364) Corona-Lektionen 120 (Ende)

Oh mal wieder was zu Corona? Warum denn auf einmal? Also sicher nicht weil mich das Thema wieder besonders interessiert, es macht mich eher müde.

Eigentlich nur, weil ich die Reihe nach >Corona-Lektion 119 im Juni weder fortgesetzt, noch abgeschlossen habe. Und ich hasse Dinge, die nicht abgeschlossen sind und so unfertig umherdümpeln.

Also beende ich die Beitragsreihe heute, hier und jetzt. Vielleicht nehme ich sie irgendwann mal wieder auf, wenn ich es richtig finde, aber jetzt ist erst einmal Schluss.

Rückblickend ist da eine Menge Stoff zusammengekommen, ja es ist eine kleine Coronik … Chronik aus meinen Gedanken zum Umgang mit dem Virus und seiner buckligen Variantenschaft entstanden. Das Schreiben hat mir geholfen, meinen Kopf zu sortieren und war oft auch Ventil für Ereignisse, die mich beunruhigt oder geärgert haben.

Gedanken der letzten Wochen:

Abstand:
In den letzten Wochen gab es durchaus mal enge Situationen wo ich mir etwas hätte einfangen können, aber bislang hat’s mich nicht erwischt. Glaube ich zumindest. Klopf‘ auf Holz. Vier Dienstreisen habe ich heil überstanden, einige Hotelübernachtungen, Restaurantbesuche und ähnliches Zusammenkünfte mit anderen Menschen. Es ist nicht leicht Vorsicht walten zu lassen, wenn man nicht als dissozialer „Solitary Man“ abgestempelt werden will. Und ich kann ja auch nicht nur im Höhlen-Office sitzen, da drehe ich irgendwann durch. Ich muss raus, ich bin kein Cave-Man, dass habe ich in den letzten 2,5 Jahren gelernt.

Maske:
Sitze ich in Bus und Bahn sehe ich zunehmend blanke Gesichter, die nehme ich dann zwar war, will aber meine Energie nicht an ihnen verschwenden. Ich frage mich nur, wie wir die richtig dicken Bretter (Verzicht, Energie, Klima etc) bohren wollen, wenn wir uns an solch simplen Maßnahmen aufreiben. Aber ich glaube auch an das Gute im Menschen, es geschieht ja nicht immer mit Absicht. Gestern beispielsweise bin ich klitschnass in einen Erlanger Bus gehüpft, mit Schirm, Charme und ÖPNV-App und stellte dann nach drei Stationen fest, dass mich ein paar Fahrgäste mürrisch anschauten. Oh. Sorry. Mein verlegener Griff zur Maske. „Das ist nicht so, wie es vielleicht aussieht ;-)“

Rückblick:
Die erste Corona-Lektion ist hier am 13.03.2020 entstanden. In einer Zeit voller Unsicherheit und Ahnungslosigkeit. Niemand hatte einen substanziellen Schimmer davon, was da wohl noch alles auf uns zu kommen würde. Tja und dann kam eine Lektion nach der anderen, immer beginnend mit einem „Guten Morgen – Liebe Sorgen – Motiv“ aus dem Fenster. Es ging über die ersten „Lockdowns“, Home Schooling, bis hin zu Demonstrationen, gesellschaftlichen Spannungen und … ja auch schwarzer Humor war ab und zu dabei.

Hätte ich gewusst, dass sich soviel ansammelt, hätte ich eine eigene Kategorie vorgesehen, aber das nun im Nachhinein alles umfummeln … nöh … zu faul.

Wer es noch mal lesen mag, fängt am besten bei >Corona-Lektion 1 an und klickt sich dann durch. Die Beiträge sollten unten jeweils miteinander verlinkt sein. Wer sich eher nach Datum orientieren und „quer“lesen will, kann auch unten über die Rolle direkt einsteigen. Viel Spaß.

Also Schluss erst mal mit dem Format.

Hat (meistens) Spaß gemacht.
Blumen werden gereicht.
Nun Abspann bitte.

Buch & Regie: Icke
Fotos: Oooch Icke
Fehler: Wieder Icke
Recherche: Auge + Ohr
Umsetzung: Kopf+Finger
Mitwirkende: Bürger
Support: Ihr Leser mit euren Likes & Kommentaren
Danke

T.he End

Noch mal alle Beiträge der Reihe zum Drüberrollen:
—> Hier klicken (ggf ältere Beiträge nachladen)

363) Mit Zettel und Stift 9

Wird mal wieder Zeit das Handy von tollen Schnappschüssen aus der Schrift-und Druckkunst zu befreien. Diesmal sind sie dahingehend etwas „besonders“, weil sie doch vor dem Hintergrund der aktuellen Themen um uns herum, schon etwas bizarr wirken.

Also, los gehts:

Das hier habe ich im März in der Berliner U-Bahn (Bernauer Straße) „geschossen“, in einer Zeit in der die Menschen in Kiew in deren U-Bahnen gingen, um dort Zuflucht zu suchen.

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Dass ich es etwas daneben finde, wenn die Bundeswehr mit markigen Sprüchen auf Fahrzeugen des ÖPNV wirbt, habe ich ja in >Tram Camouflage schon geschrieben. Dieser Spruch ist nun irgendwie sehr kreativ und mindestens mal fünfdeutig. Trotzdem irgendwie daneben.

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Das folgende Bild stammt aus Mai 2022, einer Zeit, als die Corona-Regeln zögerlich gelockert wurden. Coronakonformes Festival, Keine Masken, Kein 3G …  na ick‘ weiß nich‘.

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Wenn die Zähne schief stehen, dann gehen die Erlanger gern … zu Doktor… ja … Dr. …

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Mietendeckelung, Wohnungsmangel überall. Fast überall. Nur in einem kleinen Land hinter den Bergen, bei den …

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Und hier wird auch eine prekäre Wohnung aufgelöst … schlimm diese >Armut überall. Ich könnte heulen.

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Und nun zum prima Klima. Mit 600 PS trägt der neue 7er „vorne auch die große Doppelniere“. Kein Wunder. Wenn du von so einem umgefahren wirst, dann können dir auch schon mal gut und gern beide Nieren flöten gehen. Soll passieren. Kannst‘de nix machen.

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Das hier ist auch lustig. Stammt aus‘m Mai. Viel Spaß beim Heizen, Filtern und Pumpen.

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Der Döner-Mann in Brandenburg sollte sich vielleicht mal langsam auf die WM in Qatar vorbereiten? Oder gibt‘s da nur Wiederholungen zum Salat?

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Wer hier schon länger folgt, der weiß durchaus, dass ich Reime mag. Also … aber nur …wenn es sich wirklich reimt.

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Neulich beim Auswärtsspiel des Juniors in Kreuzberg. Also bitte … wie kann man denn dieser Tage mit „Blatt-Gold“ so verschwenderisch umgehen.

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Und wenn man nach knapp 3 Jahren Homeoffice mal wieder ins Office nach München fährt und dann sieht immer noch dieselben pädagogischen Bedienungsanleitungen für‘s Klo … dann weiß ich … Deutschland ist stabil und beständig … uns wirft nix so schnell aus der Bahn.

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Das gibt Halt und Orientierung. Bloß gut 😉

<— Mit Zettel und Stift 8

72) Trümmer-Schule

Heute soll es mal wieder um Schuhbindung … ähm … Schulbildung gehen.

Warum diese bekloppte Einleitung?

Weil Details halt große Wirkung haben. Und weil es eben nicht nur darauf ankommt ob, wie und was man lernt, sondern auch wo. In welchem Lernumfeld also. Entweder in langwierig sanierten Schulgebäuden der >Premiumklasse oder ein paar Meter weiter in zwei baufälligen Schulen, die kurz davor sind, in die „Luhansk-Klasse“ aufgenommen zu werden. Zu spitz formuliert? Mag sein. Mir egal.

Den Kindern in Luhansk werden die Schulen von russischen Raketen zerstört. Hier im Kiez sind es zum Glück keine Raketen. Hier sind es die Zeit und die Behörden, die zwei Schulen an den Grenzen der Betriebserlaubnis laufen lassen. Der einen Schule flogen bereits Teile des Daches weg, bei der anderen fallen Fenster aus den Wänden. Die Kids können durch Löcher in den Wänden in die Nachbarräume schauen. Wie praktisch, oder? In beiden Fällen gehen die Kids nicht mehr aufs Klo und „verkneifen“ sich ihre Geschäfte, bis sie wieder zu Hause sind. Selbst die Versicherungen ziehen sich zurück.

Was nun? Schulschließung, Home Schooling oder die Verteilung der Kids auf andere Schulen. Ha, ha, auf welche denn?

Mehr Hintergründe will ich hier gar nicht aufführen. Stattdessen verlinke ich zwei Artikel.

TAZ vom 13.09.2022

https://taz.de/Marode-Schulen-in-Berlin/!5877884/#:~:text=Das%20Gymnasium%20zwischen%20Velodrom%20und,aus%20den%2070er%20Jahren%20geplant

Berliner Morgenpost vom 20.09.2022

https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article236476259/Schuldrama-in-Pankow-Tunnel-schuetzen-Kinder-vor-Truemmern.html

Die Formulierung „heruntergekommener DDR-Typenbau“ stößt mir da etwas sauer auf. In der DDR hat man wenigstens nicht jede Schule neu erfunden, sondern man konnte mit Standardbauten an vielen Orten in kurzer Zeit gleiche Schulen schaffen. Das war dann zwar wenig individuell, aber man sparte die Zeit und Kosten der Bauplanung. „Heruntergekommen“ ist der Bau nach nun mittlerweile 30(!) Jahren Wiedervereinigung. Und eigentlich kann ein Gebäude nicht von allein „herunterkommen“, es sei denn man „wirtschaftet es herunter“. Glückwunsch! Das ist bald kein Lernraum mehr, nicht mal Lärmraum, sondern wohl eher viel Leerraum.

Auch das oft gebrachte Argument „Rasant steigende Schülerzahlen durch Zuzug und Geburtenboom“ ist doch Blödsinn. Es kann doch nicht so schwer sein, aus Melderegister und Geburtenstatistik frühzeitig den Bedarf an Schulbildung zu erkennen und wenn man dann noch x Prozent für Gäste und Flüchtlinge draufrechnet, dann hat man die nötigen Schulplätze schwarz auf weiß. Das Pankow und Prenzlauer Berg „hipp“ sind, dass wusste man seit Ender der 90er Jahre. Das sind alles nur billige Ausreden und zeugt von Dille … Diele … Diletan … wie schreibt man das doch gleich … also Unfähigkeit.    

Na immerhin haben wir die Presse an unserer Seite.

Wie kann das so weit kommen? Woran liegt es?

  • An der Lage des Objekts? Daran, dass die Schule an der Grenze des Wahlkreise liegt. In der dritten Reihe, hinten an der S-Bahn, von der großen Straße nicht sichtbar, von Bäumen verdeckt?
  • Am Budget? Fehlt da schlichtweg Geld? Kann ich mir nicht vorstellen. Das Bauprojekt war ja budgetiert und terminiert. Und es wurden sogar schon Pläne und Skizzen an die Eltern zur Mitbestimmung verteilt.
  • An den Prioritäten? Wohl eher. Für das Technische Finanzamt wird nebenan ein 12-geschossiges DDR-Sportlerheim saniert. Seit zwei Jahren nun „schon“ bauen sie da. Ein paar Meter weiter wurde der Bau eine Hotels genehmigt. Mitten im Wohngebiet! Ich habe gehört, dass die Finanzierung genauso wackelt, wie die Schule des Kindes. Na wunderbar. Ich sehe schon die nächste Bauruine entstehen. Vielleicht kann man dann aus dem Rohbau wenigstens später noch eine Schule machen.

  • Am fehlenden Willen? Nee, Berlin hat ja Willen. Die Stadt kann in Windeseile >grüne Fahrradwege auf die Straße malen oder >rote Baken draufnageln, kann >Container-Dörfer für geflüchtete Menschen schaffen und sogar eine Fortsetzung der 9-EUR-Ticket-Idee wurde „flott“ entschieden. Kita-Plätze kosten nichts, Schulessen wird auch finanziert. Respekt. Da ist Berlin echt Vorreiter. Kann man stolz drauf sein. Wirklich. Aber bei dieser Schule will man eben nicht doll genug, nun rutscht sie möglicherweise von der Liste und die Kids halt „irgendwo“ hin. Oder ab.

Tja, liebe Kinder, vielleicht macht ihr bald „Rail-Schooling“. Ihr setzt euch mit eurem Lehrer einfach in die  >57) Ringbahn und fahrt den ganzen Tag im Kreis. Da gibts zwar auch kein Klo, aber Fenster und Türen schließen immerhin, es ist halbwegs warm und es besteht wenigstens keine Lebensgefahr. Meistens zumindest.

Wir wünschen euch gute Fahrt auf dem weiteren Bildungsweg!
T.

Mehr Stoff zum Thema Schule von mir … gibt’s hier:

362) Mega-Multi-Meta-Factor

Wer kennt das nicht? Da sitzt du am Computer oder Tablet, willst schnell etwas bestellen oder einfach nur deine Millionen von links nach rechts schieben und dann …. eilst durch die Bude … weil auf dem Handy eine SMS samt PIN angekommen ist. Deine Daumenspitze für eine Freigabe verlangt wird. Oder von der Kreditkarte eine dreistellige Nummer abzutippen ist, die du dir einfach nicht merken kannst. Risikofaktor, Angstfaktor, Erfolgsfaktor, Nervfaktor … Zweifaktor, Multifaktor.

Na immerhin bleibt man bei dem Online-Gedöns immer schön in Bewegung. Aber mal sehen, wo das mal noch hinführt.

Irgendwann muss man dann wohl …

  • Speichelprobe auf den Homebutton geben
  • Haarspitzen und Hautschuppe scannen
  • Real-time-Foto vom Muttermal an Po-Backe machen
  • Polizeiliches Führungszeugnis uploaden
  • Bürgschaft vom Arbeitgeber beilegen
  • Post-Ident-Verfahren durchlaufen
  • Unbedenklichgkeitsbescheinigung vom Vermieter anfordern
  • Vertrauensbeweis des Ehegatten einreichen (das wird nicht leicht … 😉 )

… nur um eine Toner-Kartusche zu bestellen oder ein Bahnticket zu buchen.

Man o Man.

Willkommen bei der Mega-Multi-Meta-Factor-Authentication!

PS: Beim Thema Home Button, fällt mir meine Beitragsreihe Smartvid wieder ein.
Kurz nach Auftauchen des Corona-Virus spekulierte ich, ob nicht vielleicht die verkeimten Smart Phones die Ursache des Schlamassels sein könnten. Ick‘ weiß ja … Eigenlob stinkt … trotzdem jut.

Hier gern noch mal der Reihe nach lesen:

69) Postkarte aus‘m Harz

„Harz, härzer am härzesten“ … oder so ähnlich. Nein, es geht nicht ums Kiffen, nicht um klebrige Baum-Schmiere an den Fingern und auch nicht um das „Leben“ mit Hartz IV. Es geht um ein deutsches Mittelgebirge, den Harz. Ihr wisst schon, dass mit den Bäumen, dem Roller, dem Brocken von Berg in der Mitte und den Hex:Innen drumherum.

Ein schönes Wochenende mit vielen Lauf-Kilometern zum Hauptgang, gesprächiger Beilage und Nachdenklichkeiten zum Dessert.

Hier ein paar Eindrücke:

Beim Einmarsch in Goslar haben uns zunächst adipöse Einheimische mit ihren Winkelementen begrüßt. Frenetisch, wie man ja wohl sieht.

Bald suchten wir nach einer Möglichkeit zum Abendessen, klapperten einige Läden ab und landeten letztlich in einem Lokal mit „wilden“ Gerichten, dem aber das Kartoffel-Pü ausgegangen war (What?) und als lokalen Schnaps „nur“ Schierker Feuerstein zu bieten hatte. (Nicht der Laden auf dem Bild wohlgemerkt). Nicht dass ich irgendetwas gegen Schnaps aus Schierke hätte, aber Goslar hatte nun 1100 Jahre Zeit, eigenen Schnaps hinzubekommen oder? Kulturelle Aneignuuuuuuuung!

Am Samstag ging es „per pedes“ in den Wald, oder dem was von ihm übrig blieb. Ist schon erschreckend, was die kleinen Käfer unter der Borke da so anrichten. Hilflos.

Als wir irgendwann auf nordische Sprache und Gebäude trafen, dachten wir kurz, wir hätten uns verquatscht und wohl einen Abzweig verpasst, aber nein. Es sind auffallend viele Dänen in der Gegend, vielleicht einfach nur weil es deren „nächsten“ Berge sind?

An der Okertalsperre hielt das Plappermaul mal still, denn es stand staunend offen. „Jemand“ hat wohl den Stöpsel gezogen. Der Betreiber des Ausflugsdampfers aber, der will es nicht wahrhaben und steuert den Tanker jeden Tag über die Pfütze. Wer hat noch nicht, wehr will noch mal? Schönen Gruß an Tina und Dietmar vom Stundenhotel. (Is‘n Insider) 😉

Nach Anblick der Häuser in Goslar komme ich schnell ins Fragen. Wie haben die das damals bauen können? Und dann noch dankenswerterweise über die Zeit gerettet? Und warum fliegen Berliner Schulen nach 50 Jahren konsequentem Nichtstuns die Fenster aus den Rahmen und die Ziegel vom Dach?

In Wernigerode bestaunen wir das schiefe Haus … diskutieren fachmännisch, welchen Weg wohl die Fäkalien damals über die Straßen nahmen. Lesenswert: Andreas Eschbach: „Ach du Scheiße“.

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Und wir fragten uns, welcher Trend wohl als nächstes durchs mittelalterliche Städtchen fegt, nach dem Computer schon wieder „out“ zu sein scheinen.

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Tolles Wochenende und gar nicht so grau, wie es vielleicht rüberkommt 😉

Lieben Gruß an die Reisegruppe!

361) 3,5 Mio Äpps

Als ich mir mein erstes Smart Phone zulegte, da war ich schon ein Spätzünder. Denn es war ein iPhone 5. Andere waren da schon länger mit Smart Phones unterwegs, ich hielt mein „Tasten-Handy“ bis dahin für ausreichend.

Freunde fragten bald: 

Und hast’de schon ein paar Apps installiert?
Äpps? Keene, Ahnung, isn’ ditte?“
„Na, kleine nützliche Programme, das digitale Schweizer Messer sozusagen“.

Natürlich legte ich mir dann auch „ein paar“ Apps zu und mittlerweile sind es auch „ein paar mehr“, mein Focus liegt aber immer auf Nützlichkeit im Alltag. Die Dinger sollen mich gefälligst nicht beschäftigen, sondern mir helfen.

Laut https://de.statista.com hat der Google Play Store knappe 3,5 Millionen Apps im Angebot. Gehe ich mal davon aus, dass es für jeden Zweck 30 (?) Varianten gibt, bleiben immer noch 116.000 Zwecke, für die es Apps gibt. Erhöhe ich das auf 50 Varianten (wegen Sprachen, Ländern etc) sind das immer noch 70.000 Zwecke.

Angenommen, die Hälfte sind Spiele, ich spiele keine Spiele, bleiben noch 35.000 Zwecke, für die ich Apps laden könnte.

Ziehe ich noch mal 50% ab, für Anwendungsfälle links und rechts meiner >Durchschnittlichkeit, sind es noch 17.500 Apps.

Dann noch mal 50% Abzug für Schrott, Werbung, Lock-Angebote, veraltetem Zeug … bleiben immer noch gute 8.500 Apps für den „persönlichen Bedarf“.

Bedarf abgeebbt

„But I got a reason to declaimThe applications are to blameFor all my sorrow and my painA feeling so alone
When all the people do all dayIs stare into a phone“
(Placebo, Too many friends)

68) Postkarte aus Berlin

Der Reiner fragte gestern in einem Kommentar zu >New Dress (2022) ob ich denn schon an der Britischen Botschaft war. Zunächst fragte ich mich, was ich da soll. Aber warum eigentlich nicht? Wetter war ja super, also Botten an, Eschbachs Hörbuch „Freiheitsgeld“ auf die Uhren und abmarschiert. Nicht elektrisch, nicht dieselig, nicht 9-EUR-based, sondern ganz klassisch … auf zwei blassen Beinen mit Füßen dran.

Und so ergaben sich für mich, der ja sonst nicht viel aus seinem Höhlen-Office heraus kommt, neue Eindrücke und Motive. Berlin City East, mal aus anderen Blickwinkeln und mit viel Kontrast.

Los gehts:

Marienkirche und Fernsehturm, ungefähr 750 und 50 Jahre alt.

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Der Berliner Dom, mein Nickname, ein paar halbnackte Römer und der „Telespargel“.

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Neuer Betonklotz mit alt anmutender Fassade, auch Humboldt Forum genannt.

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Die Champus-Bude am Bebelplatz hinter der Staatsoper hat geschlossen. Tja, die fetten Jahre sind vorbei.

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Blumen für die Queen. Und nein, ihr müsst da nicht anrufen, es ist keine Bananenschale da links außen.

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Kurzer Halt auf der Schlossbrücke, mit Blick auf Staatsratsgebäude und Humboldt Forum im Spiegel

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Einst Amtssitz des Staatsrats der DDR. Mit dem Balkon vom ehemaligen Stadtschloss, welches 1950 von der DDR gesprengt wurde, um dem Palast der Republik Platz zu machen (a.k.a. „Erichs Lampenladen“), der wiederum Mitte der 2000-er Jahre durch das wiedervereinte Deutschland abgerissen wurde und an dessen Stelle nun das Humboldt Forum steht, welches aussieht wie das ehemalige Stadtschloss. Nur halt ohne Balkon. Denn der hängt ja noch am Staatsratsgebäude wie ich ja eben schon gesagt habe. Heute sitzt die European School of Management and Technology da drin und steht hinter der Ukraine. Kompliziert? Tja, so ist Geschichte.

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Quiz: Sortieren Sie die Gebäude nach Alter.

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Schön zu sehen, die Reflexion in Form eines Kreuzes. Was für ein Ärgernis. Mehr gibs hier im Wiki zu lesen https://de.wikipedia.org/wiki/Rache_des_Papstes

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Wie steigert man eigentlich „dom“?
Dom, Dömer …

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… am Dömsten. Einen Dömer bitte, Scharf und Kräuter …>Salat alles.

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Im Nikolaiviertel ist wie immer alles ganz friedlich.

„Kleine weiße Friedenstaube, fliege übers Land; allen Menschen, groß und kleinen, bist du wohlbekannt.
Du sollst fliegen, Friedenstaube, allen sag es hier, dass nie wieder Krieg wir wollen, Frieden wollen wir.
Fliege übers große Wasser, über Berg und Tal; bringe allen Menschen Frieden, grüß sie tausendmal.
Und wir wünschen für die Reise Freude und viel Glück; kleine weiße Friedenstaube, komm recht bald zurück.“

Klingt irgendwie kitschig, ist aber aktueller denn je.

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Hier wurde schon vor über 750 Jahren das Take Away-Konzept erfunden, was später als Click & Collect noch mal in Mode kam. Aber 6 DM für ein kleines Bier aus der Luke? Mein lieber Scholli. Das sind ja 12 Ost-Mark!!

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Und trotz der Take Away Kultur werden händeringend Gastgeber gesucht. Auch männliche Hostessen. Also Horstessen 😉 ?

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Zum Abschluss noch mal das Red Office unserer regierenden Bürgermeisterin, die sicher den besten Fernsehempfang der Stadt hat.

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Schön war‘s, sollte ich bald wieder mal machen.

360) New Dress (2022)

Die aktuelle Nachrichtenlage erinnert mich doch sehr an den Song „New Dress“ von Depeche Mode. Damals, im Jahr 1986, zitierte die Band diverse Schlagzeilen aus den News und schloss die Strophen jeweils mit „Prinzessin Diana trägt eine neues Kleid“ ab.

Hier ein Auszug:

Sex jibe husband murders wife
Bomb blast victim fights for life
Girl thirteen attacked with knife
Princess Di is wearing a new dress

Jet airliner shot from sky
Famine horror – millions die
Earthquake terror figures rise
Princess Di is wearing a new dress

Wenn ich heute den Nachrichten lausche, hat sich nicht viel verändert:

Ein AKW gerät außer Kontrolle
In New York gibts wieder Polio
Deutschland erwartet kalten Winter
In Ukraine verschwinden Menschen
…und Queen Elisabeth wird 10 Tage lang verabschiedet

Nicht falsch verstehen liebe Windsors, ich respektiere die Lebensleistung der Dame und natürlich hat die Queen einen würdigen Abschied verdient. Keine Frage.

Aber 10 Tage Trauerfeierlichkeiten und Dominanz in den Nachrichten, plus Übertragung der Krone an Prinz Charles, scheinen mir irgendwie nicht mehr in unsere schnelllebige Welt zu passen. Sowohl in UK, als auch auf dem europäischen Festland gibt es so viele Dinge zu tun und zu besprechen, da ist mir das irgendwie ein bisschen too much. Sorry.

Gestern in der Tagesschau unterlief dem Off-Sprecher ein „Patzer“, vielleicht war es aber auch gewollt. Es ging sinngemäß um eine Trauerfeier an der Gäste aus Politik und anderen Königshäusern teilnehmen werden, zu der aber auch ein Teil „normaler Bürger“ (O-Ton) eingeladen sind. Jup. Genau das.

Ich schließe den Beitrag mit dem Refrain von New Dress ab:

You can’t change the world
But you can change the facts
And when you change the facts
You change points of view
If you change points of view
You may change a vote
And when you change a vote
You may change the world

Schönes Wochenende

359) Die neue Auto-App

Das Urlaubs-Auto war voll gestopft mit Elektronik, ständig bimmelte, gongte und leuchtete etwas und verlangte meine Aufmerksamkeit. Vorbei die Zeit von „Aufschließen, Einsteigen, Anmachen, Losfahren.“ Was die heute alles so an Elektronik in die Autos packen … meine Güte.

Wo das wohl mal noch hinführen wird:

  • Atlas unterm Sitz ist out, macht die Navi-App
  • Schlüssel braucht man nicht, übernimmt die Finger-Print-App
  • Kleingeld in der Mittelkonsole unnötig, macht die Park-App
  • Tankloch bald überflüssig, läuft über Volt-App
  • Türgriffe nicht aerodynamisch, also Private-Key-App
  • Sanifair-Bons fliegen im Auto rum, ab in die Wallet-App
  • Rückspiegel machen das Auto breit, also Kamera-App
  • Innenbeleuchtung teuer, nun Taschenlampen-App
  • Sani-Kasten kostet Geld und läuft ab, besser Health-App
  • Armaturenbrett muss man putzen, Armaturen-App
  • Lenkrad völlig überbewertet, wischen über Wheel-App
  • Motorgeräusche gibts nicht mehr, geht mit Vintage-Sounds-App
  • Frontscheibe teuer, nun also Windows-App, stürzt hoffentlich nicht ab
  • Reiseproviant vergammelt schnell, also besser Apple und Cookies mitnehmen

Irgendwann besteht das ganze Auto nur noch aus Apps, dann baut man keine Elektronik mehr in die Autos rein, man schraubt einfach vier Räder an eine App. Die Auto-App. Aber immerhin darf ich noch selber „fahren“ 😉

Und all das braucht Strom …
.. ach herrje …
… Spielverderber!

PS: Also ich muss mich jetzt ja mal selber loben … das mit Windows, Apple und Cookies … ist schon genial und verdient APPlaus.

358) Post vom Landrat

Wenn ich Post vom Landrat kriege …
dann bin ich wohl mal wieder irgendwo zu schnell gefahren 😉

Ja es stimmt, ich war es wohl. Mein Name, mein Kennzeichen. Ich schäme mich. Ich schäme mich ja schon für‘s Dieselfahren, aber nun auch wieder für eine „verantwortungslose“ Geschwindigkeitsüberschreibtung irgendwo in Meck-Pomm. Auf einer 70-er Strecke wohlgemerkt. Landstraße. Keine Bushaltestelle. Keine Kinder. Keine Kühe. Keine Schweine. Keine Rotmilane. Selbst Lurche habe ich nicht gesehen. Flat earth – just us – no risk.

Und dann schickt mir „der Landrat“ eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 6 km/h nach Berlin. Zweiseitiges Schreiben, eingetütet und mit 85 Cent frankiert. 200 Kilometer über Land gefahren, von Diesel-Post-Autos vermute ich, herangetragen von schlecht bezahlten Postmitarbeitern.

Ich lese also den Brief, schicke einen Überweiser und schreibe dem Landrat im Betreff noch einen „netten“ Gruß. 

Dann tippe ich kryptische Kennungen und Passwörter in deren Platform ein, um wenigstens ein cooles Foto von mir zu kriegen. Und was sehe ich da … Hah! Das bin ja gar nicht ich am Steuer … sondern eine Frau lenkt die Karre. 

Aber sag’ mal, die kenn‘ ich doch, denke ich. Ja, ganz klar, es ist unsere Familien-und Innenministerin. Auf dem Beifahrersitz sitzt keiner. Eigenartig. Wo will sie hin? Was macht sie da? Aber hinten rechts auf der Rückbank, da entdecke ich einen Typen. Sitzt am Laptop und telefoniert, von der Behörde unkenntlich gemacht, aber trotzdem cool 😉

Könnte glatt ich sein.

Spaß beiseite: Also wenn ich überlege, was dieser ganzer Hokuspokus kostet …

Die Verwaltung, die Online-Platform, Brief, Papier, Porto, Nerven, Aufwand, Sprit …

Man o Man … das nervt. So albern, so ermüdend, so nebensächlich …

Und wenn ich dann noch vermute, dass all das als Wirtschaftsleistung ins BIP einfließt … muss ich mich schon fragen, welche anderen Luftnummern da sonst noch so verbucht werden.

Wäre es nicht billiger für alle, man überweist einfach 20-EUR-D-Blitz-Flat pro Monat per Einzugsermächtigung?