273) Corona-Lektionen 110

Eigentlich wollte ich heute zu einem ganz anderen Thema schreiben, aber der/die/das Virus und seine bucklige Variantenschaft hat sich in meinem Back(b)log wieder nach oben gearbeitet und fordert eine weitere Ausgabe meiner Corona-Postille.

Aber der Reihe nach und zu Beginn erst einmal ein Aperitif:

Essen gehen
Ich war beim Chinesen. Vielleicht nicht hyper-vernünftig, aber musste mal sein. An der Tür zum Restaurant begrüßte uns die Service-Kraft mit dem Satz: „Guten Tag, 3G oder 2G+ ?“ Die Frage überforderte mich total, ich wusste gar nicht, dass ich da eine Wahl habe. Mir tanzte eine spontane Antwort auf der Zunge: „Eher 45.B. Aber mit Nudeln und Chili-Booster, bitte“.

Den Joke habe ich dann aber doch nicht gebracht. Sie hätte den vermutlich nicht verstanden. Aber nun zum Ernst.

Inzidenz
Steigt enorm, kann man überall nachlesen. Berlin ist nun über 1000-er Inzidenz. Das ist wohl diese vielbesprochene Omikron-Wand, vor der wir nun stehen. Und da ist längst noch nicht alles erfasst.

In >Corona Lektion 109 erwähnte ich den Stadtbezirk Marzahn Hellersdorf, der am 12.01. eine paradiesische Inzidenz von ca. 300 meldete. Ich hatte schon überlegt, dorthin zu ziehen. Die Erklärung fand ich kurz darauf in der Berliner Morgenpost vom 15.01. mit folgendem Zitat:

„Die zu Beginn der Pandemie als Grundlage des bezirklichen Erfassungssystem gewählte und nach damaligem Stand großzügig bemessene Datenbank hatte durch die stark steigenden Fallzahlen und damit auch exponentiell anwachsenden Datenbestände ein bestehendes Limit erreicht.“

Aha. Und das man merkt man dann so per Zufall? Kapiere ich nicht.

Am Freitag lag der Wert bei 140 und fiel dann bis Sonntag auf 0. Pandemie beendet. Kein Infektionsgeschehen. Großartig. Grund zum Feiern. Seit gestern Dienstag scheint die Datenbank wieder online zu sein, die Inzidenz lag immerhin bei 30, heute bei 100. Vermutlich werden nun einige Daten nachzuerfassen sein, was in den nächsten Tagen „beeindruckende“ Effekte im Diagram erzeugt. Wenn es noch ausreichend Mitarbeiter gibt, die das auch tun können.

Infrastruktur
Ich finde es komplett nachvollziehbar, dass Quarantäne-Zeiten verkürzt wurden, denn bei den aktuellen Zahlen, ist das eine Frage der Zeit, bis sich das Geschehen aufs normale Leben auswirkt. Wenn ich lese, dass das Busangebot in Berlin bereits ausgedünnt wird wird. Wenn ich immer noch all die Weihnachtsbäume herumliegen sehe, die grün blinken und stinken, weil unter ihnen Elektro-Roller und Hundescheiße begraben sind. Wenn ich sehe, wie schleppend Müll-/Glastonnen abgeholt werden, dann mag ich mir nicht vorstellen, was das noch für andere Berufe heißen kann, die auch auf engem Raum arbeiten. Ich meine keine Handballer, sondern so etwas wie Lehrkräfte, Feuerwehrleute, Sanitäter oder Polizei.

Gar nicht gut.

Vielleicht ist das auch das Kalkühl der sogenannten „Spaziergänger“? Chaos in deren Kopf und Chaos in der Stadt?

„Spaziergänger“
Ich kriege das kalte Kotzen, wenn ich sehe, wie die sich an Ritualen, Orten und Sprüchen der friedlichen Revolution 1989 vergreifen, während sie heute durch die Straßen ziehen. Die Demonstranten damals mussten entgegen geltender Rechtsprechung auf die Straße gehen, weil es überhaupt kein Demonstrationsrecht gab, und das Risiko war sehr hoch, dafür in den Knast zu wandern. Heute gibt es ein Demonstrationsrecht, jeder kann eine Demo anmelden und bekommt dabei sogar noch Polizeischutz vom Steuerzahler dazu. Und diese Typen ziehen nun Montags zur Gethsemankirche und fordern Freiheit? Widerlich.

Aber es bilden sich Gegenproteste.

Sehr gut.

<— Corona-Lektionen 109

—> Corona-Lektionen 111

4 Kommentare zu „273) Corona-Lektionen 110

  1. Ich kotze mit. Beziehungsweise bin unsagbar traurig, was da so abgeht, in meiner alten Heimat. 😒 Da ihr hier auch in den Blogs davon schreibt, ist es also nicht die „Lügenpresse“, die mir sowas erzählen will.

    1. Hallo Anke, ich war nicht Ort obwohl es für mich nur ein Spaziergang (also so ein echter) wäre. Ich überlege aber, nächsten Montag hinzugehen und mir ein Bild zu machen

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