322) Rückkehr ins Büro – Teil 4

Im Beitrag > Rückkehr ins Büro – Teil 3 hatte ich ja schon angedroht, gelegentlich einen Statusbericht zu geben, was mir denn so bei der Wiedereingliederungsmaßnahme in die „Präsenzarbeit“ so widerfährt. Nun dann, darum soll es heute gehen 😉

Zunächst muss ich sagen, dass meine Online-Arbeit eher noch zunimmt. Seitdem ich in ein weiteres Projekt eingestiegen bin, hocke ich noch mehr in virtual Meetings als zuvor. Eigentlich den ganzen Tag. Der UPS-Bote regte sich heute tierisch auf, was mir einfalle, einfach nur den Türöffner zu drücken, statt mit ihm vorher zu sprechen. Vermutlich wollte er mir ankündigen, das Paket einfach unten in die Fahrstuhl-Kabine zu werfen … aber nüscht is’ … das is‘ vorbei mein Freund! Ich erwarte mein Paket auf der Fußmatte, weil ich das eben nicht mit dir diskutieren kann und sowieso zu missverständlichen > Headset-Dialogen mit den Kollegen im Meeting führt.

Aber es gibt auch Fortschritte in Richtung „New Normal“ zu verzeichnen:

Dass ich meinen ersten Flug nach so langer Zeit erfolgreich gemeistert habe, hatte ich schon in >Postkarte aus Oslo geschrieben. Der Transfer zum Flughafen und die Wege dort, waren noch ungewohnt, aber als ich dann oben in den Wolken saß, war alles wie früher. Fahrradfahren, Schwimmen und Fliegen verlernt man wohl nie. Nur das gelegentliche Husten in den anderen Sitzreihen, das ließ mich einige Male zusammenzucken.

Anfang Juni war ich auf einer Mini-Messe hier in Berlin, neudeutsch „Pop-up-Event“. Damit sollte ich nach über zwei Jahren das erste Mal auf andere Business-Typen treffen. Die Frage nach der passenden Kleidung schob ich bis zum Vorabend auf. Schlips und Kragen etwa? Kragen habe ich ausreichend, aber die Krawatten hatte ich Anfang 2022 endgültig entsorgt. Außer „die schwarze“, denn man weiß ja nie. Ein Anzug schien mir irgendwie daneben, schließlich sind das dort alles IT-Leute und die hüpften selbst vor zweieinhalb Jahren schon in Jeans über die Gänge. Also wählte ich ein Outfit, mit dem man eigentlich nicht viel falsch machen kann: ordentliche Jeans, helles Hemd, dunkles Sakko, Business Schuhe. Doch der Großteil der jungen Hüpfer, erschienen im T-Shirt, blau-kariertem Sakko, umgekrempelten, hellbraunen Hosen, quietschbunten Socken und weißen Sneakers. Oder im Hoodie mit Firmen-Logo. Ah ja. Ich bin wohl doch zum Dino geworden.

Der Raum für die Vorträge war eng bestuhlt, Fenster und Türen blieben geschlossen, um den Stadt-Lärm draußen zu halten. Mhm. Irgendwie gewöhnungsbedürftig, dem Sprecher da vorne und seiner Präsentation an der Wand zu folgen. Ein Headset hätte ich mir gewünscht und vielleicht einen Zoom zur Vergrößerung des Bildes. Zum Lunch wurden Häppchen gereicht, im Prinzip wie früher, nur diesmal alles Veggie.

Aber gut. Von mir aus bin ich eben ein Veggie-Dino. Soll es ja auch gegeben haben 😉

Bald mache ich meine erste Post-Corona-Dienstreise ins Frankenland …. oahhhhh.
Dass ich mich da mal drauf freuen würde, das hätte ich auch nie gedacht.

Ich werde berichten.

<— 319) Rückkehr ins Büro – Teil 3

320) Erfrischende Videokonferenzen – Vol 2

Die Homeoffice-Regelungen fallen, Firmen ebnen den Weg zurück in die Büros. Alles ganz nett, aber virtuelle Konferenzen werden uns wohl für immer erhalten bleiben. Nicht schlimm, hatte ich ja vor Corona auch schon. Aber nun bin ich nach zwei Jahren Homeoffice noch in ein Projekt gerutscht, wo man ständig die Kamera anschaltet. Widerlich.

Ich meine, es ist ja ganz nett, die Kollegen mal zu sehen, aber das fesselt mich nun ständig an den Rechner. Ätzend. Vorher konnte ich mit dem Headset wenigstens durch die Bude laufen.

MS Teams, Zoom und andere Provider, bringen zwar regelmäßig neue Features raus, aber eigentlich voll an meinem Bedarf vorbei.

Hier fünf weitere Ideen für eine atemberaubende User Experience:

  1. Warum gibt‘s bei den „Reaktionen“ nur Daumen hoch, Beifall und Handzeichen? Ich bräuchte bitte Daumen runter, Augen-Rollen, Nervensäge, Piepvogel, Schnaufen und Gähnen.
  2. Hintergrundbilder gibt‘s ja nun schon länger und mittlerweile werden auch die Ohren nicht mehr abgeschnitten. Aber wann kommen endlich Vordergrundbilder? Wann kann ich mich „ganz aktiv“ einblenden, aber nebenbei mal herzhaft in die Pizza beißen oder ein Power-Nap machen?
  3. Und wenn schon Kamera gefordert ist, dann doch bitte eine Action-Cam, die ich mir auf den Kopf setzen kann und die dann meine Hackfresse filmt. Dann kann ich mich wenigstens vom Platz wegbewegen.
  4. Dann hätte ich gerne noch Sound-Effekte, die ich für alle Teilnehmer einspielen kann. Bohrgeräusche beim Nachbarn, nervende Kinder mit Hausaufgaben oder das Klingeln des Paket-Boten. „Sorry, warte mal, muss kurz weg. Gleich wieder da.“
  5. Und dann noch einen Lügendetektor für Abwesenheitsmeldungen der Kollegen. „Bin auf einem Innovation-Workshop und kann keine Anfragen beantworten“ wird dann übersetzt mit „Bin unterwegs … weiß gar nicht genau worum es geht … werde Kaffee trinken, das Buffet leer fressen, Selfies machen und dann einen völlig belanglosen Beitrag bei LinkedIn posten.“

Ja, Videokonferenzen könnten so echt an Unterhaltungsqualität gewinnen, finde ich  😉

<—304) Erfrischende Videokonferenzen – Vol 1

319) Rückkehr ins Büro – Teil 3

In meinen Beiträgen >Rückkehr ins Büro 1 und >Rückkehr ins Büro 2 konnte ich mir noch genüsslich ausspinnen, wie das wohl sein würde, wenn wir JEMALS WIEDER IRGENDWANN ins Büro dürften. Das ging mir locker und flockig von der Hand, denn es war ja noch unendlich weit weg. Es hat mir sogar großen Spaß gemacht, das zu schreiben. Nun ergeben sich möglicherweise Optionen für Reisen und auch für persönliche Meetings.

Und ich muss sagen, dass mich das nach 2,5 Jahren Voll-Homeoffice nicht kalt lässt. Wenn ich morgen irgendwo hinfliegen müsste … ähm dürfte …, um dort auf ein paar Dutzend Leute zu treffen, könnte ich mit Sicherheit kaum schlafen und ich würde mir mein Hirn zermartern, was da wohl alles auf mich warten würde. Ich hätte Sorge, den Zug/Flug zu verpassen und würde mir drei Wecker stellen, zudem müsste ich vom „neuen“ Flughafen BER abfliegen den wir nur einmal ganz kurz im April 2021 besichtigt hatten (> Koffer in Berlin).

Kurz gesagt, das Reisen und Treffen von Kollegen, was für mich vor Corona völlig normal war, macht mich nun schon unruhig

Also werde ich mir „Wiedereingliederungsmaßnahmen“ überlegen, so wie beim Hamburger Modell, wo Menschen nach längerer Zeit wieder in den Arbeitsalltag integriert werden 😉

Maßnahmenplan:

Schritt 1: Nächste Woche fliege ich mit dem Stammhalter nach über zwei Jahren mal wieder mit einem Flugzeug. Rein privat. Aber damit wäre die Flug-Kompetenz schon wieder mal reaktiviert.

Schritt 2: Anfang Juni besuche ich eine kleine Messe hier in Berlin. Das Event geht nur von 09:00 bis 14:00 Uhr, ein softer Einstieg also, mit Option auf vorzeitigem Heimmarsch wenn mir das zu doof wird. Damit würde ich dann mal wieder in einer Business-Situation „live“ auf andere Menschen treffen. Auch erledigt.

Schritt 3: Ende Juni will ich dann mal eine Dienstreise per Bahn nach Franken machen und dort enge Kollegen treffen, mit denen ich quasi jeden Tag virtuell rede, aber dann auf Armlänge nahe komme.

Schritt 4: Anfang Juli will ich nach NRW für einen kleinen Workshop, mit Übernachtung und Teamessen am Abend. Klingt alles völlig banal, ich weiß, aber nach dieser langen Zeit in „Einzelhaft“ wird das schon mal eine soziale Challenge 😉

Schritt 5: Und dann … tja dann ist‘s offen, wie es weitergeht. Entweder bin ich dann wieder „ready to travel“ und kann Reisen ins Ausland ansteuern oder ich muss noch mal in ein Bootcamp mit „Extreme Socializing“.

„Igitt, lasst mich bloss in Ruhe und fasst mich nicht an!!“

Es bleibt spannend, ich werde über meine „Resozialisierung“ berichten.

PS: Danke liebe S. für den Austausch dazu heute

<— Rückkehr ins Büro – Teil 2

—> Rückkehr ins Büro – Teil 4

313) The flying locus: Jetzt im Doppelpack

Irgendwie hatte ich in den letzten Tagen keine Lust, etwas zu schreiben. Ich hatte viel um die Ohren, dann die Nachrichtenlage da draußen, alles nicht so inspirierend. Aber bevor ich nun in eine essentielle „Schreib.Blogade“ abrutschte, schenkte mir der Kranführer von der Baustelle gegenüber heute einen herrlichen Schnappschuss, den ich einfach nicht unkommentiert lassen kann.

Lest also hier nun die Fortsetzung von >The Flying Locus 😉

Was ist eigentlich die Mehrzahl von Locus?

Diese Frage kam mir in den Sinn, als die zwei P(r)acht-Toiletten am blauen Berliner Himmel erschienen. Sind das dann etwa „Locen“, „Locata“ oder gar „Locusse“? Auflösung: Es ist Latein und demnach sind es wohl die „Loci“ oder „Loca“. Kein Wunder, dass die Deutschen das Wort „Klo“ erfunden haben. Aber das soll ja hier kein Latein-Seminar werden.

Also was war da wohl wieder los?

  • Hat der Praktikant verstanden, dass man damit „time and money“ spart, wenn man zwei Klo‘s an den Haken hängt?
  • Wurde da vielleicht ein Corona-konformes Präsenz-Meeting abgehalten?
  • Sind „wie immer“ zwei Frauen gleichzeitig aufs Klo gegangen und haben sich festgequatscht (… sorry)
  • Hat sich die Gleichstellungskommission der Baustelle durchgesetzt, dass Herren-und Frauen-Klo paritätisch geliefert werden (uuups … schon wieder sorry)
  • Oder liefert die Firma nun schon mobile Beichtstühle (au wei … das gibt Ärger … noch mal sorry). Wartet mal … jemand ruft an … Vorwahl +379 … wer is‘n dis??

Und was da wohl als Nächstes fliegen mag?

  • Ein drittes Klo, für die Kollegen, die weder das eine noch das andere … (… ich höre besser auf …)
  • Fünf fliegende Klo‘s für Gruppenarbeit in reservierten „Breakout Rooms“ und „Save Spaces“?
  • Eine „Intim“-Building-Maßnahme? 😉 nach all der Vereinsamung im Homeoffice?
  • Ein Ruheraum für etwas mehr „Locus Time“ … ähm … „Focus Time“ im Think Tank?
  • Oder läuft da sogar bald Musik: „La Vida Loca“ vielleicht? Also vom „Leben auf dem Klo“?

Ich mache jetzt mal besser Schluss und freue mich auf den Shitstorm 😉 Nur zu.

Aber Spülen nicht vergessen!
Is‘ doch nich‘ so schwer!
Und Deckel runter!
Hände waschen!
Und Licht aus!
Mensch!
Na Also!
Man!

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Und gefallen? Ich meine der Beitrag, nicht das Klo.

Dann gibt‘s hier noch mal Teil 1 von > The flying locus

304) Erfrischende Videokonferenzen – Vol 1

„Am I living in a box, am I living in a cardboard box“, so begann ein Refrain in den 80er Jahren.

Nach zwei Jahren Homeoffice lebe ich zwar zum Glück nicht in einem Karton, aber in TEAMS (und dieses Produkt sei mal nur stellvertretend genannt, es gibt ja viele andere).

Neulich habe ich einer lieben Kollegin aus UK mein Leid geklagt und dann schlug sie vor, sie sollte mich mal drücken. Was ja online schlecht geht, aber dann dachten wir im Scherz über eine neue Funktionserweiterung an der Software nach: Zwei Gummi-Arme die per Mausklick rechts und links des Monitors hervorschnellen. Plop. Hug. Na ja, noch nicht ganz zu Ende gedacht … aber immerhin.

Die aktuelle Woche verbrachte ich eigentlich 90% im virtuellen Meeting-Raum und da kamen mir noch zusätzliche Verbesserungen in den Sinn:

  1. Mir fällt zunehmend auf, wie jung und frisch manche Kollegen auf ihren Profil-Bildern wirken und wenn sie sich dann mal die Kamera freischalten, erschrecke ich schon mal.
    Feature Request: Eine Alterungssoftware sollte mitlaufen, die die Profilbilder kontinuierlich dem Alter und den Arbeitsgewohnheiten anpasst.
  2. Manche Leute sind zwar im Meeting, aber nicht wirklich anwesend. Beobachtet man ihre Augen genauer, sieht man, dass sie eigentlich mit Händen und Gedanken ganz woanders sind.
    Feature Request: Unter dem Profilbild sollte stehen, was die gerade nebenbei machen. „Writing e-mails“,  „Watching Netflix“ oder „Planning Weekend“. Das erhöht dann die Aufmerksamkeit. Garantiert!
  3. Am Dienstag nahm ich einen Mann und eine Frau im Meeting wahr, die zur gleichen Zeit etwas tippten und dabei ganz verschmitzt lächelten. Chatten die miteinander? Flirten die etwa? Läuft da mehr?
    Feature Request: Man sollte Beziehungslinien zwischen den Profilbildern einrichten so wie „Hat Affäre mit Kathrin“ oder „Ist Sohn von Jürgen“ oder „Hat Bonus für Peter genehmigt“. Das würde sofort das ein oder andere Verhalten im Meeting erklären.
  4. Oft werden Leute zu einem Statement aufgefordert und dann labern die nur Blödsinn. Das ist so auffällig und einfach zu durchschauen.
    Feature Request: Ein „Mind-Reader“, der die Gedanken des Sprechers in einer Sprechblase darstellt. Sagt der Teilnehmer zum Beispiel: „Danke, aber ich hätte das nicht besser formulieren können als mein Vorredner. Ich bin dabei, ihr habt mein volles Commitment“. Dann stünde über ihm geschrieben. „Worum geht‘s hier eigentlich, ich habe nicht aufgepasst und wo zum Henker bleibt der Lieferdienst?“
  5. Oft zeigen sich Teilnehmer überhaupt nicht und sagen nichts. Also nicht, dass ich sonderlich scharf drauf wäre, immer jeden sehen zu müssen. Aber wenn ich mir mehrere Stunden dieses Meeting gebe, erwarte ich das auch von Anderen.
    Feature Request: Ein Radius-und Bewegungskarte, die zeigt wo der Typ gerade herumschleicht. „Garage“, „Sauna“, „Geräteschuppen“, „Baumarkt“?
  6. Die ersten Konferenzsysteme funktionierten ja noch ohne Hintergrundbilder. Da musste man den Leuten in die verkramten Arbeitszimmer oder zugemüllten Küchen schauen. Heute sind die Hintergrundbilder sehr stabil und uns werden auch nicht mehr die Ohren abgeschnitten. Die Leute fühlen sich sicher und könnten im Prinzip sogar auf dem Klo sitzen oder auf eine Strandliege auf Mallorca, man würde es nicht merken.
    Feature Request: Die Hintergrundbilder spontan wegblenden und nur gegen Spende an Unicef wieder zulassen. Und ich verspreche: Die Spendenbereitschaft wäre ungeahnt hoch. Die Leute würden gar einer Einzugsermächtigung zustimmen.
  7. Das Hauptproblem ist eigentlich, dass man zu den Meetings immer noch persönlich erscheinen muss, oder?
    Feature Request: Ein „On behalf“-Login, da könnte ich dann jemanden einstellen, der sich statt meiner da hin hockt oder ich schicke einfach meinen Personal Blog Assistant >T.Bot. Das merkt doch eh keiner.   

Und hier zum Abschluss der Meeting-Woche noch etwas Musik:

Am I living in a box

Am I living in a cardboard box

Am I living in a box

Life goes in circles

Around and around circulating

I sometimes wonder

What’s moving underground

I’m escaping

I’ve found a way to break

Through this cellophane line

Cause I know what’s going on

In my own mind“

(C) Living in a Box

—> 320) Erfrischende Videokonferenzen – Vol 2

291) Corona-Lektionen 115

Gibt’s diesen Virus eigentlich noch? Ja, ja. Gibt’s noch. Das wird medial zwar gerade von Panzern überrollt und muss sich in U-Bahn-Schächten verstecken, aber es ist noch da. Wir geben ihm demnächst sogar noch mehr Raum, denn die Maßnahmen werden allerorts zurückgefahren und die Fluchtbewegungen aus Europas Osten machen es dem Virus und seiner buckligen Variantenschaft auch noch einfacher.

Ein paar Gedanken der letzten Tage

Inzidenz:
Die Steigt bereits wieder, bei all den Nachrichten aus Europas Osten wünscht man sich glatt eine zerstrittene Ministerpräsidentenkonferenz oder einen dramatischen Vortrag des RKI-Chefs (… ist geklaut, kam bei Extra 3 … trotzdem gut).

Homeoffice:
Heute exakt vor 2 Jahren bin ich kurz nach 04:00 Uhr aufgestanden und trat >meine letzte Dienstreise nach München an. Mein Team war schon sehr angespannt, manche reichten dem Gegenüber noch die Flosse, andere schon nicht mehr. Reinigungspersonal wischte bereits über Türklinken, Kollegen aus Bukarest wussten nicht mehr wie sie zurück nach Hause kommen, denn Bayern stand schon auf roten Listen. Alles Geschichte. Seitdem war ich in keinem Büro mehr. Zweimal hatte ich einen Anzug an. Einmal zur improvisierten Jugendweihe im Freien, einmal zu einem virtuellen Termin mit dem BMAS. Ich wollte die Klamotten schon mehrmals entsorgen … ich weiß. Mach‘ ich noch. Das große >Feuer spare ich mir noch auf, falls es hier demnächst die Heizungen abgedreht werden.

Vielflieger:
Die Sternenallianz hat mich mal >wieder angeschrieben. Sie verlängern zum x-ten Mal meinen „Vielflieger-Status“. Aus „Kulanzgründen“. Hah! Ich kann es nicht mehr hören. Ich will keine Post mehr von euch. Euer Geschäftsmodell ist tooooooot. Und da hilft es auch nicht wenn ihr Kataloge voller Nobel-Grills, Rasenmäher, Kaffeemaschinen, Fitnessarmbänder und Piloten-Uhren verschickt. Es ist vorbei! Akzeptiert es! Ich brauche keine 30 Seiten Reisegepäck und eure Vinothek ist auf mickrige fünf Seiten geschrumpft.

Seht es endlich ein.

Times have changed …

<— Corona-Lektionen 114

–> Corona-Lektionen 116

282) Corona-Lektionen 114

Vor knapp zwei Jahren, habe ich mich mit meiner anstehenden Dienstreise nach >Bukarest befasst. Nichts Besonderes. Hinflug, Arbeiten, bisschen Sightseeing, Rückflug. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, dass es die letzte dienstliche Auslandsreise für mindestens mal zwei Jahre, wenn nicht gar noch länger sein würde. Na ja und den Rest kennt ihr ja dann. Aussetzen des Flugbetriebs, Lockdown, Höhlen-Office … etc pp.

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

Lockerung:
Nun wird mehr und mehr über Lockerung von Anti-Corona-Maßnahmen diskutiert, konkrete Beschlüsse liegen vor. Ja, ich setze das Wort „Anti“ vor die „Corona-Maßnahmen“ denn das kommt mir manchmal zu kurz. Da wird schnell auf die „Corona-Maßnahmen“ geschimpft und gleichzeitig feiern sich „Corona-Gegner“ auf „Anti-Corona-Demos“ als Freiheitskämpfer. What? Da frage ich mich manchmal wer hier eigentlich gegen was kämpft. Ich habe mich dazu schon im November 2020 in >Corona-Lektionen 53 gewünscht, dass man doch bitte auf die Wortwahl achten sollte.

Freedom Day:
Noch so ein Schwachsinnsbegriff und da halte ich es wie die Frau Momo auf ihrem Blog. Die meisten Bundesbürger haben je in Unfreiheit gelebt und es ist ja wohl obernaiv, dass an diesem magischem Datum alle Beschränkungen fallen. Dieser Begriff suggeriert ein fortdauernde Entspannung, eine nie wiederkehrende Diskussion, eine Abgeschlossenheit, eine Zeitenwende, einen „point of no return“ und einen finalen Sieg über den Gegner. So wie in „Independence Day“ oder am „D-Day“ in der Normandie. Ich sehe unseren Kanzler schon mit Zigarre auf der Kanzel eine Jagdfliegers kleine Ringe in die Luft blasen. Vorsicht mit solchen Begriffen, sonst gibts nach der Siegesfeier einen dicken Kater im Herbst und das wird dann schwierig zu erklären sein.

Coronarer Auswurf:
Die Berliner Morgenpost schreibt am 19.02.2022 über die Raumsonde „Solar Orbiter“ und über einen „koronalen Massenauswurf“, den sie gesichtet hat. Na? Sag‘ ich doch. Es ist noch nicht zu Ende. „Coronarer Massenauswurf“. Ekelhaft. Würg. Rotz. Spuck. Flatsch.

Muskelspiele:
Ein paar Seiten weiter schreibt die Zeitung über Elon Musk, der angeblich ein Hitler-Bild auf Twitter veröffentlichte, mit dem Titel „Hört auf mich mit Justin Trudeau zu vergleichen“. Widerlich. Angeblich unterstützte Musk die Proteste der Kanadischen Trucker gegen die „Corona-Politik“. Da haben wir es schon wieder. Wortwahl. „Corona-Politik“.

Homeoffice:
Wenn alles so weiter läuft, besteht zumindest seitens Gesetzgeber ab Mitte März keine Homeoffice-Pflicht mehr. Verrückt. Soll das etwas heißen … wir könnten vielleicht wirklich … zurück ins … B … bbb …bb … orü … mhm … üro? Hilfe! Das ist jetzt aber doch etwas spontan oder? Was sollen wir denn anziehen? Sollte mal schnell ein paar Hemden bestellen, bevor die ausverkauft sind? Sind Hemden das neue Klo-Papier?

In diesem Zusammenhang möchte ich gern noch einmal die Beiträge

bringen.

Eigenlob stinkt zwar, so sagt man, aber in dem Falle nicht 😉

<— Corona-Lektionen 113

–> Corona-Lektionen 115

258) Corona-Lektionen 106

Wird es eigentlich noch hell oder schon wieder dunkel? Die Frage stelle ich mir gerade, wenn ich aus dem Fenster schaue. Die gleiche Frage kann man sich aber auch stellen, wenn man auf die Corona-Zahlen blickt. Aber ich habe überhaupt keine Lust heute auf das Infektions-und Impfgeschehen einzugehen, ich will schließlich auch keine Corona-Chronik … Coronik … hier aufbauen. Deshalb kehre ich heute mal wieder zum Alltag zurück und dokumentiere ein paar skurrile Momente, die zeigen, wie „coronarisiert“ wir schon alle sind 😉

Ausgewählte Situationen der letzten Tage:

Höhlenoffice 1:
Ich musste in einem Meeting etwas notieren, griff hektisch nach Stiften und bekam nur ausgedienten Stifte-Schrott zu greifen. So etwas hätte es vor Corona nie gegeben. Da fanden ständig neue Kugelschreiber den Weg in unsere Höhle. Fluggesellschaften, Hotels und Lieferanten versorgten uns ständig mit neuem Schreibbesteck. Ich setzte das Wort „Kugelschreiber“ auf die Einkaufsliste.

Höhlenoffice 2:
Am späten Nachmittag bimmelte ein mir völlig unbekannter Ton, ich konnte den überhaupt nicht zuordnen, die Kids zuckten auch nur mit den Schultern. Dann rief der Stammhalter aus dem Südflügel. „Papa, das ist dein Arbeitshandy!!!!“ Aha. Tatsache. Ich lade das Ding zwar regelmäßig auf und kommuniziere damit auch schriftlich, aber telefonieren? Nee! Ich rollte die Anrufliste zurück und sah den letzten Anruf am 9. Juli 2021 von einem „Unbekannt“. Tja, tut mir Leid, aber da war ich im Urlaub.

1G, 2G, 3G:
Der Stammhalter und ich zogen uns gestern James Bond (Moonraker) rein. Roger Moore besucht dabei einen Art Branson-Musk-Verschnitt der 70-er Jahre und schaut sich auf dessen Gelände um. Dabei willigt Bond ein, eine Humanzentrifuge zu probieren. Eine Assistentin klärt ihn ausführlich auf, welche g-Kräfte dabei wirken und was das mit den Astronauten so macht. Sie spricht von 1 g, 2 g, 3 g … über 10 g … bis 20 g. Der Stammhalter stutzt … verdutzt … und murmelt nur: „Hähh, 3G?“

Praxis:
Kurzer Termin beim Arzt, ich sitze im überbelüfteten, unterkühlten Warteraum. Außerhalb meines Blickfeldes höre ich einen unendlichen Dialog zwischen einem Ehe-Paar, aus dem ich hier nur Auszüge in herrlichem Berliner Dialekt wiedergeben kann. Und ich beschränke mich nur auf den Herren 😉

  • „Is‘do zum Kotzen hia!“
  • „Soll’n die Scheiße hia?“
  • „Woher soll ick‘n dit wissn‘, wat schreib‘ ick‘n da nun?
  • „Welche Medikamente?“
  • „Müss‘n die doch wissen“
  • „Soll ick jetze die janze Liste meener Pillen hier uffschreiben?“
  • „Kann do‘ nich‘ wah sein, hia!“
  • „Die erste Impfung?, Keene Ahnung, Mensch.“
  • „Und die zweete? Wees ick doch nich‘“
  • „Müssen die doch wiss‘n“
  • „Man, dit liest doch eh keena“

Ohne die beiden zu sehen, wusste ich, warum die in der Praxis wahren 😉

Und dann folgte das Highlight: Ein weiterer Patient betritt die Praxis „oben ohne“, stellt sich an den Tresen und platziert sein Anliegen:

  • Er: „Hallo, ich hab einen Termin.“
  • Sie: „Haben Sie auch eine Maske?“
  • Er: „Ja. Soll ich die jetzt aufsetzen?“
  • Sie: „Ja, wäre schon angebracht, oder?“

Herrlich, leider war mein Telefon-Akku fast leer, ich hätte das am Liebsten aufgenommen und malte mir ein anderes Dialog-Ende aus.

  • Sie: „Ach wo, wissen sie, wir tragen die Dinger hier nur zum Spaß und die anderen 50 Patienten auch. Aber bei ihnen machen wir eine Ausnahme. Setzen Sie sich doch. Einen Kaffee vielleicht, einen Keks, ein Stück Stolle?

Ich geh‘ kaputt …

<— Corona-Lektionen 105

–> Corona-Lektionen 107

241) The flying locus

Neulich tigerte ich durch mein Höhlenoffice. Das Headset auf der Rübe lief ich in und her. Schreibtisch – Fenster – Schreibtisch – Fenster – Schreibtisch – Fenster. Der Labersack am anderen Ende der Konferenz hörte nicht auf zu lamentieren. Auf einmal sah ich eine Klo-Kabine am Himmel vorbeifliegen.

Was für eine willkommene Abwechslung, dachte ich. Die Stimme des Labersacks in meinen Ohren wurde immer leiser …

„Und deshalb frage ich dich ob, bla bla … bla … bl … b … ….“

Meine Gedanken drifteten ab:

  • Ist das Ding eher noch leer oder schon voll gefüllt?
  • Schwappt die Brühe eigentlich über bei starkem Wind?
  • Was, wenn da noch ein Bauarbeiter drauf sitzt und Zeitung liest?
  • Verursacht der vielleicht akustische Störungen, so dass man ihn immer über die Kante schickt?
  • Ist vielleicht der Zoll auf der Baustelle und da verstecken sich fünf Illegale drin?
  • Was wäre das wohl für eine Sauerei, wenn das Ding vom Haken rutscht?
  • Und was hätten Monty Python aus dieser Szene wohl gemacht?

„Hallooooooooooo! Hörst du mich?? Bist du noch daaaaaa? Ich rede mit dir! Du antwortest ja gaaaaar nicht!“

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen:

„Doch doch, ich bin da. Ich denke, für die Beantwortung all deiner Fragen, sollten wir eine andere Flughöhe wählen. Mal von oben drauf schauen, weißt du? Durch eine andere Brille, sozusagen. Und wenn wir so nicht weiterkommen, kann man dich … ähm … „sich“ ja auch mal in einen Raum einsperren, vielleicht auch mal außerhalb … an einem ungewöhnlichen Ort, meine ich. Noch mal tiefer in die Materie eintauchen. So from top to down. Das kann ja auch mal ganz erfrischend sein. Ich meine, unsere täglichen Baustellen hindern uns vielleicht auch am kreativen Denken. Out of the box, weißt du? Und wenn wir den Scheiß dann immer noch vor uns haben, dann müssen wir die Entwicklung auch einfach mal laufen lassen, abkoppeln … abstoßen … du weißt was ich meine, oder? Und wenn das alles nichts bringt, dann müssen wir das halt auf alle Köpfe im Team verteilen.“

“Ja so machen wir das“

Na also!

238) Corona-Lektionen 101

Seit Veröffentlichung der >100. Jubiläumsausgabe dieser Beitragsreihe sind nun schon wieder vier Wochen vergangen. Krass. Die Zeit fliegt nur so vorbei. Für einen weiteren Beitrag zum Thema konnte ich mich seitdem nicht aufraffen. Es gab genug andere Themen und irgendwie leide ich beim Thema Corona etwas an Geschmacksverlust. Aber heute ist es mal wieder so weit, ein paar Entwicklungen will ich dokumentieren.

Ein paar Gedanken der letzten Woche:

Höhlen-Office:
Ja, immer noch. Seit einem Jahr und 8 Monaten genau. Ohne Unterbrechung, ohne Dienstreise. Etwas frustrierend auf Dauer. Zum Ausgleich gibt’s private Kurz-Trips ins >Berliner Umland, nach >Sachsen oder >MeckPom. Damit die Kofferrollen nicht festbacken und ich nicht aus der Übung komme.

Vernunft:
Im letzten Hotel (3G) wiesen Schilder auf notwendige Masken hin und man bat sogar darum, sich mit Plastikhandschuhen am Buffet zu bedienen. Wow. Die nehmen es aber genau, dachte ich. Ein Irrtum. Während wir uns als Familie mit FFP2 und Handschuhen dem Buffet näherten wie vier Chefchirurgen dem OP-Tisch, wuselten ständig andere Gäste um uns herum. Zwar mit Handschuhen, aber nasal und oral standen alle Türen offen. Muss das ein?

Planung:
Die Sprachreise fürs Kind im nächsten Jahr wurde zunächst angekündigt, dann heftig diskutiert und dann wieder vom Senat kassiert, weil England bei Einreise 2G vorschreibt. Und das wäre dann ja unfair, weil es Kinder benachteiligt. What? Ist aber vielleicht auch gut so, die Zahlen in UK gehen wieder deutlich hoch, in Deutschland auch. Seit Tagen. Macht es Sinn über Reisen im nächsten Frühling oder Sommer nachzudenken? Keine Lust auf Enttäuschungen, aber ich brauche auch etwas zum Festhalten. Also ja!

Schule:
Heute hat in Berlin die Schule wieder begonnen, die Kids kommen aus ganz Europa wieder zusammen und hocken nun dicht an dicht. Bei 10° Tageshöchsttemperatur, kann man sich vorstellen wie groß die Freude aufs Stoßlüften ist. So dürfen sie nun bis incl 23.12. die Schulbank drücken, danach quetschen sich alle wieder in die Autos oder in die Flieger, um rechtzeitig bei den Großeltern unterm Baum zu sitzen. Na lecker. Frohe Weihnachten schon mal.

Und nun zum Sport. Fußball:
Ihr ahnt vielleicht, was nun kommt, aber ich fasse mich kurz, will nicht noch weiter auf den Nationalspieler eindreschen. Aber einen side kick muss er aushalten. Meine Teenie-Kids haben sich impfen lassen, nicht weil sie so wild drauf waren oder wir besonderen Zugang zu Langzeitstudien haben. Nee, wir alle wollen, dass dieser Spuk bald mal vorbei ist. Also jetzt reiß dich mal zusammen, Mann!

In diesem Sinne.
Schöne Woche

<— Corona-Lektionen 100

–> Corona-Lektionen 102