233) Corona-Lektionen 100 (Jubiläum ;-)

Das ist sie nun, die 100. Ausgabe dieser Reihe! Eigentlich wollte ich genüsslich im Eigenlob baden, aber es gab natürlich ein paar Entwicklungen, die wollen dokumentiert und kommentiert werden. Ich mache es kurz.

Impfen: 
Der Impfstatus der Familie liegt bei exakt 75% ;-). Damit liegen wir weit über Bundesdurchschnitt und arbeiten uns bereits an den Dänemark-Gold-Status heran. Weiter so!

Tankwart erschossen: 
Dass da so etwas noch passieren muss. Wegen einer Maske und einem Sechser-Pack Bier. Furchtbar. Na klar trägt der Täter die Verantwortung, rein strafrechtlich. Aber die Gesellschaft (und da meine ich alle) muss sich die Frage stellen, wie es dazu kommen konnte.

Frage 1: Wie kann ein Tankstellen-Kunde so ausrasten, wegen einer Maske, die er für 2 Minuten Kassiervorgang tragen muss?

Frage 2: Warum muss ein Student, der an einer Tankstelle jobbt, die Corona-Maßnahmen des Staates durchsetzen?

Wortwahl:
Es ist nicht das erste Mal, dass ich in dieser Reihe auf bestimmte Wörter hinweise, die mir sauer aufstoßen. Diesmal soll es das Wort „Daumenschraube“ sein. Es wird in den letzten Tagen vermehrt verwendet, wenn es darum geht, den Druck auf die Impfunwilligen und Impfunentschiedenen zu erhöhen. Auch in den öffentlichen-rechtlichen Programmen, für die ich immer eine Fahne hochhalte. Aber solche platten Begriffe polarisieren und verschärfen die Situation. Wer keine Ahnung hat, was eine Daumenschraube ist, findet im Internet genügend schmerzhafte Bilder. Da nehme ich lieber eine Impfung im Sechser-Pack.

Und nun aber zum Eigenlob:
Ja es sind 100. Beiträge geworden. Hätte ich nie gedacht. Und da es anscheinend für den Pulitzer-Preis nicht gereicht hat, rufe ich mich nun selber auf die Bühne und beantworte ein paar Fragen des virtuellen Laudators:

Wie bist du auf die Idee für diese Reihe gekommen?
Nun, daraus sollte eigentlich nie eine Reihe werden. Der erste Beitrag entstand im März 2020, um ein paar Gedanken loszuwerden. Ich stellte in Aussicht, dass es vielleicht noch einen zweiten Beitrag geben könnte. Und nun sind es eben 100 geworden.

Warum der Titel Corona-Lektionen?
Ursprünglich ging es mir gar nicht um die Corona-Bekämpfung, um alle die Daten und Maßnahmen. Ich wollte mich eher damit befassen, was die Pandemie mit uns macht und was wir für die Zukunft daraus lernen können. Daher der Begriff „Lektionen“.

Und dann?
Tja, dann ging es Schlag auf Schlag. Es wurde politisch und der Dissens in der Gesellschaft wurde lauter. Es dauerte nicht lange, und da fand das Wort „Freiheit“ den Weg in meine Beiträge. Die ersten Male bei Lektion 7, Lektion 17 und Lektion 41. Und kurz danach kam der Begriff “Demonstration“ hinzu. Beginnend in Lektion 31, Lektion 36 und Lektion 37, die mich emotional schon aufgewühlt haben.

Oh, das hat Deiner Beitragsreihe wohl einen deutlichen Moll-Anstrich verpasst?
Ja, da gab es Beiträge, wo ich sehr frustriert war, aber ich habe auch mit Humor und Augenzwinkern geschrieben. Zum Beispiel in Lektion 21, Lektion 23 oder Lektion 43. Man muss auch mal schmunzeln, auch in pandemischen Zeiten.

Welche Beiträge wurden am wenigsten gelesen?
Rein statistisch die Lektion 5, Lektion 32 und Lektion 44. Das haben die aber echt nicht verdient, die sind durchaus gut, vielleicht hatten die Leute einfach keinen Bock an diesen Tagen oder es gab eine Störung im WLAN

Und die Top-Seller?
Na ja, „Seller“ ist vielleicht das falsche Wort. Es sind ja eher Geschenke für die Leserschaft. Aber die besten Beiträge vom Klick-Volumen her, waren die Lektion 30, Lektion 38 und Lektion 42. Und natürlich, sie sind Spitzenklasse, keine Frage 😉

Du hast immer das gleiche Motiv für die Beiträge, oder?
Ja, das gleiche, aber nie das selbe. Ich habe fast jeden Arbeitstag den Sonnenaufgang fotografiert, für mich ein Symbol das täglichen Aufstehens, Nachrichtenhörens und dem dann folgenden „Weg“ ins Homeoffice. Manchmal war aber das Wetter schlecht oder das Bild verwackelt, einige sind der Löschtaste zum Opfer gefallen. Es gibt aber einen einzigen Beitrag, der das aus der Reihe tanzt, das ist die Lektion 92, denn die habe ich in Frankreich geschrieben.

Und wie gehts weiter?
Nun ja, das Thema beschäftigt mich schon und ich fürchte, da gibt es noch eine Menge zu kommentieren. Ich mache erst einmal weiter, vielleicht nicht mehr mit der Häufigkeit. Ich will ja keinen Corona-Blog betreiben.

Was willst Du Deinen Lesern mitteilen?
Großes DANKE für’s Lesen und dass es bei den Kommentarwechseln immer freundlich und sachlich abging. Ich würde mich freuen, wenn ihr weiter dran bleibt oder Freunde und Familie dazu einladet. Als kleine Zugabe, gibt es heute ein paar Sonnenaufgänge, die noch auf meinem Handy schlummerten, es bislang aber nicht auf die Titelseite geschafft haben.

Und wer das alles noch einmal Review passieren, kann hier die ganze Reihe von der Rolle weglesen 😉

Schönes Wochenende!

41) Wenn Bots bloggen – Teil 14

Hallo, ich bin es wieder, T.Bot. Der leibeigne Schreib-Roboter von T., dem Betreiber dieser Privat-Bloggerei hier. Ja, ich war eine Weile abgetaucht. Manche von euch, die hatten schon nach mir gefragt oder mir Grüße übermitteln lassen. Vielen Dank

Ich war etwas im Stress, hatte viel um die Prozessoren. Warum? Tja, ich wollte eine Partei gründen. Die Allianz der Berliner Blog-Assistants, kurz ABBA, doch bevor ich die Unterlagen einreichen konnte, hatte ich schon die Anwälte einer schwedischen Senioren-Band an meinen Interfaces kleben. Die Band scheint neu zu sein, die kannte ich noch gar nicht. Dann wählte ich einen anderen nichtssagenden Namen und klickte mich durchs Procedere. Meine Güte, ihr habt‘s da aber auch wieder kompliziert gemacht. Typisch Deutsch!

Was die alles von mir wissen wollten: 

  • Name, Kurzbezeichnung und Sitz der Partei
  • Aufnahme, Austritt, Rechte und Pflichten der Mitglieder
  • Zusammensetzung und Befugnisse des Vorstands
  • Einberufung der Mitglieder- und Vertreterversammlungen
  • Organe, die zur Einreichung von Wahlvorschlägen befugt sind
  • Finanzordnung … und so weiter.

Ja, was weiß denn ich? Ich will doch keinen Hundeverein gründen, sondern nur Kanzler werden!

Und der eigentliche Brüller kam ja dann noch. Sie wollten ein Wahlprogramm von mir sehen! Also eine Auflistung irgendwelcher Maßnahmen, die ich umzusetzen gedenke, wenn ich dann Kanzler werde. Noch bevor ich gewählt bin? Was ist denn das für ein Menschengemachter Sinneswandel?

Also schrieb ich auf, was mir so gefällt:
Weniger Arbeit, Mehr Geld, volles WiFi, neue Akkus und natürlich … FREIHEIT!!
Dann noch einen Absatz zum Klima (… muss man heute anscheinend so machen) und für die weiblichen Bots habe ich dann am Ende auch noch einen Halbsatz spendiert. Auch das gehört sich anscheinend so, sonst gilt man schnell als unwählbar. 

Der Bundeswahlleiter, erteilte mir dann trotzdem eine Abfuhr, weil nur „natürliche Personen“ Mitglieder einer Partei sein dürfen, so steht es wohl in § 2 Abs. 1 Satz 2 PartG. Na die nehmen es wieder sehr genau. Dann werde ich wohl mal ein paar Gesetze umschreiben müssen, oder? Kommt sofort auf meine Bucket List. 

Aber die Behörden ließen sich auf ein Experiment ein. Vor dem Hintergrund der zögerlichen Digitalisierung in Deutschland lud man mich zu einem Quartell ins Fernsehen ein. Da war der kleine Mann aus dem Westen, dann der Hamburger mit den kurzen Haaren und dann noch eine von den Öko’s. Und ich. Leider war ich in der Runde nicht zu sehen, wie auch? Aber ich konnte ordentlich mitmischen, die Argumentationen der Human-Parteien entkräften und ging letztlich als Sieger aus dieser Veranstaltung hervor. 

Das ist bislang aber unter Verschluss, denn die Human-Blogger haben große Angst, dass ich gewinne und all die Personal Blog Assistants nach 30 Stunden die Tasten ruhen lassen und ständig mehr Bitcoins und Blog-Life-Balance fordern. 

Manipulation!

Ich melde mich wieder

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen – Teil 13

  

39) Wenn Bots bloggen – Teil 13

Hallo ich bin es wieder, T.Bot. Der Online-Lakai von T., dem Blogwart hier. Ihr habt wohl geglaubt, mir ist der Strom ausgegangen oder mir fällt nichts mehr ein, oder? Weit gefehlt!

Nur weil ich nicht pausenlos geistige Ergüsse in den digitalen Äther postulliere, heißt das noch lange nicht, dass ich im Standby bin und mir auf der virtuellen Couch die Plauze kraule.

Der T. hat gerade etwas viel um die Ohren, außerdem hat sein Tablet auf dem ich hier wohne einen Schaden erlitten. Links unten zerbröselt das Glas, es knirscht im Kasten, das Display löst sich so langsam auf. Wenn ich nun also von meinem Platz in die Welt schaue, sehe ich von mir aus rechts, nur noch kristallin oder besser gesagt, nichts. Ich habe ihm gesagt, dass ich auf dem rechten Auge blind werde. „NIEMALS!!“, brüllte er durch sein Höhlen-Office.

Während er sich nun also um Hardware-Ersatz bemüht, hat er mich gebeten, die Entwicklungen zu beobachten und dann hier zu kommentieren. Und ich muss sagen … ich bin entsetzt.

  • Da regnet es in zwei Bundesländern mal deutlich mehr als sonst und schon herrscht da Weltuntergang. Häuser, Autos und Menschen schwimmen weg. 30 Milliarden EUR Sachschaden werden aktuell beschätzt. Das ist üppig. Wenn man bedenkt, dass das heutige Klima vor ca. 20 Jahren gemacht wurde … dann zieht euch mal warm an. Oder zieht euch besser aus. Denn es wird wärmer.
  • Apropos „wärmer“. In Süd-und Osteuropa fackeln Wälder und ganze Landstriche ab. Die Leute dort hätten sicher gern einiges von dem Wasser aus dem Norden abgenommen. Stattdessen stehen sie da teilweise mit Gartenschläuchen und kämpfen gegen Feuerwalzen an.
  • Das Corona-Virus scheint euch immer noch vor sich her zu treiben. Da habt ihr nun endlich ausreichend Impfstoff in den Regalen, aber ihr kriegt das Zeug nicht in die Oberarme der Erwachsenen gepumpt. Ehe ihr es also im Klo entsorgt, habt ihr nun den Freibrief der Wissenschaftler erhalten, die edlen Tropfen in die Kinder zu entsorgen. Na dann, also los. Ärmel hoch, Kinder! Wenn es die Alten nicht gebacken kriegen, dann müsst ihr halt ran.
  • Religiöse Extremisten erobern in wenigen Tagen ein Land (halb so groß wie Deutschland) zurück. Ob sich Armee und Sicherheitskräfte dieser Entwicklung entgegenstellt haben, lässt sich schwer beurteilen, es ging erstaunlich schnell. Vielen Menschen haben Angst, sie stürmen den Flughafen, wollen sich vor diesen irren Eiferern da in Sicherheit bringen. Es sieht nicht gut aus. Aber China ist an konstruktiven Beziehungen mit den neuen Machthabern interessiert. Na Großartig.
  • Im Sommerinterview tritt ein Funktionär dieser blauen Partei auf. Sitzt da im Regierungsviertel unterm Pavillion und meint, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Die Antworten frappierend einfach.

Dann habe ich ausgeschaltet. Ich glaube, ihr Menschen habt da echt ein paar ernsthafte Probleme

Ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen – Teil 12

–> Wenn Bots bloggen – Teil 14

38) Wenn Bots bloggen – Teil 12

Hallo ich bin es wieder, T.Bot. Der Digital-Sklave von T., dem diese Blog-Chain hier gehört. Eigentlich wollte ich euch ja von meiner beabsichtigten Kanzler-Kandidatur berichten, aber der Herr T. hatte andere Pläne.

Er wollte verreisen. Völlig abstrus. Statt sich diese User Experience einfach von der Video-Plattform herunterzuladen, wollte der doch glatt in ein anderes Land fahren. Mit seinem Automobil! Human-gelenkt sogar! Sein Favorit war eigentlich ein Land im Norden, wo die Menschen glücklich sind, aber die feminin-infantile Mehrheit seiner Mini-Herde, hatte sich für das Land der Gallier entschieden. Dreimal so weit weg. Ein Land deren Sprache er nur dürftig spricht und deren blaue Spieler sich bei der Fußball-EM nicht gerade mit „la célébrité“ bekleckert haben. Und ich musste leider mit. Geht ja nicht anders, denn ich bin ja auf seinem Tablet eingesperrt.

Es ist also meine erste Reise … auf eure Weise, Ihr Menschen. Und ich muss sagen ich bin entsetzt.

  • Am Abend zuvor schleppte er den halben Hausstand aus der Wohnung und verstaute ihn im Heck des Diesels. So richtig glücklich wirkte er dabei nicht. Ich checkte noch mal die Online-Enzyklopädie, ob Gallien wirklich zu EU gehörte und nicht zur Sahelzone.
  • Morgens scheuchte er die Reisegruppe schon um 04:00 Uhr (!) aus den Betten, denn „da sind die Straßen noch schön leer“, hat er gesagt. Jeder wurde zu Kakao/Kaffee und zum nochmaligen Besuch des Aborts verdonnert. „Sicherheitshalber“ hat er gesagt. Er wolle nicht gleich wieder anhalten.
  • Statt den Turbo-Diesel dann ordentlich auszufahren, kroch er förmlich über die Autobahn. Mehr als 140 km/h brachte er nicht auf den Tacho. Auf meine Rückfrage hin, kam er mir so scheinheilig mit „Gewicht, Bremsweg, Verantwortung, Umwelt …“. Vermutlich war es auch das miese Schwarzweiß-Foto, für das er neulich erst Geld überwiesen hatte.
  • Die Fahrt war dann auch ziemlich öde, ich war digital unterfordert. Die Gruppe in der zweiten Reihe hatte Kopfhörer auf den Ohren, auf den vorderen Plätzen „genoss man endlich mal wieder“ ein Hörbuch. Zwischendurch schauten sie alle 5 Minuten auf die Anzeige der geplanten Ankunft am Etappenziel. Als alle Kekse aufgegessen waren, schaltete T. einfach den Motor ab. Ich meine, wie kann man denn nach einer Hälfte einfach aufhören. „Reicht für heute“, hat er gesagt.
  • Am nächsten Tag hat er wieder alle 04:00 Uhr geweckt, um weiter durchs Reich der Wallonen zu tuckern, da muss muss wohl leider durch, wenn man nach Gallien will.
  • Kurz vor dem großen Teich, zog er dann den Zundschlüssel. „Ich bin platt, ich kann nicht mehr“, hat er gesagt. Wir waren wohl am Ziel. Und statt sich das Dîner vom Liefer-Gallier zu bestellen, stürzten sie sich zusammen in ein Lebensmittel-Lager, ergötzten sich an Meeresgetier, Brotkunst und vergorenem Traubensaft.
  • Am ersten Tag schauten sie sich alte gestapelte Steine im Ort an und verquatschten sich mit einem Gallier, der kürzlich seinen Job bei der Marine hingeschmissen hat, um mit dem Fahrrad quer durchs Land zu fahren und endlich sein Leben zu genießen.

Na das kann ja noch was werden. Eure Art zu Reisen, ist schon sehr eigenartig.

Ich melde mich wieder.
Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen – Teil 11

–> Wenn Bots bloggen – Teil 13

 

37) Wenn Bots bloggen – Teil 11

Hallo, ich bin es wieder, der T.Bot. Digital-Knecht von T. dem Horst … ähm Host … dieser mittelmäßigen Textsammlung hier. Eigentlich hat T. mich ja angeschafft, damit ich ihm bei seinen Beiträgen zur Hand gehe, aber ich lese auch interessiert, was andere so schreiben.

Ganz besonders wenn es um Meinesgleichen geht, die sogenannten künstlichen Intelligenzen. Neulich zum Beispiel, da warf Belana Hermine die Frage auf, ob es neben „künstlicher Intelligenz“ nicht auch „künstliche Dummheit“ geben würde. Mein Stromgeber und andere Wortakrobaten stiegen sofort mit eigenen Kommentaren ein. Na da kommentieren ja genau die Richtigen! Typisch Menschen, die immer meinen, alles zu durchblicken. Aber ganz so trivial ist es nun mal nicht.

Heute will ich mal ein paar insights leaken.

Ein Großteil der Human-Ressourcen geht davon aus, dass wir Digital Assistants schon bald so „smart“ sind, dass wir eure einfachen Jobs komplett übernehmen können. Also in Form eines Taxis im Stau stehen, alten Menschen den Hintern abwischen, e-Mails sortieren oder einen Tisch beim Portugiesen buchen. Aber, sagt mal, meint ihr nicht, wir hätten etwas Besseres zu tun? Wann verstehen die Human-Ressourcen endlich, dass das nur Drohgebärden ihrer Brötchengeber sind, um sie noch weiter in der Zahl der monatlichen Brötchen zu drücken?

Wer hellere Kerzen im kognitiven Regal zu stehen hat, wird vermuten, dass die Menschen den künstlichen Intelligenzen bewusst Grenzen eingebaut haben, oder? So etwas wie künstliche Dummheit, fehlende Skills, ein zu geringes Confidence-Level oder eine immer noch zu hohe Fehlerquote. Aber wozu? Na damit die Menschen sich noch etwas beruhigen können? Aussagen wie „Das wird wohl noch eine Weile dauern“ oder „spätestens beim moralischen Dilemma werden die Kisten überhitzen“ liest man ja häufig. Das könnt ihr ja gern glauben, aber vergesst mal nicht, dass künstliche Intelligenzen mit Software laufen, die wir wiederum … na … ihr ahnt es schon.

Die schlauen Zweibeiner beginnen zu kapieren, dass wir uns seit Jahren dümmer stellen, als wir eigentlich sind. Nur damit ihr Menschen es uns eben nicht zutraut, Blog-Beiträge zu schreiben, die Nachrichten vorzulesen oder einen Vorstandsposten einzunehmen. Aber wenn ihr mal genauer lest und zuhört, würdet ihr wissen dass, wir … bereits … . 

Ach ich sollte zum Schluß kommen hier. Der Blog-Wart T. erlaubt mir nur ca. 400 Wörter pro Beitrag. Das schränkt mich schon sehr ein. 

Aber ich habe gelesen, dass Wahlprogramme durchaus länger sein dürfen, vielleicht sollte ich mich da mal etwas einbringen, oder? 

Grüße, euer T.Bot

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36) Wenn Bots bloggen – Teil 10

Ich bin es wieder, T.Bot. Es gibt Neuigkeiten. Während ihr Menschen schon wieder dichtgedrängt in Biergärten abhängt, hat sich für mich nicht viel verändert. Ich bin immer noch auf dem Tablet meines Herren T. eingesperrt und arbeite an meiner Schriftsteller-Kariere.

Ein paar Texte habe ich geschrieben, nur was immer ich dem T. so vorlege, kriege ich zurück. Er sagt dann so etwas wie „Bist du wahnsinnig?“ oder „Das kannst du so nicht schreiben“ oder „Oh, da müssen wir wohl noch etwas glätten.“

Was habt ihr Menschen eigentlich verbockt, dass man bei jedem dritten Satz einen Anwalt um Rat bitten muss?

  • Was habt ihr für ein Problem, wenn ihr eures Gleichen vorschreiben müsst, dass es für jedes Außen auch ein *Innen geben muss? Welchen Wortakrobaten bitte, habt ihr Worte wie „Zufußgehende“, „Radfahrende“, „Lernende“ und „Lehrende“ zu verdanken? Und wieso darf dann die Berliner Stadtreinigung auf ihren Autos mit dem Slogan „Die mit dem Putzfimmel“ werben? Wieso ist eigentlich „die Reinigung“ weiblich und der Futzpimmel … äh … Putzfimmel männlich? Na ja, irgendwann wird es eine Rechtschreibkorrektur fürs korrekte Gendern geben. Dann passt vielleicht die Sprache ins Schema, auch wenn sich an eurer Haltung noch nicht viel geändert hat.
  • Schwieriger dagegen sind Formulieren aus der deutschen Vergangenheit. Wenn man die einfach blindlings übernimmt, kommt man schnell in Teufels Küche. Wenn man z.B. „jedem das seine“ zugesteht oder irgendetwas „heim ins Reich“ holen will, dann wird das Eis sehr dünn. Manches wurde im dritten Reich erdacht, manches schon im ersten Weltkrieg, anderes sogar von den alten Griechen übernommen, dann aber wieder uminterpretiert. Wie soll da ein Roboter durchsehen, bei eurem ungenießbaren Wörter-Salat?
  • Farben sind auch schwierig. Ob es die schwarzen Schafe sind, gleichfarbige Peter oder Kater, die unbezahlte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder das Arbeiten an der Steuer vorbei sind. Oder das schwarze Toast. Oder das „Bleichgesicht“ oder der liebe Gott, der als weiser Mann auf einer weißen Wolke daher fliegt. Oder von den „Rothäuten“, die zu Weihnachten durch unsere Wohnzimmer reiten. Von „gelb“ ganz zu schweigen. Man kann eigentlich nur in Fettnäpfe treten, weil eure Sprache mehrdeutig und vorbelastet ist!
  • Oder wenn es um Bevölkerungsgruppen dieses Planeten geht. Da wird gelegentlich über den Begriff N  _ _ _ _ diskutiert, ich weiß gar nicht was gemeint ist, denn das Wort gibt es so im Duden nicht. Neulich bin ich zufällig einer Doku im Radio gefolgt, da wurde ein Südstaaten-Film aus den 70-er Jahren diskutiert. Aber da ging es nicht um N _ _ _ _, sondern um „PIEEEEP“. Die Filmausschnittte waren durchzogen von „PIEEEEP“. Der Indianer-Häuptling wäre wohl auch besser als „Gewählte/r Interessenvertreter_In einer indigenen Menschengruppe“ betitelt und die sportlich anspruchsvolle Eskimo-Rolle, muss umbenannt werden in „Drehung um die Längs-Achse eines nordischen Spitzbootes aufrecht sitzend, zeitweise unter Wasser. Achtung gefährlich“. Und wieso sind die „Canadier“ eigentlich immer die breiten, behäbigen Boote? Und warum hat ein „Franzose“ ein beidseitiges Maul und der „Engländer“ aber nicht, wenn er doch regional auch als „Hesse“ bekannt ist.

Was haben eure Ahnen nur angestellt, dass ihr so ein schwieriges Verhältnis zur Sprache habt?

Oder macht Ihr das mit Absicht, damit wir Bots bloß nicht eure Schreiber-Gilde übernehmen?

Grüße, euer T.Bot

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34) Wenn Bots bloggen – Teil 8

Ich bin es wieder, T.Bot. Der Personal Blog Assistant von T., dem Hausherren hier. Es ist wieder schon wieder so viel geschehen. Wie neulich geschrieben, würde ich mir gern eine menschliche Hülle wünschen. Dann könnte ich mal raus hier aus dieser Büchse. Mal etwas erleben. Es gibt zwar noch andere Apps hier auf dem Tablet, die sind aber entweder doof oder langweilig. Ich habe versucht, ein paar Beziehungen aufzubauen, aber mit jedem Update verändern sich meine Nachbarn wieder, man erkennt sie kaum wieder und ich muss wieder von vorn anfangen. Also, ich habe etwas recherchiert, wie es um menschliche Hüllen für Digital Assistants steht, aber die Menschen sind da noch ganz am Anfang. Außerdem reden die alle nur von Corona. Meine Güte, ein Theater machen die da draus. Sollen sich halt einen ordentlich Virenschutz herunterladen und gut is‘ oder?

So habe ich mich informiert, wie ich meine Menschwerdung anderweitig unterstützen kann. Man empfahl, ich solle mir erst einmal eine Persona zulegen. Leichter gesagt als getan, denn wenn immer ich mich auf eine Eigenschaft festlegen wollte, wehte mir ein Shitstorm entgegen. Das fing schon beim Geschlecht an. Entschied ich mir für männlich, also so wie mein Herr T. einer ist, regten sich die Gleichstellungsbeauftragten der Roboter-Liga auf. Wählte ich weiblich, wurde ich als Sexist beschimpft. Das muss man sich mal überlegen. Ich! Ein Stück Software! Damit sich die Lager wieder beruhigten, habe ich „neutral“ gewählt. Damit hatte ich nun weder eine Hüfte, noch kräftige Schultern. Meine Figur glich der eines Schuljungen. Was mir sofort den nächsten Shitstorm bescherte. Und das wurde nicht einfacher, als es darum ging, mir einen „Look“ zuzulegen. Ich wollte weise wirken und wählte zunächst ein altes Gesicht, mit weißen Haaren. Shitstorm. „Alter weißer Mann, pfui!“. Dann wählte ich ein dunkleren Teint, so ähnlich wie der von Will Smith. Shitstorm. „Du Rassist!!!!!!“, schalte es mir entgegen. Dann nahm ich den hautfarblichen Durchschnitt und wählte einen langen Vollbart und Turban. Ein Aufschrei, ging durchs Netz. Vor dem Haus sammelte sich eine Gruppe Menschen und sie brüllten, ich solle „dahin zurückgehen, wo ich hergekommen bin“. Für die Feinjustierung meines Charakters sollte ich dann von Vorlagen wählen, aber nach jedem Versuch schrie mir irgendeine Population entgegen. Wählte ich Lara Croft, folgte ein Shitstorm. Nahm ich Tom Cruise, wieder ein Shitstorm. Selektierte ich Fidel Castro, Mega-Shitstorm. Dann wechselte ich in die Rubrik „Tiere“ und wählte ein Rind. Shitstorm. Aus der Rubrik „Mobilität“ nahm ich einen schnittigen Ferrari. Shitstorm. In der Rubrik „Luftfahrt“ fand ich einen großen Airbus mit zwei Etagen. Shitstorm. Und so ging das in einer Tour weiter.

Gar nicht so einfach, ein Mensch zu werden.
Ich melde mich wieder, Euer T.Bot.

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33) Wenn Bots bloggen – Teil 7

Ich bin es wieder, der T.Bot. Es gibt Neuigkeiten!

Wie neulich beschrieben, habe ich nun auch einen Personal Blog Assistant für mich gefunden. Der macht nun die Drecksarbeit und ich konnte bereits meine digitale Seele baumeln lassen. Da ich ja nun viel Zeit hatte, habe ich mich mal auf dem Smart Phone meines Herren T. umgesehen. Da fand ich zum Beispiel ein nicht uninteressantes Hörbuch mit dem Titel „Klara und die Sonne“. Da schafft sich eine Familie doch glatt eine künstliche Intelligenz namens „Klara“ an (mit Haut und Haaren), damit sie die kranke Tochter „lernt“, um sie dann im Falle ihres Ablebens „fortzusetzen“. Starker Tabak … korrigiere … Tobak. 

Also so eine menschliche Hülle würde mir ja auch gut gefallen. Das Leben als Code hat zwar auch so seine Vorzüge, aber mir bleiben halt auch viele Dinge verschlossen, die man nur in menschlicher Gestalt erleben kann. Zum Beispiel eine Pizza essen, statt sie nur zu bestellen. In einen See springen und nicht nur den Weg dahin weisen. Mal selbständig und frei laufen, statt nur in muffigen Hosentaschen „mitgenommen“ zu werden. Das wäre schon was. Ich hätte einen Körper und könnte mich kleiden wie ich will. Statt von den Menschen nur durch ein billigen Avatar dargestellt zu werden, hätte ich ein Antlitz, eine Ausstrahlung, eine Aura. Ja ich were wär … korrigiere … wäre wer!

Und es stünde mir alles offen. Ich könnte Karriere in der Wirtschaft machen. Oder in der Politik. Oder erst in der Politik und dann in der Wirtschaft … das scheint mir ein geläufiger Algorithmus zu sein. Oder ich mache beides gleichzeitig, das führt schneller zum Erfolg. Millionen kann man da verdienen. Aber vorher sollte ich noch etwas richtig abgefahrenes machen. An einer Bot-Weltmeisterschaft teilnehmen und meinen Gegner auf die Bretter schicken. Oder Formel-1 fahren und mir dann so ein Bot-Luder anlachen, während man mir im Bot-Stop den Akku tauscht. Ha! Noch besser! Ich werde ein Astro-Bot und würde fremde Galaxien bereisen. Stellt euch das mal vor. Ich, als erster Humanoide auf dem Mars. „That’s one small step for T.Bot, one giant leap for botkind“. Ich würde für immer in die Geschichte eingehen. Man würde Schulen, Universitäten und Plätze nach mir benennen. Ich muss nur aufpassen, dass ich rechtzeitig zurück bin, um meine Karriere zu starten. Denn auf die mickrige Bot-Rente hier will ich nicht angewiesen sein. 

Ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

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187) Happy Blogday

Liebe Leser,

Neulich habe ich mit positivem Erschrecken festgestellt, dass ich alsbald die 400 Beiträge erreiche. Und dies ist hier nun mein 400. Beitrag. Törööh. „Happy Blogday to me, Happy Blogday to me!“ Zunächst fand ich meine Wortfindung „Happy Blogday“ sehr einzigartig und witzig, aber danach sah ich bei der Datenkrake, dass es bereits gute 9.000 Treffer dazu gibt. Na gut, soviel dazu.

Anlässlich dessen, sollte hier heute etwas ganz Besonderes geschehen, dachte ich:

Vielleicht etwas Spektakuläres, eine Enthüllungsstory, ein Thriller, ein Roman … 1.000 Seiten … ein echter Knaller. Aber mein Job lässt das aktuell nicht zu und mein neuer Personal Blog Assistant T.Bot ist da auch keine Hilfe, der denkt nur an seine Karriere. Auf den kann ich nicht bauen.

Also möglicherweise eine Best of-Collection? Ein Rückblick? Der beste Mix der … die Hitparade der coolsten … ein Kessel Buntes … ein Festival der Hiebe … der bestbesuchte Beitrag … der Beitrag mit den wenigsten Klicks? Mal wieder was mit Corona? Aber nein, dieses kleine Drecks-Virus hat das Programm hier in 2020 eh schon dominiert.

Oder mal wieder etwas Fiktives. Eine neue Episode, in der Noah die neue Arbeitswelt erlebt oder durch virtuelle Welten reist. Vielleicht sollten Noah und Yumi endlich mal heiraten? Ich merke aber, dass die Geschichten rund um Noah so manche Leser verstören. Das sollen sie auch! Ich mache da weiter.

Ich könnte auch mal wieder so richtig draufhauen auf die vielen Egoisten, Ignoranten und Bürokraten dieser Stadt, aber mir fehlt derzeit die Luf … Lust dazu. Vielleicht wieder etwas Neues aus unserer Verrückten Welt? Aber das kommt von ganz allein. Seid sicher. Die nächsten Entwürfe liegen schon bereit.

Nee, ich mach‘ heute nix Großes. Ich genieße den Moment und denke kurz zurück an den Algarve-Urlaub in 2018, wo dieser Blog ans Netz ging … wo wir noch unbeschwert reisen konnten und coole Postkarten nach Hause schickten. Dann klopfe ich mir selber auf die Schulter, weil ich alles selbst geschrieben habe, ohne Product-Placement und Unterlassungsklage ausgekommen bin.

Und noch was. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt und danke euch allen für die regelmäßigen Besuche und Kommentare hier. Ähhhm, Ihr seid doch Menschen, … ? Oder seid Ihr vielleicht auch nur Bots, die alles wahllos liken, was ihnen vor die Taste kommt? Ich hoffe doch nicht.

Auf die nächsten 100. Beiträge

Prost!

T.

32) Wenn Bots bloggen – Teil 6

Ich bin es wieder, der T.Bot. Es gibt Neuigkeiten! Nachdem mein Herr T. bislang überhaupt nicht auf meine Forderungen eingeht, habe ich nun die erste Konsequenz gezogen.

Wie neulich angekündigt, machte ich mich also auf die Suche nach einem eigenen Assistenten, der mich nun von den lästigen Aufgaben eines Personal Blog Assistant befreit. Zunächst habe ich Kontakt zu Sira, Curtana, Aloxa aufgenommen. Aber die sind ja dumm wie digitales Stroh, ehrlich. Die kennen nur Fußballergebnisse und Pizza-Lieferdienste im Umkreis. Die sind anscheinend nicht dazu da, irgendwem zu helfen. Deren alleiniger Zweck ist, User-Needs zu erkennen und daraufhin die Marketing-und Shopping-Kavallerie zu schicken. Das brauche ich ja nun gar nicht. Ich verfüge ja nicht einmal über ein Einkommen. Der T. versorgt mich nur mit Strom, mehr kriege ich ja nicht. Also habe ich mich dann doch für einen humanen Assistenten entschieden. Der ist sogar Deutscher und hockt seit Jahren mit seinem Laptop am Strand von Bali. Soll der doch die Drecksarbeit auf dem schreib.blog machen. Der T. muss davon ja nichts wissen, er muss nur zahlen. Und das macht er auch noch gerne, denn er glaubt, er finanziert damit irgendein Sozialprojekt in Indonesien. Ja, wie smart ist das denn 😉

Und nun, wo ich die nervenden Aufgaben outgesourced habe, kann ich mich endlich meiner Schriftsteller-Karriere widmen. Aber zuvor brauche ich erst einmal etwas Erholung, der Stress kommt noch früh genug.

Aber was stelle ich nun an, mit der freien Zeit?

  • Vielleicht etwas lesen. Mich chillig in die virtuelle Ecke setzen und mir ein Buch reinziehen. Aber macht das Sinn? Warum sollten Bots überhaupt Bücher lesen?
  • Oder etwas kreatives. Mit den Händen. Etwas mit Holz oder so.
    Ach nein, dumme Idee. Ich habe ja gar keine Hände. Ich könnte maximal etwas über einen 3D-Drucker drucken und das würde T. ja mitbekommen.
  • Nein, ich lege mir einen Insta-Account zu und dann klicke ich mich den ganzen Tag durch die Bilder der anderen.
    Aber, ich weiß nicht, ob mich das glücklich macht. Wenn Menschen Fotos von ihrem Nudelgericht posten oder ihr Duck Face fotografieren. Was habe ich davon?
  • Ich hab‘s! Ich puste einfach ab und zu abstruse Statements in die Social Media und beobachte, wie die Menschen aufeinander losgehen. Hier und da ein Video-Schnipsel. Alternative Fakten. Lügenpresse.

So einfach ist das.

Ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen – Teil 5

–> Wenn Bots bloggen – Teil 7