111) Dienstreisen BC – Teil 1

Mensch, was waren das noch für Zeiten, oder? Dienstlich verreisen. Damals vor Corona. „BC“, quasi. Bevor wir es vollkommen vergessen, hier ein paar Erinnerungen aus der Mottenkiste.

04:15 Uhr: Weckerklingeln, Aufstehen, Dusche und Bad, drei Espresso, eine Scheibe Toast, Koffer-Finale, Hemd, Anzug, Gürtel, Schuhe, Laptop, Telefone, Kopfhörer und dann runter zum Taxi.

05:00 Uhr: Fahrt nach Tegel, draußen ist es duster, es laufen immer noch Party-Gänger durch die Stadt, ich gebe mich wortkarg, der Taxi-Fahrer stimmt zu einem Gespräch an, ich bleibe sparsam an Worten.

05:25 Uhr: Ankunft Airport Tegel, Bezahlen, Koffer und Jacke schnappen, Anstehen, Sicherheitskontrolle, Duty Free, Wasser kaufen, hinsetzen, warten, nachdenken, gucken, nachdenken.

05:50 Uhr: Aufruf zum Boarding, aufstehen, hinsetzen da noch nicht dran, wieder aufstehen, der Herde folgen, Handy über Scanner halten, durch die Brücke zum Flugzeug gehen … ODER … die blöde Variante … Bus-Zubringer.

06:00 Uhr: Koffer oben rein, Jacke oben drauf, Hinsetzen, „Darf ich mal“, Aufstehen, Hinsetzen, Aufstehen, Hinsetzen, Kopfhörer, Podcast oder Musik, Flug-Modus ein.

06:20 Uhr: Türen zu, Sicherheitsunterweisung, Rollen, Stopp, Warten, Rollen, Stopp, Warten, Lärm, Ruckeln, Schütteln, Abheben, Räder rein. Bing. „Bitte noch sitzen bleiben, bis die Anschnallzeichen …“. Bing

So ungefähr ging es für mich die letzten 20 Jahre alle zwei, drei Wochen irgendwo hin. Meistens im Inland, manchmal auch ins Ausland. Nicht dass ich da mit Blick auf die CO2-Bilanz besonders stolz drauf wäre, auf die Work Life Balance schon gar nicht. Ich stehe auch nicht gern kurz nach 04:00 Uhr auf und verspüre auch kein gesteigertes Bedürfnis, eingequetscht auf einem Mittelplatz zu sitzen.

„Na, sei doch froh. Jetzt, mit Corona hat sich das doch erledigt …“, mag der Leser da sagen. Ja, schon irgendwie. Seit 11 Wochen habe ich keinen Flieger und keinen Zug betreten. Keinen schlechten Kaffee getrunken, mir nicht die Beine in den Bauch gestanden und keine Belege gesammelt, um die Kohle später wiederzubekommen. Das klingt schon befreiend, ja.

Aber irgendwie … ehrlich gesagt … vermiss … , … ja ich vermisse es.

Ich würde echt gern mal wieder um 04:00 Uhr aufstehen und irgendwo hinreisen.

Zu Erinnerung hier ein paar passende Beiträge aus alten Zeiten:

—> Hier geht’s zu Teil 2

 

 

9 Kommentare zu „111) Dienstreisen BC – Teil 1

      1. Nein, dafür gibt es viel zu viel zu beachten und außerhalb der eigenen Kontrolle. Reisen sollte man auf seine Art und Weise genießen können…

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