165) Licht

Die reduzierte Bewegungsfreiheit in diesen Tagen, finde ich persönlich gar nicht so dramatisch. Solange ich vor und nach dem Homeoffice noch joggen oder spazieren kann, komme ich damit klar und bleibe friedlich.

Diese Selbstverständlichkeit vor die Tür zu gehen, wird ein hohes Gut, wenn man an seine Wohnung gefesselt ist. So wie in anderen Ländern. 

Was mir aber gehörig auf den Sender geht, ist die Dunkelheit. Joggen vor der Arbeit? Noch dunkel. Spaziergang nach der Arbeit? Schon dunkel. Dunkelheit in der Winterzeit gab es auch schon vor Corona, logisch. Aber in diesem Winter ist es dunkler als sonst, oder? Ist es der allgemeine Gemütszustand? Der fehlende Trip auf eine Spanische Insel im Oktober? Der abgesagte Winterurlaub mit Sonne und Schnee? Oder einfach die Unfähigkeit, meinen Freigang auf die Mittagszeit zu legen?

Neulich habe ich ein Biopic über Thomas Edison und die Erfindung der Glühlampe gesehen. Unvorstellbar, wie heute eine Pandemie ohne Glühlampe ablaufen würde. Vermutlich gäbe es dann auch kein Netflix, kein Homeoffice und ein Buch bei Kerzenschein zu lesen, wäre auch kein Vergnügen.

Auch wenn ich die Art der Schweden und Norweger sehr mag, den Bullerbü-Kitsch und die roten Lattenhäuser und deren Fleischbällchen erst recht, aber in Stockholm dauert die Nacht im Winter bis zu 18 (!) Stunden. Kein Ort zum Leben für mich, das wird mir immer klarer.

Zugegeben, wenn es im Sommer kurz nach 04:00 Uhr morgens hell wird und die Vögel im Hof Rabatz machen, dann wäre das auch nicht so prall, aber mir aktuell sehr willkommen.

Und was macht man da nun?

Flutlicht von allen Seiten?
Foto-Tapete mit Strand und Palmen?
Höhensonne-Modus für Microsoft Teams?

5 Kommentare zu „165) Licht

  1. …ich mag die Abwechslung – die Jahreszeiten und auch die jeweiligen Lichtverhältnisse, die sie mit sich bringen. Für mich wäre jeden-Tag-das-gleiche der Graus. Ich liebe das Licht und die langen hellen Abende mit den sanften Übergängen sind wunderbar. Aber ebenso mag ich auch sehr die dunkle Zeit. Sie fühlt sich an wie ein große Decke, unter der man sich gut verstecken kann. Hat etwas von einem Zaubermantel. Und das magisch mystische, das soviel Raum für die Phantasie bietet, ist wundervoll.

    Geheimnissvolle Grüße aus dem durch Schnee erhellten Nachthimmel
    Sabine

    1. Wie so oft, will man immer gerade das, was es nicht gibt. Die Vorstellung, dass es rund um die Uhr hell ist, ist auch gruselig, das stimmt wohl. Aber ich stelle fest, dass es nun schon bis 16:30 hell bleibt, es geht also aufwärts!!

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