55) Sekundenbruchteil-Momente 3

Seit meinem letztem Beitrag zum Thema, sind schon wieder drei Monate vergangen. Die Zeit fliegt nur so, kaum die ersten Anzeichen von Herbst erkannt ist nun schon wieder bald Weihnachten. Worum es bei den Sekundenbruchteil-Momenten geht? Ganz einfach, das sind Vorkommnisse in unserem alltäglichen Leben, die für sich nur sehr kurz andauern, aber unserer System „Mensch“ schnell an die Grenzen bringen. Die Beschreibung des Moments dauert viel länger als der Moment selbst.

Und wieder ein paar Ereignisse aus den letzten drei Monaten:

Ich eile durch den Supermarkt und erspähe eine leere Kasse. Siegesbewusst laufe ich drauf zu. Die Lieblings-Kassiererin jedoch, zeigt mit dem Finger über sich auf eine rote Lampe und sagt nur „Hier bitte nich‘ mehr“.
Verrat?

Der Zug hält im Nirgendwo. Über die Lautsprecher teilt man uns mit, dass der Zug nun geteilt wird. Man sollte doch bitte auf die Anzeige achten und ggf. den Zugteil wechseln. Die Anzeige zeigt aber nichts „an“. Sie zeigt eher „aus“.
Panik?

Man verlässt einen Imbiss und ein paar Minuten später schaut man auf die 6 EUR Wechselgeld in der Hand. Man fragt sich … „Ähm, hatte ich dem nicht gerade eben einen Fünfziger in die Hand gegeben?
Wut?

Du bekommst ein Blatt Spielkarten zugeteilt. Langsam nimmst du sie auf, ordnest sie für dich und dann erkennst du … dass du ein Traumblatt erhalten hast 🙂 Die Wärme steigt in dir hoch, es kribbelt und du kannst es kaum erwarten, endlich auslegen zu dürfen. In diesem Moment ist aber dein Gegenüber dran und grinst bereits über beide Ohren.
Hass?

Du setzt den Blinker, fährst rechts raus zur Tanke. Du steckst die Zapf-Pistole in die Tanköffnung und grübelst beim Tanken über ein Problem nach. Es macht klick und dann fragst du dich öööhhm… habe ich jetzt eigentlich das richtige … uff … ja, … habe ich …“. Noch nie so froh, dass Wort „Diesel“ vor dir zu lesen
Erleichterung?

Du sitzt mit einer 3D-Brille in einem Walt-Disney-Animations-Film. Es wird viel gesungen. Irgendwoher zieht es kalt, also deckst du dich mit deiner Jacke zu. Nun ist es schön warm und du wirst müde. Darf ich …, ist das in Ordnung wenn ich …, vielleicht kurz … ich meine, ich könnte doch nur mal kurz die Aug …
Loslassen?

Die Mikro-Welle piept und verlangt nach Aufmerksamkeit. Der Teller scheint heiß zu sehen, also ziehe ich den schnell aus der Wellen-Maschine. Der runde Glas-Dreh-Tellerdarunter kommt mir auch entgegen geflogen und zerschellt auf dem Küchenboden. Hunderte Kristalle … kann man sich denken … ich barfuß … Rumpelstilzchen und so weiter
Was für eine Schei…?

Und bei euch? Was sind eure Sekundenbruchteilmomente, die euch in Wallung bringen?

Andere Kleinigkeiten mit Schlechte Laune-Potenzial?

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50) Sekundenbruchteil-Momente 2

Seit Veröffentlichung meiner ersten Sekundenbruchteil-Momente, ist schon wieder so viel passiert. Da dachte ich mir, ich schreibe einen zweiten Teil, vielleicht wird sogar mal eine Serie draus. Mal sehen. Zum ersten Mal hier und keine Ahnung worum es geht? Nun, es geht um Momente im Alltag, die nur ein Bruchteil einer Sekunde andauern, dafür aber so intensiv sind, dass Puls und Blutdruck um die Wette eifern. Die Beschreibung dessen, was in dem Moment geschah, dauert viel länger als der eigentliche Moment selbst.

Und nun weitere zehn Sekundenbruchteil-Momente aus den letzten Wochen:

  • Man besteigt einen Fahrstuhl, die Türen schließen und man erwartet jeden Moment das Gefühl des Abhebens. Die Kabine ruckt kurz und dann passiert erst einmal … nichts.
    Beklemmung?
  • Man eilt mit großen Schritte auf ein Laufband zu. Man läuft mit Schwung aufs Band und … es steht still.
    Ausgebremst?
  • Man sitzt in der Bahn, träumt oder daddelt so vor sich hin und dann hört man eine Stimme: „Guten Tag, die Fahrausweise bitte!“
    Zweifel?
  • Man steht an der Kasse, die Kassiererin bestätigt freundliche „12,73 EUR“. Man greift selbstsicher zur Geldbörse, öffnet das Fach für die Scheine und findet … nichts. Stimmt, gestern gab’s ja Taschengeld.
    Demenz?
  • Man bittet iTunes um ein schnelles Update. Eigentlich muss man bald das Haus verlassen. Auf dem Bildschirm erscheint: „Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten“
    Druck?
  • Ma startet sein Handy neu und liest aus dem Augenwinkel „Bitte PIN eingeben“. Also gibt man das Kennwort fürs Gerät ein. Abgelehnt. Noch einmal. Wieder abgelehnt. Beim genauen Hinschauen kapiert man, dass die PIN für die SIM-Karte gemeint war. „Sie haben noch einen Versuch“.
    Panik?
  • Man will auf eine Party und nimmt sich dafür extra eine Rasur vor. Mit geübten Griffen geht es zügig von der Hand. Bis man sich schneidet. Das merkt man sofort. Auch wenn man sich wünscht, dass es nicht so ist.
    Hoffnung?
  • Man setzt Milch in einem Topf auf und verbringt die Wartezeit mit etwas anderem. Irgendwann geht man dann mal in die Küche und wirft einen Blick auf die Milch. Sie steigt bedrohlich an, ist kurz davor von unten an den Deckel zu stoßen.
    Aussichtslosigkeit?
  • Man ist ins Flugzeug gestiegen, alle sitzen und haben sich angeschnallt. Es sieht nach pünktlichem Abflug aus. Dann spricht der Kapitän. „Good evening Ladies and Gentlemen, welcome aboard. „It’s your captain speaking. Well, actually we are ready to leave our position, … but …“
    Enttäuschung?
  • Man ist endlich im Anflug auf den Flughafen. Kurz vor Landung schaltet der Pilot den Schub ab, es wird still. Dann rummst es. Zunächst linkes Rad, dann Seitenwind, dann …
    Ende?

Und bei euch? Was sind eure Sekundenbruchteilmomente, die euch in Wallung bringen?

Grüße aus Melbourne!

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43) Sekundenbruchteil-Momente 1

Manche Momente sind so kurz und intensiv, dass es kaum möglich ist, sie in Worte zu fassen. Oftmals fehlt es der deutschen Sprache einfach an passenden Begriffen. Man braucht also viel mehr Buchstaben, als der Moment eigentlich andauerte.

Verschiedenste Momente von früh bis spät:

  • Man erwacht, öffnet die Augen und orientiert sich. Wo bin ich? Das Oberstübchen informiert, dass ein wichtiger Termin (Arzt, Präsentation, Chef-Gespräch, etc) ansteht.
    Bammel?
  • Man tritt ins Treppenhaus und tastet noch einmal die Tasche ab, wo eigentlich der Schlüssel sein sollte. Zeitgleich rummst es von hinten. Die Tür ist zugefallen.
    Panik?
  • Man eilt die Treppe hinunter, ist in Gedanken schon beim Termin. Auf einmal bemerkt man, dass man aus dem Takt kommt und zu stolpern beginnt.
    Hoffnung?
  • Man rennt quer über die Straße, um noch die Bahn zu kriegen. Es sieht gut aus. Man hat die Tür des letzten Wagens fast erreicht. Aber sie beginnt zu piepen und schließt vor der eigenen Nase.
    Enttäuschung?
  • Man spielt mit dem Handy, es fällt aus der Hand und landet auf dem steinigen Fußweg. Mit dem Glas nach unten natürlich. Man greift es, dreht es vorsichtig und versucht einen Blick auf das Glas zu erhaschen.
    Vorahnung?
  • Man sitzt im Flieger nach Hause und träumt so vor sich hin. Auf einmal fühlt man sich ganz leicht und scheint zu schweben. Im nächsten Moment wird man wach, der Kopf ist nach vorn gekippt.
    Nahtot?
  • Man betritt das Parkhaus, fährt per Fahrstuhl zum Geschoss, wo das Auto steht. Die Tür des Lifts öffnet sich langsam. Das Auto ist aber nicht zu sehen.
    Selbstzweifel?
  • Man fährt auf das Ende eines Staus zu. Während man noch hastig den Warnblinker drückt, zieht im selben Moment die letzte freie Ausfahrt rechts vorbei.
    Hilflosigkeit?
  • Man ist endlich wieder daheim und lässt sich auf die Couch fallen. Man freut sich auf ein Bier und die Spätnachrichten. Stattdessen wird Karneval oder eine blumige Schmonzette aus Süd-England gezeigt.
    Wut! Hass! Tobsucht! Groll! Raserei! Rage! Empörung! Zorn!

Mit jedem Moment steigen Blutdruck oder Puls, Schweiß wird produziert und es wird einem warm oder kalt. Gesichtszüge entgleiten, Pupillen weiten sich, Falten entstehen, Haare werden grau oder fallen aus, noch bevor sie grau werden.
Aber all das dauert eigentlich nur einen Sekundenbruchteil …

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1) Schlechte-Laune-Potenzial (Intro)

Es gibt viele kleine Ereignisse im Alltag, die meine Laune erheblich absacken lassen. Oft sind das wirklich winzige Auslöser, die bestimmt jeder schon einmal in ähnlicher Form erlebt hat. Diese können schon am frühen Morgen auftreten und einem den ganzen Tag vermiesen. Auch während des Tages, kann man auf einem Stimmungshoch sein und auf einmal, macht’s Peng und das Stimmungs-Barometer sackt in den Keller. Sogar spät am Abend, kann ein eigentlich toller Tag noch erheblich eingetrübt werden. Um so wichtiger ist dann, dass man sie als solche wahrnimmt, kurz drüber schmunzelt und sich nicht den Tag vermiesen lässt. Und da die Auslöser selbst oft nur sehr kurz andauern, werden auch die Texte dieser Kategorie sehr kurz gehalten.