18) Postkarte aus Mittelfranken

Wer mal das Bedürfnis verspürt, die heimische Tapete gegen frische Luft und Grünzeug zu tauschen, dem kann ich ein paar Tage in Mittelfranken empfehlen.

Man muss dazu auch kein CO2 in die Luft pusten, man kann bequem mit der Deutschen Bahn anreisen. Das klingt irgendwie unspektakulär und nach Bratwurst mit Sauerkraut, Mittelfranken hat aber durchaus ein paar schöne Flecken zu bieten. Und auch die ein oder andere Kuriosität konnten wir erleben.

Tag 1: Wanderung durch die Schwarzachklamm und entlang dem Ludwig-Donau-Main-Kanal (23 km), weitestgehend flach, etwas überlaufen da Feiertag

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Tag 2: Wanderung durch den Sebalder Reichswald (19 km), flach mit leichten Steigungen, schön ruhig, wenig Trubel, selbst Albrecht Dürer saß hier schon und malte

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Tag 3: Höhlenrundweg rund um Hirschbach (16 km), etwas kürzer, dafür aber rauf und runter, Paradies für Kletterer und Höhlen-Freaks

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Und nun zu den Kuriositäten:

Für die Hinfahrt hält die deutsche Bahn ein Überraschungspaket für mich bereit. Statt 13:37 Uhr fuhr die Bahn bereits um 13:00 Uhr ab. Ohne mich. Im Reisezentrum belehrte man mich, dass doch Bauarbeiten stattfinden und man das im Internet nachlesen könne. Aha. Auf meine Frage, warum die DB-Navigator-App meinen Zug immer noch als „pünktlich“ darstelle, antwortete die Dame am Schalter, dass man das wohl noch nicht aktualisiert hatte. Korrekt. Ich nehme mir vor, das Bahnfahren noch etwas mehr zu üben.

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Der Chinese nahe dem Hotel empfängt uns mit 100 Prozent Chinesischen Genen und  herzhaft fränkischem Dialekt. Als 10 Minuten später eine Chinesische Reisegruppe an der Tafel neben uns platziert wird, entschuldigt er sich schon einmal vorab. Es wird laut werden, aber nur ein halbe Stunde dauern. Und so soll es dann auch sein. Nach 30 Minuten ist der Spuk vorbei. Die Tafel war mit einer großen Einweg-Tischdecke geschmückt, die in Windeseile zusammengerollt und entsorgt wurde. „Nu‘ herrscht wieder Ruh“, sagt der Chinese

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Zum Ende der Höllentour … ähm Höhlentour… laufen wir etwas durch den Ort Hirschbach zurück zum Parkplatz. Dass die Franken gerne deftig essen und auch gern ein Schnäpchsen trinken, ist ja allseits bekannt. Dass sie damit jedoch so offen und ehrlich umgehen, überraschte mich dann trotzdem.

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Also liebe Leser, viele Grüße aus Franken, die nächste Postkarte folgt in Kürze…

Frühere Postkarten mit mehr CO2 gibt es hier: Postkarten-Sammlung

 

5 Kommentare zu „18) Postkarte aus Mittelfranken

  1. Statt ein Buch zu lesen, fahre mit der deutschen Bahn, da ist für alles gesorgt:
    Spannung, Überraschung und Unterhaltung. In den letzten zwei Jahren ist es mir nicht
    gelungen einmal von A nach B, selbst bei nur zwei Stationen, ohne Vorkommnisse zu fahren.
    Aber dein Erlebnis – auch nicht schlecht – ! Irgendwas ist immer und die Dreistigkeit mit der die eigene Unzulänglichkeit überspielt wird, ist sensationell.
    Herzliche Grüsse und allzeit gute Fahrt 😇

    1. … so habe ich noch nie drüber nachgedacht. Vielleicht ist es ist wirklich Teil des Unterhaltungsprogramms? Quasi „Animation auf Schienen“? Also dann, bekommt man aber wirklich viel für sein Geld 😉

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