Reisen 6.0 – Teil 7

Fortsetzung …

Noah saß vor der Liste der grünen Schieberegler, mit denen er sich seine anstehende Indien-Reise  konfigurieren sollte. Etwas hilflos begriff er nun den Unterschied zum bisherigen Reisen über die Virtual Travel Center (VTC). Diese Reisen in den frühen 2020-er Jahren boten ja immerhin noch EIN gewisses Programm an. Dieses Erlebnis hat man sich vor Ort mit anderen Mitreisenden geteilt, man hatte also EINE gemeinsame Erfahrung. Das neue Reisen über VT@Home läuft nun vollständig individualisiert ab. 200 Länder warten mit ihren hunderten Zielen, deren „Experiences“ nun noch zusätzlich über diese Schieberegler „customized“ werden müssen. „Unser Ende wird die Auswahl sein“ brummelt er, als leichte Panik in ihm aufsteigt. Soll er die Reise einfach abblasen? Aber das Fernweh und der Durst nach einem Kulissen-Wechsel begleitet ihn nun schon seit Wochen und andere Formen des Reisens sind ja verboten. Er will reisen, aber befürchtet zugleich, dass er sich mit einer falschen Einstellung den ganzen Trip versaut. Mit etwas Erleichterung entdeckt er neben der Option „Einstellungen übernehmen“ auch die Möglichkeit einer „Vorschau“. Aha. Man konnte also die Einstellungen jederzeit verändern und mit der Vorschau ausprobieren, ob einem das zu erwartende Reiseerlebnis auch zusagt, bevor man dann kostenpflichtig bucht.

Etwas planlos schiebt er alle Regler auf die eher rechte Seite und wählt „Vorschau“. Ein Countdown zählt 3-2-1, es gongt und Noah findet sich auf New Delhi’s Connaught Place wieder. Südseite, vor dem Khadi-Shop. Es ist superheiß, die Luft verqualmt und der Himmel drückt schwefelgelb von oben herab. Ohrenbetäubender Lärm dröhnt von Hupen, Bussen, Trucks, Polizei-Sirenen und Bolly-Techno. Tausende Menschen bewegen sich um ihn herum, Köter, Ratten und Schlangen wimmeln in den offen Straßengräben durch den Müll. Ein Junge ohne Beine sitzt auf einem Rollbrett und zieht ihm am Hosenbein. Ein Mädchen mit verätztem Gesicht hält die verkrüppelte Hand für ein Bakshish hin, ein alter Krüppel wankt auf ihn zu, breitet die Arme aus und … „raus, raus, ich will raus hier“, brüllt Noah und wählt „Vorschau abbrechen.“ Es gongt und er findet sich zu Hause vor seiner VT@Home-Box wieder. Sein Herz rast, er schwitzt und atmet schnell. Da waren die Regler wohl zu weit nach rechts geschoben. 

Für einen weiteren Versuch, schiebt er alle Regler auf die linke Seite. Wieder wählt er die „Vorschau“, das System zählt von 3-2-1, gongt und setzt ihn wieder auf dem Connaught Place ab. Wieder vor dem Khadi-Shop. Es herrschen angenehme 24°C, die Luft ist klar, der Himmel blau. Der Verkehr ist mäßig, Autos summen geräuschreduziert vorbei, wenige Menschen sind auf der Straße und überqueren sie wohl geordnet an Ampelanlagen und Fußgängerüberwegen. Über den Platz klingen zarte Sitar-Töne, an jeder Ecke gibt es kostenloses Wasser und Früchte. Polizisten tragen keine Rohrstöcke, sondern Tablets, mit denen sie für die Bürger jederzeit ansprechbar sind. Kinder spielen auf der gigantischen Grünfläche in der Mitte des Platzes, Papageien sitzen in den großen Bäumen, Wasser sprudelt aus Springbrunnen und eine weiße heilige Kuh … „stop, stop, was soll denn der Blödsinn“, schimpft Noah und bricht die Vorschau wieder ab. Dieses Erlebnis war ihm zu albern, auch wenn er den Indern diesen Wandel ja wünschen würde.

Er will es aber noch einmal versuchen. Er ordnet die Regler eher in der Mitte an, belässt die Position der Knöpfe aber leicht unterschiedlich. Ein wenig Überraschung soll ja schließlich sein. Daher verzichtet er auch auf eine weitere Vorschau, wählt „Einstellungen übernehmen“ und dann „kostenpflichtig buchen“.

Oh shit … wo bleibt Yumi eigentlich?“, flüstert er.

Aber das System zählt unmittelbar von 3 auf 1 und es ertönt der Gong.

Fortsetzung folgt

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40) Postkarte aus Weitwegeigentlich

Irgendwo habe ich gelesen, dass „Can you see my screen“ oder „Könnt ihr mich noch hören“ wohl zu den meistgesagten Sätzen im Deutschen Berufsleben des Jahres 2020 gehören werden. Glaube ich gern. Im Privatleben war es mit Sicherheit eher „Eigentlich wären wir jetzt in … gewesen“. 

Wir waren in London, Lissabon und auf Korsika. Eigentlich. Aus Korsika wurde dann Santorin, aber wieder nur eigentlich. Aber in Bukarest, da war ich wirklich. Und an der Ostsee. Aber geht es um die Ferne, bleibt wohl nichts anderes übrig, als in Erinnerungen zu schwelgen.

Aber wenn ich so durch meine Bilder von Goa, São Paulo und Melbourne blättere, frage ich mich auch, ob ich da jetzt wirklich hinreisen wollte. Will ich aktuell in Indien sein? Ist São Paulo dieser Tage wirklich „The place to be“. Will ich jetzt über 24h in einer Metall-Röhre sitzen und nach Down Under fliegen?? Mhm … ich glaube nicht. 

Also wischt man sich so durch seine Fotos und schmiedet den ein oder anderen Reiseplan für 2021.

Lust auf ein paar Eindrücke aus Goa? Vielleicht etwas coole Street Art aus São Paulo? Oder eine Portion von Multi-Kulti in Melbourne?

Bitte schön!

  1. Postkarte aus Goa 1 2019
  2. Postkarte aus Goa 2 2019
  3. Postkarte aus Goa 3 2019
  4. Postkarte aus São Paulo 2019
  5. Postkarte aus Melbourne 1 2019
  6. Postkarte aus Melbourne 2 2019
  7. Postkarten aus Delhi, Singapore, Mexico?

<— Weitere Postkarten gibt‘s hier

38) Postkarte aus Berlinbestimmtnich

Es wird mal wieder Zeit für eine knackige Postkarte hier. Doch von wo soll ich denn eine Karte schreiben, wenn ich doch kaum reisen kann? Von Berlin etwa? Die Bilder vom Samstagabend waren weniger ansehnlich, eher erschreckend, verstörend, inakzeptabel!

In der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung fand ich einen Artikel, der auf die 150-jährige Geschichte der Postkarte einging.
Zitat: „147 Millionen Postkarten beförderte die Deutsche Post 2019, 2007 waren es noch 210 Millionen.“
WhatsApp, Facebook und der Selfie-Sticks sind Schuld. Und nun kommt auch noch Corona dazu und lässt die Postkarten im Drehständer stehen und ausbleichen.

Aber ich habe auch gelernt, dass man sich elektronisch Postkarten schicken kann und man muss noch nicht einmal vor Ort gewesen sein. Wie „praktisch“. Die Umwelt wird’s gut finden. Die Reiseindustrie wohl weniger.

Aber jetzt mal angenommen, ich schicke Postkarten von Orten, an denen ich noch niemals war. Woher kriege ich dann die kitschigen Kühlschrankmagneten? Aber Ihr ahnt es schon, die Antwort liegt auf der Hand. Die gibt’s bei Herrn Bezos im Hochregal. Aus aller Herren Länder. Egal ob Zuckerhut, Taj Mahal oder Golden Gate Bridge. Ich will gar nicht drüber nachdenken, wo die hergestellt werden und welche Wege die zurücklegen.

Wenn ich mir ein paar meiner Magnete aus 2019 so anschaue, kriege ich schon Fernweh.

Hier noch mal zum Nachlesen

  1. Postkarte aus Dubai 2019
  2. Postkarte aus Mexico-City 2019
  3. Postkarte vom Taj Mahal 2019
  4. Postkarte aus Delhi 2019

 

Und wer es voll virtuell mag, der kann gern mit mir über die Zukunft des Reisens nachdenken. > Travel 6.0 

94) Corona-Lektionen 16

Kaum war ->Corona-Lektionen 15 veröffentlicht, wurde letzten Mittwoch nun bekanntgegeben, wie es mit der Schule weiter geht. Gar nicht. Zumindest bis Anfang Mai. Doof, aber immerhin mal `ne klare Ansage. Besser als dieses permanente Spekulieren.

Drei Gedankengänge aus den letzten Tagen:

Positives: Nach dem letzten Beitrag auf ->Ida‘s Blog habe ich über positive kurzfristige Effekte nachgedacht, die diese Zeit für uns im Angebot hat. Neben der gewonnen Zeit und Entschleunigung, über die ich schon geschrieben habe, gibt es da viele Kleinigkeiten, die man nun endlich mal machen kann. Hier ein paar Vorschläge, ihr könnt gerne weitere kommentieren: Wollte man schon immer mal grüne Haare oder eine Glatze probieren, dann ist jetzt der ideale Zeitpunkt dafür. Einfach mal sehen, wie man mit Vollbart oder Schnautzbart aussieht? Jetzt machen! Nach Herzenslust Knoblauch futtern ohne sich Gedanken zu machen, ob man morgen Kollegen trifft? Macht es! Großräumig Menschen ausweichen, ohne als soziophob zu gelten? Herrlich! Selbst nur zwei Brötchen mit Karte zahlen? Was für ein Vergnügen in Deutschland!

Dummes: Heute habe ich im Supermarkt ein Gespräch zwischen einer Kundin und ihrer Kassiererin mitbekommen. Darin berichtete die Frau hinter der Kasse auch über manch miese Reaktion, die sie erwidert bekommt, wenn sie auf bestimmte Corona-Spielregeln hinweist. Nur ein Erlebnis frei zitiert „Du blöde Schnepfe, hättest du mal etwas ordentliches gelernt …“ mehr gebe ich hier nicht wieder. Der Wachmann habe wohl schon viele Hausverbote erteilt, erzählte sie weiter. Was hat diesen Mitmenschen nur das Hirn gegrillt? Ist es Corona? Sorgt Covid-19 nicht nur für Verlust des Geruchs-und Geschmacksinns, sondern fördert es vielleicht auch Stumpfsinn, Dumpfsinn, Pöbelsinn oder Größenwahnsinn?

Begrüßenswertes: Anfang März war ich auf einer Veranstaltung, die von unserem Bundesarbeitsminister eröffnet wurde. Als Warm-Up faltete er die Hände und nickte uns im Publikum ein Indisches „Namaste“ entgegen. Berührungsfrei, aber trotzdem herzlich. Jeder, der schon mal in Indien war weiß, dass sich das weitaus besser anfühlen kann, als ein feuchter europäischer Händedruck. Auch Günther Wallraff schlug kürzlich vor, eine neue Art der berührungsfreien Begrüßung zu entwickeln. Großartig! Ich bin dabei. Keine schlaffen Hände mehr schütteln, keine „Hugs and Kisses“ im Job, die ich noch nie leiden könnte (siehe auch Beitrag ->38) Kannst du kniggen). Aber was kann es werden? Nase-Reiben wie die Eskimos? Geht nicht, zu nah. Verbeugen wie die Japaner? Gut gegen Viren, aber für unsere Verhältnisse zu förmlich. Ellenbogen reiben ist albern. Also … dann gern Namaste!

Viele Grüße an Freunde, Kollegen und Blogger in Indien.

Haltet durch!

<—Corona-Lektionen 15

—>Corona-Lektionen 17

17) Postkarte aus Goa 3

Indien, in unserem Fall Goa, bietet so viele Eindrücke, dass ich noch genug Stoff für eine dritte Postkarte von hier habe.

Von Strandbars:

Strandbars gibt es hier alle paar Meter. Die meisten sind „sehr einfach“. Wir konnten ein paar von ihnen für Lunch und Dinner ausprobieren. Das Essen war immer lecker. Es gab viel Fisch, Goan food, Indische Klassiker, aber auch Chinesisch und ein paar Internationale Klassiker wie Pommes oder Pasta. Die Kids haben auch immer etwas gefunden. Wir haben alles gut vertragen, die Reise-Apotheke mussten wir nicht einmal anfassen. Am Mittwoch konnten wir ein interessantes Ritual beobachten. In der Nachbar-Kneipe begann man kurz nach 18:00, die Korbstühle von der Terrasse zu tragen und mitten auf dem Strand zu stellen. Alle anderen Bars zogen nach, bald gab es in den Bars kaum noch Stühle und Tische. Der Grund wurde schnell klar. Erstens gibt es keine Sitzgelegenheiten im Sand, zweitens sind die Sonnen-Untergänge schön anzusehen, drittens sind sie noch viel schöner mit einem kühlen Getränk in der Hand. Da lässt sich doch etwas Business generieren.

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Von der Straße:

Der Verkehr in Goa ist typisch Indisch, wenn auch nicht ganz so stressig wie in den Großstädten. Unser Driver fährt schon seit 20 Jahren und geniesst das „slow live“ hier, gute Voraussetzungen für eine Fahrt mit ihm über Land. Zeitweise fährt ein Pritschenwagen mit der Aufschrift „On Election Duty“ vor uns. Ich frage den Driver, er verrät mir, dass die EVMs (Wahlmaschinen) wieder aus den Wahl-Lokalen eingesammelt werden. Die Wahlen waren „peaceful“ und manche Wahlbezirke erreichten stolze 80% Wahlbeteiligung. Respekt! Kurze Zeit später folgt der nächste Pritschenwagen voll beladen mit Gas-Flaschen. Gesichert nur durch Schwerkraft und vier Hände.

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Von Terror:

Kaum in Old Goa aus dem Taxi ausgestiegen, marschieren wir direkt auf die Basilika Bom Jesus (erbaut um 1600) zu . Auf meinem Rücken haben ich einen kleinen Rucksack mit Getränken und Sonnenschutz. Eine Sicherheitsmann stoppt uns und informiert, dass Rücksäcke nicht erlaubt sind. Auf meine Frage, wo ich den denn abgeben könne, wirkt er ratlos. Als hätten sie bei der Angelegenheit wenig Erfahrung. Ein anderer Mann springt zur Erklärung ein. „There was a terrorist attack in Sri Lanka“. Natürlich. Auf Menschen in Kirchen und Hotels. Das haben wir hier auch mitbekommen. Natürlich denkt man auch drüber nach, wie schnell man selber davon betroffen sein kann. Besonders in solch symbolträchtigen Gebäuden. Aber genau das wollen diese Idioten ja erreichen. Nein, nicht mit uns! Wir gehen da jetzt rein und schauen uns das an!

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Von Stadt und Land:

Viele Häuser in den Orten sind extrem bunt angemalt. Drumherum ist alles grün, die sind Palmen hochgewachsen.

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Zwischen den Orten werden die Flächen bewirtschaftet. Links und rechts der Straße gibt es z.B. Reis-Felder, Salinen und Wasserbüffel.

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Aber auch die Straße selber wird genutzt. Shrimps liegen am Straßenrand und sollen trocknen. Und auch die Fischer-Netze liegen hunderte Meter lang auf der Straße verteilt und braten in der Sonne.

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Von Menschen:

Etwas skurril ist der Anblick der Menschen am Strand. Zwischen den Orten kann man sehr allein sein, an den Orten wird es voller. Vergleichbar mit unseren Stränden in der Heimat. Allerdings „liegt“ man bei uns eher oder man „schwimmt“ halt. In Goa ist das anders. Da „steht“ man. Wir erklären uns das mit fehlenden Strandkörben und hohem Nichtschwimmer-Anteil. Viele haben Smart Phones in der Hand und posen aufwändig für die Selfies. Auch unsere Gesichter befinden sich mittlerweile auf unzähligen Indischen Selfies. Mit heller Haut und blonden Haaren sind wir hier die Exoten und gut gebuchte Foto-Motive. Immer höflich und nett angefragt, wissen wir nun, wie sich Promi‘s fühlen müssen.

In der Lobby des Hotels betreibt eine Inderin einen Travel-Office. Sie vermittelt Ausflüge und Taxi-Fahrten an lokale Kleinunternehmer. Natürlich ist das etwas teuer, aber für den Tisch muss sie Miete an das Hotel bezahlen und sie will ja auch noch von etwas leben. Sie hat ihr Netzwerk, kümmert sich um alles und auch die Zahlungsabwicklung läuft über sie. Wir nehmen ihren Dienst gern in Anspruch. Außerdem gibt es wieder Gelegenheit zum quatschen. Ihre Tochter ist 12 Jahre alt und ein Ass in fortgeschrittener Mathematik. Sie kann gigantische Summen mit einem Abakus ausrechnen, ein normaler Taschen-Rechner kann das gar nicht. Zunächst hat sie den nationalen Wettbewerb in Chennai gewonnen und durfte Indien dann noch auf einem Internationalen Event in Malaysia vertreten.

Wir stehen vor der Basilika Bom Jesus und ich mache ein paar Selfies. Ein Inder neben uns macht auch Fotos und bietet sich an, uns zu fotografieren. Wir kommen ins Gespräch, seine Frau und Tochter kommen auch dazu, schnell ergibt sich ein netter Plausch. Er arbeitet in Delhis Süden, in Gurgaon, und zwar bei einer deutschen Firma. Na da werde ich doch hellhörig und siehe da, er arbeitet für den gleichen Laden wie ich! Sofort bequatschen wir, was wir so tun und was uns hertreibt. Er arbeitet gerade an einem Projekt, was ihm eine Dienstreise nach Deutschland ermöglichen könnte. Wir tauschen unsere Daten aus und verabreden uns lose.

So Leute, das war‘s, ich melde mich wieder aus Berlin! Ich hoffe es hat gefallen, Likes und Kommentare wie immer gern gesehen… 🙏🏻

 

Und hier noch eine Zugabe der Mini-Blogger:

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Frühere Postkarten aus Indien:

16) Postkarte aus Goa 2

Bevor uns der Alltag zurück nach Deutschland befehlt, bleibt noch Zeit für eine zweite Postkarte aus den Tropen.

Von Strand und Sonne:

Wie schon geschrieben, ist der Strand bei Colva sehr breit, flach und sauber. Es gibt Ebbe und Flut, aber moderat. Wasser ist immer zu haben. Es ist warm und salzig, man könnte Nudeln drin kochen. Ich mag es kaum schreiben, aber für mich könnte es glatt etwas kühler sein. In Sand und Wasser gibt es kaum Steine und Muscheln. Man kann also problemlos barfuß ins Wasser gehen. In regelmäßigen Abständen gibt es sogar Life Guards! Die Sonne brennt aber ohne Pause, zwei russischen Pärchen sehen bereits aus wie vier Hummer auf einer Fischplatte. Eincremen muss sein und Badeshirts (auch für Erwachsene) kann ich nur empfehlen! Da die meisten Inder eh alle bekleidet ins Wasser gehen, fällt man damit kaum auf.

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Von Henna und Tattoo:

Meine Tochter wünscht sich so sehr ein Henna Tattoo. Sie ist etwas überfordert wegen all den Motiven, Styles und Farben. Eine junge Frau vor einem der Tattoo-Shops nimmt sich uns an und bringt uns in ihr Studio. Zusammen starten wir Google und wählen ein Muster aus. Ich bin für anderthalb Stunden auf einen Plastikstuhl gefesselt und übe mich in Entschleunigung. Meine Blicke wandern über all die Tattoo-Motive, die an den Wänden hängen. Da gibt es Religiöses, Sportliches, Phantastisches und Tierisches. Oder bei Bedarf kann es auch ein hübscher Reichsadler auf einem Haken-Kreuz sein. Am besten mitten auf die Stirn tätowiert, damit alle sehen wie doof man ist.

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Von Flora und Fauna:

Goa ist sehr grün, an der Küste stehen überall Palmen, Mango-Bäume und Büsche mit Blüten in allen Farben. Ab und zu macht es auf dem Hotel-Gelände „Plumps“, dann hat sich eine Mango todesmutig in die Tiefe gestürzt. Die Kokos-Nüsse über meiner Pool-Liege beobachte ich skeptisch. Wenn mir davon eine auf den Kopf fällt, ist Schluss mit der Bloggerei.

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Ansonsten gibt es viele frei laufende Hunde und Katzen, eine morgendliche Begegnung mit einer Kakerlake hatte ich erstaunlicherweise noch nicht und auch die Geckos scheinen einen anderen Platz zum Leben gefunden zu haben. Allerdings landete ein sehr großes Insekt (Zikade?) mitten auf unserem Abend-Tisch. Das Gekreische war groß und ich musste zu drastischen Mitteln greifen. Zum Glück war kein Jain in der Nähe. Das größte Tier, was wir zu sehen bekommen haben, war ein Büffel bei der Wäsche.

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Von Menschen:

Am Pool komme ich mit einem Indischen Papa ins Gespräch. Eigentlich aus Mumbai, lebt die Familie nun in Bengaluru. Geld verdienen, was sonst. Er ist in Sachen IT unterwegs, ich auch, außerdem war ich auch schon in Bengaluru. Also haben wir gleich genug Gesprächsstoff.  Früher lebte er mal ein paar Jahre in London und konnte auf diese Weise auch andere Europäische Städte besuchen. Am liebsten will die Familie mal in die USA, da dort auch andere Verwandte in Dallas leben.

Das Mädel aus dem Tattoo-Studio arbeitet mit ihren zwei Brüdern nur für die Saison hier. Eigentlich kommt die Familie aus Rajasthan. Zu Hause hat sie noch 7 (!) Schwestern. Diesmal darf sie zum ersten Mal bei den Wahlen teilnehmen, beim letzten Mal fehlte ihr eine ID-Card, die man zum Wählen benötigt. Sie geht auf jeden Fall wählen. Sie hat sich für die Kongress-Partei entschieden, gegen die regierende B.J.P. von Modi. Weit weg von ihrer Heimat, kann sie auch aus Goa wählen. Mag man über Wahlmaschinen denken, was man will, immerhin wird der Zugang zur Demokratie erleichtert. Briefwahl kann man in Indien vermutlich vergessen.

Ich bin am Tresen und zahle unser Abendessen. Ein alter Inder nähert sich unserem Tisch und spricht meine Family an. Ich stoße dazu. Er behauptet, Deutsch und  noch viele andere Sprachen zu beherrschen. Zunächst vermute ich nur die üblichen Touri-Worte wie „Bayern München“, „Merkel“ oder Oktoberfest“, aber nein er spricht wirklich Deutsch. Er kennt Berlin-Lichtenberg, weiß dass Kreuzberger Tage kurz und Kreuzberger Nächte lang sind und dass Berlin seit ca 30 die Hauptstadt Berlins ist. Ui Ui, da muss ich selbst schnell grübeln.  Er bietet uns eine private Kochshow bei sich im Haus oder einen Rundgang durch die Natur an. Beides passt aber nicht in unsere Vorstellung, aber er sammle deutsche Münzen. Na da lässt sich doch bestimmt was machen … 

Frühere Postkarten aus Indien:

15) Postkarte aus Goa 1

Dieses Ostern 2019 verbringen wir in Goa. Zeit für eine erste Postkarte, die wie immer, auch Nachdenkliches und Skurriles enthält.

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Von Ostern:

Goa ist kein Ort, um Schoko-Eier zu verstecken. Durch seine christliche Prägung, feiert man in Goa aber durchaus Ostern. Und zwar ausgelassen. Das Personal hat das Gelände des Hotels mit bunt bemalten Eiern geschmückt, im Schatten des Gartens gibt es ein Buffet, ein DJ wurde angeheuert und beschallt den Pool. Für meinen Geschmack zu laut, aber Inder mögen es nun mal bunt und laut. WLAN gibt es seit heute morgen nicht mehr. Wir spekulieren, dass der DJ die komplette Bandbreite für sich beansprucht.

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Von Dry Days:

An der Pool-Bar stehen Schnapsflaschen. Mal sehen wie lange noch. Ab heute Abend beginnen die „Dry Days“ in Goa. Die Bevölkerung Goas wird am Dienstag zu den Wahlurnen gerufen, da will man die erhitzten Gemüter besonnen halten. Wer nicht vertrocknen will, deckt sich vorher ein oder verlässt sich einfach auf den Indischen Geschäftssinn. Der Chef einer Strandbar hier um die Ecke wirbt trotzdem für einen Besuch, bei Bedarf gibt’s Cola mit Rum, steckt er mir. Das fällt nicht so auf.

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Von weißen Stränden:

Der Strand ist sauber, zumindest hier in Colva. Überraschend sauber. Sauberer als in Südwest-Europa. Sehr wenig Müll, keine Scherben, kein Viehzeug was man sich eintreten kann, beisst oder sticht. Ab und zu streunende Hund, viel weniger Händler als gedacht und alle paar Meter kommt eine kleine Strandbar. Dort gibt es Cola, Limca, Wasser und ein großes Kingfisher für sehr kleines Geld.

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Von Russen:

Hauptsprachen hier in Goa sind English, Konkani, Marathi. Wenig Hindi. Dafür aber Russisch, so scheint es. Viele der Schilder sind in Englisch und Russisch beschrieben. Ein Klamottenhändler um die Ecke, begrüßt mich jedes mal mit „Smatriii“, was so viel wie „schau mal“ auf Russisch heisst. Für die paar Getränke heute, soll ich „Vosem Desyat“, also achtzig Rupien zahlen. Hätte nicht gedacht, dass mir mein Schul-Russisch in Indien nützt.

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Von Plastik und Planen:

Die weißen Strände sind wirklich schön anzusehen, sollen aber bitte nicht davon ablenken, dass Indien ein massives Müll-Problem hat. Dazu muss man den Strand nur 100 Meter in Richtung Land verlassen. Das ist auch nicht wirklich neu, jeder weiß das oder hat schon mal davon gehört. Vor vielen Jahren aber, war das eher noch eher „natürlicher Müll“. Also Zeug, was zwar zum Himmel stank, aber irgendwann mal noch verrotten konnte. Kein Entsorgungssystem und fehlende öffentlich Toiletten waren das Problem. Heute gibt es durchaus eine Art Müllabfuhr und begehbare Klos. Es stinkt nun nicht mehr so wie früher, dafür liegt Plastik überall. Man kann sich überlegen, was besser ist. Wer soll das nur jemals wieder wegräumen?? Und die nächste Seuche wird sichtbar, blaue Plastik-Planen an vielen Stellen. Was vor Jahren noch das gute alte Wellblech war, ist heute die 4x4m-Plane Modell OBI, TOOM, BAUHAUS

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Von Menschen:

Wie immer in Indien, ist das gesellschaftliche Spektrum auch hier sehr breit. Manche Einwohner versuchen, mit Klamotten und Früchten am Straßenrand über die Runden zu kommen. Manch einer kommt von weit weg zum Arbeiten hierher. Andere nur kurz für einen Urlaub. Ritchie hat eigentlich Blut von den Seychellen seinen Adern, ist in Bahrain aufgewachsen und managed nun die Pool-Bar. Er ist sehr glücklich damit und möchte nicht in einem Moloch wie Delhi arbeiten. Zu laut, zu voll, zu schmutzig, sagt er. Der Chef von der Boomerang-Strandbar sieht aus wie eine Mischung aus Harry Belafonte und Dwayne Johnson. Er lebt eigentlich in Holland und kommt zum „Arbeiten und Leben“ hier nach Goa. Gut gestellte Indische Familien aus den Großstädten machen hier Urlaub. Genießen das Wasser, die saubere Luft und den liberalen Lebensstil hier. Und manch Tourist aus dem Ausland … nun was soll ich sagen … ihr wisst ja was ich meine … seht einfach selbst 😉

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Frühere Postkarten aus Indien:

 

14) Postkarte aus Delhi

Bevor wir Delhi wieder verlassen, möchte ich schnell noch eine Postkarte verschicken. Wie immer bei meinen Postkarten, soll es kurz und knackig sein. Reiseführer gibt‘s schon genug. Diesmal war ich mit Familie hier. Wir wollten einen guten Mix erleben und die Kids dabei nicht überfordern. Ein kurzer Abriß der letzten Tage also …

Sonntag: 

  • Rundgang am Connaught Place zum Ankommen und Orientieren
  • Jantar Mantar (Astronomische Sternwarte nahe Connaught Place)
  • Nirula Bazar (Indian Shopping auf mehreren Etagen)
  • Lodi Garden (Schöne Grünanlage, Grabstätten, Spielplätze, Teich) —> folgendes Bild

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Montag:

  • Jamma Mashid (drittgrößte Moschee der Welt in Old Delhi)
  • Raj Gath (Verbrennungsstätte von M. Ghandi und anderer Politiker)
  • Humayun’s Toomb (Gigantisches Grabmal in schöner Grün-Anlage) —> folgendes Bild

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  • India Gate (Großes Tor zu Ehren Indischer Soldaten, die im 1. WK ihr Leben verloren) —> folgendes Bild

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  • Raj Path (Regierungsviertel)
  • Spaziergang in Chanakyapuri (nettes Diplomaten-Viertel)
  • Shanti Path (Botschaftsviertel)
  • Qutub Minar (75m hohes Minaret) —> folgendes Bild

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  • Sikh Tempel (Tempel-Anlage incl. Großküche für 10.000-15.000 kostenlose Essen pro Tag) —> folgendes Bild

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Mittwoch

  • Fahrt nach Madanpur Khadar (Siedlung für ehemaliges Slum-Bewohner)
    • Besuch von Patenkind A. und ihrer Familie, begleitet von NGO-Mitarbeitern
    • Besuch einer Jungs-Klasse zum Thema „Safety for Girls“
    • Besuch einer Mädchen-Klasse zum Thema „Computer + Internet“
    • Besuch einer Versorgungsstätte für Behinderte Kinder und deren Eltern
  • Rundgang Connaught Place, Palika Bazar
  • Jan Path Bawan und Jan Path

 

Donnerstag

  • Red Fort (berühmte Festungsanlage in Old Delhi) —> folgendes Bild

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  • Chadni Chowk (quirlige Straße in Old Delhi)
    —> folgendes Bild, leider kann mir hier keine Geräusche, Gerüche und Flüssigkeiten hochladen

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  • Ghandi Smriti f.k.a. Birla House (Gelände, auf dem Ghandi seine letzten 144 Tage verbrachte und erschossen wurde), ein stiller Ort zum Nachdenken!!
    —> folgendes Bild

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Und was ist mit Skurrilitäten?

Die gibt es hier in Delhi natürlich zu Hauf, die kann ich gar nicht alle aufschreiben. Ich kann nur jedem raten, den Chandni Chowk einmal auf und ab zu gehen. Dann hat man quasi das „best off“ der verwirrendsten Eindrücke erlebt. Genug brain food.

Stadtplanung:

Auch die Stadtplaner von Delhi haben sich etwas Futuristisches einfallen lassen. Sie wollen den Chandni Chowk in eine begrünte Fußgänger-Anlage verwandeln!?

So informiert zumindest —> folgendes Schild

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Also ehrlich, liebe Leser, wenn das so kommt, fresse ich einen indischen Besen und Delhi ist um ein Kultur-Gut (wenn auch ein sehr dreckiges) beraubt!

Verständigung:

Das Indische English ist reich an Missverständnissen, hier nur ein paar Beispiele.

  • Sagt jemand im Hotel „Pös Por“, heißt das nicht „Passport“ sondern „First Flor“.
  • Spricht ein Guide von einer „Muschi“, meint er nicht seine Katze 😉 sondern eine Moschee.
  • Erwähnt der Fahrer einen „Missing Helmut“, ist nicht vom verlorenen Onkel in Deutschland die Rede, sondern von der fehlenden Helmpflicht…also von „missing helmet“

 

Frühere Postkarten aus Indien:

 

 

13) Postkarte vom Taj Mahal

Gestern ging es für uns nach Agra. Die Stadt an sich ist in Europa wohl weniger bekannt, aber seine Hauptsehenswürdigkeit, das Taj Mahal, kennt wohl jeder. Für mich war es nicht der erste Besuch dort, doch gab es auch diesmal wieder neue Eindrücke von der wohl dekadentesten Begräbnisstätte ever. Aber links und rechts davon gab es auch ein paar Skurrilitäten zu sehen.

Der Fahrer holte uns 07:00 Uhr am Morgen vor dem Hotel in Delhi ab. Die Familie stieg hinten ein, ich vorne. In meiner Erinnerung waren es gute 200 km nach Agra, zudem gibt es ja mittlerweile den neuen Yamuna-Express-Highway. Also ging ich von ca. 2,5 Stunden Fahrzeit aus. Wir fuhren also auf den Highway, der Fahrer beschleunigte aber nur zaghaft. Er zeigte auf einen Aufkleber an der Frontscheibe direkt vor mir. „This car is limited to 80 km/h“ oder so ähnlich stand da in Spiegelschrift geschrieben. Er sagte „Good speed“ und grinste. Na großartig! Ich, der ja grundsätzlich ein Problem mit dem „Nichtstun“ hat, sitze nun bei 80 km/h auf einem kaum befahrenen indischen Highway und bin zur Entschleunigung verdonnert. Also betrachtete ich Bauern, Felder, Hütten, Büffel, Ziegeleien und versuchte mich in Small Talk. Gegen 11:00 Uhr in Agra angekommen besuchten wir das Grabmal von Mogul Akbar. Anschließend des Agra-Fort und als Höhepunkt natürlich das Taj Mahal.

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2017 wurde es wohl frisch geputzt. Eigentlich übernahm das bislang immer der Monsun, aber der fiel in den letzten Jahren immer dünner aus. Also musste man manuell ran. Arbeitskräfte dafür gibt es genug.

Die Sicherheitskontrollen vor dem Taj sind streng, die Mitnahme von diversen Gegenständen ist verboten. So will Indien sein knapp 400 Jahre altes Bauwerk schützen. Hoffentlich geht das auf Dauer gut. Auf der Welt gibt es genug Idioten, denen solch ein Prachtbau islamischer Prägung ein Dorn im Auge ist. Aber das Taj ist auch in der Neuzeit angekommen. An bestimmen Ecken gibt es WLAN, auch eine App kann man sich herunterladen.

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Ansonsten läuft Agra auf ein heftiges Verkehrsproblem zu. Die Stadt bietet wenig Platz für Metro oder Sky-Train. Agra verstopft an allen Ecken. Besonders an den beiden Brücken über den Yamuna River geht nichts voran. Für eine Fahrt zwischen zwei Sights haben wir 50 Minuten gebraucht.

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Aber die Stadt hat eine große Vision. Sie steht auf ein Schild geschrieben, ist aber noch zurückhaltend an einen Baum gelehnt. Agra will eine „Smart City“ werden. Noch ist aber „Work In Progress“. Ehrlich habe ich aber noch nicht viel von „Progress“ gesehen.

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Kurz vor 18:00 Uhr traten wir die Heimfahrt an. Mindestens 3 Stunden, würde ich mir nun die andere Seite der Autobahn anschauen müssen. Aber so langweilig wurde es dann doch nicht. Sturm, heftige Gewitter und Platzregen begleiteten uns fast die ganze Zeit. Die Sicht war sehr bescheiden. Also klebte ich mit dem Gesicht an der Frontscheibe, um wilde Tiere, Fußgänger und Geisterfahrer zu entdecken. Von den Trucks erwartete ich jederzeit herunterfallene Eisenstangen, Zementsäcke oder Plastik-Planen. Und in dem Moment war ich eigentlich ganz froh, dass wir nur 80 km/h fahren durften … 😉

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Frühere Postkarten aus Indien:

13) WIFI for kids

New Delhi, Connaught Place, Zimmer 100, Bett rechts und Bett links. Darauf unsere Kinder.  Sie haben genug für heute und ihren ersten Tag auf dem Subkontinent wirklich gut gemeistert. Besonders wenn man bedenkt, dass wir heute erst 02:00 Uhr im Hotel waren und am Tag bereits bei über 40 Grad durch die nähere Umgebung des Hotels gelaufen sind. In Jantar Mantar waren wir und dann noch zu Fuß in einem Handicrafts Bazar. Anschließend ging es per Taxi zum Lodi-Garden, der Driver hat das Geschäft der Woche gemacht … am Sonntag schon 😉. Zum Abhängen kriegen die Kids nun die iPads und dürfen daddeln. Ich will mal kurz in den WordPress Reader schauen und mache es mir auf dem Büro-Stuhl bequem. Gar nicht so einfach, sich hier zu konzentrieren. Die Klimaanlage habe ich heruntergedreht, trotzdem pustet sie mich permanent an. Hinter mir auf dem Connaught Circle hupt es pausenlos. Die Stadt kommt eher in Fahrt, nicht zur Ruhe. Ist das noch Wochenende, oder schon Wochenanfang?

Es ist 20:30 Uhr Ortszeit und ich lausche ab und zu den Kids:

  • “Wie sind deine Serverdaten?“
  • “Ich habe eine Spitzhacke und Äpfel für dich“
  • “Die Welt ist doch super oder? Ich nehme mir einen Platz“

Na dann, Namaste!

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