56) Grünanlage

Mal wieder ein Posse aus der Hauptstadt. Angenommen du läufst auf einen Stadtpark zu. An jedem Eingang steht ein dreieckiges Schild, grün umrandet.

In der Mitte ist eine schwarze Tulpe abgebildet und darunter wirkt das Wort „Geschützte Grünanlage“.

Nun, was bedeutet das? Ich meine, selbst wenn man es so nicht kennt, kann man es sich doch mit etwas gesundem Menschenverstand zusammenreimen, oder? Es bedeutet ungefähr so etwas wie „Elefanten-Polo und Techno-Feten verboten, Zweibeiner bitte, wenn es geht, nicht über den Rasen latschen und auch keine Blumen für die alte Omma pflücken. Jegliche Blumen. Nicht nur Tulpen“. Oder so ähnlich.

Dummerweise ist das Schild ungefähr auf Augenhöhe angebracht und für jeden hirnamputierten Nachwuchs-Sprayer so aufs Leichte zu erreichen. So kann er sein völlig überzogenes Taschengeld mittels Lack auf dem Schild verteilen und sich fortan für einen Held halten. „Alda krass, dein Revier hier, voll die Bio-Anlage. Respekt, alda. „

Aber nun haben sich die Bürokraten vom Grünflächenamt etwas neues ausgedacht und in den letzten Tagen im großen Stile „aufgerüstet“. Schluss mit dem Vandalismus! Ein zweites Schild wurde gesetzt. Jeweils direkt hinter dem ersten Schild. Aber zwei Meter höher. Überall im Park. Der Steuerzahler zahlt‘s.

Warum das? Damit die Sprayer da nicht mehr so einfach herankommen? Oder damit man dem Dumm-Volk mit einfachen Piktogrammen verklickern kann, welche Spielregeln dort gelten? Hunde an die Leine, Müll in die Eimer, Grillen verboten und Radrennen bitte außen herum?

Aber nicht nur an den Parkeingängen stehen neue Schilder. Auch an den Kinderspielplätzen im Park. Die Regeln sind da etwas härter. Müll soll immernoch in den Eimer entsorgt werden, Hunde dürfen nicht mitspielen und Alkohol, Zigaretten und Spritzen sind verboten. „Oahhhh, wie öde“.

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Na hoffentlich interessiert das jemanden und hält sich auch einer dran. Ach nee, schon zu spät. Der „Künstler“ namens … DeltaMS … hat bereits alle Bildchen überlackiert. 

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Na ein Glück auch. Dann können wir jetzt wieder auf der Reifenschaukel saufen, rauchen, kiffen, spritzen und zuschauen wie unsere 10 Köter in die Sandkiste kacken.

„Is‘ ja schließlich nich‘ verboten da. Würd‘ ja sonst och irj’endwie dranstehen, oder nich‘?“

Ein Kommentar zu „56) Grünanlage

  1. Schick den Beitrag doch mal an die Berliner Zeitung, ob´s was ändert weiß ich nicht. Leider sind Staat und Verwaltung in vielen Dingen zahnlose Tiger und kommen über Schilder-Hinstellen nicht hinaus.
    Hab aber auch kein Rezept: Sprayer u.a. einfangen, Finger abhacken o.ä. geht nicht und Du…Du! hilft auch nicht.

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