51) Fußball im Radio

Am Samstag spielte der Lieblingsverein des Sprösslings auswärts gegen Freiburg. Wenn man aber nun mal kein Sky empfängt und auch nicht bis 18:00 Uhr auf die Sportschau warten will, gibts nur einen Weg halbwegs „dabei“ zu sein. Auf irgendeine App glotzen oder eben Radio hören. Ich schlage ihm das Radio vor und verweise auf dieses „Gerät“, was er mal geschenkt bekommen hat und seitdem wenig genutzt in seinem Zimmer steht. Ein blauer CD-Player mit Radio. Kompakt. Einfach zu bedienen. Alle funktionieren doch irgendwie gleich. Denke ich mir so.

  • „Wie war das noch mal … wo macht man hier Radio an?“
    Den Drehknopf da unten ganz nach rechts drehen, bis er auf „Radio“ zeigt.
  • „Aber da kommt ja dann immer Musik zwischendurch.“
    Wir können auch einen Nachrichtensender einstellen, da wird dann nur gesprochen. Dann kriegst du mehr vom Spiel mit.
  • „Oh ja, das machen wir!“
    Dann müssen wir mal kurz „googeln“ welche Frequenz der Radio-Sender hat. Weiß ich auch nicht aus dem Kopf, warte mal … ähhhm … 93.1
  • „Kann man den nicht einfach auswählen?“
    Nee, du musst die Pfeiltasten nach unten drücken, bis irgendwann 93.1 auf dem Display steht.
  • „So, jetzt bin ich bei 93.1!“
    Prima dann kann’s ja los gehen.
  • „Die sprechen da aber so langweilig!“
    Gut, dann drücke die Pfeiltasten nach oben, bis du wieder bei 95.8 bist
  • „Ok, hab ich gemacht. Papa, Tooooooooor!“
    Großartig, Juhuu. Ist doch ganz spannend per Radio dabei zu sein, oder?
  • Ja schon, aber ich schaue mal schnell in die App, ob das auch stimmt“
    … Grmmpf.

Was war ich froh über mein erstes Radio. Ohne CD-Player. Einfach nur Radio…

 

Auszug Titel „Radio“ von Rammstein:

…Radio, mein Radio
Ich lass‘ mich in den Äther saugen
Meine Ohren werden Augen…

Mit rrrrrrrrollendem RRRRRR natürlich

Mehr zu Hören im Radio 😉

9 Kommentare zu „51) Fußball im Radio

  1. tja, der Fortschritt ist toll bis gruselig. Als 11-12-Jähriger habe ich mir ein ganz einfaches Radio mit einem Transistor selbst gebaut und war stolz 3 Berliner Mittelwellensender zu empfangen, 3 jahre später für fast 200 Ostmarkt ein kleines Raduio mit MW und KW gekauft, da konnte man schon Sender aus anderen Ländern reinkriegen! Noch heute lebe ich mit den gelieferten Radio-und Fernsehprogrammen. Die Kinder rufen Infos einfach irgendwo ab.Ob das hilft, sich auf Abläufe einzustellen, zu planen und ggf. auch mal abzuwarten, weiß ich nicht. Die totale immer-alles-Verfügbarkeit an Informationen und auch Waren erzeugt natürlich tolle Konsumenten, fühlt sich irgendwie nicht gut an.

  2. Schön! Ich kann mich auch noch an meine Jugend erinnern, als die Samstagskonferenz auf WDR 2 das Maß aller Dinge war. So verkehrt war das nicht.

    1. Alles hat so seine Zeit, aber dann gäbe es wohl auch keine Blogs sondern wir würden alle in ein Papierbuch schreiben und kein anderer könnte es lesen. Schon gar nicht 6.000 KM weit weg.
      „Mein liebes Tagebuch, heute habe ich…“)

  3. Radio verbinde ich immer mit den Zeiten wo ich abends Zuhause saß. Lichter aus und nur das Licht des Radios leuchtete stimmungsvoll. Dazu ein Passender sender. Da konnte man noch entspannen.

    Das Handy klingelt heute unaufgefordert auch in der Nacht. Jede App möchte dich über irgendwas Informieren.

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