274) Corona-Lektionen 111

Da war meine kleine Privat-Bloggerei hier gerade mal sechs Tage virenfrei und schon gibt es wieder so viel Neues, was ich gern notieren möchte.

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

Corona-Macke:
Steigen wir zunächst locker ein. Kennt ihr das? Ihr geht mit einem Auge an einem Schriftzug vorbei und euer Auge liest im Vorbeigehen etwas, was da gar nicht geschrieben steht? So ging es mir kürzlich. Auf einem Transporter stand „Colonia Umzüge“, auf einem Desinfektionsspender stand „Ulticom“. Ihr könnt euch sicher gut vorstellen, was ich in dem Moment gelesen habe. Ich habe eine Corona-Macke, keine Frage.

Demonstration:
Gestern, Montag, war ich auf einer Demo. Es war eigentlich keine Anti-Demo zur Anti-Anti-Corona-Maßnahmen-Demo, sondern eine Demo „pro“ Demokratie. An einem geschichtsträchtigen Ort in der Nähe, an dem vor über 30 Jahren Menschen friedlich gegen das DDR-Regime demonstriert haben und der nun zum wiederholten Male von herumwandelnden Frischluft-Fanatikern instrumentalisiert wird. Es ging darum klarzustellen, dass wir in einer Demokratie leben und es sollte auch ein Zeichen gegen dieses „Wir-sind-auf-dem-Weg-in-eine-Diktatur“-Gejammer gesetzt werden. Das war mal eine interessante Erfahrung. Mein Demo-Gefährte und ich standen also bei den FFP2-maskierten Demonstranten auf der einen Straßenseite, ein paar „nichtangemeldete“ Bürger ohne Mund-Nasen-Textil auf der anderen Seite der schmalen Straße. Bis auf ein paar überflüssige Kommentare und einem plötzlich auftretenden Leierkastenmann, der die Stimme „unseres“ Sprechers übertönte, lief das aber recht ordentlich ab. Als das zeitliche Ende unserer Demo erreicht war, ergriff auf der anderen Straßenseite jemand ein Megaphon und erinnerte die Polizei daran, dass unsere Demonstrationszeit nun beendet sei und wir damit in einem nicht legalen Umfeld unterwegs wären und übrigens die Abstände bei „uns“ nicht eingehalten würden. Mhm. Na ja. Ein bisschen albern irgendwie, aber gut. Recht ist Recht und Pflicht ist Pflicht, wir lösten uns auf.

Noch ein Hinweis: Die Berliner Polizei veröffentlicht >alle angemeldeten Demonstrationen online. Die Menge der täglichen Veranstaltungen finde ich schon sehr beachtlich. Da soll mal keiner jammern, jeder kann hier gegen/für alles Mögliche demonstrieren, jeder kann sich irgendwo einreihen.

Wortwahl:
Gestern hieß es in den Abend-Nachrichten, dass von Corona genesene Menschen ihren „2G- Status“ eher verlieren könnten, als bisher angenommen. Jetzt will ich das gar nicht virologisch kommentieren, aber die Wortwahl ist schon etwas bizarr. „2G-Status“. Klingt so als wäre es der Silberstatus einer Luftlinie, der einem Zugang zu elitären Kreisen ermöglicht, da gibt’s dann Schnittchen, Prio- Boarding und einen schicken Koffer-Anhänger, während der Pöbel hinten in der Holzklasse sitz. Solche Formulierung sollte man vielleicht bei der aktuellen angespannten Lage überdenken. Das ist nicht zielführend.

Schule:
Gestern Abend dann der Knaller. Über Nacht wurde in Berlin die Präsenzpflicht an den Schulen ausgesetzt. Eltern sind überrascht, Lehrer noch mehr. Wissentlich, dass Berlin in vier Tagen in die Ferien geht, muss doch dieses Chaos nun echt nicht sein und wieder gehen vier Unterrichtstage verloren. Denn Eltern können nun selber entscheiden, ob die Kinder zur Schule gehen und an welchen Tagen. Jeden Tag aufs Neue. Die Lehrkräfte können überhaupt nicht planen und man kann raten, wie das ausgeht. Ich wage mal ein paar Prognosen

A) Kinder gehen in die Schule, weil sie einen Sinn drin sehen oder die Eltern hinterher sind

B) Kinder entscheiden sich für Netflix-und Playstation-Unterricht, weil es den Eltern Wurscht ist

C) Kinder sind schon längst mit ihren Eltern über alle Berge und warten am Ski-Lift.

Kapier‘ ich nicht.

Nachtrag 18:40 Uhr: Es ist wohl so, dass die Eltern bis Freitag entscheiden sollen, ob das Kind bis Ende Februar in die Schule geht oder nicht. Also etwas mehr planbar für die Schule durchaus, aber nicht unbedingt besser, weil nicht online unterrichtet wird, sondern nur Aufgaben über anwesende Mitschüler verteilt werden.

Bei der Gelegenheit möchte ich noch mal auf den Beitrag >269) Digitales Lernen 1 – Eine Bestandsaufnahme verweisen

<— Corona-Lektionen 110

273) Corona-Lektionen 110

Eigentlich wollte ich heute zu einem ganz anderen Thema schreiben, aber der/die/das Virus und seine bucklige Variantenschaft hat sich in meinem Back(b)log wieder nach oben gearbeitet und fordert eine weitere Ausgabe meiner Corona-Postille.

Aber der Reihe nach und zu Beginn erst einmal ein Aperitif:

Essen gehen
Ich war beim Chinesen. Vielleicht nicht hyper-vernünftig, aber musste mal sein. An der Tür zum Restaurant begrüßte uns die Service-Kraft mit dem Satz: „Guten Tag, 3G oder 2G+ ?“ Die Frage überforderte mich total, ich wusste gar nicht, dass ich da eine Wahl habe. Mir tanzte eine spontane Antwort auf der Zunge: „Eher 45.B. Aber mit Nudeln und Chili-Booster, bitte“.

Den Joke habe ich dann aber doch nicht gebracht. Sie hätte den vermutlich nicht verstanden. Aber nun zum Ernst.

Inzidenz
Steigt enorm, kann man überall nachlesen. Berlin ist nun über 1000-er Inzidenz. Das ist wohl diese vielbesprochene Omikron-Wand, vor der wir nun stehen. Und da ist längst noch nicht alles erfasst.

In >Corona Lektion 109 erwähnte ich den Stadtbezirk Marzahn Hellersdorf, der am 12.01. eine paradiesische Inzidenz von ca. 300 meldete. Ich hatte schon überlegt, dorthin zu ziehen. Die Erklärung fand ich kurz darauf in der Berliner Morgenpost vom 15.01. mit folgendem Zitat:

„Die zu Beginn der Pandemie als Grundlage des bezirklichen Erfassungssystem gewählte und nach damaligem Stand großzügig bemessene Datenbank hatte durch die stark steigenden Fallzahlen und damit auch exponentiell anwachsenden Datenbestände ein bestehendes Limit erreicht.“

Aha. Und das man merkt man dann so per Zufall? Kapiere ich nicht.

Am Freitag lag der Wert bei 140 und fiel dann bis Sonntag auf 0. Pandemie beendet. Kein Infektionsgeschehen. Großartig. Grund zum Feiern. Seit gestern Dienstag scheint die Datenbank wieder online zu sein, die Inzidenz lag immerhin bei 30, heute bei 100. Vermutlich werden nun einige Daten nachzuerfassen sein, was in den nächsten Tagen „beeindruckende“ Effekte im Diagram erzeugt. Wenn es noch ausreichend Mitarbeiter gibt, die das auch tun können.

Infrastruktur
Ich finde es komplett nachvollziehbar, dass Quarantäne-Zeiten verkürzt wurden, denn bei den aktuellen Zahlen, ist das eine Frage der Zeit, bis sich das Geschehen aufs normale Leben auswirkt. Wenn ich lese, dass das Busangebot in Berlin bereits ausgedünnt wird wird. Wenn ich immer noch all die Weihnachtsbäume herumliegen sehe, die grün blinken und stinken, weil unter ihnen Elektro-Roller und Hundescheiße begraben sind. Wenn ich sehe, wie schleppend Müll-/Glastonnen abgeholt werden, dann mag ich mir nicht vorstellen, was das noch für andere Berufe heißen kann, die auch auf engem Raum arbeiten. Ich meine keine Handballer, sondern so etwas wie Lehrkräfte, Feuerwehrleute, Sanitäter oder Polizei.

Gar nicht gut.

Vielleicht ist das auch das Kalkühl der sogenannten „Spaziergänger“? Chaos in deren Kopf und Chaos in der Stadt?

„Spaziergänger“
Ich kriege das kalte Kotzen, wenn ich sehe, wie die sich an Ritualen, Orten und Sprüchen der friedlichen Revolution 1989 vergreifen, während sie heute durch die Straßen ziehen. Die Demonstranten damals mussten entgegen geltender Rechtsprechung auf die Straße gehen, weil es überhaupt kein Demonstrationsrecht gab, und das Risiko war sehr hoch, dafür in den Knast zu wandern. Heute gibt es ein Demonstrationsrecht, jeder kann eine Demo anmelden und bekommt dabei sogar noch Polizeischutz vom Steuerzahler dazu. Und diese Typen ziehen nun Montags zur Gethsemankirche und fordern Freiheit? Widerlich.

Aber es bilden sich Gegenproteste.

Sehr gut.

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272) Corona-Lektionen 109

Omikron ist angekommen und macht sich breit. Ein Premierminister stolpert hoffentlich bald über seine Lockdown-Partys, ein Tennis-Star fliegt ungeimpft zu den Kängurus und hält sich für was ganz Besonderes. Und ich habe bald meine zwei Jahre Dauer-Höhlenoffice voll. Eine kleine Jubiläumsfeier? Na besser nicht, das fällt mir später sonst mal auf die Füße.

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

Inzidenz
Steigt. Selbst in unserem schnuffigen Lastenfahrrad-Macchiato-Stadtbezirk, in den statistisch auch das grüne Pankow am Rande der Stadt einfließt, knacken wir bald die 1000. Schaut man sich die Corona-Karte von Berlin an, müsste man eigentlich nach Marzahn-Hellersdorf ziehen. Die dortige Inzidenz von 63 klingt echt paradiesisch. Oder auch nicht. Denn das heißt entweder, dass es dort keine netten Kneipen, Kinos und Restaurants gibt oder eine fette Datenpanne.

Impfen
Zäh. Die Impfpflicht entwickelt sich zum Rohrkrepierer, weil der Bundestag wegen Karneval und anderen Terminen nicht zusammenkommen kann. What? Also wenn sie das Thema nicht angehen wollen, dann sollen sie es sagen, aber so herumzueiern und nach Ausreden suchen ist nun wirklich etwas albern. Während sich die meisten Menschen selber um einen Termin zum Boostern „bemühen“ oder gute Gründe haben, es nicht zu tun, wandeln manch andere ziellos durch die Straßen.

„Spaziergänge“
Schwierig. Einerseits kriegen die „Spaziergänger“ schon viel zu viel Aufmerksamkeit und dann denke ich, sollen sie doch durch die Straßen ziehen, was soll man auch sonst tun, wenn man nicht mehr ins Kino oder Fitnessstudio darf. Andererseits sind diese Zusammenkünfte ohne Mund-Nasen-Schmuck doppelt gesetzeswidrig, da 1. nicht angemeldet und 2. gegen Infektionsschutzbestimmungen. Klingt spießig, ist aber nun mal so. Und da frage ich mich schon, wie lange die Behörden zuschauen wollen. Wenn man sich erinnert, was die Polizei sonst so auffährt, wenn es ein besetztes Haus zu räumen gilt oder Linksautonome zum 1. Mai unterwegs sind, muss hier gehandelt werden.

Zukunft
Hoffnungsvoll. Hört man den Wissenschaftlern zu, könnte es da ein kleines Licht am Ende des Tunnels geben. Durch die vielfach höhere Ansteckungsfähigkeit aber geringere Gefährlichkeit von Omikron, könnte sich das Biest quasi selber trocken laufen und zu den Grippe-Viren gesellen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Licht kein Zug ist, in dem noch mehr bucklige Variantenschaft der Corona-Sippe sitzt und an unserem Bahnhof aussteigen will. Mal sehen wie das alles weitergeht.

Diesen Beitrag möchte ich mal wieder mit dem Satz beenden, den ich hier am 13.03.2020 in >Corona-Lektion 1 zum ersten Mal hatte.

Passt auf euch auf und tragt zur Beruhigung der Lage bei!

Nachtrag 16.01.2022: Beim Lesen der Berliner Morgenpost vom Wochenende, löst sich das Rätsel um die niedrige Inzidenz in Marzahn-Hellersdorf auf.

Da wird auf Seite 15 wie folgt zitiert:

„Die zu Beginn der Pandemie als Grundlage des bezirklichen Erfassungssystem gewählte und nach damaligem Stand großzügig bemessene Datenbank hatte durch die stark steigenden Fallzahlen und damit auch exponentiell anwachsenden Datenbestände ein bestehendes Limit erreicht.“

<— Corona-Lektionen 108

–> Corona-Lektionen 110

268) Corona-Lektionen 108

Ja, richtig bemerkt. Das Titelbild zum heutigen Beitrag stammt nicht aus Berlin. Denn wir haben uns weggeschlichen, legal über die grüne Grenze gemacht. Quasi für die nächsten Tage von der Entwicklung daheim „abgespalten“. Mit dem Wort Abspalten, baue ich gleich die Brücke zum heutigen Schwerpunkt.

Spaltung

Ganz besonders im Corona-Kontext wird häufig von der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft gesprochen und wenn man sich das Wort „Spaltung“ vor Augen führt, da denkt man dann ganz schnell an zwei Hälften. „Die“ und „Wir“ oder „Dafür“ und „Dagegen“. Aber um so länger die Pandemie dauert, um so mehr merken wir vermutlich, dass das eben nicht so einfach ist. Ich versuche es mal eine Ebene tiefer, wissentlich, dass das dann auch erst einmal nur wieder Schubladen sind, die natürlich auch wieder zu groß oder zu klein sein können.

  • Da gibt es sicher Menschen, die durch die Pandemie geliebte Menschen verloren haben, weil jemand an dem Virus erkrankt oder gar gestorben ist. Oder weil Beziehungen zerbrochen sind oder auf Eis liegen, da man sich aktuell nicht sehen kann oder zeitweise erst einmal nicht mehr sehen will. Nicht einfach.
  • Ganz bestimmt auch haben Menschen ihren Job verloren, vielleicht eine Ausbildung abbrechen oder fürs eigene Geschäft dann doch Insolvenz anmelden müssen. Ganze Berufszweige verschwanden und diese Menschen mussten sich beruflich komplett neu orientieren. Kein Zuckerschlecken.
  • Andere waren mit all der Ungewissheit und Einsamkeit in ihren Wohnungen „gefangen“ und mussten sich und ihre Kinder mit mangelnder Unterstützung durch schwierige Zeiten bringen. Ein Hochglanzbild von drei Kids, die gut gelaunt mit je einem Laptop im Küchentisch sitzen, während Mutti mit Headset auf dem Kopf lächelnd die Spaghetti kocht, käme wohl einem Schlag in deren Gesicht gleich.
  • Dann würde ich mal behaupten, dass ein großer Teil zwar von so mancher Maßnahme genervt ist, Veranstaltungen und gewisse Freiheiten vermisst und zum x-ten Mal eine Reise bucht, um sie dann letztlich doch wieder abzusagen, im Großen und Ganzen aber ohne große Schäden durch die Zeit kommt. Der Job läuft weiter, entweder mit Maske vor Ort oder eben mit Headset von zu Hause. 
  • Ich glaube ich liege aber auch nicht falsch, wenn ein gewisser Teil der Menschen sogar Vorzüge in der Zeit erkennen kann. Weniger Arbeitswege, keine Dienstreisen, weniger Dienstkleidung, mehr Freizeit, mehr Besinnung, mehr Literatur, mehr Kontrolle über den Tag, mehr Einfluss auf die Work Life Balance. 
  • Und ich wage mal die These, dass es auch unbekannte Nutznießer der Pandemie gibt. Weil sie bereits ein Geschäft hatten oder in der Pandemie gegründet haben, mit dem sie nun gut Geld verdienen können. Egal ob legal oder illegal. Sie erleben einen Flow und es klingelt in der Kasse.
  • Oder sie haben sich von der Entwicklung hier komplett abgekoppelt, hocken in irgendeinem Steuerparadies, lassen sich mit Personal auf Yachten vor die Küste schippern und machen dort einen drauf, weil der Emir an Land das nicht so gerne sieht. Eher eine Ausnahme vermutlich.

So, das waren jetzt gerade mal 7 Schubladen, sehr vereinfacht zusammengezimmert. Wahrscheinlich sind wir auch in mehreren Schubladen unterwegs oder ich habe sogar eine vergessen. Hab ich das? Ja, ich vermute schon. 

Denn ich habe noch nicht kapiert, warum Leute wieder protestierend durch Städte ziehen und Katz und Maus mit der Polizei spielen. Sind es die gleichen Menschen, die im Sommer 2020 mit Aluhut und Trillerpfeife auftauchten oder braut sich da was ganz anderes zusammen? Ich kenne niemanden da persönlich, aber mein Eindruck ist, dass es sich nicht wirklich um Gespräche geht, sondern eher um Frust, Wut und Verdruss. Da scheint es sich auch gar nicht mehr um den Virus zu drehen. Vielleicht eher um eine wiederholte Enttäuschung, eine Empfindlichkeit gegenüber Vorschriften, um Ängste die sich aus den Umwälzungen ergeben, die wir eigentlich noch vor uns haben. Digitalisierung, Energieerzeugung, Überalterung, Migration, Klimawandel … um nur mal fünf zu nennen.

Diese Herausforderungen sind alle hyperkomplex, keiner hat aktuell Antworten darauf, keiner weiß was da auf uns zukommen mag. So etwas mögen Menschen nun mal gar nicht. Also reiben sie sich an diesem blöden Virus auf, denn den scheinen sie verstanden zu haben und es gibt personifizierte „Schuldige“. Als gäbe es nichts anderes zu tun…

Hat jemand eine Antwort für mich? Dann bitte!

<— Corona-Lektionen 107

–> Corona-Lektionen 109

263) Corona-Lektionen 107

Tja, was gibts neues bei Corona und seiner buckligen Verwandtschaft? Im Wesentlichen 3G im Handel und im ÖPNV auch, die Neuinfektionen sinken leicht, zumindest hier in Berlin. Alles Weitere könnt ihr woanders nachlesen. Möchte hier keine coronologische Coronik führen, sondern eher zurück zu uns … uns … tja … was sind wir eigentlich im Corona-Kontext? Gastgeber, Beobachter, Opfer, Nutznießer, Verstärker?

Interessante Frage eigentlich, aber nicht heute, ich komme ein anderes Mal drauf zurück.

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

Relativität:
In den Nachrichten sah die Kurve kürzlich schon sehr erfreulich aus, sie war fast am Boden des Diagramms angekommen. Beim genaueren Hinsehen sah ich, dass die Skala aber auch erst bei 300 -er Inzidenz begann. Vielleicht kann man mit dem Praktikanten, der das Chart gemacht hat, noch mal reden?

Nähe:
Ich schaue mit den Kids einen Weihnachtsfilm, da sitzen die beiden Protagonisten nebeneinander im Flieger. Sie sprechen sich an, sie pusten, atmen einander an, beide Gesichter nur eine halbe Armlänge entfernt. Instinktiv zucke ich selber schon zurück, so nahe ist mir kein fremder Mensch seit 2 Jahren gekommen. Außer vielleicht der Zahnarzt, aber der hat eine Maske auf. Es wird wohl noch dauern, bis ich eine solch fremde Nähe mal wieder zulassen kann.

Wortwahl:
Die Morgenpost schreibt in der Wochenendausgabe: „Beschäftigte in Pflegeheimen und Kliniken müssen bis Mitte März 2022 genesen oder geimpft sein.“

Also ihr lieben Beschäftigen: Wenn ihr aktuell im Intensiv-Bett liegt, dann habt ihr noch etwas Zeit, Ihr solltet euch aber ranhalten. Wenn ihr immer noch keinen Bock auf Impfen habt, dann legt euch mal bald eine Infektion zu, damit ihr das noch bis Mitte März 2022 hinbekommt. Denn ihr müsst „bis Mitte März genesen sein“.

Coronastalgie:
Neulich schrieb ich in >New Concert etwas nostalgisch über Konzert-Events vor der Pandemie und da kam mir das Wortspiel „Coronastalgie“ in den Kopf. Ich habe dann gleich die große Datenkrake befragt und es gibt den Begriff wirklich noch nicht, zumindest nicht im Deutschen. Also betrachte ich mich mal als Wortschöpfer, zumindest solange bis die großen Gazetten wieder übernehmen. Aber ich bin mir noch nicht im Klaren, von welcher Epoche ich mit diesem Begriff schwärmen will.

  • Von der Zeit vor der Pandemie? Mit interkontinentalen Reisen, Kultur, Party und Nähe?
  • Ober von der Zeit in der Pandemie? Mit Verzicht, Focussierung, Besinnung und Distanz?

In diesem Zusammenhang möchte ich noch mal meinen Beitrag >Postpandemische Belastungsstörung von Juni 2020 empfehlen. Der spielt in der damaligen Zukunft, im Juni 2021 und blickt zurück auf ein Jahr Pandemie. Eigenlob stinkt zwar, sagt man, aber ich find den gut und ich habe hier Hausrecht 😉

Schöne Woche noch!
T.

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–> Corona-Lektionen 108

262) New Concert

Das letzte Mal war ich auf einem Live-Concert im September. Im September des Jahres 2019. Kurz darauf bestieg die C-Band variantenreich die Bühne und machte solche Events lange Zeit unmöglich. Das alles scheint schon ewig her zu sein, nicht nur wegen der Zeit, die vergangen ist, sondern wegen dem unbeschwerten Ablauf damals.

Alle mal hinsetzen, der Onkel erzählt von früher:

  • Man kam relativ spät dort an, musste das Papier-Ticket vorzeigen, Taschen abklopfen lassen, fertig. Und schon drin. Nix App, nix Zweit-Akku, nix Personalausweis. Dann die Jacke wegbringen, zum Bierstand gehen und weiter in die Halle, wo entweder noch leise Musik von CD lief oder manchmal schon die Vorband spielte. Auf jeden Fall war es knackevoll, die Luft schon stickig bevor es überhaupt losging. Vorfreude.
  • Man quetschte sich hier und da durch, eng an eng. Haut an Haut. Irgendwo wurde heimlich geraucht, oder gekifft oder beides. Sobald das Licht ausging und die ersten Klänge der Hauptband zu hören waren, rückte die Menge weiter nach vorne. Spots an. Nebel an. Good Evening Berlin! Ölsardine. 
  • Und man tauchte ein, in einen oft zweistündigen Gig. Fremde Arme im Gesicht und fremde Getränke im Nacken. Mädels auf den Schultern ihrer Kerle. Singen, Rufen, Pfeifen … ein Orchester der Aerosole. Wippen, Wiegen, Hüpfen, Tanzen, bis man pitschnass war. Klatschen, Jubeln oder Heulen, wenn sich der Lead Singer für eine Ballade ans Piano setzte und zig Handy-Lampen angingen. Gänsehaut.

Gestern war ich mal wieder beim einem Konzert. Zwar nur übers WLAN, aber immerhin live, live in unserer Stadt, gar nicht weit von hier.

Natürlich waren da nur wenige Gäste zugelassen, alle waren 2G und hatten zusätzlich Masken auf. Ich hielt sogar noch einen zusätzlichen Abstand von 4 Kilometern, daher brauchte ich keine Maske. Bierchen gab’s aus dem Kühlschrank, ohne Pfandbecher und Anstehen. Rauch kam aus einem Räucherstäbchen, ein satter Sound aus dem Kopfhörer und ich hatte genug Platz um mich herum.

Zum Wippen, Wiegen … ja sogar Klatschen … und auch etwas … Heulen.

Großartig. Gern mehr davon.

Willkommen im New Normal

 

Andere Beiträge zu Musik und Konzert:

258) Corona-Lektionen 106

Wird es eigentlich noch hell oder schon wieder dunkel? Die Frage stelle ich mir gerade, wenn ich aus dem Fenster schaue. Die gleiche Frage kann man sich aber auch stellen, wenn man auf die Corona-Zahlen blickt. Aber ich habe überhaupt keine Lust heute auf das Infektions-und Impfgeschehen einzugehen, ich will schließlich auch keine Corona-Chronik … Coronik … hier aufbauen. Deshalb kehre ich heute mal wieder zum Alltag zurück und dokumentiere ein paar skurrile Momente, die zeigen, wie „coronarisiert“ wir schon alle sind 😉

Ausgewählte Situationen der letzten Tage:

Höhlenoffice 1:
Ich musste in einem Meeting etwas notieren, griff hektisch nach Stiften und bekam nur ausgedienten Stifte-Schrott zu greifen. So etwas hätte es vor Corona nie gegeben. Da fanden ständig neue Kugelschreiber den Weg in unsere Höhle. Fluggesellschaften, Hotels und Lieferanten versorgten uns ständig mit neuem Schreibbesteck. Ich setzte das Wort „Kugelschreiber“ auf die Einkaufsliste.

Höhlenoffice 2:
Am späten Nachmittag bimmelte ein mir völlig unbekannter Ton, ich konnte den überhaupt nicht zuordnen, die Kids zuckten auch nur mit den Schultern. Dann rief der Stammhalter aus dem Südflügel. „Papa, das ist dein Arbeitshandy!!!!“ Aha. Tatsache. Ich lade das Ding zwar regelmäßig auf und kommuniziere damit auch schriftlich, aber telefonieren? Nee! Ich rollte die Anrufliste zurück und sah den letzten Anruf am 9. Juli 2021 von einem „Unbekannt“. Tja, tut mir Leid, aber da war ich im Urlaub.

1G, 2G, 3G:
Der Stammhalter und ich zogen uns gestern James Bond (Moonraker) rein. Roger Moore besucht dabei einen Art Branson-Musk-Verschnitt der 70-er Jahre und schaut sich auf dessen Gelände um. Dabei willigt Bond ein, eine Humanzentrifuge zu probieren. Eine Assistentin klärt ihn ausführlich auf, welche g-Kräfte dabei wirken und was das mit den Astronauten so macht. Sie spricht von 1 g, 2 g, 3 g … über 10 g … bis 20 g. Der Stammhalter stutzt … verdutzt … und murmelt nur: „Hähh, 3G?“

Praxis:
Kurzer Termin beim Arzt, ich sitze im überbelüfteten, unterkühlten Warteraum. Außerhalb meines Blickfeldes höre ich einen unendlichen Dialog zwischen einem Ehe-Paar, aus dem ich hier nur Auszüge in herrlichem Berliner Dialekt wiedergeben kann. Und ich beschränke mich nur auf den Herren 😉

  • „Is‘do zum Kotzen hia!“
  • „Soll’n die Scheiße hia?“
  • „Woher soll ick‘n dit wissn‘, wat schreib‘ ick‘n da nun?
  • „Welche Medikamente?“
  • „Müss‘n die doch wissen“
  • „Soll ick jetze die janze Liste meener Pillen hier uffschreiben?“
  • „Kann do‘ nich‘ wah sein, hia!“
  • „Die erste Impfung?, Keene Ahnung, Mensch.“
  • „Und die zweete? Wees ick doch nich‘“
  • „Müssen die doch wiss‘n“
  • „Man, dit liest doch eh keena“

Ohne die beiden zu sehen, wusste ich, warum die in der Praxis wahren 😉

Und dann folgte das Highlight: Ein weiterer Patient betritt die Praxis „oben ohne“, stellt sich an den Tresen und platziert sein Anliegen:

  • Er: „Hallo, ich hab einen Termin.“
  • Sie: „Haben Sie auch eine Maske?“
  • Er: „Ja. Soll ich die jetzt aufsetzen?“
  • Sie: „Ja, wäre schon angebracht, oder?“

Herrlich, leider war mein Telefon-Akku fast leer, ich hätte das am Liebsten aufgenommen und malte mir ein anderes Dialog-Ende aus.

  • Sie: „Ach wo, wissen sie, wir tragen die Dinger hier nur zum Spaß und die anderen 50 Patienten auch. Aber bei ihnen machen wir eine Ausnahme. Setzen Sie sich doch. Einen Kaffee vielleicht, einen Keks, ein Stück Stolle?

Ich geh‘ kaputt …

<— Corona-Lektionen 105

–> Corona-Lektionen 107

256) Weihnachtsmarkt auf‘m Balkon

Brandenburg hat die Weihnachtsmärkte kurz nach Eröffnung wieder geschlossen, in Berlin sind sie noch geöffnet, allerdings unter fünf Seiten voller Auflagen.

Auszug:

„Grundsätzlich müssen Besucherinnen und Besucher von Weihnachtsmärkten nicht negativ auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet sein, d. h. es gilt keine 3G-Vorgabe. Für die einzelnen Stände auf dem Weihnachtsmarkt gelten die jeweils einschlägigen Vorschriften der InfSchMV, wie etwa § 18 InfSchMV für Gastronomiestände.
Auf Weihnachtsmärkten besteht gemäß § 16 Absatz 4 InfSchMV Maskenpflicht.
Für Weihnachtsmärkte gelten keine Personenobergrenzen.“ 

Mir ist es vergangen, ich mag das nicht studieren.

Wir sollten einfach unseren eigenen Weihnachtsmarkt auf dem Balkon abhalten, oder? Hier ein paar Tipps für echtes Weihnachtsmarkt-Feeling daheim:

  1. Besorgt euch billigsten Glühwein, lasst den Alkohol zwei Stunden im Topf verdampfen, schreibt dann „Vegan“ und „4,50 EUR“ auf eine Tafel und teilt ihn in kalten Tassen an die Gäste aus.
  2. Heizt den Grill an und packt Bratwürste aus dem TK drauf. Dann legt ihr die in aufgeschnittene Beton-Brötchen vom Backkombinat und macht noch eine hauchdünne Spur Senf drauf. Aber nicht zu viel, das wäre völlig unrealistisch.
  3. Stellt alle Gäste ganz eng aneinander, lasst sie mit Ellbogen und Schultern aneinander reiben und wenn ihr Freunde mit Kleinkindern habt, bittet sie, die Kinderwagen mitzubringen und euch in die Hacken zu rammeln.
  4. Nehmt den Bluetooth-Speaker mit ins Freie und wählt Wham aus, damit sie wieder vorsingen können, wie es letzte Weihnacht so war. R.i.P. George Michael!
  5. Vielleicht guckt ihr vorher eure Schränke durch. Da finden sich bestimmt noch irgendwelche Kerzen, Duftstäbchen, Holzlöffel und Strickmützen. Die legt ihr einfach aus und schafft Platz für neues.
  6. Ihr füllt eine Schale mit Puderzucker und pustet mal ordentlich rein, sodass alle Gäste weiße Krümel auf den schwarzen Jacken haben und panisch an sich herumklopfen.
  7. Schaut mal, ob ihr irgendwo in der Butze noch ein Mikro herumzuliegen habt. Da ruft ihr dann rein: „Und einsteigen bitte, die Fahrt geht gleich los!“ Die Gäste sollen dann die Augen schließen und sich dann 20 mal um die eigen Achse drehen.
  8. Dann nehmt ihr wieder das Mikro und ruft. „Na, das war doch erst der Anfang liebe Freunde. Mit Santa-Klausi geht‘s jetzt erst richtig los. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Vielleicht mal ein paar Runden rückwärts?? Heute noch mal ohne Tempo-Limit. Ha, ha, ha. Jawolloooo. Wer sagt’s denn! Monster. Hyper, Hyper! Mega-schnell in die Super-Kurve!!!!
  9. Anschließend tretet ihr jedem Gast einmal gegen das Knie und ins Kreuz, damit sie noch lange an den Trip mit der imaginären Super-Maus zurückdenken
  10. Und wenn dann einer der Gäste aufs Klo muss, dann zeigt ihr einen Kilometer in irgendeine Richtung und dann sagt: „Da lang, kostet‘n aber’n Euro“

Schönen ersten Advent
T.

255) Corona-Lektionen 105

Vor knapp einem Jahr, habe ich >Corona-Lektion 56 geschrieben. Würde ich den nun einfach kopieren, wäre dieser Beitrag hier schnell verfasst. Ein paar Dinge sind jedoch anders.

Gedanken der letzten Woche:

Déjà-vu?
Seit Tagen sehe ich die lila Welle auf der Corona-Karte näherkommen. Hätte ich jeden Tag ein Foto gemacht und würde ich die Bilder hintereinander abspielen, sähe das Ganze wie eine heranrückende Schlechtwetterfront aus. Wieder steigt ein beklemmendes Gefühl auf, es nimmt Tag für Tag zu, genauso wie im Frühjahr und Spätherbst 2020 und man kann sich nur schwer dagegen wappnen. Fenster vernageln und Sandsäcke stapeln bringt nichts.

Alles anders?
Aber die Situation ist eben nicht direkt vergleichbar. Wir kämpfen mittlerweile gegen Delta und erwarten jeden Moment, dass Omikron an die Tür klopft. Beide sind anscheinend viel ansteckender, als der initiale China-Import. Wir haben nun Test-Center, mehrere Impfstoffe, eine Corona-Warn-App und einen digitalen Impfausweis. Lief alles andere als flüssig, aber immerhin, haben wir das Besteck. Aber wir haben eben auch einen virologisch nennenswerten Teil der Gesellschaft, der meint, er hätte die Weisheit mit dem eigenen Löffel gefressen und, dass sie das alles nichts angeht.

Freiheit?
Soll von mir aus jeder glauben was er will, aber wenn eine bockige, teils auch manipulierte, influencierte Minderheit, das ganze Land in Geiselhaft nimmt, macht mich das sehr wütend. Am meisten ärgert mich, dass die Gegner der Corona-Politik für sich in Anspruch zu nehmen, auf die Straße zu gehen und laut „Freiheit“ zu fordern. Vielleicht sollte man es mal umdrehen und es sollten die Menschen auf die Straße gehen, die all die Maßnahmen vernünftig mitgemacht haben und mittlerweile die Faxen dicke haben.

Infektion?
Eine kleine, disziplinierte Familienfeier sorgte anschließend für mächtig Trubel und Verunsicherung, weil Kinder U12 dabei waren und danach positiv getestet wurden. Und wenn der Stammhalter danach mehrere Tage Kopfschmerzen hatte, man selber mal nicht den besten Tag erwischt hat oder die Corona-Warn-App rot bimmelt, dann stellt man sich gleich die bange Frage. „Hat es uns nun auch erwischt?“

Handeln?
In >Corona-Lektion 104 habe ich die drastischen Worte von Herr Wieler zitiert, als er circa 400 Tote pro Tag überschlug, bei der Zahl von 52.000 Neuinfektionen Mitte November. 400 Tote, die Zahl ist schwer zu greifen. Die Jungs von >Lage der Nation haben es diese Woche etwas plastischer gemacht. Jeden Tag ein Flugzeugabsturz über Deutschland. Keine Überlebende. Jeden Tag.

Und damit kommentierten sie ja nur noch mal die 52.000 Neuinfektionen von Mitte November. Unterstellen wir mal einen weiteren exponentiellen Anstieg und 70.000, 80.000, 90.000 Infektionen pro Tag sind es schnell 650 Tote und mehr. Zwei Flugzeugabstürze. Pro Tag. Rums. Rums.

Zwang?
Ich bin bestimmt kein Freund von staatlichem Zwang und beim Thema Impflicht war ich innerlich unentschieden, aber vermutlich ist es der einzige Weg raus aus dem Schlamassel. Die Gesellschaft wird nicht durch eine Impfpflicht gespalten, sondern durch fehlende klare Ansage und mangelnde Entscheidung dazu. Sollen sie es machen, dann gibts 6 Monate Getöse und dann ist das Thema durch. (Stichwort: Gurtpflicht, Helmpflicht, Rauchverbot, Masern, Meldepflicht, Census etc). Vielleicht hilft es Impfskeptikern oder Impfgegnern auch, sich erhobenen Hauptes aus dem inneren Konflikt oder von schwurbelnden Einflüssen von Freunden, Bekannten und Schwiegereltern zu lösen.

Wird vielleicht nicht jedem Leser hier schmecken, aber das ist ja auch mein Blog hier, hier habe ich Hausrecht und bestimme wie die Tische gestellt werden!

Schönes Wochenende!

PS: Apropos Hausrecht. Ich muss die beiden Bilder aus dem >Oktober-Trip nach Sachsen noch mal bringen.

Nun haben die da ein richtiges Problem. Wenn kapieren sie endlich, dass es da einen Zusammenhang geben könnte?

<— Corona-Lektionen 104

–> Corona-Lektionen 106

56) Postkarte von Morgenröten – Vol 3

Ich schon wieder. Ging es mir gestern um meine morgendlichen Walks im Park und deren mediale Begleitung, soll es heute um die etwas schnellere Variante mit Laufschuhen gehen.

Aber bevor ich an die Startlinie trete, möchte ich einen neuen Blog vorstellen. Synke von >https://vollverkopft.com verspricht uns „Mindfood für Kopf, Herz und Seele“ und hatte sich jüngst auch dem Thema >Morgenrituale gewidmet. Schaut mal vorbei, sie freut sich sicher über euere Likes und erste Follower 😉

So, und nun aber zum Thema. Eigentlich war ich ja lange Zeit ein Parkläufer, aber mit Corona, den Aerosol- und Bratwurstwolken im Park, habe ich mich sehr bald auf eine Tartan-Bahn verabschiedet.

JA, Rundendrehen ist nicht jedermanns Sache, es kann schnell öde werden und man hat alle 400 Meter die gute Gelegenheit abzubrechen.

Aber ich will heute mal die positiven Aspekte herausarbeiten:

  • Häufig ist man ganz allein, das ist keiner der einem in den Nacken hechelt
  • Es gibt keine Hunde, oder deren Haufen, keine Schlammpfützen, keine Scherben
  • Die absolvierte Strecke lässt sich exakt bestimmen, die Schrittzähler Apps überraschen ja manchmal.
  • Gerade in Frühling und Herbst, ist ein Sportplatz der Ort, wo es am ehesten Helligkeit gibt
  • Und der Himmel, der hat natürlich auch genug Möglichkeiten, sich zu zeigen.

Also ich mag die Runde und Stunde dort, auch wenn es etwas mehr Motivation braucht. Aber schließlich kann man sich ja nebenbei auch gut beschäftigen

Hier der zweite Teil der Liste, meiner Podcasts und Hörbücher aus den letzten Monaten:

  • Die aufgeregte Gesellschaft (Philipp Hübl)
  • 180 Grad (Lukas Klaschinski)
  • Wischmeyers Stundenhotel (Dietmar Wischmeyer und Tina Voß)
  • Die Selbstgerechten (Sahra Wagenknecht)
  • Deutschland 2050 (Nick Reimer und Toralf Staud)
  • Die Pest (Albert Camus)
  • Der Fall (Albert Camus)
  • Der Fremde (Albert Camus)
  • Der Wal und das Ender der Welt (John Ironmonger)

Und nun noch was für die Augen:

<—Postkarte von Morgenröten – Vol 2

Sport frei!