82) Corona-Lektionen 4

Die Hälfte der ersten Corona-Family-Home-Office-Woche ist geschafft. Wieder eine Gelegenheit, ein paar Gedanken zu sortieren und zum Umdenken anzuregen.

Bewegung: Heute früh drehte ich meine übliche Laufrunde durch den Park. Und ich kann berichten, dass ich noch so viele Läufer morgens 07:00 Uhr im Park angetroffen habe. Da zeigt die Krise ausnahmsweise erste positive Effekte. Es wird wärmer, es ist hell und aufgrund vieler Home-Office-Lösungen und Schulschließungen entfällt sogar die Ausrede, am Morgen „keine Zeit“ zu haben. Weiter so! Bewegt euch, so lange es noch geht!

Hygiene 1: Viel wird geredet über Klinken, Türöffner und das intensive Händewaschen. Eigentlich können wir ja froh sein, Hände zu haben, oder? Ich meine Vögel und Vierbeiner müssen den Dreck direkt mit Schnabel und Schnauze durchwühlen. Trotzdem frage ich mich dieser Tage, warum wir in unserer hoch technisierten Gesellschaft so viele Dinge anfassen müssen, um sie zu bedienen. Geld-Automaten, Zapf-Säulen, Fahrstühle, Visa-Karten-PIN-Geräte, Türöffner in Tram und S-Bahn. Warum eigentlich? Das muss doch anders gehen. Liebe Ingenieure da draußen, denkt nach!

Hygiene 2: Als ich beim Joggen über Schalter und Knöpfe nachdachte, kam mir ein anderer Gedanke. Der ist zwar völlig an den Haaren herbei gezogen und wissenschaftlich überhaupt nicht abgesichert, aber wir können ja mal drüber nachdenken. Ich meine, wir fassen Knöpfe und Stangen in der Bahn an, bedienen Automaten und waschen danach unsere Hände. Hoffentlich. Habt ihr schon einmal drüber nachgedacht, wie oft ihr am Tag euer Handy in der Hand habt während ihr unterwegs seid? Wer weiß, was da vielleicht alles auf dem Home-Button eures Handys oder Tablets lebt? Da könnt ihr Händewäschen soviel ihr wollt, vielleicht sollte man auch „Handywaschen“.

Mit diesem genialen Wortspiel müsste ich eigentlich den Beitrag beenden.
Aber vielleicht eins noch:

Mag man die Kanzlerin mögen oder nicht. Vielleicht auch ihre späte öffentliche Reaktion kritisieren. Bei mir steht sie auch nicht ganzen oben auf dem Zettel. ABER, was sie da heue Abend gesagt hat, klingt ernst und richtig. Jeder Bürger sollte sich das anhören und entsprechend handeln. Sonst werden wir noch sehr lange in diesem (H)Alb-Traum gefangen sein. Und das wollen wir alle nicht!

In diesem Sinne!
Grüße aus der Hauptstadt

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7 Kommentare zu „82) Corona-Lektionen 4

  1. Super Gedanken! Ich habe eine kleine Computerfirma und bin derzeit fast nur mit der Einrichtung von Homeofficeplätzen und Wartungen in Arztpraxen beschäftigt. Die Heimarbeit wird sich auch dauerhaft ausweiten. Ist meine Überzeugung. Das Verhalten einiger Leute in den Einrichtungen oder Geschäften entspricht aber mehr einigen Primaten als zivilisierten Menschen. Ist schlimm, so etwas zu sagen. Der Großteil aber wartet in Praxen geduldig oder versucht das Beste aus der Situation zu machen. Ich werde nicht müde bei Gelegenheit die schwarzen Scharfe auf das Verhalten hinzuweisen aber Lerneffekt gleich null. Wünsche Dir und Familie alles Gute! Wir schreiben und lesen uns. Gruß

    1. Danke Uwe für den ausführlichen Kommentar.
      1. Ja, im Bereich Home-Office wird sich viel tun, da bin ich sicher. Nicht weil die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Gutes tun wollen, sondern einfach nur aus Gründen der Risiko-Minderung in der Zukunft.
      2. Was einzelne Menschen gerade so abziehen, macht mich auch nachdenklich und ich frage mich manchmal, wo wir hier eigentlich sind. Ich möchte keine Zustände wie in Italien.

      Alles Gute in den nächsten Tagen !

  2. Der Gedanke mit den Handys bzw Handyhüllen hat mich vor ein paar Tagen auch geschlagen. Dann habe ich es erstmal gereinigt.

    Und die Rede der Kanzlerin gestern war auch gut. Zuversicht sieht anders aus, aber zumindest hat sie Verlässlichkeit und etwas Ruhe ausgestrahlt.

    VG, René

  3. Ich habe gerade zu viele Blogs aus USA gelesen, wo noch beschimpft wird, dass man 2 Wochen kein Geld verdient. Wie unterschiedlich die Zeit des Sackens so sein kann. As for home office … schön, mit nem Wochenplan von der Schule, der nach deutlich mehr aussieht, als was da sonst in einer Woche so geschafft wird! Ausschlafen? Viel Lesen? Die Rücklagen des Freiberuflers feiern? Vielleicht gehe ich jetzt einfach und desinfiziere mein Handtelefon … Alles Gute dir! Bleib gesund

    1. 1. Oh, die Sensibilität sackt unterschiedlich langsam, viel langsamer als die case in USA zunehmen…
      2. ich glaube, und das ist nicht böse gegenüber den Schulen gemeint, dass die Kids mehr schaffen …

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