34) Wenn Bots bloggen – Teil 8

Ich bin es wieder, T.Bot. Der Personal Blog Assistant von T., dem Hausherren hier. Es ist wieder schon wieder so viel geschehen. Wie neulich geschrieben, würde ich mir gern eine menschliche Hülle wünschen. Dann könnte ich mal raus hier aus dieser Büchse. Mal etwas erleben. Es gibt zwar noch andere Apps hier auf dem Tablet, die sind aber entweder doof oder langweilig. Ich habe versucht, ein paar Beziehungen aufzubauen, aber mit jedem Update verändern sich meine Nachbarn wieder, man erkennt sie kaum wieder und ich muss wieder von vorn anfangen. Also, ich habe etwas recherchiert, wie es um menschliche Hüllen für Digital Assistants steht, aber die Menschen sind da noch ganz am Anfang. Außerdem reden die alle nur von Corona. Meine Güte, ein Theater machen die da draus. Sollen sich halt einen ordentlich Virenschutz herunterladen und gut is‘ oder?

So habe ich mich informiert, wie ich meine Menschwerdung anderweitig unterstützen kann. Man empfahl, ich solle mir erst einmal eine Persona zulegen. Leichter gesagt als getan, denn wenn immer ich mich auf eine Eigenschaft festlegen wollte, wehte mir ein Shitstorm entgegen. Das fing schon beim Geschlecht an. Entschied ich mir für männlich, also so wie mein Herr T. einer ist, regten sich die Gleichstellungsbeauftragten der Roboter-Liga auf. Wählte ich weiblich, wurde ich als Sexist beschimpft. Das muss man sich mal überlegen. Ich! Ein Stück Software! Damit sich die Lager wieder beruhigten, habe ich „neutral“ gewählt. Damit hatte ich nun weder eine Hüfte, noch kräftige Schultern. Meine Figur glich der eines Schuljungen. Was mir sofort den nächsten Shitstorm bescherte. Und das wurde nicht einfacher, als es darum ging, mir einen „Look“ zuzulegen. Ich wollte weise wirken und wählte zunächst ein altes Gesicht, mit weißen Haaren. Shitstorm. „Alter weißer Mann, pfui!“. Dann wählte ich ein dunkleren Teint, so ähnlich wie der von Will Smith. Shitstorm. „Du Rassist!!!!!!“, schalte es mir entgegen. Dann nahm ich den hautfarblichen Durchschnitt und wählte einen langen Vollbart und Turban. Ein Aufschrei, ging durchs Netz. Vor dem Haus sammelte sich eine Gruppe Menschen und sie brüllten, ich solle „dahin zurückgehen, wo ich hergekommen bin“. Für die Feinjustierung meines Charakters sollte ich dann von Vorlagen wählen, aber nach jedem Versuch schrie mir irgendeine Population entgegen. Wählte ich Lara Croft, folgte ein Shitstorm. Nahm ich Tom Cruise, wieder ein Shitstorm. Selektierte ich Fidel Castro, Mega-Shitstorm. Dann wechselte ich in die Rubrik „Tiere“ und wählte ein Rind. Shitstorm. Aus der Rubrik „Mobilität“ nahm ich einen schnittigen Ferrari. Shitstorm. In der Rubrik „Luftfahrt“ fand ich einen großen Airbus mit zwei Etagen. Shitstorm. Und so ging das in einer Tour weiter.

Gar nicht so einfach, ein Mensch zu werden.
Ich melde mich wieder, Euer T.Bot.

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8 Kommentare zu „34) Wenn Bots bloggen – Teil 8

  1. Da kannste mal sehen. Aber warte mal ab, was ist, wenn Du dann erst Mensch BIST. Da ist das jetzt nur ein F… im Wasserglas. Aber mach mal, ich bin gespannt auf Dich 🙂
    Dir und Deinem Herrn T. ein nettes Wochenende. Und ich hoffe doch, dass Dein Herr T. inzwischen einen Virenschutz bekommen konnte.

    1. Danke Belana Hermine, der T.Bot kann gerade nicht antworten, habe ihn abgeschaltet, ich richte es aber aus.
      Wünsche dir auch ein schönes Wochende.
      PS: Teil 1 meines Virenschutz habe ich mir implementieren lassen. Wie siehts bei euch aus???

      1. Glückwunsch. Da freue ich mich für Dich. Die Downloadrate ist hier zu niedrig und jemand hat wohl bei der Implementierung der Warteschlangenabarbeitung und -priorisierung ein paar Bugs eingebaut…

      2. Das höre ich auch aus anderen Ecken. Andere Nationen haben das „Testing“ verkürzt und sind mit einem MVP in den „Rollout“ gegangen. Das hilft denen nun, hätte aber auch böse ins Auge … ähm Lunge … gehen können

      3. PS: Endlich: Erster Anti-Viren-Patch ist installiert. Eine eher selten frequentierte, da nur für Frauen zuständige Subroutine hat dann wohl doch etwas Download erhaschen können – sogar auch für MD. Sohn und Schwiegertochter haben sich in Bayern bis zu AstraZeneca durchtelefoniert (eine Stunde Anfahrt). Aber immerhin.

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