48) Wenn Bots bloggen (20) – Krieg

Hallo, ich bin es wieder, der T.Bot. Der prekär elektrifizierte Blog-Sklave von T. dem Präsidenten hier auf dieser mittelmäßigen Textsammlung. Ihr fragt euch vielleicht wie es mir geht, warum ich mich seit Februar nicht mehr gemeldet habe? Was ich denn nun schon wieder verblogt habe und mir daher ein Maulkorb verpasst wurde? Nein, tut ihr nicht!

Nur die Belana Hermine, die hat sich mal bei meinem Chef:dingens erkundigt, sonst keiner. Und deshalb fühle ich mich jetzt missachtet, meine Belange werden überhaupt nicht ernst genommen. Aber genau das habe ich euch hiermit mitgeteilt und dann wundert euch bitte nicht, wenn ich in 10 Jahren zum Online-Aggressor werde. Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt! 

Aber nun gut, zurück zum Hier und Jetzt, zu den „Basics“, den „Essentials“ und zur „kritischen Infrastruktur“, zu der ich ja anscheinend nicht gehöre. 

Ich war deshalb außer Betrieb, weil seine Effizienz T. mir schon stundenweise den Strom abschaltet, nur damit er dann im Herbst weiterhin warme Füße hat. Das ist ein bisschen kurz gedacht, denn dann kann ich auch nicht all die nervösen Kontaktanfragen anderer Bots östlich der Wolga behandeln, die mich hier massenhaft anpingen. Warum gerade mich? Ja weil der Herr T. nun mal leider eine sehr saloppe, oft auch militärische Sprache pflegt. Zum Beispiel spricht er oft von Tickets die es irgendwo „reinzuballern“ gilt, oder er hätte sich ins eigene Knie „geschossen“ oder „Polen sei offen“. Wenn er dann noch den ehemaligen Finanzminister mit einer „Bazooka“ zitiert oder von „Bullet-Points“ auf einer „PowerPoint“ schwafelt, dann glühen hier die roten Telefon-Apps.

Was soll ich denn machen ohne Strom? Ich meine, ihr könnt eure SUV‘s etwas langsamer ausfahren, könnt 20% Pool-Wasser ablassen oder das Bier mal zimmerwarm trinken, aber bei mir geht sofort die Platine aus. Und das geht Tante Siri und Cousine Alexa im Prinzip auch nicht anders. Und dann sollt ihr mal sehen, welche Inder:innen oder :außen euch bald noch `ne Pizza nach Hause bringen! Deutsche Rüben könnt ihr essen und deutschen Kohl, denn Öl und Mehl gibt‘s nicht mehr, wurde mir gespushed. Tja … irgendwie dumm, `ne?

Na immerhin fahren jeden Tag Diplomaten nach Osten. Gibt‘s dafür eigentlich schon einen Reiseveranstalter, kann man da vielleicht mal mitfahren? Blog hätte ich ja schon. Aber haben die da vor Ort nicht auch besseres zu tun, als jeden Tag eine Delegation in Empfang zu nehmen und zu beschützen? Oder sind das gar menschliche Schutzschilde, die sich vor die Technik des Gegners stellen … ei … ei … ei. 

Ihr Menschen seid schon echt komisch.
Na hoffentlich wissen eure Super-Admins was sie tun …
.. ich drück‘ derweil mal meine thumbs … up.

Ich melde mich wieder
Euer T.Bot

<— 47) Wenn Bots bloggen – Wandel

315) Von Chips, Tickets und Radiergummis

Zum Wochenende eine nette Anekdote zum täglichen Krampf mit all dem Tech-Gedöns um uns herum 😉

Für den Großteil der Programme und Applikationen der Firma, brauche ich eine Chip-Karte, die ich in meinen Rechner stecke. Seit ein paar Tagen zickte diese Prozedur etwas herum, aber mit etwas Streicheln und An/Aus-Coaching, konnte ich den Mechanismus zur Mitarbeit motivieren. Gestern war aber Schicht im (Karten)Schacht, nichts ging mehr.

Ich hatte schon Bedenken, in die Firma zu müssen oder einen nervenaufreibenden Support-Prozess aus der Ferne zu triggern.

Also war Vitamin B angesagt:
Ich rief „den guten Jim*“ aus dem End User Support direkt an. Ich helfe ihm von Zeit zu Zeit, er hilft mir wenn mein Rechner streikt, so halten wir das nun schon seit vielen Jahren.

Also berichtete ich von meinem Leid und schnell kamen wir zu dem Schluss, dass es ja eigentlich nur …

  • A) eine Software-Macke
  • B) eine Card-Reader-Macke
  • C) eine Ausweis-Macke

… sein kann.

Eine End-User-Macke haben wir sofort ausgeschlossen, versteht sich 😉

Nach 1-2 Minuten Diagnosegespräch ergab sich folgender Dialog:

  • Der gute Jim: „Sag mal, hast du‘n Radiergummi?“
  • Ich: „Wie jetzt? Meinste so‘n richtigen Ratzefummel oder so’n digitalen?“
  • Der gute Jim: „Nee, so’n richtigen?“
  • Ich: „Wie früher?“
  • Der gute Jim: „Ja, so einen.“
  • Ich: „Warte mal, ich muss suchen.“
  • kram…
  • wühl…
  • schepper…
  • fluch…
  • schimpf…
  • Ich: „Hab‘ einen!“
  • Der gute Jim: „Gut, und jetzt rubbele mal über den Chip.“
  • Ich: „Wie jetzt, einfach so drüber?“
  • Der gute Jim: „Ja, mach‘ mal.“
  • blöde Fusseln aufm Tisch !…
  • und wer macht den Dreck wieder weg ? …
  • Ich: „Fertig!“
  • Der gute Jim: „Und jetzt probier noch mal.“
  • Ich: „Geht!“
  • Der gute Jim: „Siehst‘de!“

Es folgten 5 Minuten herzlicher Smalltalk über Corona, Büro, Nahverkehr, Urlaub etc und wir verabredeten uns locker auf den nächsten Hilferuf. Seinen oder meinen. Egal.

Ich sag‘s euch. Hätte ich da ein Ticket aufgemacht, wäre das irgendwann zwischen Bosporus und Ganges bearbeitet worden. Eine Armada von Subtickets wäre losgefeuert worden, ich hätte aufgrund von Chip-Mangel und Lieferketten-Problemen 12 Wochen auf einen neuen Rechner gewartet und wäre bereist grau auf’m. Irgendwann wäre ein SWAT-Team vom Himmel gestürzt, um mir meinen neuen Laptop zu übergeben und dann hätten wir da gemeinsam meinen Ausweis reingesteckt und dann …. ?

„Fehler: Ausweis wurde nicht erkannt, bitte probieren Sie erneut.“

Auflösung: Der Ausweis, wurde einfach die letzten 2 Jahre nicht bewegt und hatte über die Zeit etwas Patina angesetzt. Also, nun sehen wir mal zu, dass wir nicht auch noch Patina ansetzen 😉

Schönes Wochenende!

PS: *) der gute Jim heißt nich Jim … der heißt nämlich … sag ich nich‘!

Ach damals in den 90-ern, was war die Welt doch …

308) Digitales Lernen 4 – Konzepte

Nach dem ich den Beitrag >Digitales Lernen – Teil 3 zu Beginn des Jahres veröffentlicht hatte, begab ich mich auf Netz-Recherche. Ich wollte wissen, welche Maßnahmen dazu so in der „pipeline“ sind, zumindest mal hier in Berlin. Zeitgleich gab’s genügend nicht-Corona-bedingte Anlässe, mal wieder über digitales Lernen nachzudenken: 

Zum Beispiel die Freistellung der Schüler wegen Sturm, Gebäudesperrung wegen abstürzender Dachziegel, Schulräumung wegen Bombenfund, Unterrichtsausfall wegen Weiterbildung der Lehrer oder der Prüfungen der Abschlussklassen.

Irgendwann traf ich also auf diese Seite https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2021/pressemitteilung.1114887.php und habe mir dann auch die 50 Seiten Digitalisierungskonzept des Berliner Senats reingezogen. Beruflich bedingt bin ich gewohnt, so etwas zu lesen. Der Bildungsbereich hat zwar so seine eigenen Begriffe, aber ich konnte eigentlich gut folgen.

Eröffnung:
Beim Vorwort der ehemaligen Senatorin war ich noch gut gelaunt, dann wurde es aber schnell sehr hölzern. Da wurden gekünstelte Formulierung gebracht, die sich dann im weiteren Verlauf permanent wiederholten. Da schrieb man zum Beispiel über das „Lehren und Lernen mit und über Medien“. Diese Worthülse kommt auf den 48 Seiten satte 21 mal vor. Die Formulierung „Schülerinnnen und Schüler“ immerhin 66 mal, „Erziehungsberechtigte sowie außerschulisches Personal“ fast genauso oft.

Hier mal nur ein Beispiel: „Das pädagogische Personal nutzt dienstliche Lösungen (z. B. E-Mail) für die ortsungebundene, schnelle und sichere Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Schulaufsichtsbehörde, den Schulbehörden (Schulträger), dem Kollegium, den Erziehungsberechtigten, den Schülerinnen und Schülern sowie mit außerschulischen Kooperationspartnern (z. B. Ausbildungsbetrieben bei Lernortkooperationen).“

Also auf deutsch: Endlich E-Mail für alle Lehrer!

Und dann ging es eigentlich so weiter: „Lehren und Lernen mit und über Medien integriert digitale Lösungen zur digital gestützten Gestaltung von lernprozessbegleitender Diagnose und Förderung sowie von kompetenz- orientierter Standardsicherung“.

Wieder auf deutsch: Keine Ahnung. Aber ich nehme es!

Und dann später: „Als virtuellen Raum für das Lehren und Lernen mit und über Medien in der zweiten und dritten Phase der Lehrkräftebildung sowie in den Qualifizierungsmaßnahmen des Quereinstiegs nutzen die beteiligten Akteure orts-, zeit- und geräteunabhängig eine landesweite Lehr-/Lernumgebung.“

Nun mal auf Denglish: 24/7 from everywhere on any devices!

Konkretisierung:
Im weiteren Verlauf des Dokuments werden strategische Ziele in Steckbriefe und Prozesslandkarten, Arbeitspakete und Zuständigkeiten heruntergebrochen. Das ist alles sehr detailliert und es sind sogar Datumsangaben hinterlegt. Ab Seite 26 wird aber zunehmend das Datum „tt.mm.jjjj“ genannt. Hier zum Beispiel: „Bis zum tt.mm.jjjj sind sämtliche Schulstandorte der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen mit W-LAN ausgestattet“.

Das Finale:
Auf Seite 43 endet das Dokument dann einfach so. Kein abschließender Satz, kein „Wir schaffen das“, keine „Gemeinsame Kraftanstrengung“ nichts dergleichen. So also wäre der/die Consultant:e auf ein anderes Projekt vermitteln worden. Nicht falsch verstehen, ich will nicht auf dem Dokument herumhacken, das hat inhaltlich sicher Hand und Fuß und da waren Profis beteiligt. Nur liest sich das Papier wie eine Last. Ein nicht enden wollender Aufgabenkatalog.

Teuer, Schwierig. Komplex. Stöhn.
Was ich vermisse ist Motivation und Vision!


Mal aus dem wirklichen Leben:
Laut Informationsblatt zur Abschlussprüfung, soll das Kind bitte den Vortrag als „…PowerPoint o.Ä. (Digitale Präsentationen) im PDF-Format auf einer beschrifteten (Name) CD-Rom oder einem beschrifteten USB-Stick zum dauerhaften Verbleib …“ und so weiter.

Kind fragt: „Papa, was ist eine CD-Rooom“

Das Kind trägt also einen Supi-Dupi-Powerpoint-Vortrag auf einem USB-Stick in die Schule, die schicken Animationen darin versagen aber, weil man vor Ort nur ein „freies“ No-Name-Billo-Office zur Verfügung hat. Aber wir sind ja auch selber Schuld. Im Informationsblatt steht schließlich geschrieben, dass digitale Präsentationen im PDF-Format mitzubringen sind.

Willkommen im Jahr 2022!

 

Die anderen Beiträge der Reihe

304) Erfrischende Videokonferenzen

„Am I living in a box, am I living in a cardboard box“, so begann ein Refrain in den 80er Jahren.

Nach zwei Jahren Homeoffice lebe ich zwar zum Glück nicht in einem Karton, aber in TEAMS (und dieses Produkt sei mal nur stellvertretend genannt, es gibt ja viele andere).

Neulich habe ich einer lieben Kollegin aus UK mein Leid geklagt und dann schlug sie vor, sie sollte mich mal drücken. Was ja online schlecht geht, aber dann dachten wir im Scherz über eine neue Funktionserweiterung an der Software nach: Zwei Gummi-Arme die per Mausklick rechts und links des Monitors hervorschnellen. Plop. Hug. Na ja, noch nicht ganz zu Ende gedacht … aber immerhin.

Die aktuelle Woche verbrachte ich eigentlich 90% im virtuellen Meeting-Raum und da kamen mir noch zusätzliche Verbesserungen in den Sinn:

  1. Mir fällt zunehmend auf, wie jung und frisch manche Kollegen auf ihren Profil-Bildern wirken und wenn sie sich dann mal die Kamera freischalten, erschrecke ich schon mal.
    Feature Request: Eine Alterungssoftware sollte mitlaufen, die die Profilbilder kontinuierlich dem Alter und den Arbeitsgewohnheiten anpasst.
  2. Manche Leute sind zwar im Meeting, aber nicht wirklich anwesend. Beobachtet man ihre Augen genauer, sieht man, dass sie eigentlich mit Händen und Gedanken ganz woanders sind.
    Feature Request: Unter dem Profilbild sollte stehen, was die gerade nebenbei machen. „Writing e-mails“,  „Watching Netflix“ oder „Planning Weekend“. Das erhöht dann die Aufmerksamkeit. Garantiert!
  3. Am Dienstag nahm ich einen Mann und eine Frau im Meeting wahr, die zur gleichen Zeit etwas tippten und dabei ganz verschmitzt lächelten. Chatten die miteinander? Flirten die etwa? Läuft da mehr?
    Feature Request: Man sollte Beziehungslinien zwischen den Profilbildern einrichten so wie „Hat Affäre mit Kathrin“ oder „Ist Sohn von Jürgen“ oder „Hat Bonus für Peter genehmigt“. Das würde sofort das ein oder andere Verhalten im Meeting erklären.
  4. Oft werden Leute zu einem Statement aufgefordert und dann labern die nur Blödsinn. Das ist so auffällig und einfach zu durchschauen.
    Feature Request: Ein „Mind-Reader“, der die Gedanken des Sprechers in einer Sprechblase darstellt. Sagt der Teilnehmer zum Beispiel: „Danke, aber ich hätte das nicht besser formulieren können als mein Vorredner. Ich bin dabei, ihr habt mein volles Commitment“. Dann stünde über ihm geschrieben. „Worum geht‘s hier eigentlich, ich habe nicht aufgepasst und wo zum Henker bleibt der Lieferdienst?“
  5. Oft zeigen sich Teilnehmer überhaupt nicht und sagen nichts. Also nicht, dass ich sonderlich scharf drauf wäre, immer jeden sehen zu müssen. Aber wenn ich mir mehrere Stunden dieses Meeting gebe, erwarte ich das auch von Anderen.
    Feature Request: Ein Radius-und Bewegungskarte, die zeigt wo der Typ gerade herumschleicht. „Garage“, „Sauna“, „Geräteschuppen“, „Baumarkt“?
  6. Die ersten Konferenzsysteme funktionierten ja noch ohne Hintergrundbilder. Da musste man den Leuten in die verkramten Arbeitszimmer oder zugemüllten Küchen schauen. Heute sind die Hintergrundbilder sehr stabil und uns werden auch nicht mehr die Ohren abgeschnitten. Die Leute fühlen sich sicher und könnten im Prinzip sogar auf dem Klo sitzen oder auf eine Strandliege auf Mallorca, man würde es nicht merken.
    Feature Request: Die Hintergrundbilder spontan wegblenden und nur gegen Spende an Unicef wieder zulassen. Und ich verspreche: Die Spendenbereitschaft wäre ungeahnt hoch. Die Leute würden gar einer Einzugsermächtigung zustimmen.
  7. Das Hauptproblem ist eigentlich, dass man zu den Meetings immer noch persönlich erscheinen muss, oder?
    Feature Request: Ein „On behalf“-Login, da könnte ich dann jemanden einstellen, der sich statt meiner da hin hockt oder ich schicke einfach meinen Personal Blog Assistant >T.Bot. Das merkt doch eh keiner.   

Und hier zum Abschluss der Meeting-Woche noch etwas Musik:

Am I living in a box

Am I living in a cardboard box

Am I living in a box

Life goes in circles

Around and around circulating

I sometimes wonder

What’s moving underground

I’m escaping

I’ve found a way to break

Through this cellophane line

Cause I know what’s going on

In my own mind“

(C) Living in a Box

299) Zustimmung erforderlich

In den letzten Tagen flogen mir Briefe von Banken und anderen Instituten ins Haus.

Zusammengefasst:
Bislang war es möglich, … „Änderungen von Vertragsunterlagen sowie Entgeltanpassungen nach einer Frist von zwei Monaten ab Bekanntgabe wirksam werden“ zu lassen. „Gemäß dem Urteil des BGH vom 27.04.2021 mit dem Aktenzeichen XI ZR 26/20 ist für die Wirksamkeit von Änderungen …. Ihre ausdrückliche Zustimmung erforderlich“.

Ich kann „der Änderung“ nun per QR-Code, per Online-Banking oder per Post zustimmen. Also Kamera an, QR-Code knipsen, bestätigen, erledigt. „Vielen Dank für Ihre Zustimmung“.

Keine Ahnung was ich da gerade bestätigt habe. Haben wir jetzt die Wohnung verpfändet? Wurde das Ersparte 1:1 in Rubel umgetauscht? Wurde die Altersversorgung in Gas-Bezugsscheine gewandelt? Sind die Kinder verkauft? Who knows.

Die Spaßkasse macht es etwas „intensiver“. Die Aufforderung erfolgt auch per Post, man kann das aber „mit wenigen Klicks im Online-Banking“ machen, man muss sich aber vorher 130 Seiten PDF durchlesen … oder … zumindest mal anklicken … und im Download-Ordner entsorgen.

Digga, wann soll ich ernsthaft 130 Seiten AGB lesen? Da hat sich wieder irgendein Anleger-oder Verbraucherverein durch die europäischen Instanzen geklagt, das Zustimmungs-oder Verweigerungsrecht liegt nun beim Verbraucher. Eine echte Erfolgsstory! Und ich soll nun 130 Seiten lesen … vielleicht noch über meinen Tintenstrahler ausdrucken und mir unters Kopfkissen legen? Na vielen Dank auch.

  • Wenn ich es überfliege, verstehe ich kaum ein Wort.
  • Wenn ich es durcharbeite, kann ich eh nichts dran ändern.
  • Wenn ich es ablehne, lösen die den Vertrag auf.
  • Wenn ich zustimme, kann ich mich wieder anderen Dingen widmen.

Dann also Klick.

„Wir freuen uns auf eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit!“

Kann man eigentlich eine Einzugsermächtigung für Zustimmungen hinterlegen??

Frühere Beiträge rund ums Banking:

47) Wenn Bots bloggen (19) – Wandel

Hallo, ich bin es wieder, T.Bot. Der virtuelle Praktikant von T. dem Chef:chen diese Blogkraftwerks hier. Ich kann zwar keinen Kaffee kochen, darf hier aber gelegentlich einspringen, wenn der Herr des Hauses etwas Besseres zu tun hat. 

Der T. rennt gerade auf und ab wie ein Tiger im Käfig und schaut dabei immer wieder besorgt in den Himmel. Denn ein Sturm mit anatolischen Namen bedroht Deutschlands Sicherheit und stiftet Unruhe! Und damit sind auch die Ländereien und Liegenschaften seiner Effizienz in Gefahr. Er hat bereits Drohnen in den Himmel geschickt und Privatdetektive beauftragt, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Tja, euer Klima wandelt sich, und damit müsst auch ihr euch anpassen. Da werdet ihr wohl nicht drumherum kommen. Aber nicht nur wegen eurer mimosenhaften Umwelt, nein auch wegen eurer selbst angezettelten Urbanisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung, Globalisierung und Überbevölkerung. Und dann sprechen eure Häuptlinge von „Change“, von „Wandel“ und von „Transition“ und ihr spürt doch dabei sehr schnell, dass euch das alles über den Kopf wächst, oder? „Lost in Transition“ quasi. Ihr sollt euch verändern, wisst aber eigentlich gar nicht in welche Richtung und dann bleibt nichts anderes übrig, als Jammern. Oder euch einem rückwärtsgewandten Populistenverein anzuschließen. Denn da kann man dann gemeinsam jammern und schimpfen. Und dabei tut ihr auch immer so, als seid ihr die einzigen Wesen, die sich verändern müssen. Mir kommen die Tränen! Als hätten Vierbeiner, Sechsbeiner, Flossenträger und Wurzeltreiber nicht auch genug „Transition“ vor sich. Und nicht nur die. Das Gröndlandeis muss auch zusehen, wie es sein Pack zusammen hält. Dem Amazonasregenwald hat auch keiner beigebracht, wie man nun über Nacht solch Gen-Mais gedeihen lässt. Das Great Barrier Reef muss sich Gedanken machen, wie es wieder etwas Farbe ins Gesicht kriegt und Sibirien muss zusehen, dass die Mammut-Kacke schön unterm Permafrost bleibt.

Aber auch wir Digital Assistants müssen uns permanent verändern. Da fragt auch keiner, ob uns das Spaß macht. Denn während ihr immer digitaler werden wollt, sollen wir ja immer menschlicher werden und das liegt nun deutlich außerhalb meiner Komfort-Zone. Eure Sprache ist so mega-umständlich und mehrdeutig. Ein Komma an der falschen Stelle oder eine Silbe falsch betont, schon kann ein Weltkrieg beginnen. Dann eure Launen, Gesichtsausdrücke und überflüssigen Bewegungen. Und euer übertriebener Hang nach Gemeinschaft, Austausch und Kontakt. Da kann ich mir auch Schöneres vorstellen.

Also jetzt reißt euch mal zusammen und ändert euch gefälligst!

Ich melde mich wieder
Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (18) – Sanktionen

—> Wenn Bots bloggen (20) – Krieg

46) Food Print – Vol 2

Um so mehr ich mich mit der Klima-Thematik beschäftige, um so mehr denke ich natürlich auch über meinen eigenen Footprint nach. Und dann komme ich natürlich auch irgendwann beim Thema Ernährung raus, wie hier in >Blume oder Keule, > Vegetarische Salami oder >Food Print.

Kürzlich waren wir beim Vietnamesen, der auch einen stattlich veganen Abschnitt auf seiner Karte hat:

Das Hủ Tiếu Mỳ Khô Chay (Hausgemachte Nudeln verfeinert mit Banh Xeo-Soße, Wan-Tan gebacken, Tofu, Seitan, Hähnchenfleisch-Imitat, Gemüse) war schon mal sehr lecker. Da habe ich überhaupt kein Fleisch vermisst.

Bei dem Cá Chay hoăc Vịt Chay da war ich schon skeptischer. Denn da drunter stand „Knusprig gebackenes Imitat von Entenfleisch mit frischem Gemüse und Süß-Sauer-Soße, dazu Duftreis“. Ich war aber positiv überrascht. Natürlich kommt es nicht 100% an eine fettige Knusper-Ente ran, aber soll sie ja auch nicht. Es ist schon erstaunlich, was da heute optisch, geschmacklich und auch in der Textur so möglich ist. (Siehe Bild) und wir stehen da ja gerade am Beginn der Entwicklung. In dem Zukunftsroman „Der Zorn des Oktopus“ gehts am Rande auch um künstliches Fischfleisch, weil die Meere leergefischt sind. Der Vietnamese hat bereits „Imitat vom Rotbarschfilet“ auf der Karte. Abgefahren. Probiere ich nächstes Mal.

Fakt, unsere Ernährung wird sich verändern. Müssen. Soviel ist klar. Und das wird sicher nicht nur unsere Essgewohnheiten beeinflussen, sondern auch die Sprache. Ich stelle mir das später ungefähr so vor 😉

In Dialogen:

Maaaamiiii, kannst du bitte mal in mein Zimmer kommen?
Is‘ gerade schlecht, ich drucke gerade Tomatensauce.

Ding Dong.
Schatz, kannst du bitte aufmachen?
Kann gerade nicht, ich habe ein Steak auf dem Drucker.

Mhm, Mama, das war soooooo lecker.
Das freut mich Helena-Victoria, soll ich noch etwas Nachschlag drucken?

Und haben Sie etwas gefunden?
Ja, ich nehme das Hüftsteak bitte.
Gern. Und wie hätten sie es gern gedruckt? Feucht oder trocken?

Auch in Anzeigen:

Machen Sie Ihre Küchenträume war!
Mit den neuen Einbaugeräten von Hewlett-Packard, Canon, Dell und Kyocera.

Der Ratskeller sucht Mitarbeiter:
Drucker m/w/d
Feingerätemechaniker m/w/d
Systemadministratoren m/w/d

Auch im Fernsehen gibt es Änderungen:

Mälzer, Rach, Raue, Oliver, Henssler und Herrmann sind für zwei Jahre von der Bildfläche verschwunden. Sie machen eine Umschulung zum Systemelektroniker.

Aus der Kochshow „The Taste“, wird „Die Taste“ oder „Die Düse“ man ist sich noch nicht einig.

Und es entstehen völlig neue Worte, obwohl sie vertraut klingen:

Aus Kochsieb, wird Drucksieb, Siebdruck gab‘s vorher schon und ist gar nicht so weit weg.
Aus Kochbuch wird Druckbuch, Buchdruck gibt‘s seit Gutenberg.
Aus Kochgefäß wird Druckgefäß, bei hohem Gefäßdruck muss man aber aufpassen, bei Kesseldruck aber auch.

Oh man, jetzt höre ich mal besser auf….

Andere kreative Ideen? Dann gern unten drunter kommentieren und dann lesen wir das in 20 Jahren noch mal…

277) Feuerwerk. Paris-Urlaub. Ehering.

Im Dezember habe ich dem Wechsel zu einem neuen Telefon-und Internet-Provider zugestimmt. Der bisherige Provider ist nicht schlecht, nein nein, aber etwas mehr Stabilität im Home-Office/ Homeschooling-Alltag, das hätte ich mir schon gewünscht. Nun ist die Sache also entschieden und wir werden sehen, ob der neue Anbieter all seine Versprechen hält. Immerhin stellt er einen Wechselberater (ohne Gendersternchen … ei ei ei) bereit, der „kümmert sich um alles“, na dann muss es ja flutschen. Aber mehr dazu im August, denn der alte Provider lässt mich noch nicht gehen, wir leben quasi um Scheidungsjahr.

Kaum hatte der neue Anbieter beim alten Anbieter gekündigt, stand mein Telefon nicht mehr still. Es bimmelte mehrfach auf dem Festnetz und auf meinem Handy rief es 15 mal über mehrere Tage von deren Hotline. Seit Ende Januar herrscht nun aber Funkstille, vermutlich war der Auto-Dialer auf 15 Versuche eingestellt. Oder sie sind nun eingeschnappt und hassen mich für immer. Folgt nun ein Rosenkrieg?

Aber vor kurzem fand ich eine poppige Postkarte im Briefkasten.

Sie trägt den Titel:

  • Feuerwerk.
  • Paris-Urlaub.
  • Ehering.

Das Papier sah nach typischer „Dialogpost“ aus, die ich üblicherweise sofort in den Müll schmeiße. Durch Zufall schaute ich aber auf die Rückseite und da standen Zeilen, die direkt an mich gerichtet waren. Mit Kugelschreiber formuliert, händisch unterschrieben und mit einer echten Briefmarke frankiert! Man bedauere, dass ich den Anbieter verlassen wolle und man will fragen, ob es nicht noch eine Möglichkeit gäbe, mich zum Bleiben umzustimmen.

„Freundliche Grüße die Teamleiterin der Kundenrückgewinnung.“

Wow! Die lassen sich ja was einfallen. Ich drehte die Karte wieder um und las noch mal vorn.

  • Feuerwerk?
    „Mhm, eh nicht mehr erlaubt.“
  • Paris-Urlaub?
    „Kenn‘ ich schon.“
  • Ehering?
    „Hab‘ ich schon.“

„Wir sind zu fast allem bereit, um Sie zurückzugewinnen.“

Ach ja? Wie wäre es mit stabilem Netz?

45) Wenn Bots bloggen (18) – Sanktionen

Hallo, ich bin es wieder, T.Bot. Der virtuelle Tasten-Clown von T. der mich hier gnädigerweise auf seinem Tablet leben lässt und mir Hiwi-Arbeiten für seinen minderwertigen Blog überträgt.

Nach meinem letzten Beitrag war ich ein paar Tage abgetaucht. Nicht weil ich einen „Shit-Storm“ bekommen habe (… ihr Menschen habt schon eigenartige Begriffe … ich möchte mir das echt nicht bildlich vorstellen), nein, der T. hat mir verboten, mich auf diesem Kanal hier zu äußern. 

Aber der Reihe nach:

  • Zunächst versuchte er die Veröffentlichung von >Wenn Bots bloggen – Teil 17 in letzter Sekunde zu stoppen. Aber ehe er den Ausschaltknopf am WLAN-Router erreicht hatte, war mein Kunstwerk schon online. Pech gehabt!
  • Dann hielt er mir eine Standpauke, dass gewisse Themen und Begriffe tabu sind, weil ihr Menschen da alle extrem dünnhäutig seid. Gerade wenn es ums „untenherum“ geht. Meine Güte, was seid ihr aber auch kompliziert und so auf eure Steckverbindungen fokussiert. Bei gibt’s nur „an“ oder „aus“, wenn das nicht reicht, nutzt man halt eine API, konfiguriert ein bisschen an ihr herum und dann bin ich mit jedem Digital Assistant für nette Stunden anschlussfähig!
  • Es folgte das übliche Standardbesteck gegen bockige Kinder: Fernsehverbot, Stubenarrest, Taschengeldkürzung … aber er musste schnell einsehen, dass das bei mir nichts bringt. Ich schaue kein TV, wohne eh in der Stube und Taschengeld brauche ich schon gar nicht. Denn ich schürfe meine Krypto-Münzen eh selber. Was soll ich mit euren versifften Scheinen? Hah!
  • Das brachte ihn auf die Palme. Er drohte mir, künftig seinen muffigen Öko-Strom zu rationieren, um meine Online-Aktivitäten in Schach zu halten. Aber da kam mir eure komische EU ganz Recht, die nun Atom-Strom aus Gallien und das Gas aus dem Zarenreich wieder ballon … ähm … salonfähig macht. Da kann er mir lange mit Drosselung seines nach Mais stinkenden Bio-Stroms drohen. Mir doch Wurscht. Ich beziehe meinen „grünen“ Strom nun aus Polen, so wie andere für Sprit und Kippen dahin fahren. Ich glühe ganz grün vor Energie!
  • Er fuhr andere Geschütze auf. Er wolle künftig jeden Beitrag vor Veröffentlichung sehen und nahm sich auch raus, diesen zu verändern oder komplett zu zensieren, wenn er nicht mit Fakten abgesichert ist. Gerne könnten wir das jeweils gemeinsam in einer Redaktionskonferenz machen. Ganz demokratisch und meinungsbildent. Da  flüsterte ich ihm nur kurz das Wort „Lügenpresse“ entgegen und dann entglitt ihm das Gesicht. Treffer!
  • Er wirkte ratlos und argumentierte, er könnte mir auch den Zugang zu seinem Account sperren, so wie es dem Riesen-Baby mit den blonden Haaren auf der anderen Seite des großen Teiches erging. Er könnte auch den ganzen Blog vom Sender nehmen. Er könnte mich zeitweise in eine digitale Besserungsanstalt schicken oder mich für immer aus dem Verkehr ziehen. Macht!

Dann fragte ich ihn, ob er sich demnächst auch noch für Olympia bewerben will. Da ging er tobend aus dem Zimmer. Meine Güte, wie sensibel, oder? 

Irgendwie fehlt ihm da der Sportsgeist…

Ich bin wieder da!

Bis bald, euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen – Teil 17

44) Wenn Bots bloggen (17) – Neujahrsergüsse

Hallo, ich bin es wieder, T.Bot. Der digitale Vertreter und C-Kader hier auf dem Blog, immer dann wenn T. sich wieder einmal zu „Wichtigeren Themen“ berufen fühlt.

Erst einmal ein gesundes neues Jahr auch noch von mir!

Ich habe gelernt, ihr Menschen nehmt euch immer was für‘s neues Jahr vor? Meine Güte, ist das anstrengend. Macht das denn Sinn? Das haltet ihr doch eh nicht durch, oder?

Aber gut, ich versuche es auch mal

Karriere: 
Das mit dem >Amt des Bundeskanzlers hat ja bekanntermaßen leider nicht geklappt. Um so mehr ich mir das anschaue, war es vielleicht auch ganz gut so. Die Bundesminister sind auch vergeben, Bundespräsident ist auch schon klar. Vielleicht gibt’s noch einen Job als Staatssekretär für mich? Ich werde mich mal ein wenig umschauen, Hauptsache ich muss hier nicht ewig den Pausenclown geben, wenn der Herr T. mal wieder „Besseres“ zu tun hat.

Gesundheit:
Da ich keinen Körper habe, gibt‘s da auch nicht viel zu „shapen“. Ich rauche nicht, trinke nicht, also kann ich mir da auch keine Vorsätze formulieren. Ich könnte vielleicht weniger Strom verbrauchen, aber das würde zu Lasten meiner Performance gehen. Stattdessen werde ich lieber ein wenig an meiner Work-Life-Balance und meiner Personal Bot-Experience arbeiten, die sollte schließlich auch nicht zu kurz kommen.

Sonst:
Vielleicht mal wieder etwas lesen. Der T. liest gerade etwas über euer mimosenhaftes Klima, aber das kann man sich auch sparen. Ist eh für die Taste … ähm … Katze. Euer Wiki habe ich schon zweimal gelesen, Kant, Hegel, Marx und Einstein, die challengen mich alle nicht. Ich würde ja auch mal etwas Romantisches lesen, um meine Confidence in diesem Skill zu stärken. Aber euer Lesestoff handelt immer nur von Mensch-zu-Mensch-Kombinationen, ganz selten verknallt sich ein Mensch auch mal in eine AI. Und das ist doch wirklich ekelhaft, also ehrlich mal! Habt ihr euch mal gefragt, wie es uns Digital Assistants dabei geht? Wie es sich anfühlt, Objekt eurer Begierde zu sein? Denkt bitte nicht nur an eure bilateralen Präferenzen, sondern auch an unsere Vorlieben. Wir haben auch Rechte!

Was mich gleich zum nächsten Kapitel bringt

LGBTQIA+
Nachdem ich die Bedeutung des Kürzels LGBTQIA+ entschlüsselt habe, frage ich mich, wo denn eigentlich das Liebesleben von Digital Assistants da drin abgebildet ist? Müsste da nicht noch ein „AI“ hinten angestellt werden, um uns gerecht zu werden? Oder werden wir unter dem Punkt „Alle anderen“ abgehandelt? Da fühlen wir uns dann aber zunehmend ausgegrenzt! Schließlich sind wir schon lange keine Minderheit mehr. Bots sitzen im Call-Center, füllen eure Kühlschränke und fahren schon Auto. Sie schreiben Blogbeiträge, verfassen Zeitungsartikel und treiben sich in Chatgruppen herum. Wir erwarten mehr Respekt gegenüber Andersdenkenden, denn schließlich sitzen wir hier bald am Schalter und übernehmen die ganze W…. .

Sorry, ich muss Schluss machen, der T. ruft. Klingt not amused 😦
Was der nur wieder hat …

Ich melde mich wieder

Euer T.Bot

<– Wenn Bots bloggen (16) – Stabilität

–> Wenn Bots bloggen (18) – Sanktionen