332) Marotten-Bingo im Corona-Wartezimmer – Vol.2

Und hier meldet sich wieder das Corona-Wartezimmer kurz vor Polen. Hier ist alles super negativ. 

Wir könnten uns nun tierisch über die Selbsttests aufregen, warum man eigentlich 3 Tröpfchen in „S“ einfüllen muss, um dann hoffentlich „C“ zu sein oder wenigstens „T“. Dabei bin ich ja schon immer T. Also ich muss schon sagen, dass die Dinger in Punkto User Experience immer noch auf den hinteren Rängen unterwegs sind. Können diese Kisten nicht einfach „rot“ oder grün“ anzeigen? Oder „plus“ oder „minus“. Oder Emojies oder Daumen. Dann bräuchte man auch nicht seitenweise Bedienungsanleitung beipacken. Wir könnten auch drüber spekulieren, wieviele dieser Test-Kits im Meer landen und wann wir die ersten Teststäbchen im edlen Lobster wiederfinden. Oder warum es widerlich ist, ein vollgeschnoddertes Stäbchen aus dem einen Nasenloch zu ziehen, um es anschließend in das andere zu rammen. Würg.

Womit wir endlich bei den Marotten für heute sind:

FreeDobby: Bei einem Pfandflaschenautomaten schmeiße ich die Flasche fast rein, weil ich Angst habe, dass mir sonst der Arm abgehackt wird oder so.
Icke: Wenn ich mich im Auto verschalte, streichle ich der Karre übers Armaturenbrett und sage „Sorry, Max‘chen“. Klares Zeichen dafür, dass solche Marotten auch vererbt werden. Schönen Gruß.

FreeDobby: Beim Verstellen der Lautstärke des Fernsehers muss es immer eine gerade Zahl sein, sonst hört es sich irgendwie nicht richtig an.
Icke: Telefon-Nummern / Bank-Verbindungen kann ich mir nur merken, wenn ich die einzelnen Ziffern gruppiere. Z.B. 123 45 67 890, würde mir jemand 12 34 56 78 90 vorlesen, wäre das nicht meine Nummer.

FreeDobby: Ich kann mich nur in einer bestimmtem Reihenfolge anziehen, ich würde z.B. niemals obenherum beginnen.
Icke: Ich ziehe es vor, die Socken nach der Hose anzuziehen, denn Männer in Unterhose und Socken sehen einfach Scheiße aus. Sorry.

FreeDobby: Ich kann nur auf der kalten Seite eines Kissens schlafen, wird es zu warm, muss ich es umdrehen.
Icke: Ja, das geht mir im Prinzip ähnlich. Nur hasse ich Geräusche oder Licht des Nachts, also ziehe ich mir die Decke über den Kopf, lasse noch ein Loch zum Atmen … was aber leider oft zu überhitztem Kopfkissen führt. Und ich bin dann ganz schnell bei >Bettdecken-Gewurschtel oder >Kissenschlacht. Ein Elend überall 😉

Tja, da gibt‘s sicher noch viel mehr herrliche Marotten. Wenn ich nur allein an den Themenkomplex „Klo und Bad“ denke, wird mir ganz schwindlig. Aber da haben schon so viele andere Seelen-Striptease begangen, schaut einfach nur hier. https://www.myspleen.de

Ihr seid nicht allein 😉

Liebe Grüße ans „Abklingbecken“ in Berlin. Ihr schafft das!

331) Marotten-Bingo im Corona-Wartezimmer – Vol.1

Das C-Dingens hat an die Tür geklopft und obwohl wir nicht öffnen wollten, ist es dann halt doch in unsere heiligen Hallen eingedrungen. Eine Hälfte der Familie bleibt in der Hauptstadt, fortan das „Abklingbecken“ genannt, die andere Hälfte floh im Morgengrauen gen Osten. Auf die Datscha von lieben Freunden, kurz vor Polen ;-). Im Weiteren als das „Wartezimmer“ bezeichnet.

Da sitzen wir nun im Wartezimmer unter freiem Himmel, das Angebot ausgelesener Zeitungen ist recht dünn und auf‘s Netz habe ich nach 9 Stunden Videokonferenz im Green-Office keinen Bock mehr.

Also beginnen wir über Marotten zu sprechen, wir reichen uns das Tablet im Wechsel, sodass „Alt und Jung“ einen Spleen, einen Tick oder Tock oder eine Macke notieren können. Wir nehmen uns vor, die Statements zu schreiben, aber dann nicht mehr zu verändern. Auch wenn es peinlich wird.

Los gehts zum Thema Food:

Icke: Ich köpfe Eier nicht, ich klopfe sie mit Messer oder Teelöffel, dann werden sie oben gepellt und mit einem Plastik-(Nicht Metall!)-Löffel, wegschnabuliert.
FreeDobby: Wenn ich ein oder mehrere Eier aus der Verpackung nehme, muss ich die verbleibenden Eier so ordnen, dass in der Packung kein Ungleichgewicht entsteht.

Icke: Ich mag es überhaupt nicht, wenn in einer Lebensmittel-Packung noch ein „letzter Rest“ bleibt und das Ding dann so wieder im Kühlschrank landet.
FreeDobby: Ich weigere mich, den letzten Schluck Saft aus einem Glas zu trinken, weil da kleine Ablagerungen, Partikel lauern.

Icke: Ich hasse Krümel im Bett, auf dem Sofa, im Abwaschwasser und unter meinen Fußsohlen.
FreeDobby: Bei der letzten Gabel eines Tellers, muss von allen Komponenten etwas dabei sein, sodass ich vom letzten Bissen nicht enttäuscht bin.

Icke: Also, ich esse Erdnussflips immer paarweise, sie sollten dabei die gleiche Form und Größe haben. Sollten keine passenden mehr in der Schale sein, könnte es gut sein, dass ich Nachschub hole.
FreeDobby: Wenn ich Gummibärchen esse, dann müssen erst alle nach Farbe sortiert und gezählt werden. Dann werden alle Gummibärchen auf die kleinste Zahl minimiert, aber so, dass ich mich von den höchsten Zahlen stufenweise vorarbeite und zusätzlich mit dem anfange, welches ich am wenigsten mag. Nachdem alle die gleiche Anzahl haben, esse ich jeweils stufenweise, so dass ein Gummibärchen meiner Lieblingssorte am Schluss übrig bleibt.

Okay, das ist schon etwas „Besonders“, das kann ich heute nicht mehr toppen. Aber vielleicht machen wir morgen weiter, mit weiteren delikaten Leaks aus dem „Covid-Wartezimmer kurz vor Polen“.

Liebe Leser, wir haben unsere Macken, ihr habt Macken eure … noch mehr Macken gibts auf https://www.myspleen.de. Herrlich, ich liebe so etwas.

Gute Nacht liebes Abklingbecken!

PS: Was habt ihr denn so für Spleens?

6) Ruled by prejudices (Guest Post by FreeDobby)

Liebe Leser, auch die :innen und :außen, heute ist ein besonderer Tag, denn ich möchte einen Gastbeitrag von FreeDobby vorstellen. Sie ist Schülerin an einem Berliner Gymnasium (was bald in sich zusammen fällt vermute ich 😉 ) und veröffentlicht den ersten englischen Beitrag hier in meiner kuscheligen Privat-Bloggerei. Damit kommt hier gleich zu Beginn des Monats April etwas mehr Qualität rein!

Tipp: Wer keine englischen Texte lesen mag … die Online-Übersetzer liefern erstaunliche Ergebnisse.

Beginn Gastbeitrag von FreeDobby:

Briefly, I wrote this based on an essay for my English class, so I only picked out a few prejudices. This is mainly about the countries in Europe here, as that was my teacher’s assignment. I didn’t go further into racism or other important issues because there is so much to discuss about, it deserves at least a separate post. I myself do not stand behind these prejudices, I just wanted to emphasise it a bit exaggeratedly so that the seriousness becomes conscious. There are much more important superficial prejudices to think about and to make sure that they are reduced. If any of these apply to you or your home country, don’t take offense, I just want to draw attention to the issue as I think it is far too often suppressed. Enjoy.

Prejudices got very common. Most people have pictures of people and their countries in their head, like British people always drink tea and are very polite or American people are always casual and open. I think that is a huge problem. Suppose you want to travel. Your family is doing suggestions where to go. With every country they enumerate you have biases in your mind about the country and the people there. Like: „Oh no, not Germany, the people there are so stuffy and punctual.“ or „No. Not Italy, half of the Italians are in the mafia.“ or „Belgium, the people there are just eating chocolate, aren’t they?“ I think most people aren’t doing this on purpose, it just comes up to their mind because they’ve heard those things in their everyday life.

And it’s not just the people in the different countries, also among the population itself. You often get judged before you’ve even met that person, and maybe if you think about it, you catch yourself doing the same. It doesn’t matter where you are: on the streets, at school/work or on the train, people will always have a picture of you in mind, they think they know you. Your character, your hobbies. They think they know you, even though you might have been standing several meters away. They judge you by your look, by your style, your skin color and your body. Isn’t that superficial? And also nasty? An example, a harmless one, that is really common in my generation and that I experienced several times: You and your friends are changing rooms at school. You are walking by a person reading a book and instantly think: „Oh, she‘s a nerd. I bet she does nothing else but learning in her free time, with her you can’t have fun.“ Perhaps she just wants to study further, she wants to graduate and wants to go to a good university. Maybe she just wants to understand the world. Is there something wrong with that? No. If you would‘ve just gone to her with an open mind, perhaps you would be friends today because she isn’t who you first thought she was.

I think without prejudices life would be much easier. If you once have those biases, you can’t really switch them off, so please prevent yourself from getting those. Try, the next time you will have a conversation with a stranger or you will just look at him, to think of him with a clear mind without judging.

You don’t know what life has in store for you!

Ende Gastbeitrag von FreeDobby

FreeDobby freute sich auf Feedback, gerne unten kommentieren, ich leiter weiter.