102) Corona-Lektionen 23

In Berlin endet bereits heute die 8. Woche im Family-Homeoffice. Morgen haben wir frei. Eigentlich wollten wir ja den Frauentag feiern, aber der 8. März fiel dieses Jahr auf einen Sonntag. Also bekamen wir den 8. Mai geschenkt.

Ein paar Gedankengänge der letzten Tage:

Spiel: Kerstin schrieb kürzlich auf https://alltagseinsichten.com, dass sie das aktuell doch alles sehr an Brot & Spiele und den Film „Matrix“ erinnere. Ähnliche Gedanken kamen mir in der Woche auch, ich hatte aber eher „Monopoli„ vor Augen. Aber mit dem Unterschied, dass man nicht selber würfelt, sondern die Würfel von anderen geworfen werfen.

Der Rest bleibt ungefähr gleich:

  • Gegen Sie hier hin, aber gehen Sie nicht dahin
  • Gehen Sie am Rand, kommen Sie einander nicht zu nahe
  • Gehen Sie in den Bau, warten Sie 8 Runden … oder Wochen
  • Zahlen Sie dies und das, Strafgebühr, Anzahlung für keinen Urlaub
  • Stehen Sie hier an, warten Sie dort, aber bitte mit Abstand
  • Hotels sind gerade wieder im Kommen, kann man kaufen.
  • Theater und Kulturstädten besser noch schnell abstoßen

Hygiene-Konzept: Die Arbeitgeber, die ihre Leute zurück in die Büros holen wollen oder müssen, beschäftigen sich mit seitenlangen Hygiene-Bestimmungen. Klinken putzen, Fenstergriffe desinfizieren, Kaffee-Maschine reinigen, Tastatur abwischen, Telefonhörer polieren usw usw.  Team-Leads sind von nun an nicht mehr nur Chef, Coach, Datenschützer, Informationsschützer, Arbeitssicherheitsverantwotlicher und Chief Happiness Officer, sondern nun auch noch Putzkraft. Herzlichen Glückwunsch. Ich bleibe im Homeoffice so lange ich kann.

Hamster-Retrospektive: Die ersten Hamster-Käufe fanden nach meinen Notizen in der Woche vom 24.02.2020 statt. Die Mindesthaltbarkeitsdaten dürften nun Anfang Mai überschritten sein.

Daher lasst mich nun die Hamster fragen:

  • Hat die Mehlsuppe gut geschmeckt?
  • Habt Ihr euch an Dosen-Ravioli gelabt?
  • Oder sind euch die Kartoffel-Zentner, Salami-Ringe und Käse-Räder verfault?
  • Und wie steht’s eigentlich um die Klo-Papier-Bestände?

8. Mai: Der Tag der Befreiung jährt sich morgen zum 75. Mal. Die Deutschen krabbelten damals wieder aus den Kellern und Schützengräben. Die Städte lagen in Schutt und Asche. Sie standen vor dem Nichts. Und weil das alles noch nicht genug war, folgten 1946 und 1947 noch eisige Winter.

Das lässt doch die heutigen Probleme in einem ganz anderen Licht da stehen, oder?

Nachtrag: Tja, so wollte ich den Beitrag eigentlich enden lassen. Aber vorhin war ich noch mal im Park, etwas frische Luft schnappen. Da schien niemand ein Problem zu haben. Skater, Jogger, Volley-Baller überall. Kinder tobten auf den Spielplätzen, Picknick-Decken und Sitzgelage mit Bierchen auf der Wiese. Schon wieder eine neue Realität.

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49) Klotür

Kommen wir mal wieder zu etwas ganz Kleinem und Alltäglichem. Dem Klo. Speziell dem öffentlichen Klo in Restaurant, Bahnhof oder Flughafen und der Tür, durch die man wieder hinaus muss. Hat man den Klo-Besuch halbwegs trocken überstanden (siehe Beitrag 25) Hose nass) und die Hände trocken bekommen (siehe Beitrag 47) Händetrocknungssysteme), wird man vor der Herausforderung stehen, das Örtchen ohne weitere Infektion zu verlassen.

Hier meine persönliche Top 5 der Klotüren:

  1. Platz 1: Auf vielen Flughäfen und Bahnhöfen gibts schon gar keine Türen mehr, das ist mir das liebste. Die beste Klotür ever
  2. Platz 2: Eine Klo-Tür, die sich nach außen öffnen lässt, wahlweise mit den Schuhsohlen. Die trifft man gern in den Metall-Klos an der Auto-Bahn an
  3. Platz 3: Eines solcher Drehkreuze, die diese neuen Sani-Oasen versperren. Die kann man mit den Oberschenkeln bedienen, man muss sie nicht anfassen
  4. Platz 4: Ein langer vertikaler Tür-Griff, leider zum Ziehen, häufig in Fastfood-Restaurants verbaut. Hier kann man nur versuchen, weiter oben anzufassen und hoffen, dass alle bisherigen Besucher unter 1,80 m groß waren. Aber auch nicht zu weit oben, denn in dieser Höhe war noch nie eine Putzkraft zu Gange
  5. Platz 5: Eine Tür mit klassischer Türklinke, die nass oder gar seifig, irgendwie tropfend, feucht und schmierig ist. Und nur nach innen zu öffnen. Der Horror!!
    Für diesen worst case habe ich drei Strategien entwickelt:
    A) Das Papierhandtuch in der Hand behalten und damit die Klinke bedienen. Leider gibt es immer mehr dieser „Turbo-Puster“ statt Tücher.B) Inne halten, abwarten und drauf bauen, dass gleich jemand von außen hinein kommt. Dann Fuß oder Ellbogen einsetzen und schnell ab durch die Mitte.

    C) Mal ausgesprochen „nett sein“, zur Seite treten und anderen Klo-Absolventen den Vortritt lassen
    —> … aber bitte nicht weitersagen, sonst funktioniert das bald nicht mehr 😉

Andere Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial?
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