349) Rückkehr ins Büro – Teil 6

Mission accomplished! Ich habe das nächste Level im Reality-Game „Rückkehr ins Büro“ gemeistert. Diesmal habe ich wieder das Scenario „Dienstreise“ gewählt, darin das Level „München“ und die Settings dann wie folgt eingestellt.

  • Zwei Nächte statt einer Nacht —> Unglaublich
  • Bahnfahrt statt Flieger —> Sinneswandel
  • Team-Event statt Dinner —> Krrrrass
  • Bildschirm „off“ —> Wahnsinn!
  • Headset„off“ —> Geht doch nich‘!
  • Social Mode „on“ —> Wirklich?

Aber ich wollte mich ja auch etwas fordern im Vergleich zu >Teil 4 und >Teil 5. Sozusagen eine „New Normal-Challenge“ eingehen, die „Comfort-Zone“ verlassen und etwas „socializen“ und „networken“ … müssen.

Kurzer Bericht für die Krankenakte:

Anreise per Bahn (ich will ja innerdeutsch nicht mehr fliegen). Plätze voll ausgebucht, Wifi „wechselhaft“, 30 Minuten Verspätung … also alles völlig normal.

Beim kurzen Bummel durch die Stadt nahm ich die Innenstadt als übervoll war. Da entwickelte sich etwas Pipi in den Augen, war ich doch „früher“ alle zwei Wochen dort und dann eben mal 2,5 Jahre gar nicht. Null, niente, nix. Komisch wieder dort zu sein. Vertraut irgendwie, aber auch fremd.

Der Campus und die Büros wirkten noch sehr ausgestorben, habe das Gefühl in einem Endzeit-Film rausgekommen zu sein. Alles wirkt gepflegt und sauber, Pflanzen sind noch da, aber es hängen zum Beispiel noch uralte Poster an den Wänden. Auch die typischen Zettelchen zur kollegialen „Erziehung“ sind noch da. „Bitte verlassen Sie diesen Ort, wie sie ihn selber vorzufinden mögen“ oder „Geschirrspülmaschinen kann man auch Einräumen!“. Es wirkt wie im Dornröschenschlaf, wo die Menschen am Hof langsam erwachten.

Zum Mittag war ich in der Kantine. Auf einmal schien es Menschen geregnet zu haben. Voll das Ding, inklusive Schlangen bei den Ausgaben! Jegliche Abstände dahin. Und dann natürlich all die bekannten Gesichter die zufälligerweise ihren „Büro-Tag“ geplant hatten. „Du, hier!???“ Hacke? Ellbogen? Faust? Hand? Bussi? Ungewohnt, ungewollt … unangenehm.

Abends dann der geführte Stadtbummel, der war recht luftig, wenig Sorge. Anschließend ging es in einen Biergarten, da war es dann natürlich deutlich lauter. Ich traf Kollegen die ich noch nie „live“ gesehen habe. Man rutschte dichter zusammen und brüllte über den Tisch, um sich verständlich zu machen.

Nun wieder zurück im Höhlenoffice, werde ich mir wir wohl mal in den nächsten Tagen ein Stäbchen in die Nebenhöhlen drömmeln …

Und dann mal sehen, welches Level als nächstes auf mich wartet 😉

<— Rückkehr ins Büro – Teil 5

334) Rückkehr ins Büro – Teil 5

Ich wollte euch ja noch an meinen ersten beiden Dienstreisen in Zeiten des New Normal teilhaben lassen 😉

Also, in KW 25 bin ich mit der Bahn nach Franken gefahren. Gähn. Laaaangweilig. Ja, im Prinzip schon, aber für mich war das eine Prämiere. Meine erste Dienstreise seit März 2020.

Die Vorbereitung ging recht locker von der Hand, beim Blick auf die Business-Klamotten im Schrank konnte ich mich aber auch nur zu Jeans, Hemd und Sakko durchringen. Mit einem Anzug würde ich mir dort wie ein Gockel vorkommen. Es ist vorbei. Den schwarzen könnte ich noch aufheben, den Rest … weg.

Im Zug saß ich zunächst allein, bei Leipzig setzte sich dann ein Ingenieur von BMW zu mir und startete sofort seine Video-Konferenz. Ich weiß nun alles über Robots in der Auto-Fertigung und habe dabei viele BMW-ler kennengelernt. Vermutlich war ich auch die ganze Zeit auf deren Bildschirmen zu sehen, aber da ich FFP2-Schmuck trug war mir das erst mal noch egal. Mal sehen, wie das läuft, sollten die Masken mal fallen. Ich glaube, da könnte ich zickig werden.

Auf der Etage, wo das Meeting stattfinden sollte, traf ich auf erfreute Gesichter. Manche Kollegen breiteten ihre Arme zur Begrüßung aus. Mir war das viel zu viel Körperkontakt, aber den asozialen Eigenbrödler wollte ich nun auch nicht geben.

In dem Meeting-Raum wo wir verabredet waren, wurde anscheinend ordentlich aufgerüstet in den letzten 2 Jahren. Ein Gigantischer Flat Screen, eine Kamera die der Stimme folgt und Lautsprecher in der Decke. Trotzdem saßen wir uns halt zu sechst gegenüber und es gab unweigerlich Situationen, wo man sich dann halt doch mal näher kam.

Beim Checkout im Hotel zückte ich meine Firmenkreditkarte und erst in diesem Moment fragte ich mich, ob die denn überhaupt noch funktioniert. Aber ja, sie tat es und verlangte gleich mal den PIN. Ach du Scheiße. Da war ich dann erst einmal ratlos. Aber dank top-geheimer Notizen in meinem Telefon, ging es nach kurzer Panikattacke weiter.

Bevor ich dann in dieser Woche meine zweite Dienstreise >in die Provinz nach NRW starten wollte, wurde ich erst einmal zurückgeworfen. Da hieß es für mich eine Woche „Green-Office“ im „Corona-Wartezimmer kurz vor Polen“, damit ich dem heimischen „Abklingbecken“ nicht zu nahe kam. Also quälte ich den Mobile Hotspot des Handys und hätte parallel ein Spiegelei drauf braten können, so warm war das Ding teilweise. Aber ich will nicht meckern, die Verbindung war sehr stabil, trotz Dauerkonferenz und Kamerabetrieb.

Am Vorabend meines Trips kamen dann leise Zweifel hoch. Soll ich fahren? Doch absagen? Meine Selbsttests waren zwar weiterhin negativ, aber ich hätte vielleicht doch blinde Passagiere in mir tragen können. Und was die anderen Kollegen so von zu Hause mitbringen würden, wüsste ich schließlich auch nicht. 

Am 05.07. im Morgengrauen ging es dann aber los. Vom „Corona-Wartezimmer kurz vor Polen“ mit dem Regio nach Berlin, dann per ICE nach Bielefeld und dann weiter per Regionalbahn zu meinem Zielort an der Pader. Beim Meeting hielten wir viel Abstand, das Dinner gab‘s im Freien. Was man halt so macht, um nicht den eigenen Urlaub kurz vorher zu gefährden. 

Zurück ging es heute wieder mit der Regionalbahn zunächst nach Bielefeld, dann per ICE nach Berlin und dann mit einem proppevollen und verspäteten 9-EUR-Regio wieder ins „Corona-Wartezimmer kurz vor Polen“. Eijentlich oooch schön hier.

Sechs Bahnfahrten an zwei Tagen aufeinander … das reicht mir dann erst einmal.

Was ich da alles schon wieder gesehen und gehört habe, so viel kann ich gar nicht schreiben 😉

Und wem das mit dem „Abklingbecken“ und „Corona-Wartezimmer“ etwas gaga klingt, der kann ja noch mal hier nachlesen

—> Marotten-Bingo im Corona-Wartezimmer – Vol.1

—> Marotten-Bingo im Corona-Wartezimmer – Vol.2

<— Rückkehr ins Büro – Teil 4

–> Rückkehr ins Büro – Teil 6

282) Corona-Lektionen 114

Vor knapp zwei Jahren, habe ich mich mit meiner anstehenden Dienstreise nach >Bukarest befasst. Nichts Besonderes. Hinflug, Arbeiten, bisschen Sightseeing, Rückflug. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, dass es die letzte dienstliche Auslandsreise für mindestens mal zwei Jahre, wenn nicht gar noch länger sein würde. Na ja und den Rest kennt ihr ja dann. Aussetzen des Flugbetriebs, Lockdown, Höhlen-Office … etc pp.

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

Lockerung:
Nun wird mehr und mehr über Lockerung von Anti-Corona-Maßnahmen diskutiert, konkrete Beschlüsse liegen vor. Ja, ich setze das Wort „Anti“ vor die „Corona-Maßnahmen“ denn das kommt mir manchmal zu kurz. Da wird schnell auf die „Corona-Maßnahmen“ geschimpft und gleichzeitig feiern sich „Corona-Gegner“ auf „Anti-Corona-Demos“ als Freiheitskämpfer. What? Da frage ich mich manchmal wer hier eigentlich gegen was kämpft. Ich habe mich dazu schon im November 2020 in >Corona-Lektionen 53 gewünscht, dass man doch bitte auf die Wortwahl achten sollte.

Freedom Day:
Noch so ein Schwachsinnsbegriff und da halte ich es wie die Frau Momo auf ihrem Blog. Die meisten Bundesbürger haben je in Unfreiheit gelebt und es ist ja wohl obernaiv, dass an diesem magischem Datum alle Beschränkungen fallen. Dieser Begriff suggeriert ein fortdauernde Entspannung, eine nie wiederkehrende Diskussion, eine Abgeschlossenheit, eine Zeitenwende, einen „point of no return“ und einen finalen Sieg über den Gegner. So wie in „Independence Day“ oder am „D-Day“ in der Normandie. Ich sehe unseren Kanzler schon mit Zigarre auf der Kanzel eine Jagdfliegers kleine Ringe in die Luft blasen. Vorsicht mit solchen Begriffen, sonst gibts nach der Siegesfeier einen dicken Kater im Herbst und das wird dann schwierig zu erklären sein.

Coronarer Auswurf:
Die Berliner Morgenpost schreibt am 19.02.2022 über die Raumsonde „Solar Orbiter“ und über einen „koronalen Massenauswurf“, den sie gesichtet hat. Na? Sag‘ ich doch. Es ist noch nicht zu Ende. „Coronarer Massenauswurf“. Ekelhaft. Würg. Rotz. Spuck. Flatsch.

Muskelspiele:
Ein paar Seiten weiter schreibt die Zeitung über Elon Musk, der angeblich ein Hitler-Bild auf Twitter veröffentlichte, mit dem Titel „Hört auf mich mit Justin Trudeau zu vergleichen“. Widerlich. Angeblich unterstützte Musk die Proteste der Kanadischen Trucker gegen die „Corona-Politik“. Da haben wir es schon wieder. Wortwahl. „Corona-Politik“.

Homeoffice:
Wenn alles so weiter läuft, besteht zumindest seitens Gesetzgeber ab Mitte März keine Homeoffice-Pflicht mehr. Verrückt. Soll das etwas heißen … wir könnten vielleicht wirklich … zurück ins … B … bbb …bb … orü … mhm … üro? Hilfe! Das ist jetzt aber doch etwas spontan oder? Was sollen wir denn anziehen? Sollte mal schnell ein paar Hemden bestellen, bevor die ausverkauft sind? Sind Hemden das neue Klo-Papier?

In diesem Zusammenhang möchte ich gern noch einmal die Beiträge

bringen.

Eigenlob stinkt zwar, so sagt man, aber in dem Falle nicht 😉

<— Corona-Lektionen 113

–> Corona-Lektionen 115

58) Postkarte aus Dubai: Jetzt erst recht

Beim Blick in die Blog-Statistik stelle ich fest, dass der meist gelesene Beitrag hier auf diesem schnuckeligen Blog die >Postkarte aus Dubai ist. Das wundert mich doch sehr, da springt bei mir gleich die Denkmaschine an, wie das wohl sein kann.

  • Hat sich jemand den Beitrag als Favorit gespeichert und steigt auf diesen Weg immer in meinen Blog ein? Könnte sein, aber der Großteil der Aufrufe erfolgt wirklich aus den Emiraten, das sehe ich ja.
  • Sind das vielleicht Urlauber, die eine Postkarte nach Hause schicken wollen und dafür die Suchmaschine bemühen? Gut möglich, aber fast die Hälfte der Aufrufe erfolgte während der Pandemie.
  • Oder sind das diese Sternchen, die die Pandemie lieber in der Ferne aussitzen? Aber würden die Postkarten suchen? Ich dachte die posten eher Selfies auf Insta.
  • Es könnten auch deutsche Bauarbeiter sein, die da Hochhäuser bauen. Eher ungewöhnlich, da bauen doch nur Asiaten zu Hungerlöhnen. Oder sind da Deutsche vor Ort, die die Expo 2022 mit vorbereiten? Es bleibt ein Rätsel.

Aber jetzt, wo wir schon mal beim Thema Dubai sind, krame ich noch mal in der Bilderkiste und im Reise-Hirn. Bei 2°C Außentemperatur und zwei Jahren ohne Fernreise, habe ich akutes Fernweh.

Hier also noch ein paar Kuriositäten, die in der ersten Postkarte fehlten:

Geld
Dubai hat Geld wie Heu, das sieht man an allen Ecken, sei’s im Goldgeschäft oder an den gigantischen Hochhäusern. Oder entlang der Flüsse. Da gibt es zwar weit und breit keinen Biergarten, dafür aber USB-Ladeboxen an jeder Laterne, Bose-Lautsprecher in jedem Pflanzkübel und Funkmasten in Form einer Palme.

Wüste
Fährt man eine Stunde stadtauswärts, steht man sehr schnell in der Wüste. Dort sind wir mit Offroadern über die Sandberge gedonnert. Von der Nachhaltigkeit her so la la, aber sehr beeindruckend was Autos so abkönnen. Beim Plausch mit dem Fahrer erfahren wir, dass er deutsche Autos toll findet, er würde aber nie einen Mercedes oder BMW für diese irre Reiterei über die Dünen nehmen. Die wären zu anfällig, er schwöre auf Toyota. Beeindruckend fand ich, wie schnell doch die eigenen Fußspuren weggeweht werden und dann stehst du mitten im Nichts und hättest keine Chance je zurückzufinden. Nach dem Wüstenritt, wurden wir mit zig anderen Touristen in einem Wüsten-Camp zusammengefercht um Bauchtanz, Feuer-Show und Derwischtanz beizuwohnen. Gar nicht mein Fall, aber immerhin gabs hinterm Klo-Häuschen, einen Imbiss-Wagen wo Indisches Bier aus Dosen verhökert wurde. Für 6 EUR, aber was soll’s.

Burj Khalifa
Ist man in Dubai, kann man den Burj Khalifa nicht übersehen. 828 Meter misst dieses Ding. Ganz oberschlau buchten wir den Early Bird Tarif mit Breakfast, ließen sogar das Hotelfrühstück sausen und freuten uns auf ein dekadentes Frühstück in luftiger Höhe. Der Ausblick war schon beeindruckend, wobei es aber im Wesentlichen Sand und Beton zu sehen gab. Das „Frühstück“ gab‘s dann unten beim Verlassen des Wolkenkratzers. Ein Croissant auf die Hand und Kaffee aus dem Pappbecher. Na lecker. Jeden Abend verwandelt sich das Gebäude in ein Laser-Show-Spektakel. Brot und Spiele.

The Palm
Ich weiß gar nicht, was mehr größenwahnsinnig ist. Der Burj Kalifa oder das künstlich geschaffene Land „The Palm“ samt Hotel Atlantis. Und weil das alles schnell zu klein wird, bauen sie nebenan schon wieder das nächste Mega-Hotel und schütten die nächste Palme auf und dazu noch eine Weltkarte. Verrückt oder? Da kaufen Leute Land, was es eigentlich gar nicht gibt.

Zurück ging es dann mit einem A380. Ach ja, auch alles Geschichte.

Vielen Dank, dass sie heute mit T.-Tours geflogen sind, wir würden uns freuen, Sie bald wieder an Bord begrüßen zu können. 😉

Und hier die erste Postkarte aus Dubai (Januar 2019)

175) Corona-Lektionen 70

So langsam dürfte sich bei jedem von uns das einjährige Corona-Jubiläum einstellen, oder? „Weißt du noch, vor einem Jahr?“ höre ich recht häufig dieser Tage. Und ich denke auch daran zurück.

Blick zurück:
Genau vor einem Jahr war ich noch in >> Bukarest und habe mich kurz danach über die heimischen >> Hamsterkäufe aufgeregt. Das Wort “Corona“ fand am 29. Februar erstmals Einzug in meinen Blog. Hielten wir das vorher alle noch für eine Biermarke aus >> Mexico oder ein Sonnenspektakel, sind wir mittlerweile zu 4-Sterne-Virologen und digitalen Heimwerkern mutiert. Unsere Kinder haben bereits mehr Homeoffice und Teilzeitmodelle kennengelernt, als wir jemals bei Chef oder Chefin durchsetzen konnten.

Reisen:
Die Lusthansa hat mir ihren Shopping-Katalog Frühjahr/Sommer 21 geschickt. Ich blättere kurz durch und habe die Wahl zwischen 36 Seiten Haushaltsgeräten (… nach Haushalt ist mir aber nun gerade mal gar nicht … ) und 25 Seiten rollendem Reisegepäck. Wollt ihr mich verarschen? Die Rubrik Vinothek hat nur noch magere 7 Seiten. Oh, oh. Alles abverkauft. Das bringt mich zum Thema Langzeitwirkung.

Langzeitwirkung:
Wir haben gelernt, dass Corona nicht nur die Lunge angreift, sondern auch den Rücken und das Oberstübchen. Und es macht die Haare grau. Lege ich mir eigenhändig einen Kurzhaarschnitt zu, muss ich mich an der Mülltonne schon gegenüber Nachbarn rechtfertigen. „Hey, sag mal, warst du etwa beim Frisör?“ Ich setze mittlerweile schon eine Perücke auf, damit mich bloß keiner anschwärzt. Aber was macht das alles langfristig mit uns? Kinder, die in dieser Zeit geboren wurden, haben vermutlich schon einen Knacks weg. Den meisten Menschen auf diesem Planeten fehlen Mund und Nase und die eigene Omma will sie nicht anfassen oder mal auf den Arm nehmen. Was soll aus denen nur werden? Bei der Fußball-WM in 12 Jahren wird Deutschland vermutlich so dermaßen abkacken, weil unsere Jungs seit Wochen nicht auf dem Platz waren. Und die bemannte/befraute Mars-Mission wird auf Jahre verschoben, weil sich keine Astronauten finden, die monatelang auf engem Raum zusammenleben wollen ;-

Schönes Wochenende!

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173) Corona-Lektionen 68

Der Countdown läuft. Noch ganze drei Wochen, dann habe ich ein Jahr im Corona-Homeoffice absolviert. Wer hätte das je gedacht. Tschakka! I made it! Mission accomplished!

Ein paar Gedanken aus der letzten Woche:

Schaden:
Aus irgendeinem Grund fliegt mir seit Tagen das Wort „Schaden“ durch den Kopf. Ist es der Kreuzschaden nach soviel Homeoffice? Der Sehschaden weil wir noch auf Flachbildschirme glotzen oder der Hörschaden, weil wir den ganzen Tag die Kopfhörer CT aufhaben? Oder der Sachschaden, der Totalschaden für so manchen Unternehmer. Oder ist es der Dachschaden, den wir nach Corona haben werden? Puh. Das zieht runter, ich versuche es noch mal anders

Lunch im Homeoffice:
Homeworker 1: „Ich habe heute zwischen 11:30 und 12:30 mal nichts, wir könnten ja gemeinsam rausgehen, uns etwas zum Mittag besorgen.“
Homeworker 2: „Ich kann nicht, ich will über Mittag mal kurz in die Firma, etwas abholen.“
Schoolboy: „Also ich habe von 11:00 bis 12:30 ein Meeting, ich habe da keine Zeit.“
Schoolgirl: „Geht nicht, ich habe ein Meeting von 09:00-14:00, weiß noch nicht wann Pause ist.“
Aha … Mahlzeit 

Auslandsreise:
Vor knapp einem Jahr habe ich mich mit meiner vorerst letzten > Auslandsreise nach Bukarest beschäftigt. Was nehme ich mit? Wie komme ich vom Hotel in die Firma? Was kann man abends noch so machen? Alles Geschichte. Seitdem hängen die Business-Outfits im Schrank. Dreimal haben sie es bislang nach draußen geschafft. Letzte Reise nach München im März, Jugendweihe im April und eine Online-Podiums-Diskussion im Oktober. Vermutlich wären die Klamotten in der Kleidertonne besser aufgehoben.
Es zieht immer noch runter, oder? 

Frühling:
Der Frühling kommt! Juchuuu! Es wird besser. Die dicke Winterjacke habe ich weit hinten im Schrank verstaut. Beim Durchsehen der Taschen, fand ich eine Maske. Ich entschied mich dafür, sie in der Jacke zu lassen. Denn dann bleibt die Entwicklung offen und beim nächsten Super-Winter habe ich dann entweder …

A) etwas zum Schmunzeln
ODER
B) eine Maske für den Super-Markt

Ja, ich weiß was ich will 😉

<— Corona-Lektionen 67

—> Corona-Lektionen 69

42) Postkarte aus Mitkopfanderswo

Ach ja, das Reisen. Seufzt. Das war in 2020 ziemlich vermurkst. Bei mir zumindest. Und irgendwie fühle ich, dass das in 2021 nicht üppiger wird. Also muss ich anders reisen. Weniger mit den Füßen, eher mit dem Kopf.

Viele schlaue Menschen haben bereits übers Reisen nachgedacht.

Hier eine nette Sammlung auf https://reisespatz.de/reisezitate/.

Auf der Webseite gibt es 100 Zitate rund ums Reisen, ich habe aber die drei folgenden herausgefischt. Denn sie passen gut zum heutigen Leitgedanken hier.

  • Das Reisen lehrt Toleranz.“ (Benjamin Disraeli)
  • Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Was ist Reisen? Ein Ortswechsel? Keineswegs! Beim Reisen wechselt man seine Meinungen und Vorurteile.“ (Anatole France)

Also, Reisen ist weit mehr als ein Duck Face Selfie vor einem Tempel. Mehr als das Abarbeiten, der Top 5 „must visit places“ am Zielort. Es hat mit Hinkommen zu tun, mit Beobachtungen, Gesprächen und Inspirationen auf dem Weg. Und auch die Heimkehr gehört natürlich dazu.   

In diesem Sinn, fühlt euch eingeladen auf einen kurzen Trip!
Klicken und auf der Couch verreisen.

— > Weitere Postkarten gibts hier

40) Postkarte aus Weitwegeigentlich

Irgendwo habe ich gelesen, dass „Can you see my screen“ oder „Könnt ihr mich noch hören“ wohl zu den meistgesagten Sätzen im Deutschen Berufsleben des Jahres 2020 gehören werden. Glaube ich gern. Im Privatleben war es mit Sicherheit eher „Eigentlich wären wir jetzt in … gewesen“. 

Wir waren in London, Lissabon und auf Korsika. Eigentlich. Aus Korsika wurde dann Santorin, aber wieder nur eigentlich. Aber in Bukarest, da war ich wirklich. Und an der Ostsee. Aber geht es um die Ferne, bleibt wohl nichts anderes übrig, als in Erinnerungen zu schwelgen.

Aber wenn ich so durch meine Bilder von Goa, São Paulo und Melbourne blättere, frage ich mich auch, ob ich da jetzt wirklich hinreisen wollte. Will ich aktuell in Indien sein? Ist São Paulo dieser Tage wirklich „The place to be“. Will ich jetzt über 24h in einer Metall-Röhre sitzen und nach Down Under fliegen?? Mhm … ich glaube nicht. 

Also wischt man sich so durch seine Fotos und schmiedet den ein oder anderen Reiseplan für 2021.

Lust auf ein paar Eindrücke aus Goa? Vielleicht etwas coole Street Art aus São Paulo? Oder eine Portion von Multi-Kulti in Melbourne?

Bitte schön!

  1. Postkarte aus Goa 1 2019
  2. Postkarte aus Goa 2 2019
  3. Postkarte aus Goa 3 2019
  4. Postkarte aus São Paulo 2019
  5. Postkarte aus Melbourne 1 2019
  6. Postkarte aus Melbourne 2 2019
  7. Postkarten aus Delhi, Singapore, Mexico?

<— Weitere Postkarten gibt‘s hier

38) Postkarte aus Berlinbestimmtnich

Es wird mal wieder Zeit für eine knackige Postkarte hier. Doch von wo soll ich denn eine Karte schreiben, wenn ich doch kaum reisen kann? Von Berlin etwa? Die Bilder vom Samstagabend waren weniger ansehnlich, eher erschreckend, verstörend, inakzeptabel!

In der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung fand ich einen Artikel, der auf die 150-jährige Geschichte der Postkarte einging.
Zitat: „147 Millionen Postkarten beförderte die Deutsche Post 2019, 2007 waren es noch 210 Millionen.“
WhatsApp, Facebook und der Selfie-Sticks sind Schuld. Und nun kommt auch noch Corona dazu und lässt die Postkarten im Drehständer stehen und ausbleichen.

Aber ich habe auch gelernt, dass man sich elektronisch Postkarten schicken kann und man muss noch nicht einmal vor Ort gewesen sein. Wie „praktisch“. Die Umwelt wird’s gut finden. Die Reiseindustrie wohl weniger.

Aber jetzt mal angenommen, ich schicke Postkarten von Orten, an denen ich noch niemals war. Woher kriege ich dann die kitschigen Kühlschrankmagneten? Aber Ihr ahnt es schon, die Antwort liegt auf der Hand. Die gibt’s bei Herrn Bezos im Hochregal. Aus aller Herren Länder. Egal ob Zuckerhut, Taj Mahal oder Golden Gate Bridge. Ich will gar nicht drüber nachdenken, wo die hergestellt werden und welche Wege die zurücklegen.

Wenn ich mir ein paar meiner Magnete aus 2019 so anschaue, kriege ich schon Fernweh.

Hier noch mal zum Nachlesen

  1. Postkarte aus Dubai 2019
  2. Postkarte aus Mexico-City 2019
  3. Postkarte vom Taj Mahal 2019
  4. Postkarte aus Delhi 2019

 

Und wer es voll virtuell mag, der kann gern mit mir über die Zukunft des Reisens nachdenken. > Travel 6.0