202) Corona-Lektionen 84

Hah! Unser Kiez ist deutlich unter 50. Nein, nicht nur vom Durchschnittsalter her, sondern auch von den Neuinfektion auf 100.000 Einwohner gerechnet. Bevor die neue Arbeitswoche im Höhlen-Office startet, hier noch ein paar Gedanken der letzten Tage.

Tja, wie ging nun die Inzidenz so deutlich runter?
Haben wir uns so diszipliniert heruntergearbeitet? Durch Vernunft, Verzicht und nächtliche Ausgangssperre? Lag es daran, dass die gebürtigen Schwaben und Bayern über’s lange Wochenende nach Hause gefahren sind 😉 Aber wäre die Inzidenz dadurch nicht eigentlich sogar höher, weil gar nicht 3,5 Mio Einwohner in der Stadt waren? Oh, oh …, zu früh gefreut? Oder hat diese böse Regierung vielleicht doch heimlich Impfstoff ins Trinkwasser gekippt? Oder entwickelte das Bundeswetterministerium das ideale Anti-Corona-Wetter für uns. Schwedischer Sonne-Wolke-Mix bei 13°C für die nächsten 30 Jahre? Oder hat das Virus einfach keinen Bock mehr. Würde ich verstehen, ist ja auch anstrengend so eine Pandemie.

Und warum kennt mein Schreibprogramm immer noch nicht den Begriff „Inzidenz“ und unterstreicht ihn ständig rot?

Impf-Schummel
Man liest von Schummelei und Dokumentenfälschung. Wundert mich alles nicht und da soll mal keiner so erstaunt tun. Die miese Dokumentationsform der erfolgten Impfungen, muss man noch mal aufs Brot schmieren. Da war nun wirklich genug Zeit, sich etwas Vernünftiges einfallen zu lassen. Vielleicht sollten sie mal bei Fluggesellschaften, Kinobetreibern und Bonuspogrammen anfragen, wie man so etwas macht. Aber nein, wir wedeln mit einem gelben Büchlein durch die Außen-Gastro und erbitten Einlass. Ich warte auf die ersten Datenschutzdiskussionen, ob der Kellner die anderen Impfungen im Buch überhaupt sehen darf. Aber obwohl, da könnten sie dann ja auch einen Service draus machen. „Ihre Lasagne kommt sofort, aber sagen sie mal … ihre Tetanus müssten sie auch mal wieder auffrischen“.

Lockerung
Zeit für eine paar Lockerungsübungen! Bei dieser erfreulichen Entwicklung der Zahlen, fragt sich bestimmt jeder dieser Tage mal, was er/sie denn gern machen würde, wenn der Spuk mal beherrschbar wird, oder?

  • Mal irgendwo gemütlich sitzen und etwas essen? Sich nicht ständig von der Fläche vor dem Lokal vertreiben lassen? Den Döner nicht an einer zugigen Häuse-Ecke herunterschlingen und die Kanton-Ente nicht in Kunststoffverpackung nach Hause tragen? 
  • Lust auf einen Kino-Besuch? Einen Blockbuster mit Überlänge und eine Schüssel Nachos auf dem Schoß. Mit Käsesauce und Jalapeños? 
  • Oder mal eine chillige Wiedersehens-Party veranstalten? So wie schon hier im letzten Mai in Corona-Lektionen 26 geschrieben.
  • Mal wieder einen Laden betreten, dessen Fenster nicht mit Verhaltensregeln zugeklebt sind? Sondern wo einfach ein einziges Schild die Eingangstür ziert: 

„OFFEN“

Ach ja … wie schön … aber mit Geduld bitte.

Schönen Sonntag noch
T.

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148) Corona-Lektionen 52

Morgen beende ich meine 34. Woche im Voll-Home Office, gleichzeitig die erste Woche des neuen Teil-Lock Downs. Nix besonderes eigentlich, machen andere auch. Trotzdem warten ein paar Gedanken auf schriftliche Fixierung.

Corona-Maßnahmen
Die sind, wie sie sind. Könnt ihr woanders nachlesen. Auch wenn ich diese Regeln ernst nehme, nervt mich kolossal, dass wir das alles lesen sollen. Wir müssen uns nun Z.B. informieren, in welcher Straße Berlins der Schnuten-Pulli verpflichtend ist. Wäre das nicht mal ein interessantes Feature für die Corona-App? Selbst die große Daten-Krake mit G* hat zwar ein Corona-Layer in seiner Map, aber die färbt ganz Berlin nur orange ein, statt mir zu sagen, wo ich nun eine Maske tragen sollte, um keinen Ärger zu kriegen. 

Karten
Und überhaupt habe ich den Eindruck, ich glotze nur noch auf Karten. Auf die Johns-Hopkins World Map, RKI-Map Deutschland, Corona-Map Berlin. Die Maps, die ich mir im Job anschaue. Den Regen-Radar. Nun noch die Map zur US-Wahl. Und eigentlich auch ganz gern die WordPress-Map, die mir anzeigt, wo auf der Welt meine Leser sitzen. Ich war noch nie so wenig unterwegs wie dieses Jahr, habe aber mehr Bundesländer, Bundesstaaten und Landstriche der Welt kennengelernt wie je zuvor. Ich strebe eine 1+ in Geographie oder die Saal-Wette bei „Wetten Das“ an.

Und sonst so?
Die jüngsten Ereignisse in Nizza, Paris und Wien stimmen mich nachdenklich. So etwas könnte in Berlin jederzeit auch wieder passieren. Gab’s ja schon, Diese Bilder zeigen aber auch, dass wir neben diesem beschissenem Virus noch ganz andere Dinge zu meistern haben. Von Ökologie, Migration, Digitalisierung, Arbeitsmarkt etc mal ganz zu schweigen. Man mag ja schnell auf die „da oben“ schimpfen, die aktuell das Sagen haben, aber wirklich tauschen möchte ich mit denen auch nicht.

In diesem Sinne … machen wir das Beste draus und tragen zur Beruhigung der Lage bei.
Grüße aus der Hauptstadt

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