61) Laubsauger

Noch ein Beitrag zum Herbst, bevor der nun bald wieder vorbei ist und wir direkt in den Frühling übergehen und wieder angrillen können!

Schon vor Jahren waren die ersten Laubbläser in Straßen und Parks zu sehen. Orange gekleidete Männer der Stadtreinigung trugen diese Ungetüme von der Schulter baumelnd, bliesen Laub von Links nach Rechts und dabei ausreichend CO2 in die Luft. Sie sahen aus wie Außerirdische und fabrizierten einen Höllen-Lärm. All der Dreck wird dabei auf die Straße gepustet, dann kommt ein LKW mit großen Bürsten und sammelt alles auf. Klassische Straßenfeger sieht man nun immer seltener. Hälfte Personal, doppelt Laub. Faktor 4. Stadtkämmerer happy!

Im Stadtpark sehe ich nun immer häufiger Autos, die das Laub gar nicht mehr nur durch die Gegend blasen, sondern direkt von der Wiese absaugen. Klingt im ersten Moment logisch, oder?

Aber um so mehr ich das wilde Treiben … äh Saugen … beobachte … frage ich mich:

  • Ist das so gut, wenn Laub, Insekten, Mikro-Teilchen und anderes Gewimmel regelmäßig „aufgenommen“ und der „Entsorgung zugeführt“ werden? Nun bin ich ja wahrlich kein Botaniker und schon gar kein Mikro-Biologe. Weiß das jemand?
  • Fahren die Dinger bald autonom durch die Gegend und dann permanent zwischen unseren Füßen herum? Und wäre es daher nicht sogar besser, man würde das Gelände komplett ebnen? Oder ist das gar nicht nötig, weil die Blätter sowieso irgendwann von Mini-Drohnen abgesammelt werden?
  • Und was ist mit den Menschen, die das bislang taten? Das war doch eine ehrliche Arbeit. Will die keiner mehr machen und deshalb erfinden wir die Roboter? Oder bekommt die Jobs keiner mehr angeboten, weil Roboter die Arbeit viel besser erledigen? Henne? Ei?

Und überhaupt. Wir sollten alle Bäume und Sträucher im Park roden und danach alles fliesen! Dann kann man dann noch `nen Wisch-Roboter hinterher schicken.

6 Kommentare zu „61) Laubsauger

  1. Da fasst du gleich mehrere „heiße Eisen“ an:
    Erstens sind diese Laubbläser/Sauger sehr laut. Vor allem, wenn sie motortechnisch so stark ausgelegt sind, dass sie auch mit nassem Laub fertigwerden. Mit dem Laub werden dann aber auch Insekten, Regenwürmer und anderes Kleingetier der Entsorgung zugeführt. Und dem Boden wird die natürliche Möglichkeit zur Erzeugung von frischem Humus entzogen.
    In Stadtparks, aber auch in Gärten, liegt oftmals auch Tierkot herum. Nicht unbedingt nur von Hunden, auch von Katzen, Igeln, eventuell Füchsen (Großstadtfüchse). Der enthält unter anderem Wurmeier und andere Parasiten, die dann durch das Gebläse so richtig wunderbar in der Umwelt verteilt werden zur Freude aller. (Ironie off)
    Kommt gerade in der Nähe von Kinderspielplätzen gut an!
    Und nicht zuletzt: Es gibt auch heute in der „Bildungsrepublik“ Deutschland unzählige Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in der Lage sind, eine hochqualifizierte (Sesselpupser-)Ausbildung zu machen.
    Statt deren Menschenwürde durch die Bereitstellung von Arbeitsplätzen in den klassischen Helfer-Berufen zu bewahren, macht man die lieber zu „Stammkunden“ der örtlichen Jobcenter.
    Ob die Kommunen nun ihre soziale Pflicht besser erfüllen, wenn sie Generationen von Bittstellern heranziehen, die sich dazu dann auch noch bald zu Recht als abgehängt von der Gesellschaft empfinden, das möge nun jeder für sich entscheiden.
    Darf ich deinen Beitrag weiterverbreiten? Ich schätze nämlich, viel zu wenige machen sich Gedanken darüber…
    Lieben Gruß von
    Annuschka

  2. Es stimmt, dass viele Tiere und auch die Böden darauf angewiesen sind. Doch dank der tollen Klagewut unserer Gemeinden und der Bürger, müssen wir sauber machen…auch wenn es kaum Sinn macht.

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