62) Herr Kollege Fliege

Trotz all der großen Themen aktuell, muss auch mal wieder ein kleines Thema her. Wenn auch wirklich ein sehr kleines.

Kaum verpasst man seinem Homeoffice mit einem Apfel oder einer Banane einen gesünderen Eindruck, kann man mit Sicherheit ungebetene Kollegen erwarten. Obstfliegen.

Das sind die nervigsten Homeoffice-Kollegen, die man sich vorstellen kann:

  1. Da hocken sie den ganzen Tag an der Wand, glotzen blöd und tun überhaupt nichts. Das bringt mich auf die Palme. Aber immerhin labern die kein blödes Zeug und trinken den guten Kaffee weg, wie so manche Human-Kollegen.
  2. Die fliegen auch in Zimmer wo gar kein Obst oder Getränk steht. Was wollen die da? Nur mal gucken oder was? Sind das vielleicht kleine Drohnen, die unsere Wohnung ausspionieren?
  3. Ja und voll die Teamsprenger sind das, oder? Überhaupt nicht sozialisiert sitzen sie immer irgendwo allein herum und sagen einfach … nichts. Voll öde. Wo soll man da mit einem Gespräch ansetzen?
  4. Und wie eitel die sind. Am liebsten fliegen die zu den Spiegelschränken im Bad und schauen sich den ganzen Tag selbstverliebt in die eigenen Augen. Wenn ich mich dann mal anschauen mag, fliegen sie herablassend zur Seite, kehren aber gleich wieder auf den Spiegel zurück.
  5. Einzig bei ihrem Stoffwechsel können sie wirklich beachtliche Dinge. Sie können gegen die Schwerkraft ihren Darm … oder was auch immer … an der Zimmerdecke entleeren, ohne dass ihnen ihr Dreck selber in den Schoß fällt. Respekt. Aber es reicht ja, wenn ihr euer Können nur EINMAL demonstriert ihr Angeber!

Welche Aufgabe haben sie im Gesamtgefüge? Wozu sind die Biester gut?

 

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61) Forum Nervum

Irgendwie fehlt mir heute der Antrieb für die großen Themen der Zeit. Also komme ich mal wieder auf die nervenden Kleinigkeiten des Alltags zurück. Diese Kategorie hier auf’m Blog ist in den letzten Wochen etwas zu kurz gekommen.

Das Internet kann Fluch und Segen sein. Heute beginne ich kurz mit einem Segen, aber der Fluch lässt nicht lang auf sich warten.

Brauche ich mal ein praktischen Rat oder eine technisch Hilfestellung, ist die große Video-Plattform eine gute Wahl. Wie stelle eine Fahrradschaltung ein? Wie zieht man eine Silikon-Fuge? Was tun bei einem platten Reifen? Großartig, die kurzen Videos möchte ich nicht missen.

Aber wehe man landet in einem Internet-Forum, in dem Menschen miteinander kommunizieren. Da beginnt dann schnell mein Fluchen. Verstehen sich zum Beispiel der Fernseher und Receiver nicht so recht und man hat großes Glück, findet man im Netz einen anderen Leidensgenossen. „Ich will meinen Panasonic-TV ABC-0815 über HDMI-ARC an den Teufel-Receiver 4711-XYZ anschließen, aber es kommt kein Ton an.“ steht dort. Mein Herz macht Freudensprünge, der hat das gleiche Problem wie ich und bestimmt auch die Lösung. Denkste.

Denn meistens liest man dann folgendes:

  1. Der Moderator: Bevor du die Frage stellst, schau doch erst mal im Forum nach. 🧐
  2. Der Schlaumeier: Also ich habe mir ja den Teufel 9876-UVW gekauft, da läuft alles bestens. 💪
  3. Der Granatwerfer: Probiere ein Reset und dann mach mal ein Firmware-Update. 💣
  4. Der Ingenieur: Löse alle Schrauben, nimm einen Spannungsmesser und prüfe an der MNO-Platine ob hinter dem Widerstands-Modul H noch ein Signal ankommt.🔧
  5. Der Weltretter: Also ich habe seit Jahren schon keinen Fernseher mehr, ich lese nur noch. 🦄

Oaaaaahh …. nerv. 😡

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60) Auto-Innenreinigung

Da ich noch die Ehre habe, dass Innere der Familienkutsche selber reinigen zu dürfen, läuft dieses Spektakel jedes Mal ähnlich ab.

Zunächst muss ich Dampf ablassen:

  • Haben diese Auto-Designer eigentlich selber Kinder? Und waren sie jemals mit ihnen auf der Autobahn? Oder am Meer, oder im Wald unterwegs? Wie kann man sich nur so eine dämliche Innenausstattung ausdenken? Ich meine Teppiche am Boden! Polster auf den Sitzen!
  • Und wenn sie Kinder haben, verdienen vermutlich soviel Schotter, dass sie ihr Auto ständig zur Innenreinigung weggeben können? Oder kriegen sie einfach alle 6 Monate eine neue Karre gestellt und die verdreckte Schüssel wird nach Afrika verschifft?
  • Und wer hat eigentlich den Kindern erlaubt, hinten Salzstangen zu knabbern, Schokolade zu essen oder Kaugummi zu kauen? Und die ganzen Ü-Eier? Und die Fußballkarten? Wo kommen die her? Vorsicht, das könnte nach hinten losgehen 😉

Nachdem diese Schuldfragen nun angesprochen sind, folgen dann die etwas konstruktiveren Überlegungen:

  • Warum müssen Autos mit Teppich ausgelegt sein? Kann man die Bodenplatte nicht fliesen, mit Laminat auslegen? Oder eine Auffangeinrichtung wie beim Toaster vorsehen, die man rausziehen kann. Oder die Karosserie gleich auf ein Rost montieren? So könnten die Krümel durchfallen und man könnte mit einem Hochdruck-Reiniger ran.
  • Warum bauen sie allmöglichen High-Tech Schnick Schnack in die Karren rein, so dass es permanent piept und gongt? Aber sie kriegen es seit Beginn der seriellen Autofertigung nicht gebacken, mit dem Dreck der Reisenden umzugehen.
  • Warum gibt‘s Saug- und Wischroboter, Fenster-Putzgeräte für den Haushalt, aber nicht fürs Auto? Wieso sind manch andere Automaten im Auto sogar schon wieder ausgestorben (man denke an CD-Wechsler) und wir krauchen immer noch kopfüber unter die Polster und fluchen über die zu breite Staubsauger-Düse!

Liebe Auto-Industrie, bevor ihr euch an den selbstfahrenden Autos die Zähne ausbeißt, löst doch bitte erst einmal dieses Problem. Oder glaubt ihr etwa ich putze das Auto, während es autonom über die Autobahn fliegt?

Andere Nervigkeiten zum Thema Auto:

 

58) Zeitung

Ich mag den Geruch von Zeitung. Warum eigentlich? Ist es die Druckerschwärze? Sind es die Erinnerungen an die Zeit, in der ich für ein paar Mark das Berliner Abendblatt in hunderten Briefkästen verteilte? Egal. Soll ja auch nur eine Einleitung sein.

Am Wochenende gönne ich mir gern so ein Old School Raschel-Werk, oft komme ich aber erst am Sonntag dazu, einen Blick hineinzuwerfen, auch wenn die Nachrichten damit den Stand von Freitag Nachmittag haben. Hübsch gefaltet liegt der Papierstapel nun vor mir. Jeder mag so seine eigene Lesestrategie haben. Manche blättern von vorn nach hinten, manche von hinten nach vorn, andere suchen erst einmal die Bianca in der Mitte und entscheiden dann, wie es weiter geht.

Ich demontiere meine Zeitung …

  • Als erstes entnehme ich den Immobilien-Teil. Den kriegen die Kinder sofort als Mal-Unterlage. Mir bringt der nichts, weil wir glücklicherweise ein Dach über dem Kopf haben, weil mich nicht interessiert ob in Spandau 50 Town-Houses hochgezogen werden, weil ich den grinsenden Immo-Makler mit Fiffi auf Arm und Kopf schon Millionen Male gesehen habe.
  • Die große Theater-und Bühnen-Beilage für die nächsten sechs Monate kriegen die Kids gleich noch mit dazu. Das Bunt-Papier von Teppichland, Küchenstudio und Polsterwelt fliegt sofort in die Altpapier-Kiste. Schade um‘s Papier und die Farbe. Wieviele dieser Beilagen werden nicht einmal „aufgefaltet“, sondern landen direkt wieder in der blauen Tonne? Muss das für den Designer nicht super-frustrierend sein?
  • Der Berlin-Teil scheint mir da ganz interessant, jedoch ist auch die Hälfte des Abschnitts mit dem Fernsehprogramm bedruckt, zusätzlich eingerahmt von gigantischen „#wirbleibenzuhause“ oder „#berlinengegencorona“-Initiativen der Bundes-und Landesregierung. Reflexartig forme ich mit den Armen ein Spitzdach über meinem Kopf. Mit dem Feuilleton konnte ich noch nie etwas anfangen. Vielleicht noch eine Mal-Unterlage für die Kids?
  • Der Service-Teil ist heute nicht so der Knaller. Reisen in Corona-Zeiten, Fremdsprachen in Corona-Zeiten, Homeoffice-Ausstattung in Corona-Zeiten, Autofahren in Corona-Zeiten, …. ich kann es nicht mehr hören. Dann noch eine Anzeige des Job-Centers. Die sind für mich da. Und gemeinsam schaffen wir das! Aber deren „Liegenschaften“ sind geschlossen, ich solle den eService nutzen. Verstanden. Zu guter Letzt der Börsenteil (Aktien sind doof) und  das Kreuzworträtsel (sollte ich jemals dafür Zeit haben). Nein, Danke. Mal-Unterlage!
  • Und weiter gehts mit Europa-Wetter (brauche ich nicht, is‘ ja von Freitag und Reisen darf ich eh nicht), Traueranzeigen (da kenne ich zum Glück keinen), Fußball in Corona-Zeiten (der Ball ruht … was sonst). Auch Mal-Unterlage. Drei Viertel der Zeitung habe ich nun bereits zur Mal-Unterlage erklärt. Können die Kinder überhaupt jemals so viel malen?

Aber es gibt Hoffnung: Kolumnen, Essays, Leserbriefe und das Magazin liegen noch vor mir. Das Beste zum Schluss. Eigenartig oder? Wie so‘n Blog. Riecht nur besser 😉

57) Gib mir den Rest

Bei all dem aktuellen Geschehen um uns herum, kommen die kleinen Widrigkeiten des Alltags zu kurz. Es muss mal wieder sein. Viren, Krankheiten, Konflikte, Öl-Preise, Finanzmärkte und unser Klima haben mal zwei Minuten Pause.

Stattdessen?

Wenn Lebens-oder Verbrauchsmittel verpackt sind, lassen sie sich eigentlich ganz gut befreien, wenn man sie gießen, schütten, schneiden oder stückweise packen kann. Doof wird‘s, wenn sie als Paste, Gel und Creme in Tuben vertrieben werden. Noch doofer, wenn man geneigt ist, auch noch den letzten Rest herauszubekommen.

Jeder hat da so seine eigene Tuben-Technik entwickelt, oder?

  • So manch einer quetscht die Tube mit der vollen Pfaust. Das wirkt irgendwie infantil, herzlos und brutal.
  • Andere drücken nur das obere Drittel der Tube. Dort ist dann aber bald nichts mehr drin, also muss weiterer Nachschub von unten hochmassiert werden.
  • Echte Verwertungsprofis und Sparfüchse „rollen“ den Inhalt von unten nach oben heraus. Um so enger gewickelt um so besser. Vom Business Case her betrachtet ist das sicher gut, aber man muss aufpassen, dass sich daraus kein Spleen entwickelt 😉

Richtig spannend wird dann das Tuben-Finale:

Denn egal, wie man sich durchs Material arbeitet, es wird ein Rest oben im Kopf der Tube verbleiben. Da hilft’s auch nicht, wenn man die Tube auf den Kopf stellt, schon gar nicht auf den eigenen. Bei Tuben-Köpfen aus Weichplastik (z.B. Zahnpasta) geht das noch ganz gut. Es gibt sie aber auch aus Hartplastik (z.B. Haar-Gel) oder aus Alu (z.B. Tomatenmark) und da kann ich man schon mal schlechte Laune bekommen.

Denn, drückt man dann mit kräftigem Daumen auf den verkannteten Tuben-Kopf, folgt eine Indoor-Eruption die ihresgleichen sucht. Da fliegt das Haar-Gel aufs frisch gebügelte Hemd und die Tomate verteilt sich in der halben Küche. Da kommt Freude auf.

Und so polarisiert die Tube weiterhin. Man kann sie mögen oder hassen. Genauso wie Tuberkulose oder YouTube … was für ein Wortspiel.

PS: sollten Markennamen auf dem Foto erkennbar sein, ist das nicht meine Absicht, sondern Zufall, ich stehe bei denen nicht auf der Gehaltsliste.

So, und jetzt können wir wieder Nachrichten hören.

56) Bratwurst

Die große Weltpolitik? Zu kompliziert.
Unser Klima? Wichtig, aber heute mal nicht.
Digitalisierung? Die kommt so oder so , auch wenn wir hier nicht drüber reden.

Wir sollten mal wieder über die kleinen Dinge des Lebens reden.

Zum Beispiel über die Bratwurst:

  • Da denke ich spontan an die zu kurze Variante aus dem Fränkischen, dann an die (zumindest für mich) normale Länge aus der Thüringer Ecke und dann noch an die 1/2 Meter-Exemplare von den Weihnachtsmärkten.
  • Im schlimmsten Fall schwimmen die Dinger schon länger in der Fettwanne einer Imbiss-Bude, so „la la“ dagegen sind die Kreationen die auf Gas-Grills umher rollen, am besten aber doch die vom Schwenk-Grill oder?
  • Manchmal ist der deutsche Döner so blass wie eine Wasserleiche, manchmal glaubt man, das Wurstgebilde wurde aus einem Braunkohle-Tagebau abgebaut. Am besten sind sie jedoch gut gebräunt und leicht angeschnitten würde ich sagen.
  • Der erste Konflikt droht, wenn der Grill-Meister die Wurst zwischen zwei pappigen Toastbrot-Hälften reicht. Das DIN-0815-Brötchen aus dem Plastik-Sack der Backfabrik dagegen macht nur unnötig satt. Der Hauptgewinn ist ein Brötchen, was man nicht jeden Tag sieht und im Premium-Falle sogar etwas angewärmt ist.

Über all das kann man trefflich streiten, man kann unterschiedliche Vorlieben haben und irgendwie kommt man mit dem Ergebnis klar.

  • Was nun aber gar nicht geht ist, wenn das Grill-Personal den Senf dosiert! Wenn sie ein spärliche Senf-Spur auf die Wurst kringeln, damit es nach mehr aussieht. Das ist ein No Go und solche Buden gehören boykottiert! Stellt die Senf-Eimer endlich auf die Theke, das gehört zu den Menschenrechten!!

Mhm … aber welchen Senf eigentlich …? Das ist ein Thema für sich 😉

<— Weitere Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial

68) Handy-Zombies

Habe ich nicht erst vor einem Jahr über all die Handy-Nacken geschrieben, die man im Alltag antrifft? Mir Gedanken gemacht, was man wohl alles für Apps erfinden könnte? Ja, habe ich und zwar hier —> Handy-Nacken und Ampelmann (lesenwert wie ich finde 😉

Aber nun, ein Jahr später, sind wir bereits ein Level weiter:

Mir fällt zunehmend auf, dass am Sonntag immer mehr Menschen im Stadtpark unterwegs sind, die nur noch auf ihre Handys glotzen. Nein, ich meine nicht einzelne Geo-Caching-Daddies im Wolfskin-Parker, die mit ihren Kids ein   Abenteuer in der Großstadt erleben wollen. Ich meine mehrere Dutzend Menschen, locker an die Hundert, die allesamt irgendwie dort „abgesetzt“ wirken, um etwas zu suchen. Mit dem Handy. Sie laufen zu zweit als Pärchen oder im Trupp mit anderen, glotzen aufs Display und brabbeln kurze Kommandos. Manche haben zwei Geräte in der Hand. Was machen die da?

  • Ist es eine Art Schnitzeljagd, ein Flash Mob, ein Gruppen-Geo-Caching, eine Partner-Vermittlung oder gar ein Swinger-Club auf Exkursion?
  • Und warum gehen die in den Park? Sie schauen doch eh nur auf ihr Handy. Würden sie ihren Event in einer Tiefgarage oder Lagerhalle abhalten, käme es aufs Gleiche raus.
  • Sind die auf Rezept hier? Manche sehen so aus, als hätte man ihnen Tageslicht und regelmäßige Bewegung per Rezept verordnet.
  • Werden unter den Wegen bald Induktionsspulen verlegt, damit die Gäste permanent ihre Telefone aufladen können?
  • Und was ist mit den Laternen und Mülltonnen, werden die demnächst mit Gummi verkleidet, damit diese Entdecker nicht dagegen laufen und sich verletzen?
  • Und wenn ich doch nur in der Lage wäre, Push Nachrichten an alle diese Freaks zu schreiben? Das wäre lustig. „Fassen sie ihrem Gegenüber an die Nase und drehen sie mal kräftig dran“.

Ich erwarte jeden Moment Michael Jackson aus der Hecke springen zu sehen, wie ihr zu Thriller einleitet und die Zombies zum Gleichschritt animiert. Aber das war wohl nur so ein Flashback aus alten (…analogen) Zeiten.

Ach Michael, wenn du wüsstest was hier abgeht …

 

53) Mittelplatz

Einen Mittelplatz im Flugzeug? Den kann man lieben oder hassen. Je nach dem, ob man ihn leer neben sich oder unter sich hat.

Bekommt man solch einen Mittelplatz neben sich zur freien Verfügung, ist das großartig. Es schafft Distanz zum nächsten Sitznachbar und man kann ganz wunderbar seinen Krempel auf der Sitzfläche verteilen. Buch, Müsli-Riegel, Schreibzeug, Handy. Super.

Wurde aber der eigene Hintern so einem Mittelplatz zugewiesen, kann man sich schnell fühlen, wie ein Burger-Bratling zwischen zwei pappigen Brötchenhälften. Ohne Gurke, ohne Sauce. Käse auch nicht.

  • Während der linke Nachbar seinen Leib in den Gang hängen und der rechte Nachbar an die kalte Fensterfront schmiegen kann, bleibt dem Loser in der Mitte nur die erschöpfende, kerzengerade Sitzposition. Aufrecht, mit Blick nach vorn.
  • Zunehmend unangenehm wird es, wenn die Nachbarn ihre Unterarme flächig auf den Armlehnen verteilten, so dass man nicht einmal mehr mit den Musikantenknochen eine minimale Auflagefläche findet.
  • Dann kann man eigentlich nur noch die Arme verschränken und auf baldige Landung hoffen. Oder auf die schwache Blase der Nachbarn, welche die Chance auf Rückeroberung der Armlehne erhöht. Dann sollte man aber sicher sein, nicht selbst bald aufs Bord-Klo zu müssen.
  • Die nächste Verschärfung der Situation entsteht, wenn Sitznachbarn übermäßig breitbeinig sitzen oder deren Oberschenkel im Schlaf erschlaffen und dann zu mir in meinen Fußraum kippen. Oaaah nee! Dann schaltet der kleine Asberger in mir sofort die rote Lampe an. Mach das weg!
  • Die absolute Krönung wäre sicher das Anlehnen eines schlafenden, schnarchenden, sabbernden Koloss, der den Abend zuvor beim Griechen war und mir nun mit offenem Mund auf die Schulter tropft. Trotz jahrelanger Flugerfahrung ist mir das noch nicht passiert, aber wenn das jemals geschehen sollte, mache ich ein Selfie von uns beiden Kuschelmonstern und poste es hier

Versprochen !

Nachtrag 18:16 Uhr. Habe meinen Platz eingenommen.
29E :-(

Frühere Beiträge aus der Kabine:

52) Lego im Fuß

Ich denke mal, die meisten von uns Jungs haben früher mit Lego oder ähnlichen Bausteinen gespielt, oder? Manche tun es heute noch. Versunken in der Kiste voller kleiner Steine, bunter Platten und den ganz beliebten Sonderteilen, die jeder zuerst haben wollte. Eine Welt für sich. „Flache Zweier“, „dicke Vierer“ und „glatte Achter“. Viele schöne Erinnerungen sind da in meinem Kopf vorhanden. Fliegende Wohn-Mobile, bunte Polizei-Autos und gigantische Traumhäuser, die niemand finanzieren könnte. Super kreativ, ganz ohne Bildschirm. Nichts zum Wischen. Völlig ohne Strom.

Heute kann mich das Plastik aber auch auf die Palme bringen:

  • Beim Kauf schlackert man mit den Ohren. Alter Schwede … äh Däne …, ist das teuer. So viel Geld für so wenig Plastik?
  • Beim Bau wird man gern zum Customer-Support erklärt, weil irgendetwas nicht zusammenpasst. „Papa, hier stimmt ´was nicht…“. Oh je. Zwanzig Seiten rückwärts in der Bauanleitung.
  • Beim Aufräumen verschwinden die Teile in der Kiste. Die Chance, dieses Teil in zweifacher Ausfertigung wiederzusehen, fällt in dem Moment auf Null.
  • Beim Staubsaugen, macht’s immer mal wieder „klick“ und „klack“. War das jetzt ein langweiliger „Einer“ oder irgendein ein besonderes Teil. Wie kriege ich das jetzt wieder aus dem Staubbeutel heraus?
  • Beim barfüßigen Marsch durch die nächtliche Wohnung kommt es dann zum Highlight. „Ahhhhh …. Autsch, verdammt nochmal! Wer zum Henker hat hier die Bausteine … ?“  Jeder, kann das fühlen.

Aber apropos Plastik. Wie is’n das jetzt mit der Umwelt? Haben wir da jetzt etwa Mikroplastik zu Hause? 😉

Photo: Abu Dhabi Airport