159) Corona-Lektionen 59

Kaum ist der Weihnachtsbraten verdaut und Winnetou hat in die ewigen Jagdgründe eingecheckt, rollen LKW mit Polizeischutz über Europa‘s Autobahnen. Ein Anblick der Hoffnung macht. Denn sie haben den heiß ersehnten Impfstoff geladen. 

Beim Impfstoff wird mir wunderbar klar, wie verzerrt manchmal unsere zeitliche Wahrnehmung ist. Die Wartezeit auf diesen edlen Tropfen fühlte sich elendig lang an, dabei sind doch gerade erst einmal 10 Monate vergangen, seitdem das Virus an unsere Türen geklopft hat. Ein Rekord ist das. In unserer „Bestellichmalebenonline“-Welt wird uns mal gesund ins Gedächtnis gerufen, dass die Dinge nun mal ihre Zeit brauchen und dass man das Zeug auch nicht bei der nächsten Packstation abladen kann.

Beim kurzen Freigang durch den Kiez fällt auf, dass nur zwei Drittel der Parkflächen belegt sind. Wo sind all die Autos hin? Sind die nach Bayern und ins Schwabenland gefahren? Na ob das so angebracht ist in diesen Tagen. Vermutlich war es eine gute Entscheidung, dass neue Jahr mit Homeschooling zu beginnen, so dass die Familien in der Wohnung ausdünsten können. Und es müsste mal langsam etwas kälter werden. Im Stadtpark herrschte ausgelassene Stimmung gestern. Da wurden Gewichte gestemmt und Beachvolleybälle übers Netz geschmettert.

Apropos Stimmung. Sylvester steht vor der Tür. Und das, was Umweltschutz, Tierschutz, Gesundheitsschutz und Lärmschutz, jahrelang nicht geschafft haben, macht dieser kleine fiese Virus nun mit einem Fingerschnipp. Ohne Finger sogar. Es gibt nun ein Böllerverbot an öffentlichen Plätzen und es gibt auch keine Böller zu kaufen. Ein Novum. Und dann gleich noch eine Primäre. Der Supermarkt um die Ecke informiert bereits frühzeitig mit einem Plakat und drei Ausrufezeichen, dass es ab 31. Dezember 14:00 keinen Alkohol mehr zu kaufen gibt. Ich glaube, dass gab‘s noch nie im Land der Germanen. 

Wird „Dinner for One“ nun noch schnell umgeschrieben? Stößt Butler James fortan mit Himbeer-Brause an? Werden LKW Konvois aus dem kalten Osten über die Oder zu uns kommen, um uns im Rahmen einer humanitären Aktion mit Polen-Böllern und Kartoffel-Fusel zu versorgen? Es bleibt spannend.

Bis bald. 

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11 Kommentare zu „159) Corona-Lektionen 59

  1. Ein verantwortungsbewusster Buttler hat den Fusel/Sprit oder was auch immer doch schon ausreichend im Vorfeld besorgt – hoffe ich doch sehr. „Dinner for one“ mit Himbeer-Brause – also neeeee.

  2. Ich denke die meisten haben schon vorgesorgt, im Supermarkt, zumindest Getränke !
    Aber ohne Böller war ja schon länger, mal angesagt. Na dann, prost mit Brause bei „Dinner for one,“
    ins „Frohe Neue“. 😩😤

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