Radlern gehören, wird es langsam eng im Tuschkasten. Weiß ist ja schon im Einsatz, grau macht wenig Sinn, gelb ist für Baustellen reserviert. Blau wäre noch übrig. Damit könnte man den E-Tretrollern und E-Autos auch noch eine Spur bemalen. Dann bliebe noch Orange und Pink für spätere „Innovationen“

Na immerhin sind wir nun im Klub der ganz Großen dabei, so schreibt man weiter auf www.berlin.de „Die Farbauswahl orientiert sich an nationalen und internationalen Städten wie San Francisco, New York oder Wien„

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Frühere Beiträge zum Thema:

32) Gelb macht aggressiv

Gelbe Linien im Straßenverkehr heben temporär die normalen weißen Linien auf. Das ist allgemein bekannt und in bestimmten Situationen macht das auch Sinn. Begründet ist das im §39 der StVO, der sich aber nicht zur Menge des zu verwendenden Materials äußert und auch nicht zu Art und Weise, wie das gelbe Zeugs zu verwenden ist. Das Straßenbau-Amt in Berlin scheint selber Großaktionär bei der Firma zu sein, die diese gelben Rollen herstellt. In Berlin da wird nicht gekleckert, da wird richtig geklotzt…ähhh…geklebt. Sogar einzelne kurze weiße Streifen werden sorgfältig mit einem preußisch akkuraten Kreuz überklebt. Auch Pfeile, Sonderzeichen und Haltelinien werden hübsch mit gelb verziert.

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Und da die Stadt Berlin in ihrem Fahrrad-Wahn derzeit massenhaft Radwege auf die Straßen malt (siehe hier), werden nun auch diese Rad-Spuren temporär mit gelber Farbe in neue Bahnen gelenkt.

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Meine Tochter sagte heute dazu: „Auf Korfu, da wo wir im Urlaub waren, da haben die noch nicht mal weiße Streifen auf der Straße“. Dem braucht man eigentlich nichts hinzufügen.

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Außer vielleicht doch noch ein paar Recherche-Ergebnisse, die ich über die gewöhnliche Suchmaschine gefunden habe.

  • 100 m Fahrbahnmarkierungsfolie, 120 mm breit = 265,90 EUR
  • 1 Folienandruckrolle für kurze Strecken = 98 EUR
  • 1 Folienverlegesystem für längere Wege = 1.720 EUR

Natürlich alles ohne Projektierung, Ausschreibung, Arbeitsleistung, Abnahme, späterer Entfernung und fachgerechter Entsorgung.

Die haben doch einen Knall!

Tippe ich in die selbe Suchmaschine  „gelb macht…“ ein, bekomme ich die ersten zwei wie folgt:

  • Gelb macht glücklich
  • Gelb macht aggressiv

In dem Sinne…

23) Fahrrad-Spuren

Habe ich doch kürzlich erst übers Bike-Sharing geschrieben, muss ich schon wieder an das Thema „Radfahren“ ran. Man könnte meinen, ich habe etwas gegen Radler. Habe ich aber gar nicht. Ab und zu fahre ich auch Rad und bin dabei eigentlich ganz gut klar gekommen. Autofahrer und Radler können herrlich aufeinander losgehen und sich gegenseitig verteufeln.  Da will ich mich gar nicht beteiligen, aber hier geschieht gerade etwas, was mich nicht in Ruhe lässt. Ich gehe auch soweit, das Thema schon jetzt als „Wahnsinn“ zu klassifizieren, noch bevor der Artikel hier endet. Was ist geschehen? In den letzten Wochen, haben Straßenbau-Kommandos hier komplette Fahrspuren mittels weißer Farbe zu Rad-Spuren erklärt. Es ist aber noch dieselbe Straße, die die Radler dann befahren. Es ist noch derselbe rechte Rand, den sie schon vorher befuhren. Das Einzige was nun anders ist, ist ein weißer Streifen und eine fehlende Spur für die Autos. Diese Streifen sind auch nicht baulich abgesetzt, was ja vielleicht zu mehr Schutz der Radler führen würde. Nein, die Sicherheit wird nun durch einen 10 cm weißen „Farbaufstrich“ gewährleistet. Selbst auf kleinen Kreuzungen hier in der Nachbarschaft, findet man nun weiß „gemalte“ Radwege und sogar Haltelinien für Radler. Aber nicht in den Straßen vor oder nach der Kreuzung. Nein, nur auf der Kreuzung. Ich frage mich, was das alles soll. Wem hilft das? Das ist eine große Leistung und ein bedeutender Schritt in Erfüllung von Quoten! In der Presse wurde die Maßnahme als Teil des „Mobilitätskonzepts“ diskutiert. Vermutlich habe ich im letzten Wahlkampf nicht genau zugehört, aber ich hoffe, dass in diesem „Konzept“ noch etwas mehr steckt, als durch Raumverknappung und Frontenbildung die Stimmung unter den Verkehrsteilnehmern weiter anzuheizen.

Ein paar Fragen bleiben unbeantwortet:

  • Wer wird diese Streifen denn im Winter nutzen, wenn die Räder in den Kellern stehen? Hundeschlitten oder Biathleten vielleicht?
  • Werden die Streifen dann auch von Schnee befreit, damit man die weiße Linien weiterhin sieht?
  • Warum habe ich nicht vor Jahren in Aktien von Firmen investiert, die Straßenfarbe herstellen?

Frühere Beiträge zum Thema Straßenverkehr:

22) Bikesharing

Der hier nun nachfolgend beschriebene Trend in unserer Stadt basiert gleich auf zwei egoistischen Fundamenten. Zunächst begann alles mit Bikesharing-Anbietern, die ihre Fahrräder an entsprechenden Stationen, quer im Stadtgebiet verteilt, anboten. Eigentlich eine tolle Idee. Kann man doch zu einer Station in der Nähe gehen und auf ein Fahrrad umsteigen. Dann, es war wie über Nacht, wurde die Stadt auf einmal von orangenen Fahrrädern überschwemmt, die plötzlich an jeder Ecke standen. Wer hatte die da alle abgestellt? Wo kommen die alle auf einmal her? Und kurz darauf folgten dann noch grüne Räder und dann auch noch gelbe Ausführungen. Und zwar in echten Mengen bzw. Massen. Die Räder waren technisch so ausgestattet, dass man sie quasi überall anmieteten und dann, dank eines integrierten Ständer, wieder stehen lassen konnte. Egal wo man wollte. Sie waren nicht mehr an eine Station gebunden. Für die einen war das vielleicht super-bequem und hip. Andere empfanden es wiederum als das größte Metallwaren-Lager der Stadt. Ich würde mich zur letzteren Gruppe zählen. Natürlich braucht eine Großstadt neue Konzepte, um den Verkehr zu meistern, aber so etwas planloses und ignorantes? Die Anbieter stellen ihre Räder einfach auf öffentlichem Straßenland ab und überlassen das Metall sich selbst und der Schwarm-Intelligenz der Kunden. Die Fahrer, die anscheinend pro Kilometer bezahlen, scheuen jeden weiteren Meter zu einer geeigneten Abstellgelegenheit zu fahren und lassen das Rad am Platz ihrer Ankunft einfach stehen. Wenn es an einer Hauswand oder an einem Baum abgestellt wird, kann man noch von Glück reden. Bei uns im Viertel stehen die Räder mitten auf der Wiese, in bunter Mischung vor dem Kino oder auf Verkehrsinseln. Manchmal sehe ich sie auch hochkant in Müll-Tonnen stecken, im Park-Teich schwimmen oder völlig demoliert im Gebüsch liegen. Wer hat das genehmigt? War die Entwicklung nicht abzusehen? Und werden all die Räder jemals einen Kunden finden? Hat bei der Stadt jemand eine Öko-Quote zu erfüllen?

Frühere Beiträge zum Thema Straßenverkehr: