Postkarte aus Melbourne 2

Und weiter gehts, hier och eine zweite Postkarte aus Melbourne. Nach dem die Arbeit getan ist, bleibt noch etwas Zeit für Sightseeing. Nicht viel, aber gut geplant, kann ich noch einiges von der Stadt sehen.

Und natürlich gab es auch ein paar Kuriositäten zu sehen:

Am Freitag-Abend verschlug es uns nach St. Kilda, einem Amüsier-Viertel im Südosten der Stadt. Es gibt dort einen uralten Vergnügungspark mit Achterbahn von 1912. Kleine wilde Pinguine landen bei Einbruch der Dunkelheit regelmäßig am Pier von St. Kilda an … (Chinesische Reisegruppen deshalb auch …)

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… und hinterm Yachthafen kann man die Sky-Line Melbournes sehen.

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Am Samstag machte ich mich allein auf den Weg nach South Melbourne, Port Melbourne und Albert Park. 13 Kilometer lief ich da unten am Wasser herum.

Zunächst entdecke ich ein Kleinflugzeug, welches Schriftzüge an den Himmel schreibt. Macht da etwas einer Werbung für eine Bar?

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Aber nein, das Flugzeug setzte für weitere Kurven an und irgendwann prangte der Markenname eines Autoherstellers am Himmel. (Wohlgemerkt, ich stehe nicht bei denen auf der Gehaltsliste!)

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Am Port Melbourne kann man etwas Geschichte nachempfinden. Viele Soldaten legten von hier ab, fuhren in die Kriege der Welt und kamen nie wieder. Emigranten landeten hier und gaben Melbourne sein buntes Gesicht. Wenn man will, kann man da heute in eine Fähre nach Tasmanien steigen. Hatte kurz überlegt, die Überfahrt dauert aber 10,5 Stunden. Das wird mit dem Rückflug etwas knapp.

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Auf dem Rückweg stoppte ich noch mal in der City, das Wetter war nun viel besser als noch am vergangenen Samstag, also wollte ich ein paar Dinge noch mal etwas farbiger sehen. Zunächst ein Bummel durchs alte China-Town inklusive Stopp in einem Food-Court.

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Dann noch zwischen Swanston Street und Elizabeth Street im Zick Zack hin und her und zu guter Letzt nun noch etwas Street Art. Da könnte ja fast eine Tradition draus werden …

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Bye Bye Melbourne

 

 

23) Postkarte aus Melbourne 1

Im September hatte ich Gelegenheit die Stadt Melbourne zu besuchen. Da war aber zunächst der lange Flug. Erst 1,5 Stunden nach Brüssel, dann 6 Stunden nach Abu Dhabi und dann noch mal 13 Stunden nach Melbourne! Da merkt man erst einmal wie groß die Kugel ist, auf der wir leben.

Und die Australier hatten weitere Hürden für mich eingeplant:

  1. Die hinter (!) der Security in Abu Dhabi gekaufte Flasche Wasser, durfte ich am Gate des Fliegers nach Australien gleich wieder in den Müll werfen. „Liquids not allowed, sorry“. Und jetzt 13 Stunden auf die Gnade der Flugbegleiter angewiesen sein?
  2. Auch mein Duty-Free-Einkauf durfte nicht im Handgepäck nach Australien. fliegen. Nein, er wurde noch vor Besteigen des Fliegers in einen Papp-Karton verpackt und im Bauch des Flugzeugs verstaut. Abzuholen bei der Sonder-Gepäck-Ausgabe in Melbourne. Ach du meine Güte.
  3. Bei der Einreise musste ich deklarieren, ob ich etwas „fremdes“  in die Australische Flora und Fauna einführen würde. Partout hätte ich „nö“ gesagt, aber da fiel mir doch noch die Tüte gesalzene Erdnüsse in meinem Koffer ein. Die meldete ich dann gewissenhaft an, denn das im Anflug ausgestrahlte Video der australischen Behörden drohte mit drakonischen Strafen. „There is no sorry“.
  4. Dann interviewte mich noch ein Emigration-Officer, anfänglich war ich etwas unsicher, aber dann entwickelte sich ein netter Plausch. Bezüglich der Erdnüsse winkte er aber ab. Ich denke, der hatte kein Interesse an Erdnüssen der REWE-Hausmarke 😉

Ein paar Eindrücke aus der Stadt:

Ein Walk führte uns durch die City. Von Flinders Street, über Federation Square, Birrarung Marr, Hosier Lane, Viertel um Elizabeth Street, Centre Place. Dann rüber auf die andere Seite des Yarra River nach Southbank, über einen Asiatischen Food-Market, weiter westwärts zu älteren Hafenanlagen und wieder rüber über Docklands zurück zur Flinders Street.

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Den berühmten Söhnen Australiens hat man hier sogar eine Straße gewidmet.

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Am Sonntag verschlug es uns in den Zoo von Melbourne. Australische Tiere in Australien anschauen. So der Plan. Die Anlage war ganz nett, aber nur Tiere gab es wenig. Und daran war nicht nur das schlechte Wetter Schuld. Im Robben-Becken sahen wir EINE Robbe. Im Eukolyptus-Baum EINEN Koala. Im Tiger-Areal und im Hippo-Becken … na ja, den Rest kann man sich denken. Bei einem Eintritt von stolzen 38 Australien-Dollar (ca. 23 EUR) bleibt ein fader Nachgeschmack.

Trotzdem hier ein Foto vom Mini-Hippo. Dreht man es auf die Seite, glaubt man, zwei Hippos klettern einen Baum hoch.

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Auch der einzige Koala bekommt hier eine Bühne. Er schlief. So wie die anderen 20 Stunden am Tag. Aber das ist halt so. Der kann ja nichts dafür.

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Zum Abschuss noch coole Street Art aus der Hosier Lane:

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Fazit: Melbourne ist viel größer, als ich vorher so annahm. Im Sommer ist es bestimmt ganz nett hier, jetzt im gerade beginnenden Frühling noch recht kühl.

Und der Jetlag, hat mir ganz schön zu schaffen gemacht…

Die Arbeit ist nun getan, jetzt folgt noch ein wenig Freizeit und vielleicht noch eine weitere Postkarte … Grüße von Down Under

 

 

22) Postkarte aus Amsterdam

Kürzlich waren wir seit Längerem mal wieder in Amsterdam. Hochglanz-Fotos gibt es im Netz schon zu Hauf, also will ich mich auf ein paar Kuriositäten und persönliche Eindrücke beschränken.

Der erste Tag bescherte uns zunächst Regen, also entschieden wir uns für eine Tram-Fahrt zum Rijks-Museum. Und schon beim Betreten der Tram wurden wir überrascht. Im mittleren Teil fanden wir einen Info-Tresen und eine mehrsprachige Dame, die als Ticket-Verkäuferin und rollendes Tourist-Office agierte. Was für eine coole Idee. Wenn man das Konzept auf die Berliner Tram-Linie M10 übertragen wollte, könnte man da noch Bier verkaufen.

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Im Rijks-Museum selber, liefen wir die großen Klassiker der Niederländischen Kunst ab. Van Gogh, Rembrandt und viele andere Künstler. Das folgende Bild fand ich am besten. Über was beklagt sich der Typ in der Mitte da eigentlich? War der Gockel nicht durchgebraten, bereits kalt oder was macht ihn da so unzufrieden? Die anderen um ihn herum singen oder tuscheln. Vermutlich oute ich mich hier jetzt als absoluter Kunst-Banause. Sei es drum.

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Im weiteren Verlauf der großen Bilderausstellung kam das Museum auch auf den übermäßigen Alkohol-Konsum im früheren Holland zu sprechen. Der war auf den alten Gemälden auch mehrfach abgebildet und musste zur Ehrenrettung mal kommentiert werden.

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Am nächsten Tag flossen die Getränke aber in noch größeren Mengen. Es war Canal Parade bzw. Pride-Demo in Amsterdam. Menschen aller Altersklassen, Herkünfte und sexueller Orientierung feierten ausgelassen, während die anderen tanzend auf geschmückten Boten durch die Grachten demonstrierten.

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In Amsterdam gibt es angeblich 3.000 Hausboote. Ausgediente Fischerbote, umgebaute Fähren oder Flöße. Wir hatten selber die Gelegenheit, in einem zu wohnen, das war mal etwas anderes und gar nicht so wackelig wie man vielleicht denkt. Vielleicht auch eine Idee für Deutsche Metropolen, der zunehmenden Wohnungsknappheit zu begegnen?

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In den Geschäften und auch auf den Märkten staunten wir über all den Käse dort. Jung, alt, sehr alt. Mild und würzig. Hunderte Sorten. Da mag man sagen, „ist doch logisch, ist halt Holland“. Ja stimmt. Aber so viel Käse, in solchen Größen und auch noch als „Partyklette“ zum mitbringen, hat mich schon überrascht

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Wie jede andere Metropole hat auch Amsterdam seine Herausforderungen. Die Amsterdamer  wirken dabei aber entspannter und sind an bestimmten Stellen auch konsequenter. In manchen Ecken gilt Alkohol-Verbot auf der Straße, Pi-Pi in der Öffentlichkeit wird saftig bestraft und obwohl Amsterdam ja „die“ Zweirad-Stadt ist, hat sich der E-Scooter-Wahn da noch nicht durchgesetzt. Gut so!

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Müsste ich für Amsterdam ein Wort finden wäre es vermutlich:

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Lust auf mehr Postkarten? Dann schaut doch mal bei Sovely auf https://murmelmeister.com vorbei

 

21) Postkarte aus Kopenhagen

Die Hauptstadt Dänemarks stand schon länger auf der Liste der Kurzreisen. Nun gab es mal Gelegenheit für einen Wochenend-Tripp. Wie so üblich bei meinen Postkarten, geht es hier weniger um die bekannten Touristen-Attraktionen (die findet ihr bei der gängigen Suchmaschine), sondern eher um Skurrilitäten und Beobachtungen.

Taler du dansk?

Als Deutschsprachiger hat man es in Kopenhagen sehr einfach. Auch wenn man hier überall Englisch spricht, ist das meistens gar nicht nötig. Insbesondere bei den geschriebenen Wörtern, macht es echt Freude sie zu entziffern. Noch irgendwelche Frægen?

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Kunst, Architektur und Egon Olsen

Kopenhagen bietet viel Kunst und Kultur. Da wären Oper, Theater und Street-Art in Christiana. Aber auch Aktionskunst, wie diese Debattier-Sauna hier. Moderne Architektur wechselt sich mit nordisch-rotem Klinker-Bau ab. Bei manchen Häusern glaubt man, jeden Moment auf die Olsen-Bande zu treffen. Aber das passiert nur bei uns im Kopf. In Kopenhagen konnte ich nicht mal im Souvenir-Laden irgendwelche Spuren von den drei sympathischen Kleinkriminellen finden. Auch das Wort „Politi“ war nur selten im Stadtbild zu sehen. Sehr angenehm.

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Fahrrad und Verkehr

Kopenhagen zählt sich zu den fahrradfreundlichsten Städten der Welt. Das kann ich nur bestätigen, am ersten Tag waren wir noch zu Fuß unterwegs, am zweiten Tag größtenteils per Rad. Da kann unsere Hauptstadt noch eine Menge lernen. Der Fahrrad-Verkehr läuft in einem eigenen System ab, breite und glatte Radwege stehen zur Verfügung, die meistens sind vom Straßenverkehr und Fußverkehr entkoppelt . Und die Radler halten sich sogar an Ampeln! Berlin? Mal sehen, wie sich die vielen Räder gegen die neue Konkurrenz der vielen E-Roller behauptet.

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Kreuzfahrt

Im Norden der Innenstadt legen die dicken Pötte an. Schwimmende Luxus-Hotels bringen täglich neues Gäste in die Stadt. Viele aus Fernost, aber auch unsere Landsleute sind kaum zu überhören. Bereitgestellte Busse bringen die Besucher zur kleinen Meerjungfrau in der Nähe und dann später in die Altstadt. Währenddessen kommen Versorgungs-LKW, die den Gästen neues Bier, Klo-Papier, Handtücher und braunen Zucker für den Caipi bringen. Prost.

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Altstadt, Hafen und Schlösser

Kopenhagen hat eine schöne Altstadt, einen alten Hafen, aber auch Parks, Burgen, Brunnen und Schlösser. Und die Stadt wächst weiterhin. Es werden neue Gebiete am Hafen geschaffen und sogar neue Schlösser kommen täglich dazu. Und nur weil hier mehr Schlösser verkauft werden, heißt es noch lange nicht, dass man sich dort unsicher fühlt. Dänen zählen zu den glücklichsten Menschen der Welt!

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War wirklich nett hier.

Alle de bedste fra København!

Frühere Postkarten gibt es hier: Postkarten

 

20) Postkarte aus São Paulo

Hallo zusammen, viele Grüße aus São Paulo! Vor Anreise hatte ich bereits ein Bild im Kopf. Mega-City, 12-14 Millionen Einwohner, nach Einbruch der Dunkelheit am besten drinnen bleiben oder Auto fahren. Vermutlich chaotisch, schmuddelig und heruntergekommen.

Aber nun, nach einer Woche hier, muss ich mein Bild korrigieren. São Paulo, nun nicht gerade für seine Bauwerke bekannt, kann über KKK (Kunst, Kultur, Kulinarik) locker mit den anderen großen Städten mithalten. Mit Sicherheit hat die Stadt in den Außenbezirken diverse Probleme, aber in der Innenstadt haben wir uns am Tag und frühen Abend echt wohl gefühlt. Brasilianische Kollegen bestätigen uns, dass São Paulo eher zu den sichereren Städten zählt und sie selber wegen mangelnder Sicherheit nur ungern zur großen Schwester Rio de Janeiro fahren. Viele Kleinigkeiten im Stadtbild haben mich echt überrascht und hätte ich so nicht erwartet.

In der Innenstadt wird z.B. eifrig Müll getrennt, die Straßen sind verhältnismäßig sauber und es gibt ein durchgängiges Leitsystem für blinde Menschen. São Paulo hat ein gutes Radweg-Netz, ist sehr hügelig und macht per Uber, Bus und Metro alles erreichbar. Die Stadt ist in seiner Einwohnerschaft sehr divers. Europäische Spuren in den Gesichtern, viele Japanische Ursprünge und auch Indigene Einschläge machen die Stadt sehr bunt.

Erlaufen: Bezirke Jardins, Pinheiros, Centro, Park Ibirapuera, Friedhof do Araca, Streetart-Viertel Beco de Batman und noch so einiges mehr

Gegessen und getrunken: durch die vielen Ursprünge der Menschen, gibt‘s hier alles was der Hunger begehrt. Wer die Gelegenheit hat, sollte ein Brazilian Barbecue mitmachen (z.B. Im Fogo de Chão) und auf eine Dachterasse (z.B. Hotel Unique) einen Caipirinha trinken

Zunächst also ein paar Schnapp-Schüsse von Avenida Paulista, Parque do Ibirapuera und Cemitério do Araça

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… und zum Abspann nun Bilder von sehr cooler Street Art gefunden in Beco de Batman

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Ihr vielen Schmierfinken in Berlin ... daran könnt ihr euch mal ein Beispiel nehmen !!!

Frühere Postkarten: hier klicken

19) Postkarte aus LOS

Eine Postkarte aus LOS? Was soll das denn sein? Hat wohl für Los Angeles nicht gereicht, oder? Korrekt, für einen halbtägigen Samstags-Ausflug ist Los Angeles einfach zu weit weg. Außerdem kann man da nicht so schön paddeln, wie im Südwesten unserer armen aber sexy Hauptstadt. LOS steht in unseren Breitengraden für das Kfz-Kennzeichen des Landkreises Oder Spree. Die Berliner und Brandenburger sind sehr kreativ und nicht gerade zimperlich wenn es darum geht, den Kfz-Kennzeichen der Nachbarkreise eine deftige Bedeutung zu verpassen:

  • So wirft man den Autofahrern des Landkreises Oder-Havel (OHV) gerne vor, „ohne Hirn und Verstand“ zu fahren. Nun ja …  was soll ich sagen …  ganz von der Hand weisen kann ich …, aber egal.
  • Der Landkreis Dame Spree (LDS) hatte irgendwie mehr Glück. Hier kann man wählen, was einem besser gefällt. Entweder „Land der Schönen“ oder „Land der Sonne“. Wenn man sich selber nicht zu den Schönen zählt, kann man über die Sonne wieder viel an Attraktivität gutmachen.
  • Im Landkreis Telto-Fläming (TF) dagegen, sind  angeblich besonders viele Tiefflieger unterwegs. Ich weiß nicht, ob das wohl eher geistig oder auto-mobil gemeint ist.
  • Den Landkreis Oder-Spree (LOS) hat es aber noch härter getroffen. Man hat ihm gleich zwei depressive Bedeutungen verpasst, vielleicht sogar mehr. Die beiden, die ich kenne sind frei von Interpretation. Man spricht von „Land ohne Sonne“ oder auch von „Leben ohne Sinn“.

Wie schlimm muss es dort zugehen? Keine Sonne? Kein Sinn?
Gestern war Sonne und es ergab verdammt viel Sinn, aber schaut selbst.

 

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PS: Liebe Grüße von den Kapverden, die haben wir gerade links passiert haben. Nein, nicht mit dem Paddel-Boot 😉

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18) Postkarte aus Mittelfranken

Wer mal das Bedürfnis verspürt, die heimische Tapete gegen frische Luft und Grünzeug zu tauschen, dem kann ich ein paar Tage in Mittelfranken empfehlen.

Man muss dazu auch kein CO2 in die Luft pusten, man kann bequem mit der Deutschen Bahn anreisen. Das klingt irgendwie unspektakulär und nach Bratwurst mit Sauerkraut, Mittelfranken hat aber durchaus ein paar schöne Flecken zu bieten. Und auch die ein oder andere Kuriosität konnten wir erleben.

Tag 1: Wanderung durch die Schwarzachklamm und entlang dem Ludwig-Donau-Main-Kanal (23 km), weitestgehend flach, etwas überlaufen da Feiertag

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Tag 2: Wanderung durch den Sebalder Reichswald (19 km), flach mit leichten Steigungen, schön ruhig, wenig Trubel, selbst Albrecht Dürer saß hier schon und malte

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Tag 3: Höhlenrundweg rund um Hirschbach (16 km), etwas kürzer, dafür aber rauf und runter, Paradies für Kletterer und Höhlen-Freaks

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Und nun zu den Kuriositäten:

Für die Hinfahrt hält die deutsche Bahn ein Überraschungspaket für mich bereit. Statt 13:37 Uhr fuhr die Bahn bereits um 13:00 Uhr ab. Ohne mich. Im Reisezentrum belehrte man mich, dass doch Bauarbeiten stattfinden und man das im Internet nachlesen könne. Aha. Auf meine Frage, warum die DB-Navigator-App meinen Zug immer noch als „pünktlich“ darstelle, antwortete die Dame am Schalter, dass man das wohl noch nicht aktualisiert hatte. Korrekt. Ich nehme mir vor, das Bahnfahren noch etwas mehr zu üben.

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Der Chinese nahe dem Hotel empfängt uns mit 100 Prozent Chinesischen Genen und  herzhaft fränkischem Dialekt. Als 10 Minuten später eine Chinesische Reisegruppe an der Tafel neben uns platziert wird, entschuldigt er sich schon einmal vorab. Es wird laut werden, aber nur ein halbe Stunde dauern. Und so soll es dann auch sein. Nach 30 Minuten ist der Spuk vorbei. Die Tafel war mit einer großen Einweg-Tischdecke geschmückt, die in Windeseile zusammengerollt und entsorgt wurde. „Nu‘ herrscht wieder Ruh“, sagt der Chinese

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Zum Ende der Höllentour … ähm Höhlentour… laufen wir etwas durch den Ort Hirschbach zurück zum Parkplatz. Dass die Franken gerne deftig essen und auch gern ein Schnäpchsen trinken, ist ja allseits bekannt. Dass sie damit jedoch so offen und ehrlich umgehen, überraschte mich dann trotzdem.

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Also liebe Leser, viele Grüße aus Franken, die nächste Postkarte folgt in Kürze…

Frühere Postkarten mit mehr CO2 gibt es hier: Postkarten-Sammlung

 

17) Postkarte No 3 aus Goa

Indien, in unserem Fall Goa, bietet so viele Eindrücke, dass ich noch genug Stoff für eine dritte Postkarte von hier habe.

Von Strandbars:

Strandbars gibt es hier alle paar Meter. Die meisten sind „sehr einfach“. Wir konnten ein paar von ihnen für Lunch und Dinner ausprobieren. Das Essen war immer lecker. Es gab viel Fisch, Goan food, Indische Klassiker, aber auch Chinesisch und ein paar Internationale Klassiker wie Pommes oder Pasta. Die Kids haben auch immer etwas gefunden. Wir haben alles gut vertragen, die Reise-Apotheke mussten wir nicht einmal anfassen. Am Mittwoch konnten wir ein interessantes Ritual beobachten. In der Nachbar-Kneipe begann man kurz nach 18:00, die Korbstühle von der Terrasse zu tragen und mitten auf dem Strand zu stellen. Alle anderen Bars zogen nach, bald gab es in den Bars kaum noch Stühle und Tische. Der Grund wurde schnell klar. Erstens gibt es keine Sitzgelegenheiten im Sand, zweitens sind die Sonnen-Untergänge schön anzusehen, drittens sind sie noch viel schöner mit einem kühlen Getränk in der Hand. Da lässt sich doch etwas Business generieren.

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Von der Straße:

Der Verkehr in Goa ist typisch Indisch, wenn auch nicht ganz so stressig wie in den Großstädten. Unser Driver fährt schon seit 20 Jahren und geniesst das „slow live“ hier, gute Voraussetzungen für eine Fahrt mit ihm über Land. Zeitweise fährt ein Pritschenwagen mit der Aufschrift „On Election Duty“ vor uns. Ich frage den Driver, er verrät mir, dass die EVMs (Wahlmaschinen) wieder aus den Wahl-Lokalen eingesammelt werden. Die Wahlen waren „peaceful“ und manche Wahlbezirke erreichten stolze 80% Wahlbeteiligung. Respekt! Kurze Zeit später folgt der nächste Pritschenwagen voll beladen mit Gas-Flaschen. Gesichert nur durch Schwerkraft und vier Hände.

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Von Terror:

Kaum in Old Goa aus dem Taxi ausgestiegen, marschieren wir direkt auf die Basilika Bom Jesus (erbaut um 1600) zu . Auf meinem Rücken haben ich einen kleinen Rucksack mit Getränken und Sonnenschutz. Eine Sicherheitsmann stoppt uns und informiert, dass Rücksäcke nicht erlaubt sind. Auf meine Frage, wo ich den denn abgeben könne, wirkt er ratlos. Als hätten sie bei der Angelegenheit wenig Erfahrung. Ein anderer Mann springt zur Erklärung ein. „There was a terrorist attack in Sri Lanka“. Natürlich. Auf Menschen in Kirchen und Hotels. Das haben wir hier auch mitbekommen. Natürlich denkt man auch drüber nach, wie schnell man selber davon betroffen sein kann. Besonders in solch symbolträchtigen Gebäuden. Aber genau das wollen diese Idioten ja erreichen. Nein, nicht mit uns! Wir gehen da jetzt rein und schauen uns das an!

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Von Stadt und Land:

Viele Häuser in den Orten sind extrem bunt angemalt. Drumherum ist alles grün, die sind Palmen hochgewachsen.

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Zwischen den Orten werden die Flächen bewirtschaftet. Links und rechts der Straße gibt es z.B. Reis-Felder, Salinen und Wasserbüffel.

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Aber auch die Straße selber wird genutzt. Shrimps liegen am Straßenrand und sollen trocknen. Und auch die Fischer-Netze liegen hunderte Meter lang auf der Straße verteilt und braten in der Sonne.

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Von Menschen:

Etwas skurril ist der Anblick der Menschen am Strand. Zwischen den Orten kann man sehr allein sein, an den Orten wird es voller. Vergleichbar mit unseren Stränden in der Heimat. Allerdings „liegt“ man bei uns eher oder man „schwimmt“ halt. In Goa ist das anders. Da „steht“ man. Wir erklären uns das mit fehlenden Strandkörben und hohem Nichtschwimmer-Anteil. Viele haben Smart Phones in der Hand und posen aufwändig für die Selfies. Auch unsere Gesichter befinden sich mittlerweile auf unzähligen Indischen Selfies. Mit heller Haut und blonden Haaren sind wir hier die Exoten und gut gebuchte Foto-Motive. Immer höflich und nett angefragt, wissen wir nun, wie sich Promi‘s fühlen müssen.

In der Lobby des Hotels betreibt eine Inderin einen Travel-Office. Sie vermittelt Ausflüge und Taxi-Fahrten an lokale Kleinunternehmer. Natürlich ist das etwas teuer, aber für den Tisch muss sie Miete an das Hotel bezahlen und sie will ja auch noch von etwas leben. Sie hat ihr Netzwerk, kümmert sich um alles und auch die Zahlungsabwicklung läuft über sie. Wir nehmen ihren Dienst gern in Anspruch. Außerdem gibt es wieder Gelegenheit zum quatschen. Ihre Tochter ist 12 Jahre alt und ein Ass in fortgeschrittener Mathematik. Sie kann gigantische Summen mit einem Abakus ausrechnen, ein normaler Taschen-Rechner kann das gar nicht. Zunächst hat sie den nationalen Wettbewerb in Chennai gewonnen und durfte Indien dann noch auf einem Internationalen Event in Malaysia vertreten.

Wir stehen vor der Basilika Bom Jesus und ich mache ein paar Selfies. Ein Inder neben uns macht auch Fotos und bietet sich an, uns zu fotografieren. Wir kommen ins Gespräch, seine Frau und Tochter kommen auch dazu, schnell ergibt sich ein netter Plausch. Er arbeitet in Delhis Süden, in Gurgaon, und zwar bei einer deutschen Firma. Na da werde ich doch hellhörig und siehe da, er arbeitet für den gleichen Laden wie ich! Sofort bequatschen wir, was wir so tun und was uns hertreibt. Er arbeitet gerade an einem Projekt, was ihm eine Dienstreise nach Deutschland ermöglichen könnte. Wir tauschen unsere Daten aus und verabreden uns lose.

So Leute, das war‘s, ich melde mich wieder aus Berlin! Ich hoffe es hat gefallen, Likes und Kommentare wie immer gern gesehen… 🙏🏻

 

Und hier noch eine Zugabe der Mini-Blogger:

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Frühere Postkarten aus Indien:

16) Postkarte No 2 aus Goa

Bevor uns der Alltag zurück nach Deutschland befehlt, bleibt noch Zeit für eine zweite Postkarte aus den Tropen.

Von Strand und Sonne:

Wie schon geschrieben, ist der Strand bei Colva sehr breit, flach und sauber. Es gibt Ebbe und Flut, aber moderat. Wasser ist immer zu haben. Es ist warm und salzig, man könnte Nudeln drin kochen. Ich mag es kaum schreiben, aber für mich könnte es glatt etwas kühler sein. In Sand und Wasser gibt es kaum Steine und Muscheln. Man kann also problemlos barfuß ins Wasser gehen. In regelmäßigen Abständen gibt es sogar Life Guards! Die Sonne brennt aber ohne Pause, zwei russischen Pärchen sehen bereits aus wie vier Hummer auf einer Fischplatte. Eincremen muss sein und Badeshirts (auch für Erwachsene) kann ich nur empfehlen! Da die meisten Inder eh alle bekleidet ins Wasser gehen, fällt man damit kaum auf.

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Von Henna und Tattoo:

Meine Tochter wünscht sich so sehr ein Henna Tattoo. Sie ist etwas überfordert wegen all den Motiven, Styles und Farben. Eine junge Frau vor einem der Tattoo-Shops nimmt sich uns an und bringt uns in ihr Studio. Zusammen starten wir Google und wählen ein Muster aus. Ich bin für anderthalb Stunden auf einen Plastikstuhl gefesselt und übe mich in Entschleunigung. Meine Blicke wandern über all die Tattoo-Motive, die an den Wänden hängen. Da gibt es Religiöses, Sportliches, Phantastisches und Tierisches. Oder bei Bedarf kann es auch ein hübscher Reichsadler auf einem Haken-Kreuz sein. Am besten mitten auf die Stirn tätowiert, damit alle sehen wie doof man ist.

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Von Flora und Fauna:

Goa ist sehr grün, an der Küste stehen überall Palmen, Mango-Bäume und Büsche mit Blüten in allen Farben. Ab und zu macht es auf dem Hotel-Gelände „Plumps“, dann hat sich eine Mango todesmutig in die Tiefe gestürzt. Die Kokos-Nüsse über meiner Pool-Liege beobachte ich skeptisch. Wenn mir davon eine auf den Kopf fällt, ist Schluss mit der Bloggerei.

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Ansonsten gibt es viele frei laufende Hunde und Katzen, eine morgendliche Begegnung mit einer Kakerlake hatte ich erstaunlicherweise noch nicht und auch die Geckos scheinen einen anderen Platz zum Leben gefunden zu haben. Allerdings landete ein sehr großes Insekt (Zikade?) mitten auf unserem Abend-Tisch. Das Gekreische war groß und ich musste zu drastischen Mitteln greifen. Zum Glück war kein Jain in der Nähe. Das größte Tier, was wir zu sehen bekommen haben, war ein Büffel bei der Wäsche.

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Von Menschen:

Am Pool komme ich mit einem Indischen Papa ins Gespräch. Eigentlich aus Mumbai, lebt die Familie nun in Bengaluru. Geld verdienen, was sonst. Er ist in Sachen IT unterwegs, ich auch, außerdem war ich auch schon in Bengaluru. Also haben wir gleich genug Gesprächsstoff.  Früher lebte er mal ein paar Jahre in London und konnte auf diese Weise auch andere Europäische Städte besuchen. Am liebsten will die Familie mal in die USA, da dort auch andere Verwandte in Dallas leben.

Das Mädel aus dem Tattoo-Studio arbeitet mit ihren zwei Brüdern nur für die Saison hier. Eigentlich kommt die Familie aus Rajasthan. Zu Hause hat sie noch 7 (!) Schwestern. Diesmal darf sie zum ersten Mal bei den Wahlen teilnehmen, beim letzten Mal fehlte ihr eine ID-Card, die man zum Wählen benötigt. Sie geht auf jeden Fall wählen. Sie hat sich für die Kongress-Partei entschieden, gegen die regierende B.J.P. von Modi. Weit weg von ihrer Heimat, kann sie auch aus Goa wählen. Mag man über Wahlmaschinen denken, was man will, immerhin wird der Zugang zur Demokratie erleichtert. Briefwahl kann man in Indien vermutlich vergessen.

Ich bin am Tresen und zahle unser Abendessen. Ein alter Inder nähert sich unserem Tisch und spricht meine Family an. Ich stoße dazu. Er behauptet, Deutsch und  noch viele andere Sprachen zu beherrschen. Zunächst vermute ich nur die üblichen Touri-Worte wie „Bayern München“, „Merkel“ oder Oktoberfest“, aber nein er spricht wirklich Deutsch. Er kennt Berlin-Lichtenberg, weiß dass Kreuzberger Tage kurz und Kreuzberger Nächte lang sind und dass Berlin seit ca 30 die Hauptstadt Berlins ist. Ui Ui, da muss ich selbst schnell grübeln.  Er bietet uns eine private Kochshow bei sich im Haus oder einen Rundgang durch die Natur an. Beides passt aber nicht in unsere Vorstellung, aber er sammle deutsche Münzen. Na da lässt sich doch bestimmt was machen … 

Frühere Postkarten aus Indien:

15) Postkarte No 1 aus Goa

Dieses Ostern 2019 verbringen wir in Goa. Zeit für eine erste Postkarte, die wie immer, auch Nachdenkliches und Skurriles enthält.

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Von Ostern:

Goa ist kein Ort, um Schoko-Eier zu verstecken. Durch seine christliche Prägung, feiert man in Goa aber durchaus Ostern. Und zwar ausgelassen. Das Personal hat das Gelände des Hotels mit bunt bemalten Eiern geschmückt, im Schatten des Gartens gibt es ein Buffet, ein DJ wurde angeheuert und beschallt den Pool. Für meinen Geschmack zu laut, aber Inder mögen es nun mal bunt und laut. WLAN gibt es seit heute morgen nicht mehr. Wir spekulieren, dass der DJ die komplette Bandbreite für sich beansprucht.

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Von Dry Days:

An der Pool-Bar stehen Schnapsflaschen. Mal sehen wie lange noch. Ab heute Abend beginnen die „Dry Days“ in Goa. Die Bevölkerung Goas wird am Dienstag zu den Wahlurnen gerufen, da will man die erhitzten Gemüter besonnen halten. Wer nicht vertrocknen will, deckt sich vorher ein oder verlässt sich einfach auf den Indischen Geschäftssinn. Der Chef einer Strandbar hier um die Ecke wirbt trotzdem für einen Besuch, bei Bedarf gibt’s Cola mit Rum, steckt er mir. Das fällt nicht so auf.

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Von weißen Stränden:

Der Strand ist sauber, zumindest hier in Colva. Überraschend sauber. Sauberer als in Südwest-Europa. Sehr wenig Müll, keine Scherben, kein Viehzeug was man sich eintreten kann, beisst oder sticht. Ab und zu streunende Hund, viel weniger Händler als gedacht und alle paar Meter kommt eine kleine Strandbar. Dort gibt es Cola, Limca, Wasser und ein großes Kingfisher für sehr kleines Geld.

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Von Russen:

Hauptsprachen hier in Goa sind English, Konkani, Marathi. Wenig Hindi. Dafür aber Russisch, so scheint es. Viele der Schilder sind in Englisch und Russisch beschrieben. Ein Klamottenhändler um die Ecke, begrüßt mich jedes mal mit „Smatriii“, was so viel wie „schau mal“ auf Russisch heisst. Für die paar Getränke heute, soll ich „Vosem Desyat“, also achtzig Rupien zahlen. Hätte nicht gedacht, dass mir mein Schul-Russisch in Indien nützt.

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Von Plastik und Planen:

Die weißen Strände sind wirklich schön anzusehen, sollen aber bitte nicht davon ablenken, dass Indien ein massives Müll-Problem hat. Dazu muss man den Strand nur 100 Meter in Richtung Land verlassen. Das ist auch nicht wirklich neu, jeder weiß das oder hat schon mal davon gehört. Vor vielen Jahren aber, war das eher noch eher „natürlicher Müll“. Also Zeug, was zwar zum Himmel stank, aber irgendwann mal noch verrotten konnte. Kein Entsorgungssystem und fehlende öffentlich Toiletten waren das Problem. Heute gibt es durchaus eine Art Müllabfuhr und begehbare Klos. Es stinkt nun nicht mehr so wie früher, dafür liegt Plastik überall. Man kann sich überlegen, was besser ist. Wer soll das nur jemals wieder wegräumen?? Und die nächste Seuche wird sichtbar, blaue Plastik-Planen an vielen Stellen. Was vor Jahren noch das gute alte Wellblech war, ist heute die 4x4m-Plane Modell OBI, TOOM, BAUHAUS

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Von Menschen:

Wie immer in Indien, ist das gesellschaftliche Spektrum auch hier sehr breit. Manche Einwohner versuchen, mit Klamotten und Früchten am Straßenrand über die Runden zu kommen. Manch einer kommt von weit weg zum Arbeiten hierher. Andere nur kurz für einen Urlaub. Ritchie hat eigentlich Blut von den Seychellen seinen Adern, ist in Bahrain aufgewachsen und managed nun die Pool-Bar. Er ist sehr glücklich damit und möchte nicht in einem Moloch wie Delhi arbeiten. Zu laut, zu voll, zu schmutzig, sagt er. Der Chef von der Boomerang-Strandbar sieht aus wie eine Mischung aus Harry Belafonte und Dwayne Johnson. Er lebt eigentlich in Holland und kommt zum „Arbeiten und Leben“ hier nach Goa. Gut gestellte Indische Familien aus den Großstädten machen hier Urlaub. Genießen das Wasser, die saubere Luft und den liberalen Lebensstil hier. Und manch Tourist aus dem Ausland … nun was soll ich sagen … ihr wisst ja was ich meine … seht einfach selbst 😉

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Frühere Postkarten aus Indien: