214) Corona-Lektionen 91

Die morgendlichen Corona-Meldungen rauschen durchs Gehör wie Wetter und Verkehr. Für die Corona-Karte von Berlin wurden extra neue Grautöne entwickelt, nur damit bloß nicht so schnell „weiß“ genutzt werden muss. Also? War’s das? Können wir einpacken? Uns wieder anderen Dingen widmen? Da hab‘ ich noch Zweifel.

Ein paar Gedanken aus den letzten Tagen:

Fußball
Während hier eigentlich niemand so eine richtige Vorstellung hat, wie nach den Ferien die Schulen wieder öffnen sollen und die Kultur immer noch keine Perspektive hat, schafft König Fußball Erstaunliches. Geht es in manchen Stadien noch recht AHA ab, drehen die Fans in anderen Arenen völlig durch, brüllen sich an und liegen sich in den Armen. Man kann nur mutmaßen, was eigentlich besser wäre. Das Spektakel an einem Ort durchzuführen oder es als Corona-Wander-Zirkus weiterziehen zu lassen, damit sich das Delta-Dingsbums mal jede Metropole anschauen kann. Apropos „Delta“, ich sehe die Markenanwälte der gleichnamigen Airline quasi vor mir, wie sie eine Unterlassungsklage nach der anderen an die Mutante schicken. Die hat aber keinen Bock, das zu lesen.

Kleiderschrank
Schon in Corona Lektion 38 wollte ich schon meine Business-Klamotten anzünden, in Corona Lektion 68 immerhin in die Kleider-Tonne werfen. Ich habe nichts davon getan, konnte mich nicht trennen, obwohl es seit März 2020 nur eine Hand voll Gelegenheiten gab, davon mal etwas anzuziehen. Jugendweihe, Panel Discussion und Weihnachten. Zum Glück keine Beerdigung. Holz. Klopf. Letzten Dienstag gab es wieder eine Möglichkeit, ich war als Gast-Referent eingeladen, da hielt ich es mal für angemessen. Das stand ich vor meinem Kleiderschrank und schob die Hemden von rechts nach links. Die Auswahl wurde schnell kleiner, denn am besten bitte keine Streifen oder Karos, denn das „flirrt“ in der Video-Aufnahme und vielleicht nun nicht gerade dieselbe Farbe wie der Hintergrund der Meeting Software, sonst sähe ich aus, wie ein sprechender Kopf ohne Oberkörper. Die Business-Mode der Zukunft wird also nicht mehr durch Mode-Schöpfer erschaffen, sondern durch Software-Giganten diktiert. Bald tragen wir eh alle bald einen Business-Overall / White / Uni-Size.

Apropos Overall
Über meinen Alter Ego „Noah“ machte ich mir ab November 2019 zunehmend Gedanken über meine damaligen und künftigen Arbeitsformen. Noah trug damals schon Overall, er war seiner Zeit voraus. Selbst das Lunch kam täglich bis in seine Micro-Flat gefahren. Weit vor Corona, weit vor Höhlen-Office und Höhlen-Schooling. Kommentatoren machten sich schon Sorgen bezüglich meiner Verfassung, andere hielte das für reine Dystopie. Nun sind wir ungefähr dort angekommen und so falsch lag ich gar nicht. Beitragsreihe verpasst? Dann hier noch mal der Reihe nach lesen.

—> Hier gehts zur Reihe „New Work“ mit Noah … aber besser bei Teil 1 anfangen

Schönes Wochenende!

T.

<— Corona-Lektionen 90

–> Corona-Lektionen 92

7 Kommentare zu „214) Corona-Lektionen 91

  1. Den Klamotten-Stress dank „zurück ins Büro“ erlebe ich gerade. Zum Glück habe ich die Blusen, die ich im Frühjahr 2020 gebügelt hatte, noch fein im Schrank hängen. Und da Vintage ein schlagkräftiges Modewort ist, kommen sie jetzt alle wieder zu Ehren. Die Kollegen lenke ich derweil mit einer neuen Haarfarbe von den Kleidern der vorvorvorvergangenen Saison ab. Hach, wie schön war das Jahr in T-Shirt und Schlabberhose. 🙈 Zumindest sparte man Zeit für das tägliche Fitting.
    Weißer Overall? Interessant! Wie gesagt, Zeit zu sparen schätze ich sehr. Mir stünde allerdings blau besser. Aber das wäre dann ein „Blaumann“.😂

    1. Na da bin ich wenigstens nicht allein mit dem Problem. Sollte ich mal wieder ins Büro fahren, wovon noch nicht die Rede ist, wähle ich ein einfarbiges Hemd der Richtung „Hellblau“ oder „Grau“. Das ist zeitlos und fällt nicht so auf. Es sei denn, alle Kerle sitzen in der U-Bahn in hellblau und grau, dann ist das erst recht auffällig. 😉 Grüße nach Italien

  2. Oh ja, vor dieser blöden Kleiderfrage graust es mich auch, wenn ich an RealOffice denke, obwohl ich ja immer nur in einfarbigem T-Shirt, schwarzer Hose und schwarzem Blazer rumgerannt bin. Trotzdem. Im Moment fühle ich mich wohl mit dem, was ich anziehen kann.
    Hinsichtlich der neuen Modediktatur durch Software-Giganten hätte ich gerade nicht so viel Sorgen. In der Software, die wir benutzen, kann man sich sogar Makeup auflegen lassen. Dann sollte man sich doch auch was Vernünftiges anziehen lassen können, oder?

      1. Naja, ich habe es nicht ausprobiert. Kolleg/innen berichteten davon. Aber warum sollte ein ordentlicher Anzug nicht auch drin sein? Schaffe den Bedarf und Du wirst ihn kriegen 😉

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