49) Postkarte aus der Normandie

Zeit für eine weitere Postkarte aus dem Land der Weine, Stangenbrote und Kreisverkehre.

Auch in der zweiten Woche „Le savoir vivre“ gab es wieder einiges zu entdecken. Wie üblich bei meinen > Postkarten mit weniger Hochglanz, dafür mehr Skurrilitäten.

Und los geht‘s:

Les Plages
Die Gegend hier bietet riesige Strände, die dann noch an Größe zunehmen, wenn das Wasser zurückgeht. Da entsteht oft eine glatte Fläche ohne Schlick, Dreck und Steine. Häufig ist man da so einsam, dass man kein deutsches Handtuch hinlegen braucht, um sein Plätzchen zu reservieren. Und macht man es trotzdem, spült es der natürliche Pool-Boy mit Sicherheit wieder weg.

6. Juni 1944
An dem Datum kommt man hier nicht vorbei. Alliierte Truppen (Amerikaner, Kanadier, Engländer und andere) landeten hier von See und Luft an fünf Stränden, um sich dann bis August nach Paris durchzukämpfen, während die Sowjets von Osten immer näher an die Oder kamen. Könnt ihr alles im Wiki nachlesen. Allerdings muss man auch genau hinschauen, wie das Ereignis hier heute teilweise vermarktet wird. Auf Touren mit offenen Jeeps kann der Nachwuchs-Infanterist mal ein bisschen am MG zu spielen. In einem Military-Shop läuft Johnny Cash (damals 12 Jahre) vom Band, in einigen Läden, gibt es originale Kriegs-Devotionalien zu kaufen. Na, vielleicht auch einen hübschen Granat-Werfer für‘s heimische Wohnzimmer? Oder einen schicken Stahlhelm mit Loch für den Neffen?

Les ronds-points
Laut Wiki gibt es in Frankreich 20.000 Kreisverkehre. Man „fährt“ nicht durch Frankreich, man „kreiselt“. Allerdings halte ich die Zahl für deutlich untertrieben, denn die 20.000 habe ich allein schon in der Normandie durchkreiselt. Selbst eine galette complète ist angelegt wie ein Kreisverkehr. Über deren Sinnhaftigkeit der Kreisel scheiden sich die Geister, aber eines ist klar: Die Alliierten hätte es nie bis nach Paris geschafft, hätte es damals schon so viele Kreisverkehre gegeben. Sie hätten mehrmals die falsche Ausfahrt genommen, Kriegsende wäre vermutlich ein Jahr später gewesen.

Lieux de dépistage COVID-19
Corona begleitet uns natürlich auch in der Normandie. Für die Kids am Wochenende einen Corona-Antigen-Schnelltest zu bekommen, am besten auf der Fahrt von Normandie nach Paris so um die Mittagszeit, wird eine Herausforderung. Nach ca. 90 Minuten Online-Recherche bekommen wir die Termine bestätigt. Ich kann nur jedem Schüler raten: lernt zwei Jahre Französisch, Spanisch schadet auch nicht, völlig egal … aber glaubt mal nicht, dass euch Englisch oder Googlisch immer durch die Welt bringt …. nee … nee … is‘ nich‘ so.

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Epsilon
Bereits die Dimensionen des Parkplatzes am Mont-St-Michel lies auf erhöhtes Touri-Aufkommen schließen. Da war dann auch so, halb Europa wühlte sich durch die engen Gassen des kleinen Ortes am Hang. Masken waren zwar Pflicht … aber na ja … ihr wisst ja wie das läuft. Um so unverständlicher: Die Restaurants im Ort waren alle proppe-voll, dicht an dicht saßen sie da. Drinnen wohlgemerkt. Oh oh … wenn sich da mal nicht eine neue Variante zusammenbraucht. Es wird nicht „E“ wie Epsilon, sondern „E“ wie Euro …

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2 Kommentare zu „49) Postkarte aus der Normandie

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