293) Brauch‘ ick nich‘ – Vol 2

Bei der aktuellen Nachrichtenlage suchte ich nach Ablenkung und blätterte durch den Prämienkatalog der Sternenallianz. Und da seit dem ersten Beitrag von >Brauch‘ ick nich‘ schon wieder 2 Jahre vergangen sind, kann ich das Thema durchaus mal wieder ansprechen. Es ist ja aktueller denn je. Also los gehts.

Taucht ein mit mir in eine Welt voller Dinge, die eigentlich kein Mensch braucht:

Seite 3: Fitnessgeräte für die Wohnung. Ein „Technogym Elliptical Cross Trainer“. Digga, von dem Budget kann ich mir 23 Paar neue Laufschuhe kaufen, wäre also die nächsten 10 Jahre bestens ausgestattet.
966.000 Meilen/3.450 EUR

Seite 13: Noch mehr Fitnessgeräte für die Wohnung. Ein Rudergerät aus Holz mit „Wasserwiderstand“, Also wenn man schon gegen Wasser anrudert … könnte man natürlich auch … erwägen … auf einem See … na ja egal. Keine Zeit.
406.000 Meilen/1.449 EUR

Seite 20: Ein „Massage Gun Compact Triggerpunkt-Massagegerät“, das sieht aus wie ein kleiner Fön, den hält man sich an den Bizeps und dann …  Bäng … sieht man aus wie Arni.
28.000 Meilen/99 EUR

Seite 29: Ein Kugelschreiber der „Elvis Presley Special Edition“. Jetzt mal angenommen, man hätte den 2 Jahre, weil man ihn dann eh irgendwann verliert, dann hätte man jeden Tag exakt 1 EUR ausgeben, nur um etwas aufzuschreiben. Hast ‘de mal nen Euro?
198.000 Meilen/730 EUR

Seite 56: Ein Koffer im Retro-Riffelblech-Design. Der sieht nach 2-3 Flügen eh aus wie eine zerbeulte Bierbüchse.
305.000 M/1.140 EUR

Seite 67: Ein Gasgrill mit „Snap-Jet-Zünder, Sear Zone, Seitenkocher, Infrarotbrenner und elektrischem Drehspieß“. Also bei „Sear Zone“ musste ich erst einmal den Übersetzungsdienst bemühen. Wie konnte ich die letzten 25 Jahre Steaks und Würstchen (… und natürlich Gemüse … ja ja…) nur mit „Glut“ grillen. Hat es denn nie geschmeckt? Nicht mal ein bisschen?
770.000 Meilen/2.799 EUR

Seite 68: Ein „Multi-Brennstoff-Pizzaofen“, den man sich in den Garten stellen kann. Es lassen sich „authentische Pizzen in nur 60 Sekunden“ backen und es sei ein „einzigartiges Kocherlebnis“. What? Jede Minute eine Pizza backen? Das ist kein Erlebnis, das ist purer Stress!
219.000 Meilen/799 EUR

Seite 77: Eine Sitzbank in Tropfenform, nennt sich „San Francisco Twin“. Jep, na dann tropft mal schön vor euch hin.
550.000 Meilen/1.999 EUR

Seite 110: Ein Plattenspieler mit „kernlosem Direktantriebsmotor für stabile Rotation“. Für umgerechnet ca. 1.700 DM. Also da hätte man durchaus einige Amiga-Platten für bekommen
266.000 Meilen/899 EUR

Seite 127: Eine „GPS Multisport Smartwatch mit Solar-Ladelinse“ aus Titan und mit 65 Apps. Damit sieht man dann aus wie ein Navy SEAL-Elite-Kämpfer … zumindest am Handgelenk.
295.000 Meilen/999 EUR

Fazit: Ich war ja vor Corona auch oft in den Wolken unterwegs, aber rückblickend bin ich echt froh, nie so viele Meilen angesammelt zu haben … denn dann wäre ich nie zu Hause gewesen, und letztlich doch ´ne ziemlich arme Sau.

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13 Kommentare zu „293) Brauch‘ ick nich‘ – Vol 2

  1. Da müssen ja Sachen drin sein, die niemand braucht. Vielflieger haben vermutlich schon alles oder können es sich ohnehin kaufen.
    Ich sag ja: Die Punkte müssten auch in Spenden umgewandelt werden können. Nicht nur jetzt für die Ukraine, sondern für jegliche wichtige Hilfsinitiativen in Deutschland und überall in der Welt, wo Menschen Hilfe brauchen. Das gilt für Flugmeilen noch mehr wie für Treupunkte bei Supermärkten. Ob dann die Hersteller all dieser superinnovativen „Lösungen“ für Probleme, die keiner hat, mal was Nützliches produzieren? Schön wärs.

    1. ja Anke, da hast du völlig Recht. Eine „Umwandeln-in-Spende-Option“ habe ich in dem Katalog nicht wahrgenommen. Daher habe ich das Ding nun noch einmal aus dem Altpapier gefischt und von hinten zurückgeblättert. Und siehe da, auf Seite 146 (der vorletzten Seite) kann man wohl seine „Meilen für höhere Ziele einlösen“. Nun ja. Wie sozial…

  2. Wer sowas braucht, um sein Ego aufzupusten, ist wirklich eine arme Sau. Ich wundere mich, warum es keine Luftpumpe zu diesem Zweck im Angebot gibt. Wäre vielleicht komfortabler und nachhaltiger einsatzbar als dieser ganze Kram.

    1. Also das müsste ich glatt noch mal nachschauen, ob es eine Pumpe gibt … aber wer weiß, was dann angeboten wird … 😉 I
      Ich lass‘ das mal lieber

  3. Das sind doch sowieso alles Sachen, für die man entweder Strom oder Gas braucht. Hat sich quasi kurz nach Drucklegung erledigt. Kann kein Mensch mehr was mit anfangen. Zumindest scheint die Papierknappheit bei dem Anbieter noch nicht angekommen zu sein. Ist ja schon irgendwie symptomatisch dafür, was alles so schiefläuft in gewissen Gesellschaftsschichten…

    1. Genau Annuschka, den Eindruck hatte ich auch Als würde man in uralten Büchern blättern oder im Versand-Katalog der 80-er Jahre.

      Der Change ist da noch nicht angekommen

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